Die Deutung von nonverbaler Kommunikation

Informationen über andere Menschen oder über einen selbst sind immer auch emotionaler Natur. Meist werden sie nicht bewusst verarbeitet, was auch nicht ökonomisch wäre angesichts der Fülle von Wahrnehmungen, die ständig das menschliche Gehirn erreichen. Ein wichtiger Weg, Emotionen zu verarbeiten, ist der Körperausdruck. Jede Deutung nonverbaler Kommunikation kann aber nicht von der Deutung der verbalen Kommunikation losgelöst werden. Meist ist das Gesicht des Sprechers, vor allem der Stirn-, Augen- und Mundbereich, für die Beurteilung seiner Stimmung wichtig. Die Augen selber besitzen Signalwirkung, da sie sowohl auf die Ferne als auch in der Nähe wirken. Die Blickrichtung und die Dauer, wie weit die Lider geöffnet sind, all das besitzt ein grosses Aussagepotenzial. So können wir auf Grund des visuellen Eindrucks Freude, Überraschung, Wut oder Verachtung ablesen, während Angst meistens auditiv, also über das Gehör, wahrgenommen wird. Um die Gefühlslage des anderen zu beurteilen, müssen wir die Gesichtsmuskeln beobachten, beispielsweise ob sie sich anspannen oder ob die Mundzüge weicher werden. Angespannte Gesichtszüge verraten natürlich entweder Ärger oder Wut, wohingegen weiche, entspannte Züge als Freundlichkeit und Güte interpretiert werden.

Lächeln wird in der Kommunikation oft auch ganz bewusst als soziales Signal eingesetzt, etwa um eine Entschuldigung anzubringen oder eine positive Atmosphäre zu schaffen, bzw. stellt Lächeln meist eine Einladung zur Kommunikation dar. Die Mimik des Gegenübers beeinflusst daher unser soziales Zusammenleben, denn empfängt man ein freundliches Lächeln, finden automatisch Prozesse im Gehirn statt, die das Wohlbefinden steigern, d.h., es findet eine Art unbewusster Emotionsübertragung statt. Sogar ein strahlendes Lächeln, das man sich selber nach dem Aufstehen im Spiegel zuwirft, kann den restlichen Tag positiv beeinflussen. Ein echtes Lächeln kennzeichnet meist eine offene, spontane Persönlichkeit, darum empfindet man lächelnde Menschen fast immer als positiv, denn ein Lächeln signalisiert Gesundheit, Vitalität und Offenheit, also Werte, die in der heutigen Gesellschaft positiv konnotiert sind. Oft wird ein Lächeln in sozialen Stresssituationen auch bewusst eingesetzt, um mit einem positiven Signal die aktuellen Spannungen abzubauen, wobei das Lächeln einerseits nach außen eine positive Einstellung zum Angelächtelten signalisiert, während es andererseits nach innen das Selbstbewusstsein unterstützt. Lächeln hat auch aggressionshemmende Wirkung und kann negative Spannungen auflösen, denn mit jemandem, den man anlächelt, wird man wohl eher nicht einen Streit beginnen. Bei Kleinkindern wurde beim “Drei-Monats-Lächelns” gezeigt, dass das Lächeln eines Erwachsenen vom Kind mit einem Lächeln beantwortet wird. Wird das Lächeln des Kindes nicht mit einem entsprechenden Lächeln des Erwachsenen beantwortet, beginnt es instinktiv zu weinen.

Allerdings muss ein Lächeln immer die Augen miteinbeziehen. Ein Mund, der lacht, ohne dass die Augen mitlachen, ist ein gekünsteltes und unaufrichtiges Lächeln. Der Neurophysiologe Duchenne hatte schon 1862 vermutet, dass ein Lächeln, das nur die Mundmuskeln aktiviert, nicht dieselbe Wirkung hat wie eines, das die um die Augen befindlichen Muskeln erregt. Nach Duchenne kann nur das Lächeln, das die Augen in Falten legt, die - wie er es nannte - “süßen Gefühle der Seele” ins Spiel bringen. Paul Ekman gelang es , den Zusammenhang zwischen Lächeln und dem allgemeinen Wohlbefinden nachzuweisen, indem er die Gehirnwellen von Menschen beim Lächeln registrierte. Die Ergebnisse zeigten, dass das Lächeln Duchennes sehr stark ein mit der linken Gehirnhälfte verbundenes Areal stimuliert, das Neurophysiologen als Ort der Wahrnehmung und des Ausdrucks von Gefühlen kennen, während ein Lächeln, das nur die Mundwinkel anhebt, nicht zur Stimulierung dieses Areals führt.

Zwar kommt man mit Freundlichkeit sowohl im Berufsleben als auch im Privatleben, etwa im Kundengespräch oder in heiklen Konfliktsituationen, meist weiter als mit Unfreundlichkeit, aber Experten raten eher zum dosierten Einsatz von Lächeln und netten Gesten. Ein Lächeln um jeden Preis - wer kennt sie nicht, die Dauergrinser und Dauergrinserinnen - wirkt auf den ersten Blick oft zwar positiv, doch sollte es nie angestrengt oder übertrieben sein, und muss vor allem der Situation angemessen sein. Freundlichkeit um jeden Preis ist verkehrt und kann sogar nach hinten losgehen, indem man andere damit nervt, wenn sie merken, dass das Lächeln nicht ehrlich gemeint ist.

