[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Nonverbale Kommunikation bei Kaninchen *)

Schnüffeln: Es ist vielleicht verärgert oder redet nur mit Ihnen. Daher: Neugier, Aufregung oder will mit jemanden reden.

Fiepen: Dieser Ton ist sehr leise und kann oft nur aus nächster Nähe wahrgenommen werden. Das Kaninchen möchte in Ruhe gelassen werden (z.B. Sie haben es auf den Arm und streicheln es, dann teilt es Ihnen mit, dass es wieder heruntermöchte). Gelegentlich fiepen Jungtiere aus Angst oder Hunger.

Brummen: Anhaltendes leises Brummen drückt Paarungsbereitschaft und Werbung aus.

Leises Fauchen: Unmut

Scharfes Fauchen: Vorsicht, ein Angriff könnte folgen!

Leises Grunzen - ein Fauchgeräusch: Das Tier ist möglicherweise verärgert oder genervt; Aufpassen, es ist in Beißstimmung!

Knurren: Normalerweise wütend, passen Sie auf, es könnte ein Biss folgen!

Zähneknirschen/Zähnemahlen: bedeutet Zufriedenheit, wie eine Katze, die schnurrt. Achtung, wenn sich Ihr Kaninchen anormal verhält, teilnahmslos und apathisch im Käfig sitzt, bedeutet Zähneknirschen, dass es starke Schmerzen hat!

Schriller Schrei: Das Kaninchen ist verletzt oder sogar am Sterben! Das Kaninchen leidet Todesangst! Beruhigend auf das Tier einreden, aber es nicht anfassen oder an sich drücken - lieber in Ruhe lassen. Ist auch Indiz für eine schmerzhafte Verletzung oder Todesschmerz!

Sich ducken (Das Kaninchen drückt sich flach auf den Boden, die Ohren sind angelegt angelegt und der Kopf ist nach unten gedrückt): Das Kaninchen unterwirft sich Ihnen oder einem anderen Kaninchen.

Totstellen: Bei einem lauten Geräusch oder dem Anzeichen einer Gefahr (nach Meinung des Kaninchens) kann es dazu kommen, dass das Kaninchen heftig atmet, die Augen weit aufreißt und der Körper dabei wie erstarrt wirkt. Das Kaninchen versucht sich zu tarnen, indem es sich "totstellt".

Anstupsen mit der weichen Schnauze: Sympathiebeweis, sagt Hallo oder möchte, dass Sie sich um ihn kümmern (auch Wildkaninchen machen das untereinander so).

Lecken: Wenn ein Kaninchen Sie leckt, so erwidert es Ihr Streicheln, es ist immer ein Zeichen von Zuneigung.

Stoßen mit dem Kopf (gegen Ihre Hand): Es will jetzt nicht weiter belästigt werden. Kaninchen haben Probleme, Dinge zu sehen, die direkt vor Ihrer Nase sind, deswegen kann das Stoßen auch bedeuten, dass das Kaninchen sich eine bessere Sicht verschaffen will.

Fortschieben der Hand mit dem Mäulchen: Jetzt habe ich aber genug!

Angespannte Körperhaltung und ein steil nach oben gerecktes Schwänzchen (Der Körper wird dabei nach vorne gestreckt): Signalisiert Aufregung. Werden zusätzlich noch die Ohren angelegt, so kann Angriffslust bestehen, weit nach vorne gerichtete Ohren bedeuten Neugier. Angespannter Körper, Kopf tief, Schwanz waagrecht gestellt.

Gespannte Sitzhaltung bei angelegten Ohren: Das Kaninchen möchte in Ruhe gelassen werden und ist in Verteidigungsbereitschaft.

Ängstliches Ducken: Bei Gefahr oder unvermutet sehr lauten Geräschen nimmt das Tier eine Duckhaltung an. Es drückt sich flach auf den Boden, legt die Ohren an und bleibt bewegungslos sitzen. Achtung: oft folgt der Tarnhaltung die panische Flucht in das sichere Versteck.

Das Kaninchen liegt langgestreckt da: Ruheposition, das Kaninchen ist sehr entspannt. Fühlt es sich gestört, können die Füsse wieder blitzschnell unter den Körper gezogen werden. Manche Kaninchen legen sich auch in eine Seitenlage oder sogar auf den Rücken. Je "relaxter" das Kaninchen daliegt, umso sicherer (und glücklicher) fühlt es sich.

