Steffen Fliegel: |
Schlechtes Streiten in der Partnerschaft *) |
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Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
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Weittragende gesellschaftliche Veränderungen der letzten Jahrzehnte haben zur Krise der traditionellen Ehe geführt. Höhere Lebenserwartung, größere Mobilität, frühes Heiratsalter, demokratische und gleichberechtigte Wertvorstellungen und zunehmende sexuelle Freizügigkeit und vor allem die zunehmende Verselbständigung der Frau haben die bestehende Institution der Ehe und langfristig angelegte Partnerschaften verändert. Frühere Lösungsformen, z. B. Anpassung der Frau an den Mann unter Preisgabe der eigenen Rechte und Wünsche, werden nicht mehr akzeptiert. Heute hängt das Gelingen der Ehe, hängt die langfristig angelegte Partnerschaft weitgehend vom Partner und von der Partnerin gleichermaßen ab. Die Partnerschaften sind in der Regel wenig eingebettet in soziale Netze, wo sie -wie früher- stabilen Halt finden könnten. Das Fundament einer Ehe und festen Beziehung ist heute eher die partnerschaftliche Beziehung, die Verbindung zweier eigenständiger und gleichwertiger Persönlichkeiten. Dazu gehört ein faires und partnerschaftliches Zusammenleben, was die meisten Partnerinnen und Partner in ihrer vorherigen Lebensgeschichte aber nicht lernen konnten. Die meisten kommen noch aus traditionellen Familien, in denen alte Werte und Normen an der Tagesordnung waren. Ein partnerschaftliches Zusammenleben zwischen den Ehepartnern einerseits und mit den Kindern andererseits gehörte nur selten dazu. Während in der traditionellen Ehe das Leben nach einem bewährten eingefahrenen Muster abläuft, was Zeit und Energie spart und ökonomisch ist, verläuft das Leben in einer partnerschaftlichen Beziehung entsprechend den aktuellen Bedürfnissen der beiden Partner. Dazu gehört es, immer wieder nach Lösungen zu suchen, Spielregeln festzusetzen und zu verändern. Das ist nicht ökonomisch und häufig sehr anstrengend. Vor allem wenn ein Partner eher der traditionellen Ehe verhaftet ist, der andere eher eine partnerschaftliche und gleichberechtigte Ehe leben möchte, prallen die unterschiedlichen Normen und Werte hart aufeinander. |
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Das Problem |
Weder moralische Appelle, noch therapeutische Trainingsprogramme haben es geschafft und können es je schaffen, die täglichen Auseinandersetzungen über Beruf, Karriere, Geld, Familie und die vielen Kleinigkeiten des Alltags in Harmonie und Verständnis zu lösen. Bereits Heraklit benannte um 500 v. Chr. den Streit als "Vater aller Dinge." Ein Streit kann allerdings mißlingen und tut es auch häufig, denn grundlegende Probleme in der Partnerschaft, unterschiedliche Einstellungen und Meinungsverschiedenheiten können jeden Streit destruktiv enden lassen und bei häufiger Wiederholung Beziehungen zerstören. Heute scheint es einfacher zu sein, sich vom anderen zu trennen oder innerlich zu verabschieden und damit die Mühen der Auseinandersetzung mit abweichenden Lebensgewohnheiten zu vermeiden. Der konstruktive Streit ist aus der Mode gekommen und gelingt nur noch einer Minderheit. Wenn bei einem Paar, welches sich gerade kennengelernt hat, bereits schnell zerstörerische Streitformen an der Tagesordnung sind, ist entweder eine schnelle Trennung zu erwarten oder den beiden steht eine problematische Abhängigkeit bevor. Auf ein "das wird sich schon noch (wenn wir verheiratet sind) ändern" sollte nicht gehofft und vertraut werden. Partnerinnen und Partner gehen sehr unterschiedlich mit den Konflikten in der Beziehung um:
Und so gibt es die Punktesammler, die Tester, die Detektive, die Hobbypsychologen, die Erzieher, die Geheimniskrämer, die Gesprächskiller, die Dauerredner, die Schweiger, die Manipulierer, die Schläger. Probleme durch unterschiedliche Erwartungen schüren Konflikte und Spannungen. Viele kleine Bausteine lassen die Spannung ansteigen und in einen oft recht destruktiven Streit münden. Hinzu kommen in unserer derzeit konfliktträchtigen Gesellschaft oft auch ökonomische und soziale Spannungen, die mit finanziellen Problemen, Arbeitslosigkeit, Generationskonflikten usw. verbunden sein können. Diese Spannungen von außen bedürfen oft einer gemeinsamen Lösung oder eines gemeinsamen Durchstehens des Partners und der Partnerin. Sind die Spannungen innerhalb der Beziehung bereits recht groß, fördern die Probleme von außen die partnerschaftlichen Konflikte. Das notwendige Gespräch, das notwendige Aushandeln, die notwendige Suche nach partnerschaftlichen Lösungen kann besonders dann zu massiven und unerträglichen Streitigkeiten eskalieren, wenn Unerledigtes aus früheren Auseinandersetzungen hochkommt und in den augenblicklichen Zwist mit einfließt. Ein falscher Ton, ein falsches Wort ergibt das andere, und schnell werden beide ausfallend oder einer zieht sich zurück und der andere streitet lautstark um so mehr. Wenn kaum mehr über Gefühle gesprochen wird, sind Beziehungen besonders gefährdet. In vielen Partnerschaften werden pro Tag nur noch 20 Minuten oder weniger miteinander gesprochen. Die Streitigkeiten beinhalten oft ein: "Wer hat Recht". Unsachlichkeiten und der sogenannte Tritt unter die Gürtellinie werden hinzugenommen, um die eigene Position als die einzig Richtige zu bekräftigen. Der oft herangezogene Vergleich mit der sogenannten traditionellen Ehe läßt sich doch nicht so ganz aufrechterhalten: Auch in der traditionellen Ehe gibt es genug Konflikte, nur werden sie oft unter den Teppich gekehrt und bleiben unsichtbar. Die sehr weit zu fassende Untreue ist nie auszuschließen, es gab sie auch in der herkömmlichen Eheform. Streitlust beginnt im frühen Kindesalter. Kinder lernen, sich an ihren Eltern zu reiben und suchen den Konflikt. Oft an ganz belanglosen Themen. Und so bringt die eigentlich gewollte zunehmende Selbstständigkeit für viele Eltern die unangenehme Begleitung der zunehmenden Auseinandersetzungen mit sich. Kinder wollen unbedingt alles selbst tun und widersetzen sich den fortwährend den Anordnungen der Eltern. In diesen Zeiten
Dies ist eine schwierige Erziehungsaufgabe. Gut gelöst werden die Kinder dadurch aber auch gut auf konstruktive Möglichkeiten späterer Auseinandersetzungen vorbereitet. Warum gestritten wird:
Worüber häufig gestritten wird: Geld, Haushalt und Wohnung, Freizeit und Urlaub, Beruf, Kinder, Freunde, Sexualität, Verwandtschaft. Nach einer Internet-Umfrage im Jahre 2010 an über tausend Personen im Alter von 18 bis 55 Jahren in Deutschland kracht es bei 47 Prozent der Befragten wegen herumliegender Kleidungsstücke, schmutzigem Geschirr und Ähnlichem. Hohes Konfliktpotenzial bergen auch mangelnde Aufmerksamkeit (32 Prozent) und das Thema Geld (29 Prozent). Weitere Streitpunkte sind Verwandtenbesuche (22 Prozent), der Fahrstil des Partners (22 Prozent) und die Kindererziehung (19 Prozent). Auch das Liebesleben (13 Prozent), das TV-Programm (10 Prozent), die Einkäufe (10 Prozent) sowie Kleidungsfragen (5 Prozent) können den Haussegen in Schieflage bringen.
Das heißt: das eigentliche Problem ist der falsche Lösungsversuch. Je nach Temperament und Lerngeschichte gehen Menschen mit ihren Partnerkonflikten unterschiedlich um. Die einen vermeiden die Streitigkeiten, die anderen leben ihren Mißmut als wilde Streiter hemmungslos aus, wiederum andere fordern totale Offenheit und schaffen neue Probleme: den Zwang, alles stets offen und demokratisch auszuhandeln und zu zerreden. Nach Ansicht von Allan Guggenbühl (Universität Zürich) sollte eine Beziehung emotionale Tiefe besitzen, damit die Kontrahenten richtig Streiten können, damit Auseinandersetzungen unter bestimmten Umständen durchaus ein Vertrauensbeweis und ein notwendiger Bestandteil einer Freundschaft sein können. Letztlich liefert ein Streit einem Menschen Impulse für die Selbsteinschätzung liefern, denn problematische Charakterzüge werden von Betroffenen oft nicht wahrgenommen. Im Konfliktfall werden Menschen auf ihre Schwachstellen hingewiesen, die manchmal auch schmerzhaft sein können, letztlich können diese sich so aber selbst besser kennen lernen, wodurch auch die Beziehung wachsen kann. Wichtig ist es bei Auseinandersetzung aber, bestimmte Unterschiede zwischen Menschen zu akzeptieren, denn Vieles ist oft fest in der Persönlichkeit verwurzelt und daher so gut wie nicht mehr zu ändern. |
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Mentale Schutzfilter als Kommunikationshindernis |
Im "Zeit zu leben-Newsletter" vom 24. Mai 2009 schreiben Konnerth & Senftleben über "Mentale Schutzfilter im Gehirn", einen Mechanismus unseres Wahrnehmungsystems, der uns von Informationen und Beobachtungen abschirmt, die unserem Weltbild zuwiderlaufen: "Wenn wir im Alltag mit Informationen in Kontakt kommen (zum Beispiel im Gespräch oder durch die Medien), werden bei uns ganz oft nur die Informationen durchgelassen, die das bestätigen, was wir für richtig und wahr halten. Wenn dagegen eine Information an uns herangetragen wird, die unserem Weltbild zuwiderläuft, dann rauscht diese meistens an uns vorbei und wir merken es noch nicht mal. (…) Unser Wahrnehmungsapparat funktioniert ein bisschen nach dem Modell: Es kann nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf. Und was nicht wahr sein darf, wird passiv oder aktiv bekämpft." Psychologen vermuten, dass dieser Mechanismus etwas mit der Aufrechterhaltung einer gewissen “inneren Integrität” zu tun hat, denn die Welt, wie man sie wahrnimmt, soll den Menschen ein Gefühl der Sicherheit geben. Sie klammern sich daher an dieser einmal gewonnenen Weltsicht fest, denn sie gibt Orientierung und Halt. Ein solches Weltbild ist aber oft starr und kann nur gegen sehr starke innere Widerstände verändert werden, denn das bedeutet letztlich ein Aufgeben von Sicherheit. Ein solches fixiertes Weltbild wird oft dann relevant, wenn Menschen auf jemanden treffen, der ein ganz anderes Weltbild hat und entschieden werden muss, wer denn nun das "richtige" Bild hat. Um mit einer solchen Situation umgehen zu können, raten Konnerth & Senftleben sich langsam und vielleicht auch spielerisch an die Möglichkeiten einer anderen Weltsicht heranzutasten. |
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Übrigens: Kennen Sie die Goldenen Regeln des Streites - Wie man jeden Konflikt gewinnt?
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LösungenPRAKTISCHER TIPPEinigen Sie sich auf ein Zeitlimit! Legen Sie fest, dass der Streit bei Ihnen in Zukunft nie länger als 15 Minuten dauern darf (Benutzen Sie einen Küchenwecker!). Erfahrungsgemäß ist in der Regel in dieser Zeit alles Nötige gesagt! |
Eine auf länger angelegte Partnerschaft beweist sich meist in den Kleinigkeiten des Alltags wie Haushaltsführung, Umgang mit Geld, Toleranz gegenüber den kleinen Fehlern des anderen, Toleranz gegenüber nicht verletzenden Freiheiten des anderen, Kindererziehung usw. Eine dauerhafte Bindung ist dann vor allem über die Fähigkeit beider Partner möglich, mit Konflikten konstruktiv, das heißt offen, ehrlich und in der Auseinandersetzung. Es hat wenig Sinn, aus Harmonieinteresse Wut und Ärger in sich hineinzufressen. Freundliche Worte passen schlecht zu verkrampften Händen und verbissenem Gesicht. Sprache, Gesten und Blicke gehören zusammen. Ärger und Wut sollten also insgesamt ausgedrückt werden, und zwar möglichst offen, ehrlich und auf die Sache bezogen, die den Ärger hervorgerufen hat. Wenn der Streit um aktuelle Probleme, und nur diese sollten in den Streit einbezogen werden, offen und fair geführt wird, sind Verdrängen und Aggressionen überflüssig. Um konstruktiv zu streiten, können einige grundlegende Regeln des fairen Streitens berücksichtigt werden:
Siehe auch Paarkommunikation - wie sie gelingt |
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Siehe auch |
Gutes Streiten in der Partnerschaft |
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Die fünf apokalyptischen Reiter in BeziehungenThesen des Psychologen und Paarforschers John Gottman zu den großen Fehlern in Paarbeziehungen. |
Vereinzelt und phasenweise können diese Punkte in jeder Beziehung auftreten, ohne das Anzeichen des nahenden Endes zu sein. Es gibt im Leben der Menschen zahlreiche Muster, die in der Kindheit entstehen und sich während des gesamten Lebens immer wieder manifestieren: Doch Psychologen der Berkeley-Universität werteten Gespräche aus, in denen Paare mittleren und höheren Alters ihre Probleme diskutierten und stellten fest, dass diejenigen, die häufiger die Personalpronomen „wir“, „unser“ oder „uns“ benutzten, weniger Anzeichen für Stress zeigten und einander rücksichtsvoller behandelten. Hingegen waren Paare weniger zufrieden mit ihrer Ehe, die häufiger die Personalpronomen „ich“ und „du“ verwendeten, was besonders für ältere Paare zutraf. |
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Loriot - Das Ei
Ein gutes Beispiel einer Konversation, das sich nach den vier Seiten einer Nachricht analysieren ließe … |
[http://www.youtube.com/watch?v=bHR_aU1TKZ8] |
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Zwischen Nähe und Distanz
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Wie beschrieben, gibt es eine ganze Reihe von Regeln für faires Streiten. Während des Streits fällt es immer schwer, sich auf Regeln zu besinnen und einzulassen. Daher ist zu empfehlen, in ruhigen Zeiten sich zunächst auf die Möglichkeit des fairen Streitens in schwierigen Zeiten zu verständigen. Dann sollten Regeln überlegt werden, auf die sich beide einlassen können. Faires Streiten ist nur in Beziehungen möglich, in denen grundsätzlich Vertrauen herrscht und beide Partner sich grundlegend achten. Ansonsten wird jeder Streit Nebenschauplatz grundlegender Beziehungskonflikte. Aber: Der faire Umgang in Auseinandersetzungen kann zur Grundlage werden, in einer sich gegenseitig achtenden Atmosphäre auch andere Beziehungsprobleme anzupacken. In sofern kann mit mit einer Veränderung der Streitkultur begonnen werden, die Beziehung insgesamt zu verbessern. Herrscht zwischen zwei Menschen oder innerhalb einer Partnerschaft aber ein aggressives Klima, wurden in der Regel persönliche Grenzen verletzt, denn Aggressionen dienen dazu, das Verhältnis von Nähe und Distanz zu regeln. Harmonische Begegnungen finden nur dort statt, wo jeder die Grenzen des anderen wahrt und ihm zugleich freundlich vermittelt "bis hierhin und nicht weiter", um seine Sphäre zu schützen. Doch die eigene Grenze darf keine Mauer sein, sondern sie muss durchlässig bleiben für Blicke, Worte und Gesten, sonst kann keine Nähe entstehen. Siehe dazu auch die Rezepte für ewiges Liebesglück |