Wenn Freundlichkeit nur aus taktischen Gründen eingesetzt wird und nicht zur Stimmung passt, ist sie nicht wirkungsvoll, denn Menschen haben feine Antennen dafür, wenn sie widersprüchliche Signale empfangen. Beim Freundlichsein muss man glaubhaft wirken, was oft auch eine Frage der Stimme und der Körpersprache ist, d.h., die nonverbale Ebene entscheidet mehr über gelungene Kommunikation als das, was gesagt wird. Zwar kann ein leicht geneigte Kopf in Konfliktsituationen entschärfend wirken, aber ist das Gegenüber schon in Rage und schüttet kräftig Adrenalin aus, kann das den anderen sogar provozieren (vgl. Heimann 2009). Man kann das an anderen Menschen recht gut dadurch beobachten, dass diese etwa bei einer Begrüßung ein breites Lächeln aufsetzen, im Augenblick des Abwendens aber dieses Lächeln abrupt verlieren.

Augenbrauen, die in schnellem Tempo gesenkt und gehoben werden, sind das Einverständnis zu sozialer Kontaktaufnahme. Ausdruck für Überraschung und Verwunderung zeigt man, indem man die Augenbrauen hebt und eine Zeitlang gehoben hält. Tränen und Lachen sind Ausdrucksmöglichkeiten, von denen wir annahmen, dass sie mit Leichtigkeit zu deuten sind. Tränen sind jedoch Ausdruck für mehrere unterschiedliche Gefühlszustände: für Kummer, Freude und Wut. Lachen kann Zeichen für Freude und Freundlichkeit sein, aber auch für Verachtung und Sarkasmus.

Die Blickrichtung vieler Menschen wird nach Untersuchungen von Benedict Jones et al. (University of Aberdeen) vor allem dann von anderen Menschen in ihrer Umgebung bestimmt, wenn dieses Gegenüber ausgeprägte maskuline und damit dominant wirkende Gesichtszüge aufweist. Man vermutet, dass dies ein unbewusster Reflex ist, denn auch Makaken orientieren sich an der Blickrichtung dominanter Affen. Diese Verhaltensweise ist vermutlich deshalb erhalten geblieben, da es vorteilhaft ist zu wissen, was prominente Gruppenmitglieder gerade beschäftigt, aber auch um potenzielle Bedrohungen schneller zu erkennen.

Wir können auch lachen, wenn wir ängstlich werden, oder wenn wir etwas sehr Unangenehmes erleben. Es gibt zahlreiche Menschen, die in bedrohlichen Situationen aus Unsicherheit heraus lächeln. Da Lachen unter anderem den Stressabbau fördert, das Immunsystem stärkt und entspannend wirkt, leistet es einen wichtigen Beitrag für eine bessere Gesundheit. Lachen ist aber anstrengend, denn im Körper werden dabei etwa zweihundert verschiedene Muskeln in Bewegung versetzt, dazu steigt der Puls, die Atmung wird schneller und das Blut staut sich im Gehirn, da im Brustkorb Druck aufgebaut wird. Als Folge bekommt der heftig Lachende häufig einen roten Kopf. Innere Verletzungen können aber - entgegen der oft geäußerten Vermutung, man könne sich totlachen - in Folge dieser starken Beanspruchung eher nicht auftreten, denn beim Niesen etwa wird der Körper viel heftiger erschüttert. Auch ersticken kann man bei einem Lachanfall nicht, denn wenn man keine Luft mehr bekommt, wird ein Schutzmechanismus im Gehirn aktiviert, der dem Körper befiehlt, zu atmen. Die Gefahr, sich beim Lachen zu verschlucken, ist ebenso gering, denn beim Lachen atmet man eher aus als ein. Hingegen ist diese Gefahr viel größer, wenn man sich erschreckt, da dabei plötzlich eine große Menge Luft eingesogen wird.

Ein kurioses Forschungsergebnis zum Lächeln

Matthew Martenstein (Universität Indiana) analysierte das Lächeln auf Familienfotos von ProbandeInnen am Ende ihrer Schulzeit und fragte, ob sie bereits eine Scheidung hinter sich hätten. Die Intensität des Lächelns wurde auf einer Skala von eins bis zehn bewertet, wobei man sowohl auf den Ausdruck in den Augen als auch auf die Muskelanspannung beim Lachen achtete. Anhand der Intensität des Lächelns konnte vorausgesagt werden, ob die Ehe des Probanden zu irgendeinem Zeitpunkt in seinem Leben geschieden wird oder nicht. Für Jugendlichen mit dem schwächsten Lächeln war die Wahrscheinlichkeit geschieden zu werden drei Mal so hoch wie bei jenen, die auf dem Foto grinsen. Man vermutet daher, dass fröhliche Menschen eher bereit sind an den Problemen in Partnerschaft und Ehe zu arbeiten als weniger glückliche. Außerdem suchen sich Menschen mit einem sonnigen Gemüt oft einen Partner, der ihre positive Lebenseinstellung teilt.

Tränen gehören zu den Grundäußerungen des Menschen und schon im Alter von drei Wochen kann ein Baby nicht nur Schreien, sondern auch durch Weinen seiner Umwelt verständlich machen, dass ihm etwas fehlt. Weinen ist daher eine sehr ursprüngliche Kommunikationsform, die jeden anspricht und bildet ein Art Hilferuf an die Umwelt, um Aufmerksamkeit zu bekommen und Fürsorge zu wecken. Wer weint, signalisiert dem Umfeld, dass er Trost und Hilfe braucht, daher wäre es also sinnvoll, in der Öffentlichkeit zu weinen, wo viele potentielle Tröster und Helfer verfügbar sind, doch weinen Menschen eher, wenn sie alleine sind als in der Gruppe. Das dürfte mit deren Sozialisation zusammenhängen, die das Zeigen von bestimmten Emotionen in der Gesellschaft oft als nicht passend sanktioniert.