Das Kaninchen wälzt sich auf dem Rücken: Zeichen äußersten Wohlbefindens

Spielen: Kaninchen mögen es, Dinge herumzuschieben und zu stossen. Sie mögen es auch, im Haus herumzurasen, auf die Couch rauf und runter zu springen und sich wie ein Kind zu benehmen, das zuviel Zucker hat. Auch Luftsprünge, Hakenschlagen und Kopfschütteln drücken Wohlbefinden aus (Achtung: Sehr häufiges Kopfschütteln kann auch auf eine Atemwegserkrankung hindeuten).

Luftsprünge, Tanzen in der Luft: Das Kaninchen ist übermütig und fühlt sich pudelwohl.

Naseblinzeln: Die Nase ist eine Art Stimmungsbarometer vom Kaninchen. Bewegt sich die Nase sehr schnell (außer bei Hitze und Krankheit), so ist das Kaninchen sehr aufgeregt.

Entspanntes Hocken: Das Tier döst und hängt einem Tagtraum hinterher.

Seitenlage: Das Kaninchen hat sich auf die Seite geschmissen, alle Viere von sich gestreckt und die Augen auf Halbmast gesetzt? Möglicherweise wird das Kaninchen Bubbern.

Räkeln: Nach der Ruhephase strecken sich die Kaninchen oft von den Krallen bis in die Ohrenspitzen, dabei reißen sie den Mund auf, als wollten sie die ganze Welt verschlucken!

Betteln: Kaninchen sind noch schlimmer als Hunde, wenn es ums betteln geht. Bewahren Sie sich davor, dem Kaninchen zuviele Schleckereien zu geben, da übergewichtige Kaninchen nicht so gesund wie Kaninchen mit Normalgewicht sind.

Männchen machen: Das Kaninchen ist aufmerksam und neugierig. Durch das Männchen machen hat es eine bessere Sicht auf die Geschehnisse. Es sagt dadurch auch, ob es irgendwo hinein oder rausmöchte.

Stampfen/Klopfen mit den Hinterläufen: Es fürchtet sich, ist wütend oder versucht Ihnen mitzuteilen, dass Gefahr besteht (seiner Meinung nach).

Auf den Geschmack gekommen?

Futternapf schieben: Kaninchen haben gern ihre eigene Ordnung, d. h. sie schieben die Dinge in ihrem Käfig so lange hin und her, bis es ihnen gefällt. Kann aber auch auf Hunger hindeuten!

Scharren/buddeln in der Einstreu: Es versucht, sich eine Höhle oder Mulde zu schaffen, Kaninchenweibchen machen das auch häufig, wenn sie in Brunftstimmung sind. Dies ist ein angeborener Instinkt. Kaninchen leben unterirdisch, in selbst gegrabenen Höhlen.

Umkreisen der Füsse: Ist es ein enger Kreis, das Kanichen beißt Sie vielleicht sogar dabei, so ist es ein eindeutiges sexuelles Verhalten. Kaninchen berammeln auch manchmal den Fuß des geliebten Menschen. Es ist also in Sie verliebt und wirbt um Sie. Rast es in weiten Kreisen um Ihre Füsse, so sagt es Ihnen, dass es Sie mag und begrüßt Sie.

Beissen beim Füttern: Sehr hungrig, vielleicht verwechselt es das Futter mit Ihrem Finger. Kaninchen sind aber auch sehr revierbewusst und verteidigen gerne ihren Käfig. Tip: Kopf vom Kaninchen herunterdrücken, um es zu beruhigen (funktioniert aber nicht bei allen), Kaninchen erst dann füttern, wenn es draußen ist.

Zwicken, nachdem Sie aufgehört haben, es zu streicheln: Aufforderung zum weiterstreicheln (Tip: Stossen Sie einen lauten, hohen Schrei aus, um dem Kaninchen anzuzeigen, dass es Ihnen wehgetan hat).

Kinnreiben: Das Kinn vom Kaninchen besitzt eine Duftdrüse, deswegen reiben sie ihr Kinn an Gegenständen, um anzuzeigen, dass sie zu ihnen gehören. Es ist dasselbe als wenn eine Katze ihre Stirn an Leuten oder Objekten reibt.

Spritzen: Rammler, die nicht kastriert sind, werden Kaninchenweibchen in der gleichen Weise markieren wie ihr Territorium. Weibchen spritzen genauso.

Urinieren (bei stubenreinen Kaninchen): Hier gilt es Besitzansprüche geltend zu machen, sei es das Revier oder die untergebenen Tiere. Daher bedeutet dieses Verhalten 1. Reviermarkierungen, 2. Dominanzverhalten (besonders wenn es dort geschieht, wo Sie häufig sitzen, siehe auch Bericht über Training, 3. Das Kaninchen ist über irgendetwas "stinkesauer".

