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Mobbing im Privatbereich

Mobbing gibt es nicht nur im beruflichen Kontext, auch im privaten Leben werden Menschen mit Grenzüberschreitungen, Machtmissbrauch und Mobbing konfrontiert. Im Bereich der Nachbarschaft ist Mobbing häufig, wobei Mieterinnen ebenso wir Haus- und Wohneigentümerinnen betroffen sind. Auch viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden im Freizeitbereich ausgegrenzt und gemobbt, ebenso tritt in Familien und Sippen Mobbing auf, wobei die psychischen und gesundheitlichen Schäden nicht kleiner sind als bei Mobbinghandlungen, die am Arbeitsplatz oder in der Schule passieren.

Grenzüberschreitungen

Alle Menschen besitzen ein Gespür und Vorstellungen davon, wo die ganz persönlichen Grenzen liegen, und wenn jemand diese Grenzen verletzt, hinterlässt es ein demütigendes Gefühl. Grenzüberschreitung werden als Entmachtung des Selbst erlebt, man fühlt sich hilflos, machtlos und ausgeliefert. Wer eine Grenzüberschreitung erfährt, versucht sich zu wehren. Oft gelingt dies auch und es bleibt bei einem einmaligen Verstoss. Manche Menschen kümmern sich jedoch nicht um die Grenzen anderer, verletzen diese immer wieder. Grenzüberschreitungen werden dann zum Mittel von Machtmissbrauch oder gar von systematischem Terror.

Machtmissbrauch

Machtmissbrauch tritt oft im Zusammenhang mit Abhängigkeiten auf, wobei deise persönlicher oder wirtschaftlicher Art sein können. So ist es nicht einfach, eine neue Wohnung zu suchen, einen Verein oder Klub zu wechseln. Die Familie kann man sich nicht aussuchen und man kann sie auch nicht einfach verlassen, um eine neue Familie zu suchen. Ein Kind oder Jugendlicher ist abhängig von seinen Eltern und kann aus der Situation von sich aus in der Regel nicht flüchten. Die existenziellen und persönlichen Bedürfnisse der Abhängigen werden aus einer Machtposition heraus eingeschränkt oder negiert. Dies beeinträchtigt die Selbstachtung, das Selbstwertgefühl und die Leistung der Betroffenen.

Mobbing in der Partnerschaft

Mobbing-Szenarien werden neuerdings in der Psychologie häufig auch auf Beziehungswelten transponiert, da die Mechanismen da wie dort einander sehr ähnlich sind. Die Beteiligten am Mobbingprozess sind ebenfalls stark voneinander abhängig und sind deswegen auch extrem verletzbar. Auch die psychosomatischen Begleiterscheinungen unterscheiden sich kaum, denn dauerhaft seelischer Gewalt in Beziehungen ausgesetzt zu sein zieht ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, Bandscheibenvorfälle, Migräne, Schlafstörungen und Depressionen nach sich. Diese Art von Dauerstress produziert Hormone, die den Körper sukzessive vergiften, was dann oft dann in die Krankheit und bis zum Krebs führen kann.

Unbewusst werden in partnerschaftlichen Mobbing-Szenarien die Defizite der Kindheit nachgelebt, wobei die häufigste Konstellation jene ist, dass sich der Partner ein Gegenüber sucht, das dem gegengeschlechtlichen Elternteil, inklusive der damit verbundenen Kränkungen, am ehesten entspricht. Töchter, deren Vaterbeziehung durch emotionale Abwesenheit geprägt war, werden sich Männer mit einem verhaltenen bis nicht vorhandenen Zuwendungsvermögen aussuchen. Männer, die von dominierenden, sie erdrückenden Müttern großgezogen wurden, werden intuitiv Frauen suchen, die ihnen eine ähnliche Unterdrückungsdynamik zuteilwerden lassen.

Quelle:
http://www.profil.at/articles/0904/560/231772/schlagende-verbindungen-wenn-liebe-partnerschaft-dauerdrama (09-01-25)

Stalking

bezeichnet ein obsessives Verfolgen, Belästigen und Bedrohen einer Person gegen deren erklärten Willen, auch durch Telefonanrufe (Telefonterror), Droh-SMS und -mails (Cyberstalking), Überwachen und Ausspionieren der Zielperson. Die Opfer sind häufiger weiblich als männlich, die Täter häufiger männlich als weiblich. Das Stalking kann sich bis zur körperlicher Gewalt hin entwickeln.

Siehe dazu im Detail die Arbeitsblätter zum Stalking und Internet-Stalking

Literatur zum Thema Mobbing

Kolodej, Christa (1999). Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz und seine Bewältigung. Wien: WUV-Univ.-Verl.

Leymann, Heinz (1993). Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann. Hamburg: Reinbeck.

Leymann, Heinz (Hrsg.) (1995). Der neue Mobbing-Bericht. Erfahrungen und Initiativen, Auswege und Hilfsangebote. Reinbek: Rowohlt.

Litzcke, Sven & Schuh, Horst (2003). Belastungen am Arbeitsplatz - Strategien gegen Stress, Mobbing, Bum-out. Köln: Deutscher Instituts-Verlag.

Neuberger, O. (1999). Mobbing: Übel mitspielen in Organisationen, Schriftenreihe Organisation & Personal, Bd. 5, 3. München: Hampp.

Resch, M. (1994). Wenn Arbeit krank macht. Frankfurt: Ullstein.

Siehe auch das Arbeitsblatt Mobbing



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