Mensch sind vermutlich das einzige Lebewesen, das auch gefühlsbedingt und nicht nur auf Grund physiologischer Notwendigkeiten weinen können. Emotionales Weinen ist jedoch insgesamt für die Wissenschaft rätselhaft, denn entgegen landläufiger Meinung führt Weinen nicht zu einer innerlichen Reinigung im Sinne eines Katharsis-Effektes, denn den Menschen geht es danach nicht wirklich besser, es sei denn, der Anlass für die Tränen fällt weg. Auch entspannt Weinen körperlich nicht, wie einst Darwin vermutete, denn die Menschen sind dabei von Anfang bis Ende körperlich erregt - siehe aber die Ergebnisse der Forschung unten!). Schlichtwegs unsinnig ist natürlich die Annahme, dass mit den Tränen giftige Stoffe aus dem Körper ausgeschwemmt werden.

Der Neurowissenschaftler Noam Sobel äußerte jüngst die Vermutung, dass sich in den Tränen trauriger Frauen eine chemische Botschaft versteckt: Sie signalisiert dem Partner, dass die weibliche Lust auf Sex gerade gering ist, damit der Mann daraufhin seine sexuellen Energien reduziert. Sobel konnte in Experimenten zeigen, dass die chemische Zusammensetzung der Tränen, die Frauen aus Traurigkeit vergießen, die sexuelle Erregung bei Männern tatsächlich sinken lässt. Männliche Versuchspersonen, die an entsprechenden Tränen rochen, stuften Bilder von Frauen als sexuell weniger attraktiv ein, als wenn sie an einer künstlich hergestellten Salzlösung rochen, wobei der Testosteronspiegel der Männer nachweislich sank, und die dem sexuellen Verlangen zugehörigen Areale im Gehirn weniger aktiv waren. Unklar ist jedoch, welcher Stoff dafür verantwortlich ist und ob dieses chemische Signal nach dem Anlass des Weinens variiert.
Quelle: Science 10.1126/science.1198331, 2011 (11-01-09)

Tränenbildung lässt sich auch nur sehr schwer und auch nur bis zu einem gewissen Grad vom Verstand kontrollieren. Tränen wirken reinigend und ein Enzym in der Tränenflüssigkeit wirkt Infektionen entgegen und hemmt Bakterien. Auch bei bestimmten Dämpfen, wie beim Schneiden von Zwiebeln, laufen die Tränen, wobei diese Reizstoffe einen Reflex auslösen, um die Tränendrüsen zu aktivieren und Flüssigkeit zu produzieren. Durch den anschließenden Lidschlag wird die Träne wieder herausgespült, und das Auge ist gereinigt. Die Bezeichnung "Krokodilstränen" rührt übrigens daher, dass diese Tiere beim Hinunterwürgen des Beutetiers ihr Maul sehr weit öffnen und zusammenpresst, wodurch Druck auf die Tränendrüsen ausgeübt wird (Pawlak, o.J.).

Da sich Weinen nicht verstecken lässt, empfinden viele Menschen Weinen im Beisein anderer Personen als peinlich, da sie sich für ihre vermeintliche Schwäche schämen. Auch die Umstehenden fühlen sich manchmal peinlich berührt und können die Tränen von Anderen nur schwer ertragen, sich aber auch nicht einfach auf Grund von offensichtlich angeborener Empathie abwenden. Um solche peinlichen Situationen zu vermeiden, weinen die meisten Menschen alleine oder nur im Beisein von vertrauten Personen. Psychologen (Universität Tilburg) analysierten 3000 Weinsituationen und fanden, dass Weinen in den meisten Fällen zu einer Besserung des Gemütszustandes führt. Zwar verursacht Weinen zunächst unangenehme Erregungen wie hohen Puls und Schwitzen, doch später später setzen beruhigende Mechanismen wie die langsame Atmung ein. Diese positiven Effekte dauern meist länger als die anfängliche Anspannung, weshalb der Mehrheit das Weinen in guter Erinnerung bleibt. Bei jedem Dritten stellt sich dieser erleichternde Effekt jedoch nicht ein und jeder Zehnte fühlt sich nachher sogar schlechter als zuvor. Wohltuendes Weinen schafft eine innere Lösung, ermöglicht Loslassen und ist Teil der Trauer. Das ohnmächtige Schluchzen, das Gefühle wie Wut, Verzweiflung und Zorn ersetzen soll, bringt hingegen kaum Aussicht auf Veränderung. Wird Weinen gar zum Dauerzustand und überschreitet es das Ausmaß der Belastung oder Trauer, ist es ratsam, professionelle Hilfe zu suchen. Als positiv empfanden die untersuchten Personen, wenn sie beim Weinen nicht alleine waren, sondern von jemandem Unterstützung erfuhren. Problematisch war das Weinen bei Menschen, die an Angst- und Verwirrungszuständen leiden, sowie bei "gefühlsblinden" Menschen, die eigene Gefühle kaum wahrnehmen und beschreiben können. Man vermutet, dass bei diesen Menschen der Mangel an Selbsterkenntnis die kognitive Umwandlung einer traurigen in eine positive Erfahrung verhindert. Die beste Unterstützung eines Anwesenden ist es, feinfühlig dem Weinen des Betroffenen Platz zu geben. Wer trösten möchte, sollte dem Weinenden nicht das Gefühl geben, dass gleich etwas verändert werden muss. Es genügt, einfach dabei zu sein und zu verstehen.

Nach der Naturheilkunde manifestieren sich übrigens nicht geweinte Tränen bei Frauen in Zysten in der Gebärmutter oder noch häufiger an den Eierstöcken. Danach nützt das schulmedizinische Entfernen dieser Zysten nichts, sondern sie werden wieder auftreten, entweder an der gleichen Stelle oder an einem anderen Organ, denn die Energie des nicht gelöste Konfliktes wird einen neuen Weg suchen, um sich bemerkbar zu machen.

Rund um Körperhaltung gibt es interessanterweise sehr viele sprachliche Metaphern und Volksweisheiten wie beispielsweise: mit beiden Beinen auf der Erde stehen bedeutet Realitätssinn; einen festen Standpunkt haben dokumentiert klare und eigentlich unverrückbare Ansichten; vor jemandem kriechen heisst eine widerspruchslose, unterwürfige Haltung einnehmen. Das erste, worauf man sein Augenmerk richten sollte, ist die Gewichtsverlagerung. Steht ein Mensch aufrecht oder ist sein Gesicht vor bzw. hinter das Becken verlagert? Hier besagt die körperliche Theorie dasselbe wie der Volksmund: Je gerader jemand steht, desto aufrechter ist seine innere Haltung. So ein Mensch ist weder unsicher (Neigung nach vorne) noch überheblich (Neigung nach hinten).

Wenn Menschen in Diskussionen ihren eigenen Standpunkt vertreten, beinhaltet dieser Begriff seinem Ursprung nach nicht nur eine geistige, sondern auch eine körperliche Haltung. Mit folgender kleinen Übung kann man unter Umständen neue Einsichten gewinnen, indem man seinen eigenen Standpunkt bewusst erspürt: Wie sicher steht man bei der Argumentation? Welche Position haben die Füße dabei? Was spürt man der Körpermitte, in seinem Bauch? Was macht man mit seinen Händen? Welche Spannung kann man bei sich fühlen? Wie hält man seinen Kopf? Wie flexibel ist die Position? Drückt man äußerlich auch das aus, was man innerlich empfindet?

Es ist offensichtlich, dass eine Person, die in aufrechter Sitzhaltung spricht, auf andere glaubwürdiger wirkt, als wenn sie auf ihrem Stuhl herumlümmelt. Richard Petty et al. (2009, Ohio State University) hat nun in einer Studie an 71 Studierenden herausgefunden, dass eine aufrecht sitzende Person auch den eigenen Behauptungen und Werturteilen mehr Glauben schenkt als wenn sie gekrümmt dasitzt. Die Sitzposition wirkt sich also auch auf die eigenen Überzeugungen aus und stärkt die eigene Zuversicht. Erstaunlicherweise spielte es keine Rolle, ob die eigenen Gedanken dabei positiv oder negativ waren.

Niels van Quaquebeke und Steffen Giessner (Erasmus-Universität Rotterdam) haben mehr als 120.000 Foul-Entscheidungen (85.262 Fouls aus der deutschen Bundesliga, 32.142 aus der UEFA Champions League, 6440 aus drei Fußball-Weltmeisterschaften sowie internationalen Meisterschaften) untersucht und jeweils die Körpergröße der beteiligten Spieler verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass die erkennbare Körpergröße eines Spielers als zusätzlich aufgenommene Information in die Entscheidungsfindung einfließt, wobei größere Spieler werden als aggressiver angesehen werden. Mögliche Erklärung: Aus der Evolutionsforschung weiß man, dass größere und kräftigere Menschen von anderen oft mit Stärke, Macht, Aggression und Dominanz assoziiert werden, weshalb größere Spieler von Schiedsrichtern und Fans offensichtlich eher als Foul-Begeher angesehen werden und die kleineren entsprechend eher als Gefoulte.
Quelle: Journal of Sport & Exercise Psychology 2010/2.

Bei Metaphern für Situationen, in denen sich Menschen abgewiesen fühlen - die kalte Schulter zeigen, frostige Atmosphäre - sind oft mehr als nur die bildhafte Abstraktion. Die Psychologen Chen-Bo Zhong & Geoffrey Leonardelli (2008) haben in zwei Experimenten nachgewiesen, dass die Psyche das körperliche Wärmeempfinden real beeinflussen kann. In einem Versuch teilten sie 65 Probanden in zwei Gruppen ein. Die einen wurden aufgefordert, sich auf Momente ihres Lebens zu besinnen, in denen sie sich einsam und ausgegrenzt vorkamen, die anderen bekamen die Aufgabe, sich Lebensphasen vorzustellen, in denen sie sich sozial angenommen fühlten. Danach mussten alle Probanden die Temperatur des Labors schätzen. Die "Einsamen" gaben deutlich kühlere Temperaturen an, im Durchschnitt 21 statt 25 Grad Celsius bei der zweiten Gruppe. Beim zweiten Experiment saßen jeweils vier Probanden an getrennten Rechnern bei einem Computerspiel und mussten sich virtuell Bälle zuzuwerfen. Dieses war so eingestellt, dass manche Probanden den Ball sehr häufig zugespielt bekamen, während andere weitgehend vom Spiel ausgeschlossen blieben. Im Anschluss an das Spiel gaben die TeilnehmerInnen ihre Präferenzen für eine Reihe von Nahrungsmitteln an. Jene, die im Ballspiel isoliert gewesen waren, entschieden sich eher für wärmende Speisen und Getränke. Man vermutet, dass den zuvor isolierten Personen körperlich kalt war und sie deshalb vermehrt Lust auf Heißes hatten.