Revierkot: Kot, der nicht in einem "Haufen", sondern verstreut und vereinzelt herumliegt, ist ein Zeichen, dass das Revier zum Kaninchen gehört. Das wird sich oft ereignen, wenn man in eine neue Umgebung zieht. Wenn ein anderes Kaninchen im gleichen Haushalt lebt, wird dies immer eine Belästigung sein.

Kot fressen: Damit nimmt das Kaninchen lebenswichtiges Vitamin B auf, meist direkt vom After.

Fell ausreißen: Kaninchenweibchen zupfen sich die Haare am Bauch aus, wenn sie ein Nest bauen. Auch wenn keine Schwangerschaft vorliegt, so kann die Anwesenheit eines Rammlers zu einer Scheinschwangerschaft führen, die dieses Verhalten hervorruft.

Scheinschwangerschaft: Normalerweise nur Kaninchenweibchen, die nicht sterilisiert sind, bauen sich vielleicht ein Nest und rupfen sich zu diesem Zweck Haare von ihrer Brust und Bauch. Eventuell hören sie sogar auf zu fressen, genauso wie Kaninchen es einen Tag vor ihrer Geburt tun.

Fluchtinstinkt: Flucht wird automatisch durch jede Verfolgung, z.B. wenn Sie versuchen, es wieder zurück in seinen Käfig zu setzen, ausgelöst. Tip: Bleiben Sie lieber stehen, und versuchen Sie es mit Geduld und lockendem Rufen, das ist nervenschonender für Mensch und Tier.

Tasthaare: Kaninchen benutzen diese Haare, um Dinge zu ertasten, deshalb warten Sie bitte, bis die Tasthaare zu Ihrer Hand kommen, nicht anders herum. Man darf diese Haare nicht grob anfassen oder etwa dran ziehen! Eine ungeschickte Berührung ist wie ein elektrischer Schlag für das Kaninchen, ein Angstbiss könnte folgen!

Namensgebung bei Kaninchen

In der Zeitung "Die Welt" vom 9. März wurde berichtet, was Namen von Kaninchen über Ihre Besitzer verraten, denn Mainzer Forscher haben sich auf die Suche nach den beliebtesten Tiernamen gemacht und bei Kaninchen viel mehr als Klopfer oder Krümel gefunden. Spätestens seit Walt Disney haben viele das Kaninchen in "Bambi" zum heimlichen Star erkoren, ist der Name des Mümmelmanns auch bei Kaninchenhaltern beliebt. Aktuell gibt es einen Hang zu exklusiven oder sehr individuellen Namen, wobei sich Kaninchenhalter recht häufig vom Aussehen oder vom Verhalten ihres Tieres zu einem bestimmten Namen verleiten lassen, sodass diese dann Hoppel, Mümmel oder Puschel heißen. Bei besonders widerspenstigen Kaninchen kommen auch historische Persönlichkeiten ins Spiel, den es gibt auch Kaninchen, die Adolf und Stalin heißen. Andere taufen die Tiere nach Lust und Laune mit Namen, die sie irgendwo aufgeschnappt und für gut befunden hatten, etwa Frodo oder Merci. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Trends bei menschlichen Vornamen auch am Kaninchen nicht vorbeigehen, denn unter die fünf häufigsten Namen schaffen es Lilli, Paul und Max. Für die Namensforscher bestätigt das einen gesamtgesellschaftlichen Trend, denn Tiere rücken immer näher an den Menschen heran, was sich auch in ihren Namen niederschlägt. Dass Haustiere vermenschlicht würden, ist seit Jahren zu beobachten, wobei der Anteil der menschlichen Namen bei Hunden sich in den vergangenen 110 Jahren etwa verdreifacht hat, und Namen wie Waldi, Bello, Lumpi oder Rex hingegen fast ausgestorben sind.

Siehe auch

Nonverbale Kommunikation

Nonverbale Kommunikation bei Frauen

katzenNonverbale Kommunikatzion


Eine Linkempfehlung: Die HOUSE RABBIT SOCIETY, "An international nonprofit organization that rescues rabbits and educates the public on rabbit care and behavior".

Quellen:
Franken, Sandra (2000). Interpretation von Körpersprache und Verhalten.
WWW: http://www.kaninchenforum.com/Körpersprache.htm (04-12-31)
http://www.kaninchenweb.de/texte/verhalten.html (05-01-03)
http://www.rabbit.org/ (06-01-02)
Bild:
Widderzwerg: http://www.zuercher-tierschutz.ch/ (05-03-19)



inhalt :::: kontakt :::: news :::: impressum :::: autor :::: copyright :::: zitieren ::::
navigation: