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Orientierungssinn

Frauen Männer

Männer fragen nicht nach dem Weg

Eine britischen Studie ergab, dass männliche Autofahrer in England jährlich sechs Millionen Stunden Zeit verlieren, da sie im Durchschnitt 20 Minuten benötigen, bevor sie einen Ortskundigen nach dem Weg fragen. Frauen warten im Durchschnitt nur zehn Minuten. Fahren Männer und Frauen gemeinsam, gaben 67 Prozent der Befragten an, dass sie sich schon einmal über den richtigen Weg gestritten haben.

OÖNachrichten vom 15.03.2006, S. 22.

Orientierungssinn

Die meisten Männer können sich Wege besser merken und finden sich auch auf Landkarten leichter zurecht. Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass dahinter eine unterschiedliche Strategie steckt, sich zu orientieren. Das spiegelt sich etwa in der Art wider, wie Männer und Frauen eine Wegbeschreibung aufbauen: Während sich die Männer auf Himmelsrichtungen und Entfernungen konzentrieren, beschreiben Frauen fast ausschließlich markante Punkte.

Um das zu untersuchen, führten Jones und Healy verschiedene Tests mit 97 ProbandInnen durch. Einige der Tests waren nur mit Hilfe von räumlichen Informationen zu lösen, während für andere ausschließlich visuelle Hinweise wichtig waren. In einem letzten Test untersuchten die Forscherinnen schließlich, welche Informationen für die männlichen und weiblichen Probanden jeweils am hilfreichsten waren. Das Ergebnis: Frauen schnitten in den räumlichen Tests sehr viel schlechter ab als Männer. Hingegen waren die Leistungen bei den Aufgaben, bei denen es auf optische Merkmale ankam, praktisch gleich. Frauen haben demnach ein sehr viel schlechteres Gedächtnis für räumliche Anordnungen und verwenden hauptsächlich optische Informationen zum Orientieren. Männer können dagegen die räumlichen und die visuellen Hinweise gleich gut verwerten. Das erkläre auch, warum sich Frauen lediglich in einigen wenigen Situationen, beispielsweise in geschlossenen Räumen, besser orientieren können als Männer: Während sich Frauen ausschließlich auf die in solchen Fällen wichtigeren optischen Informationen konzentrieren, teilen die Männer ihre Aufmerksamkeit zwischen den wesentlichen und den unwesentlichen Informationen auf.

Literatur:
Catherine Jones und Susan Healy (Universität Edinburgh) in der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society B” (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.22006.3572).

 


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