Ein weiterer - sprachlich übertragbarer - Aspekt ist die Offenheit bzw. Geschlossenheit einer Haltung. Damit ist der Hals- und Brustraum gemeint. Weiterhin ist bedeutungsvoll, ob ein Mensch frei steht oder ob er irgendwo eine Stütze sucht. Es gibt Menschen, die sich immer irgendwo anlehnen müssen. Die Körperhaltung ist also ein Ausdruck von Gefühlen und persönlichen Befindlichkeiten. Sie liefert Interpretationshilfen dafür, wie sicher, souverän, überlegen sich jemand fühlt. So spiegelt sich Fröhlichkeit in einer aufrechten, offenen Haltung oder Resignation in einer leicht gebeugten, in sich gekehrten, also optisch eher geschlossenen Haltung wider. Auch die Konzentration auf einen anderen, schlichte Neugier, Irritation oder auch nur Nachdenklichkeit lassen sich leicht ablesen. Ein sehr einprägsames Kennzeichen ist die plötzliche Veränderung der äusseren Haltung - sie spiegelt immer eine plötzliche Veränderung der inneren Haltung wider. Vom sozialen Rang her höhergestellte nehmen Menschen in ihrer Körper- und Sitzhaltung mehr Raum für sich in Anspruch, sie geben sich von der Körperhaltung her offener, weil sie sich für weniger verletzlich halten. Mit der Analyse der Körperhaltung können sehr eindeutige Aussagen über Statusunterschiede getroffen werden können.

Siehe dazu die Nonverbale Kommunikation des Gehens. Auf der Webseite des Bioemotional Lab am Department of Psychology der Queen's Unversity (Kingston, Ontario, Canada werden mit einfachsten Mitteln biologisch und psychologisch relevante Merkmale des menschlichen Ganges demonstriert - ein nicht unwesentlicher Aspekt der nonverbalen Kommunikation. Auf spielerische Art läßt sich ein schier unendliches Spektrum an emotionalen Befindlichkeiten generieren. Gleichzeitig wird demonstriert, wie mit Hilfe moderner technischer Hilfsmittel psychologische Erkenntnisse gewonnen bzw. dargestellt werden können.

Literatur

Heimann Andreas (2009). Die unerträgliche Freundlichkeit der Dauergrinser. WWW: http://www.welt.de/wissenschaft/psychologie/article5058569/Die-unertraegliche-Freundlichkeit-der-Dauergrinser.html (09-11-05)
Pawlak, Britta (o.J.). Warum weinen wir? - Die Bedeutung von Tränen. Woher kommt eigentlich der Ausdruck "Krokodilstränen"?
WWW: http://www.helles-koepfchen.de/warum-weinen-wir.html (10-02-02)
Petty, Richard E., Briñol, Pablo & Wagner, Benjamin (2009). Body posture effects on self-evaluation: A self-validation approach. European Journal of Social Psychology, 1053-1064.
Troje, N. F. (2002) Decomposing biological motion: A framework for the analysis and synthesis of human gait patterns. Journal of Vision 2, 371-387.
http://www.biomotionlab.ca/Demos/BMLwalker.html (04-10-13)
Zhong, Chen-Bo & Leonardelli, Geoffrey J. (2008). Cold and Lonely: Does Social Exclusion Literally Feel Cold? Psychological Science, September.

Auch die Körperbewegungen spielen bei der Gesamtinterpretation eine Rolle. Ein vorgeneigter Oberkörper in einem Gespräch signalisiert Aufmerksamkeit oder den Hinweis, dass jemand etwas sagen möchte, er kann aber auch Skepsis ausdrücken. Mit einem demonstrativen Zurücklehnen wird Desinteresse oder Missfallen am Thema angedeutet. Die Sitzhaltung und wieviel Raum in Anspruch genommen wird liefert weitere Anhaltspunkte für die Wahrnehmung. Jugendliche wollen z. B. oft signalisieren, dass sie "gutem Benehmen" keine Beachtung schenken (wollen) und hiermit ihre Unabhängigkeit und Selbständigkeit für alle sichtbar dokumentieren. Dabei ist häufig zu erkennen, dass das Ignorieren des mit Erziehung erworben Verhaltens einige Überwindung kostet. Andere tun genau das Gegenteil: Sie beschränken sich auf die Sitzkante, lehnen sich nicht gemütlich zurück und setzen ihren Körper damit einer physischen Belastung aus, die eine psychische Anspannung zwangsläufig noch verstärkt und dem Beobachter Unsicherheit, mangelndes Selbstbewusstsein, Nervosität signalisiert. Je mehr jemand dafür sorgt, dass er bequem sitzen kann, desto souveräner gibt er sich. Meistens kommt dieses Selbstbewusstseins bei Zuhörern und Beobachtern an. Eine angespannte Sitzhaltung kann jedoch in Kombination mit krampfhaften Fussbewegungen auch bedeuten, dass jemand weg möchte, weil ihn die Unterhaltung eigentlich nicht interessiert. Ein präziser Beobachter kann ein solches Verhalten registrieren und verbal hinterfragen. Der Gang gehört als Ausdrucksmittel zur Körperbewegung und läuft in gewisser Weise in bezug auf den Ausdruck von Gefühlen synchron zur Körperhaltung. Zusätzlich aber ist ein gehender Körper in Bewegung, so dass man sich fragen kann, wie er diese Bewegung realisiert. Geht ein Mensch zielsicher, sind seine Bewegungen flüssig, geschmeidig, beweglich oder steif und verkrampft?