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Kommunikationsprobleme zwischen Mann und FrauPaare, die schon mehrere Jahre zusammen sind, reden täglich im Durchschnitt nur noch 5 bis 10 Minuten miteinander. Und in dieser wenigen Zeit werden hauptsächlich organisatorische und praktische Dinge des Familienlebens geklärt. Zärtliche Worte und liebevolle Komplimente bleiben auf der Strecke. Kritik und Kommandos bestimmen bei vielen die Kommunikation. Machen Sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner mal wieder eine Liebeserklärung und sagen Sie, was Sie an ihr bzw. ihm besonders mögen und bewundern. Nennen Sie sich beim Kosenamen und appellieren Sie an Ihre Gemeinsamkeiten. Das macht die Liebe im Alltag stark. |
Die Art und Weise zu kommunizieren wird neben sozialen vor allem auch durch geschlechtsspezifische Rollenmuster geprägt. Kommunikationsprobleme in Ehen und Partnerschaften können daher häufig auf das typisches "Mann-Frau-Problem" zurückgeführt werden, daß das Verhalten und der Ausdrucksstil bei Männern und Frauen manchmal unterschiedlich ist. So sei die Klage von Frauen "Männer könnten nicht zuhören" auch dadurch zu erklären, daß ein Mann versucht, auf ein von einem anderen dargestellten Problem eine Lösung anzubieten. Frau erwarten aber lediglich, daß ihr zugehört wird. Auch verwenden die männliche und die weibliche Sprache zwar dieselben Wörter, jedoch werden sie von Männern und Frauen unterschiedlich in Zusammenhang gestellt und mit verschiedenen Bedeutungen gebraucht. Da Männer zumindest nach Ansicht von Frauen schlechte Zuhörer sein sollen, sollten Männer mit einem Trick versuchen, diesem Vorwurf zu begegnen. Wer nämlich nur so tut, als ob er zuhört, wird bald feststellen, dass er sich mit der Zeit für die Wahrnehmung der Frau in einen guten Zuhörer verwandelt. Der Mann muss dabei die Frau offen ansehen, häufig bestätigend nicken, gelegentlich zustimmend brummen, ermunternd lächeln, Körperhaltung und Gesichtsausdruck immer wieder einmal ändern. . Dadurch wächst fast unbewusst die Aufmerksamkeit und Sympathie für den anderen. Ein Fehler wäre es, die Frau mit Zwischenfragen oder Belehrungen zu unterbrechen. Siehe dazu im Detail |
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Beziehungsfalle Urlaub?Quelle: |
Oft wird der Urlaub zum Härtetest für Beziehungen. Der Paartherapeut Peter Battistich empfiehlt Streitigkeiten dadurch zuvermeiden, dass Paare den Anspruch aufgeben, alles zusammen machen zu wollen. Gemeinsam aufstehen, gemeinsam schwimmen, gemeinsam lesen, gemeinsam einkaufen – jedem kann es schon einmal zu viel an Zweisamkeit werden. Paare sollten daher Spielregeln entwickeln und definieren, was gemeinsam und was alleine im Urlaub gemacht wird. Viele Menschen nutzen die Urlaubsreise auch als Diskussionssprungbrett, denn jetzt ist endlich Zeit zu sagen, was am Partner stört. Wenn es den Partner unvorbereitet trifft, kann das zu einer Krise führen. Eine Reise kann aber auch genutzt werden, sich neu zu verlieben und neue Seiten aneinander kennenzulernen. |
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Literatur
LösungenPRAKTISCHER TIPPWenn wir uns mit jemandem streiten. geraten oft beide Seiten in eine Streitspirale. Keiner will nachgeben und die Vorwürfe werden immer schärfer. Was kann man tun, um diese Spirale zu unterbrechen? Üben Sie wahrzunehmen, wenn ein Streit ins Uferlose entgleitet. Tun Sie dann etwas, was das Ganze unterbricht. Sie können z.B. vorschlagen, das Fenster zu öffnen, einen Kaffee zu trinken oder auch einfach auf die Toilette gehen. Diese kleine Pause sorgt dafür, dass beide Seiten kurz innehalten.
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Frank Naumann: Miteinander Streiten - Die Kunst der fairen Auseinandersetzung. Rororo- Sachbuch Nr. 9795, 1995 (DM 12,90) (Grundlage dieses Textes) Fritz Fischaleck: Bevor die Fetzen fliegen - faires Streiten in der Partnerschaft. Herder-Spektrum, 1995 (DM 16,90) (Grundlage dieses Textes) Laurie Schloff und Marcia Judkin: Er sagt, sie sagt - die Kunst miteinander zu reden. DTV-Ratgeber Nr. 36529, 1995. Ulrich Beer: Rote Rosen und zerbrochene Herzen - Konflikte in der Partnerschaft lösen. Humboldt Nr. 1066, 1996. Allgemein zu Partnerschaftsproblemen. Peter Lauster: Starksein in Beziehungskrisen - Wie man Partnerprobleme löst ohne zu verlieren. Gustav Lübbe Verlag, 1997. Allgemein zu Partnerschaftsproblemen. Antonia und Theo Schoenaker: Die neue Partnerschaft - das Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz gewinnen. Goldmann Ratgeber 13700, 1993. Allgemein zu Partnerschaftsproblemen. Semiprofessionelle Hilfen Zahlreiche kirchliche Institutionen bieten sogenannte Ehevorbereitungskurse an, in denen partnerschaftliches Gesprächsverhalten mit Hilfe psychologisch begründeter Zuhör- und Sprechregeln. Diese Programme sind sehr übungsintensiv und werden vorallem Paaren angeboten, die sich in eine enge Beziehung gefunden haben und heiraten wollen. Es sollen an dieser Stelle auch nur die Einrichtungen empfohlen werden, die Programme anbieten, die das "Partner im Gespräch" beinhalten. Volkshochschulen und Familienbildungsstätten bieten ebenfalls Kurse für Paare an, in denen das "Gespräch miteinander" wichtiger Programminhalt ist. Professionelle Hilfen Wer Krisen aus Beziehungsproblemen heraus nicht in Selbsthilfe lösen kann, kann sich an eine der zahlreichen Ehe- und Lebensberatungsstellen wenden. Adressen sind aus örtlichen Telefonbüchern, über den zuständigen Caritasverband oder die zustände Innere Mission oder eine Beratungsstelle der Stadt zu erfahren. Beratung in Psychologischen Beratungsstellen ist in der Regel kostenlos. Psychotherapeutische Hilfen bieten neben den angesprochenen Beratungsstellen auch Psychotherapie-Ambulanzen an den Psychologischen Fakultäten der Universitäten oder Psychotherapeutische Praxen von Psychologinnen und Psychologen an. Adressen finden sich in den Gelben Seiten der örtlichen Telefonbücher. |
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Verzeihen macht glücklicherQuellen:Rohrhofer, Barbara (2006). Wer verzeiht, lebt gesünder. WWW: http://www.nachrichten.at/ leben/426078 (06-02-28) Zeit zu leben-Newsletter Ausgabe: 402 Datum: 28.10.2007 Zeit zu leben-Newsletter Ausgabe: 476 Datum: 05.07.2009 |
"Das werde ich dir nie verzeihen!“ ist einer der härtesten Sätze, die es gibt und einer der schmerzvollsten. Schmerzvoll aber nicht nur für denjenigen, dem nicht verziehen werden kann, sondern vor allem auch für die Person, die nicht verzeiht. Sich zu versöhnen fällt manchen Menschen schwer, den anderen nach einem Streit um Verzeihung zu bitten, noch viel mehr. Man fühlt sich meist elend, wenn man im Streit auseinandergeht, Leid zugefügt bekommt oder auch anderen zugefügt hat - sei es in der Partnerschaft, in der Familie, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft oder im Beruf. Verzeihen ist Schwerarbeit und es braucht Zeit, das Erlebte für sich zu verarbeiten. Manche Menschen baden tagelang im Selbstmitleid oder hegen Rachegedanken, was auf Dauer ziemlich ungesund ist. Besser für das Wohlbefinden ist es, erlittenes Unrecht zu verzeihen oder ad acta zu legen. Dazu gehört es, aktiv daran zu arbeiten und zu versuchen, sich in die Rolle des anderen zu versetzen, aber auch den eigenen Schmerz anzuerkennen. Verzeihen ist manchmal sehr, sehr schwer – aber Verzeihen sollte man auch sich selbst zuliebeWenn wir von jemandem verletzt, hintergangen, ausgenutzt oder anderweitig enttäuscht und missbraucht wurden, wollen wir diese Person unseren Schmerz spüren lassen, indem wir ihr nicht verzeihen. Verzeihen würde für viele so etwas wie "Absolution erteilen“ bedeuten und genau das wollen wir nicht geben. Der andere soll auch leiden so wie wir. An Personen, die darunter leiden, dass ihnen jemand nicht verzeihen kann, nagen massive Schuldgefühle und diese würden alles dafür geben, ihre Tat rückgängig zu machen. Mit diesen Personen können wir uns aussöhnen, denn hier gibt es Einsicht in den begangenen Fehler und das Bedürfnis zur Wiedergutmachung. Wenn wir solchen Personen verzeihen, kann daraus etwas ganz Wundervolles entstehen: Dann können Wunden heilen. Personen, denen es mehr oder weniger egal ist, ob wir ihnen verzeihen oder nicht, sind sich keiner Schuld bewusst oder haben nicht einmal mitbekommen, was sie dem anderen angetan haben. Symbolisch betrachtet stehen diese oft auf einem Podest, das wir "von unten" gar nicht erreichen können. Und so sehr wir genau diese Menschen treffen wollen, so wenig können wir das, indem wir ihnen nicht verzeihen. Dem einzigen, dem wir damit Schmerzen zufügen, sind wir selbst, denn dem anderen sind wir nicht wichtig genug. Wir können diese Personen nicht verletzen sondern nur uns. Verzeihen zu lernen ist daher vor allem für uns selbst wichtig. In dem einen Fall ermöglicht uns das Verzeihen, ein neues Miteinander zu entwickeln und in dem anderen Fall ist das der einzige Weg, um uns von dem Einfluss, die die Person auf uns hat zu lösen. Erst wenn wir loslassen, können unsere Wunden heilen. Solange wir hadern und uns darauf konzentrieren, nicht zu verzeihen, reißen wir selbst die Narben immer und immer wieder auf. Wer verzeiht, fühlt sich vital, ausgeglichen, glücklich und erleichtert. Menschen, denen verziehen wird, können nach Wochen oder Monaten endlich wieder lachen und durchschlafen. Neue Untersuchungen zeigen, dass Verzeihen den Blutdruck senkt, Rückenschmerzen und Depressionen lindert, Übergewicht senkt, Kopfschmerzen lindert, vor chronischen Schmerzen bewahrt und Schlaflosigkeit behebt. Wer einmal verziehen hat, sollte das Thema des Streits oder der Auseinandersetzung auch abhaken und nicht bei den nächsten Querelen wieder herauspacken. Im "Zeit zu leben-Newsletter vom 5. 7. 2009 findet sich dazu folgende Passage (leicht gekürzt; W.S.): "Die Fähigkeit zum Verzeihen ist eine sehr wichtige, denn wir müssen verzeihen können, um alte Verletzungen hinter uns lassen zu können. Wenn wir nicht verzeihen können, reißen wir selbst unsere Wunden immer wieder aufs Neue auf. Sie können nie heilen und verursachen immer wieder neuen Schmerz, selbst wenn die eigentliche Verletzung schon lange, lange Zeit zurückliegt. |
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Glücklich durch Loslassen
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Alte Verletzungen, Niederlagen, Probleme persönlicher, gesundheitlicher und beruflicher Natur begleiten Menschen auf ihrem Lebensweg häufig länger, als die glauben. Irgendwann ist es an der Zeit loszulassen und sich wiedern den schönen, positiven Dingen des Lebens zuzuwenden, das Leben wieder zu genießen, Freude zu erleben und es sich wieder gut gehen zu lassen. Sich aufgrund eines Loslassprozesses auf Veränderungen einzulassen, bedeutet auch, eine neue Richtung einzuschlagen. Loslassen bringt auf Dauer oft neue Lebensqualität mit sich, wobei Loslassen nichts mit Weglaufen zu tun hat. Loslassen bedeutet seine Ziele neu zu justieren und entsprechend zu handeln. Loslassen hat stets sowohl Vor- als auch Nachteile und es ist für den Einzelnen immer hilfreich, diese systematisch einander gegenüberzustellen, um so eine bewusste Entscheidung für oder gegen das