[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Kommunikation

Der Grundvorgang der zwischenmenschlichen Kommunikation ist im Prinzip schnell beschrieben. Da ist ein Sender, der etwas mitteilen möchte. Er verschlüsselt sein Anliegen in erkennbare Zeichen - wir nennen das, was er von sich gibt, ganz allgemein seine Nachricht. Dem Empfänger obliegt es, dieses wahrnehmbare Gebilde zu entschlüsseln. In der Regel stimmen gesendete und empfangene Nachricht leidlich überein, so dass eine Verständigung stattgefunden hat. Dennoch treten häufig Probleme auf, denn Kommunikation ist zugleich eine der komplexesten und wichtigsten Fähigkeiten des Menschen und besteht eben nicht allein in der Weitergabe von sachbezogener Informationen, vielmehr laufen etwa zwei Drittel des Austausches in einem Gespräch über den visuellen oder akustischen Kanal in Form von Gesten, Körperhaltung, Mimik, Betonung oder Sprachmelodie. Wenn man Menschen beim Sprechen genau beobachtet, werden bis zu 90 Prozent des Sprechens von mehr oder minder deutlich erkennbaren Gesten begleitet. Da manche Informationen nicht verbal kommuniziert werden können, versucht man häufig durch ikonische Gesten beim anderen ein Vorstellungsbild in verkörperter Form zu erzeugen. Ein solches gestisches Zeichen trägt etwa die Bedeutung durch bildliche Ähnlichkeit zu einem vorgestellten Bezugsobjekt in sich - man beobachte nur Touristen, die sich nach einem bestimmten Bauwerk erkundigen. Auch kann der Ausdruck in Gesicht und Stimme emotionale Zustände übermitteln, die in ihrer Subtilität kaum durch Sprachäußerungen vermittelbar sind, wobei das sowohl absichtlich als auch unabsichtlich geschehen kann. Menschen sind in ihrer Kommunikation allerdings weder objektiv noch neutral, sondern sie sind in erster Linie emotional. Sie besitzen Sinnesorgane, mit denen sie Informationen aufnehmen, ein Gehirn, mit dem sie die Informationen verarbeiten. Und sie haben Filter im Gehirn, die verhindern sollen, dass man unter der schieren Übermacht an Informationen erstickt, die Tag für Tag auf sie einstürmen. Jede Information ist auch gleichzeitig mit einer Vielzahl von Erinnerungen, Erfahrungen, Gefühlen und Werten verbunden und wird mit diesen Anteilen auch weitergegeben. Diese persönlichen Filter jedes Einzelnen bestimmen auch, wie Informationen aufgenommen werden, wie man denkt und wie man handet. Alles liegt oft buchstäblich im Auge des Betrachters, was gleichzeitig das Aus für jegliche Neutralität und Objektivität beeutet.

Die hier versammelten Arbeitsblätter werfen einige ausgewählte Streiflichter auf Versuche, das Phänomen der menschlichen Kommunikation in den psychologischen (Be)Griff zu bekommen. Insbesondere wird auch auf solche Modelle eingegangen, die sich mit Problemen und Konflikten beschäftigen, wobei sich die meisten streng genommen auf keine wirklich ausgearbeiteten psychologischen Theorien berufen können, sondern eher Arbeitshypothesen für die praktische Arbeit etwa in der psychologischen Praxis darstellen. Es muss daher darauf hingewiesen werden, dass der praktische Einsatz vieler hier beschriebener Methoden und Modelle an grundlegende Kenntnisse psychologischer Gesetzmäßigkeiten gebunden ist, wie sie in der Regel nur ein Studium der Psychologie vermittelt. Siehe daher auch die "Gebrauchsinformation".




Warum ist Kommunikation wichtig?

In einem Wald in der Nähe von Linz geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste.
Alle fragen sich, wer da wohl draufstehen mag. Schließlich nimmt der Hirsch allen Mut zusammen und fragt den Bären: "Sag einmal, stehe ich auch auf deiner Liste?" - "Ja," sagt der Bär, "auch dein Name steht auf meiner Liste."
Voller Angst läuft der Hirsch davon. Zwei Tage später wird er tot aufgefunden.
Entsetzen macht sich überall breit.
Der Keiler hält die Ungewissheit, wer als nächster dran sein wird, nicht mehr aus und fragt den Bären, ob er auch auf der Liste stehe. "Ja," sagt der Bär, "auch du stehst auf meiner Liste."
Der Keiler sucht schleunigst das Weite. Zwei Tage später wird er tot aufgefunden.
Nun bricht Panik unter den Waldbewohnern aus. Allein der Hase wagt es noch, den Bären aufzusuchen. "Bär, steh ich auch auf der Liste?" - "Ja, auch du stehst auf der Liste." - "Kannst du mich da streichen?" - "Ja klar, kein Problem!"


Grundlegende Literatur zum Thema Kommunikation

Watzlawick, P., Beavin, J., Jackson, D. (1996). Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien. Bern, Göttingen, Toronto, Seattle: Hans Huber.

Fiske, John (1987). Introduction to Communication Studies. London: Methuen.

Lück, H.E. (1985). Psychologie sozialer Prozesse. Opladen: Leske+Budrich.

Radtke, Philipp, Stocker, Sabine & Bellabarba, Alexander (2002). Kommunikationstechniken. Sieben Techniken für eine effektive Kommunikation. Hanser.

Schulz von Thun, Friedemann (1981). Miteinander reden 1. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

Schwarz, G. (1994). Sozialmanagement, Schwerpunktmanagement. Minden Verlag.

Thomas, A. (1991). Grundriß der Sozialpsychologie. Bd. 1. Göttingen: Hogrefe, Kap. III

 



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