Signalwirkung kann auch die Art haben, wie ein Mensch seine Füsse setzt. Eine Person, die das Knie vor den ersten Punkt des Körpers zieht, demonstriert Vorsicht oder eher noch Unsicherheit. Im Gegensatz dazu kann man auch so laufen, dass die Zehen immer vorausgeht. Ein Zehengang hingegen ist meist ein kräftiger, raumeinnehmender Gang. So läuft jemand, der keine Angst hat, vielleicht jemand, der ein klares Ziel vor Augen hat oder auch jemand in Eile. Hier sollte wieder darauf geachtet werden, ob das Körpergewicht vor, über oder hinter dem Becken liegt.

Auch Gesten bringen unbeabsichtigt Gefühlszustände zum Ausdruck:

Einzelne Gesten können sogar so klar definiert sein, dass sie die verbale Kommunikation punktuell oder vollständig ersetzen. Diese Definitionen müssen natürlich - wie auch Sprache - gelernt werden und sind deswegen auf Gruppen von Menschen bis hin zu Kulturkreisen beschränkt.

Zu dunkle und zu weite Kleidung signalisiert: Hier will sich jemand verstecken bzw. unsichtbar machen. Wer seine Figur ständig verbirgt und immer Schwarz oder Grautöne drängt, versucht sich zu tarnen. Wer sich grundsätzlich zu extraagant kleidet, will um jeden Preis auffallen. Dahinter kann auch ein mangelndes Selbstbewusstsein verstecken. Wer sich bewusst nicht an vorhandene Kleiderordnungen hält, demonstriert seine aufmüpfige, respektlose Haltung. Unbewusst unangemessene Kleidung zeigt, dass kein Taktgefühl vorhanden ist.

Wie eine holländische Studie zeigte, verhelfen teure Markenartikel wie Tommy Hilfiger oder Lacoste ihren TrägerInnen zu mehr Erfolg, denn mit Designerlogos auf der Kleidung fanden Menschen mehr Beachtung und wurden bei Vorstellungsgesprächen als kompetenter eingestuft als Menschen mit Billigkleidung. Bei der Untersuchung wurden Besucher eines Einkaufszentrums von einer Mitarbeiterin mit einem Logo von Tommy Hilfiger auf dem Sweatshirt befragt, wobei sich 52 Prozent bereit erklären, auf die Fragen zu antworten. Trug die gleiche Frau das gleiche Sweatshirt ohne Logo, brachten nur 14 Prozent die Zeit auf, ihre Fragen zu beantworten.

Sozialer Status und Körpersprache

Mit der richtigen Körperhaltung
beeindruckt man nicht nur andere Menschen
sondern auch sich selbst.

Kraus und Keltner (2009) baten Psychologiestudenten unter dem Vorwand ins Labor, effektive Strategien bei einem Vorstellungsgespräch untersuchen zu wollen. Dann ließen sie jeweils zwei Probanden, die einander nicht kannten, ein fünfminütiges Kennenlerngespräch führen und zeichneten ihr Verhalten auf Video auf. Anschließend analysierten zwei unabhängige Experten jeweils einminütige Abschnitte der Videosequenz und beurteilten, wie oft die Teilnehmer zugewandtes, verbindliches und wie oft sie abgewandtes, unverbindliches Verhalten zeigten. Bei der Auswertung ergab sich ein Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Studenten und ihrem sozialen Status, denn Studenten, die aus einem Elternhaus mit hohem Einkommen und hohem Bildungsgrad stammten, zeigten deutlich mehr unverbindliches Verhalten, sspielten mit Gegenständen herum, kritzelten auf ein Papier oder zupften an sich selbst herum. Probanden, deren Eltern einen geringeren sozialen Status hatten, zeigten dagegen mehr Signale der Zuwendung wie Kopfnicken, Lachen, Blickkontakt und Heben der Augenbrauen. In einem zweiten Versuch wurden Studenten schließlich gebeten, diese Videos ohne Ton anzuschauen und allein aus der Körpersprache den sozialen Status der Gesprächspartner zu erschließen. Dabei gelang es den Studenten, den sozialen Status der Akteure auf dem Bildschirm überwiegend richtig einzuschätzen. Eine mögliche Erklärung für die Unterschiede könnte sein, dass Menschen aus höheren sozialen Schichten von anderen unabhängiger sind, und diese fehlende Abhängigkeit könnte sich in einem weniger zugewandten nonverbalen Gesprächsverhalten äußern.

Diane Martinez et al. (Columbia Universität, New York) berichten in der Februar-Ausgabe des US-Fachblattes "Biological Psychiatry", dass bei einem Vergleich der Gehirnaktivität der Dopamin-Rezeptoren die StudienteilnehmerInnen mit einem gehobenen sozialen Status eine größere Dichte der Dopamin-Rezeptoren D2/D3 im Stratium aufwiesen, wobei diese Hirnregion ausschlaggebend für die Motivation und die Zufriedenheit eines Menschen ist. Die Forscher schließen daraus, dass Erfolgsmenschen das Leben eher als prickelnd und erfüllend erfahren, weil sie mehr Andockpunkte (Rezeptoren) für das stimulierende Dopamin im Stratium haben. Menschen mit weniger Dopamin-Rezeptoren in dieser Hirnstruktur dagegen verpassten die Extra-Dosis Glücksgefühl und Antrieb.