Loslassen zu fällen. Denn wer in seinem Leben permanent das Gefühl hat, Veränderungen zwar irgendwie zu wollen, aber nicht wirklich zu können, leidet vielleicht an erlernter Hilflosigkeit (Seligman). Wie man Altes abschließen kann und sich selbst eine glücklichere Gegenwart gestalten kann, dazu versucht dieses Buch anzuleiten. Die/der LeserIn macht eine Bestandsaufnahme über die Dinge, die sie/er nicht loslassen kann, lässt sich auf die damit verbundenen Gefühle ein, kann sich Neuem öffnen, Altes endgültig verarbeiten, um sich dem Glück anzunähern. Die aktive Arbeit an einem solchen Loslassprozess macht es erforderlich, verbindlich und diszipliniert zu sein und natürlich ein gerüttelt Maß an Durchhaltevermögen zu besitzen. Die/der LeserIn bekommen Hintergrundwissen, hilfreiche Übungen, Selbsttests und viele Fallbeispiele und Mentaltechniken an die Hand, um ihr/sein Glück mit Methode wahrnehmen und genießen zu können. So kommt man vom Ausgeliefertsein zum motivierten Handeln und schenkt sich selbst die Freiheit zu mehr Glück und Lebensfreude. Die Autorin Dörthe Huth arbeitet in eigener Praxis, ist Supervisorin, Gestalttherapeutin und Hypnotherapeutin. |
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Anleitung zum LiebesdesasterQuelle:
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(...) "Wer beispielsweise heiratet, um glücklich zu werden, wird mit Sicherheit scheitern. Denn auf Glück gibt es keine Garantie", warnt der Spezialist in Herzensdingen (das ist Arnold Retzer; W.S.). Der einzig erfolgversprechende Grund, mit jemandem eine Ehe einzugehen, sei der: "Ich liebe dich. Und ich will dich nicht mehr hergeben und kann dir nur versprechen, was ich auch halten kann. Ich werde mich immer auch um deine Interessen kümmern, werde gewaschen zum Frühstück erscheinen und dir die Freiheit lassen, anders zu sein als ich." Beim wissenschaftlichen Analysieren von Hunderten Heiratsannoncen sei er auf eine weitere Beziehungsfalle gestoßen. "Die Menschen suchen meist nicht nur Liebe, sondern eine Köchin, einen Babysitter, einen Samenspender, eine Haushaltshilfe oder einen Psychotherapeuten", sagt Retzer.
Er nennt einige Paradebeispiele für besonders qualvolle Liebesbeziehungen, in denen es die Partner schnell schaffen, den anderen und sich selbst "zu Grunde" zu richten.
Neben den vielen Gründen, die ein Ende der Liebe bedeuten können, nennt Retzer auch noch jene, die das "Wunder einer Ehe" bewirken:
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Wie die Liebe von Dauer sein kannSiehe im Detail
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Quelle: Steffen Fliegel (1998). BEZIEHUNGSKILLER: SCHLECHTES STREITEN. FAIRE AUSEINANDERSETZUNGEN KÖNNEN GELERNT WERDEN. Die Erlaubnis des Autors liegt vor. Weitere Quellen: http://www.focus.de/gesundheit/ticker/psyche-streit-ist-notwendiger-bestandteil-der-freundschaft_aid_354835.html (08-12-11) |
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Zum Autor Dr. Steffen Fliegel ist der Psychologe der WDR2 WESTZEIT. Steffen Fliegel (Jahrgang 1949) wurde in Dresden geboren. Psychologie studierte er in Münster, wo er heute auch wohnt und arbeitet. Er ist ausgebildet als Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Nach beruflichen Stationen als Hochschulassistent, Psychologischer Leiter einer Fachklinik und Geschäftsführer eines Psychotherapiezentrums arbeitet Steffen Fliegel heute bei der Münsteraner Gesellschaft für Klinische Psychologie und Beratung und ist Ausbildungsleiter der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. Schwerpunkte seiner Arbeit sind neben Ausbildungsaktivitäten die Durchführung von Psychotherapie, die Tätigkeit als Gutachter sowie Öffentlichkeits- und Medienarbeit. |
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