Quellen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,605771,00.html (09-02-05)
Martinez, Diane et al. (2010). Brain dopamine receptor density correlates with social status.
WWW: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2010-02/e-bdr020310.php (10-02-03)
Kraus, Michael & Keltner, Dacher (2009). Rich Man, Poor Man: Study shows body language can indicate socioeconomic status. Psychological Science, 20, p. 99.

Mehr über nonverbale Kommunikation lernen

Zwei gute Tipps, um mehr über nonverbale Kommunikation zu lernen, stammen von Susanne Roth. Sie schreibt: "Die besten Gelegenheiten, um etwas über Menschen und ihre Ausdrucksformen zu lernen, sind Wartesituationen. Interessant sind beispielsweise Mienen- und Körpersprachendialoge zwischen Einkaufenden und Kassierer(inne)n: Achten Sie darauf, wenn Sie samstags mal wieder in der Schlange stehen. Wenn Sie auf Ihr Flugzeug oder Ihren Zug warten oder auch dann, wenn Sie schließlich drinsitzen: Sehen Sie sich um und wählen Sie sich ein Beobachtungsobjekt aus (besser noch: zwei oder drei Menschen, die eine Gruppe bilden). Versuchen Sie dann, jedem Einzelnen von ihnen eine Geschichte zuzuordnen (ruhig ein bisschen wie Sherlock Holmes mit seinen berühmt gewordenen Deduktionen), beispielsweise eine momentane Stimmung, allgemeine Charakterzüge, einen Lebenshintergrund (Single? Verheiratet? Geschieden? Kinder?), einen Beruf. Sie werden schnell feststellen, wie ausdrucksstark Mimik und Gesten sein können." Eine weitere Methode ist es, seine Beobachtungsgabe zu fördern, indem man Filme ohne Ton ansieht. Wieder Susanne Roth: "Schalten Sie beim Fernsehen einfach mal den Ton weg, und konzentrieren Sie sich ganz auf das, was Sie nun sehen. So können Sie einiges an Körpersprachlichem, was Sie sonst nur unbewusst mitlesen, ganz bewusst aufnehmen. Bei Filmen können Sie auch ein Spiel daraus machen, die Gespräche und Handlungen zu rekonstruieren. Am besten nehmen Sie gleichzeitig den Film auf Video auf, dann können Sie sich einzelne Szenen auch mehrfach ansehen und bei jedem Durchgang auf etwas anderes achten: einmal nur auf den Ausdruck des Mundes, dann den der Augen, dann die Körperhaltung, dann speziell die Armbewegungen ... Und ganz zuletzt sehen Sie sich das Ganze mit Ton an, um Ihre Vermutungen zu kontrollieren."

Quelle: http://www.orgenda.de/newsletter/archiv/11/2006/10/20061019000007132.htm (07-03-04)

Körperhaltung beeinflusst die Interpretation der Emotionen

Früher, da ich unerfahren
Und bescheidner war als heute,
Hatten meine höchste Achtung
Andre Leute.
Wilhelm Busch

Genji Sugamura (Osaka) versetzte in einem Experiment seine ProbandInnen in eine niedergedrückte Stimmung. Ließ er sie dabei eine stolze Körperhaltung einnehmen, erholten sie sich rasch davon, d.h., ihre Gefühlslage wurde neutral. Nahmen die VersuchsteilnehmerInnen hingegen eine gebeugte Körperhaltung ein, änderte sich die negative Stimmung nicht. Die gleichzeitig beobachtete Hirnaktivität der Versuchspersonen zeigte, dass in der gebeugten Körperhaltung der präfrontale Cortex weniger durchblutet wurde, also jene Gehirnregion, in der Informationen aus vielen Hirnteilen zusammen laufen, so die Gefühle und die Körperwahrnehmung. Allerdings können Körperhaltungen alleine Gefühle nicht verändern, doch die Körperhaltung beeinflusst aber physiologisch das Psychische, wobei ein Weg über die Rezeptoren in Muskeln und Sehnen führt, die das Gehirn über die aktuellen Spannungszustände im Körper informieren. Hinzu kommen der Gleichgewichtssinn im Innenohr und auch die Augen, denn wer dauerhaft den Blick nach unten senkt, dessen Gehirn wird schon allein optisch mehr geerdet, als wenn sich sein Blick überwiegend im Waagrechten fokussiert. Eine gekrümmte Körperposition behindert darüber hinaus die Zwerchfellatmung und schränkt dadurch die Sauerstoffversorgung des Körpers ein. All diese Signale des Körpers werden in unbewussten Arealen des Gehirns verarbeitet und mit passenden nervösen und hormonellen Signalen beantwortet. So lassen etwa expansive Körperhaltungen den Testosteronspiegel ansteigen und zugleich den Cortisolspiegel im Organismus sinken, was nicht nur die Entschlossenheit, die Willenskraft und die Beharrlichkeit fördert, sondern auch die Leistungsfähigkeit des Immunsystems, denn Cortisol schwächt z.B. langfristig die Widerstandfähigkeit gegenüber Infekten. Wenn Menschen also überwiegend mit defensiv-gebeugter Körperhaltung durchs Leben gehen, dann verlieren sie nicht nur psychisch, sondern auch immunologisch an Kraft und leiden etwa in der kalten Jahreszeit öfter und länger als andere an Erkältungen. Daraus lässt sich ableiten, dass Menschen im Alltag kleinere Korrekturen an der Körperhaltung vornehmen sollten, etwa indem man bei einer Prüfung ganz bewusst darauf achtet, sich zu strecken und der tiefen Bauchatmung eine Chance gibt.

Positive und negative Gestik der Hände

Für die Wirkung der Gestik ist manchmal entscheidend, in welcher Höhe sich die Hände befinden, denn alle Gesten, die sich unterhalb der Taille abspielen, werden als negative Aussagen gewertet, solche in Höhe der Taille werden als neutral und oberhalb meist als positiv gewertet. Auch die Sichtbarkeit der Hände spielt eine Rolle, denn versteckte Hände (in den Hosentaschen, unter dem Tisch oder hinter dem Rücken) werden immer als negativ empfunden. Sind die Hände zu sehen, so ist es wichtig, häufig freundlich zeigende und öffnende Gesten zu benutzen. Schließende Gesten wie die Mauerbildung durch überkreuzende Arme vor der Brust oder das Zeigen des Handrückens statt der Handfläche werden unbewusst als negativ ausgelegt. Entschuldigungsgesten wie Schulterzucken mit Aufdrehen der Hände unterhalb der Taille werden als Hilflosigkeit und Unterwerfung gedeutet, daher sollte man auch bei einer Entschuldigung einer anderen Person solche Gesten nicht benutzen, da eine negative Gestik stets mit dem Sprechenden verbunden wird und nicht mit der Person, über die gesprochen wird. Wenn man also überzeugen möchte, sollte man negative Aussagen möglichst vermeiden. Lässt sich ein solch negativer Ausdruck nicht umgehen, so sollte man diesen auf keinen Fall durch eine negative Gestik verstärken, denn sonst entsteht ein stark negativ geprägter Gesamteindruck und diese negative Gestik wird mit dem Sprecher verbunden. Im Gegensatz zu den negativen Aussagen sollte man positive Aussagen durch positive öffnende und harmonische Gesten verstärken. Die Unterstützung negativer Aussagen in der Gestik ist am schwersten zu unterdrücken, denn wenn es in Bezug auf die Körperhaltung auch gelingt, aufrecht und gerade zu stehen, verraten die Hände und vor allem die "Hand-Hals-Gesten" das Negative. Die Hand greift nämlich häufig dann zum Hals, wenn sie eigentlich ins Gesicht fassen will, an die Nase oder auf den Mund. Beides sind extrem negative Gesten, was dem Sprechenden, während er die Hand hebt, oft sogar bewusst wird, dass diese Gestik ihn verraten könnte. Dann ändert er schnell noch die Richtung, sodass die Hand nur zum Hals greift. Greift sich eine Zuhörer während ihrer Rede ans Ohrläppchen, dann ist dies eine Bestrafungsgeste. Bevor man lernt, eine positive Gestik zu üben, sollte man zunächst lernen, negative Gestik zu vermeiden.
Quelle: http://bildung.focus.msn.de (08-08-09)

Ein kurioses Forschungsergebnis zu Händen

Einer Zeitungsmeldung (Welt-Online vom 21. April 2011) war zu entnehmen, dass Wissenschaftler um Craig Roberts (Universität von Stirling) und Camille Ferdenzi (Schweizer Zentrum für Affektive Wissenschaften in Genf) herausfanden, dass ein Blick auf die Finger eines Mannes Auskunft darüber geben kann, wie attraktiv sein Gesicht auf Frauen wirkt. Zumindest bei britischen Studenten. Die WissenschaftlerInnen berechneten von 49 Männern im Alter zwischen 18 und 33 Jahren das Längenverhältnis von Zeige- zu Ringfinger und zeigten Frauen Fotos dieser Männer mit neutralem Gesichtsausdruck. Das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger gilt als ein Maß dafür, welchen Hormonen Menschen im Mutterleib ausgesetzt waren, denn das Wachstum des Ringfingers gilt als abhängig von der Konzentration des männlichen Sexualhormons Testosteron. Die Forscher drücken das Längenverhältnis in der Formel Zeigefinger:Ringfinger aus: sind beide gleich lang, beträgt der Quotient 1,0, ist der Ringfinger länger, liegt der Wert unter 1,0. Der Durchschnittswert lag bei 0,97, wobei als besonders attraktiv Männer mit einem Verhältnis um 0,94 bewertet wurden.

Siehe auch Die elf Todsünden der Kommunikation - und wie man es besser macht ... und Die nonverbale Kommunikation bei Kaninchen ;-) und Die nonverbale Kommunikation bei Frauen

Überblick: Was ist nonverbale Kommunikation?

Waren diese Informationen für Sie nützlich? Dann klicken Sie bitte auf das



In den Arbeitsblättern
psychologie pädagogik forschungsmethoden weblog inhalt
emotion erziehung   psychologie-news gesamtindex
essstörungen lehren literaturarbeit pädagogik-news suchen
entwicklung medien moderation   diskussion
gehirn lernen präsentation zum geleit twitter
gedächtnis lerntechnik konzentration   kontakt
denken lernziele online-tests   impressum
kommunikation       copyright
konflikte sucht & drogen      
psychotherapie missbrauch psychologie-lexikon linz 2012

URL der Seite:


Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons License.
Valid CSS!







































Free counters! Webliga-Webkatalog - Wissenschaft Webliga - Webkatalog