[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Geschlecht und Körper

Frauen Männer

Gesundheitsbewusstsein und Geschlecht

Männer zwischen 40 und 80 Jahren überschätzen nach einer Umfrage in sechs europäischen Ländern und den USA ihren gesundheitlichen Zustand oft, denn sie glaubten zu rund 85 Prozent, sie seien gesund, während die Krankenakten anderes aussagten. Während Frauen eher gewohnt sind, auf die eigene Gesundheit und die der Familie zu achten, ignorierten Männer Schmerzen häufiger und sind daher anfällig für Herzinfarkte und Schlaganfälle, denen häufig Antriebslosigkeit und Müdigkeit vorausgingen.

Quelle: http://www.welt.de/die-welt/wissen/article7462958/Der-Anti-Hypochonder.html (10-05-05)

Temperaturempfinden unterschiedlich

Im Hypothalamus befindet sich in einem etwa nussgroßen Areal eine Art körpereigenes Thermometer, das die Kerntemperatur misst und entscheidet, ab wann man zu zittern beginnen soll. Der Sollwert des Menschen beträgt um die 37 Grad, wobei die Toleranz gering ist, denn zwischen 36,5 und 37,5 Grad liegt die "Wohlfühlzone", innerhalb derer sich Menschen gut fühlen. Allerdings gibt es von der Klimazone abhängige Schwankungen zwischen den Kulturkreisen, denn australische Ureinwohner frieren erst, wenn sich ihr Körper deutlich unter 37 Grad abkühlt. Verlässt die Temperatur den Wohlfühlbereich nach oben oder unten, beginnen Menschen entweder zu schwitzen oder zu zittern, wobei dieser Prozess bei Frauen und Männern zwar gleich abläuft, aber Frauen den kleinen Vorteil haben, dass durch ihre durchschnittlich etwas dickere Fettschicht ihr Körper besser isoliert ist. Dennoch frieren Männer in der Regel weniger, denn ihre im Durchschnitt größere Muskelmasse isoliert zwar nicht so gut wie Fett, produziert aber auch im Ruhezustand Wärme. Dicke frieren übrigens generell weniger, denn je kleiner die Körperoberfläche im Verhältnis zum Volumen ist, desto weniger Wärme verliert der Körper. Der optimale Körper gegen die Kälte wäre daher eine Kugel ;-)

Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1292517911013.shtml (10-12-20)

Die Männer beteuern immer, sie lieben die innere Schönheit der Frau –
komischerweise gucken sie aber ganz woanders hin.
Marlene Dietrich

Schönheit erhöht Reproduktionsrate stärker bei Frauen als bei Männern

Markus Jokela hat die Fotografien von 1244 Frauen und 997 Männern der Wisconsin-Longitudinalstudie analysiert. Diese Männer und Frauen wurden zwischen 1937 und 1940 geboren, wobei ihre Fotos im Alter rund um 18 angefertigt worden waren. Bei den Frauen gab es einen positiven Zusammenhang zwischen der den Personen zugeschriebenen Attraktivität und der Reproduktionsrate, d.h., Frauen, die auf den Fotos als überdurchschnittlich schön beurteilt wurden, bekamen signifikant mehr Kinder als weniger gut aussehende Frauen. Die besonders schönen hatten sechs Prozent mehr Nachwuchs und die zweitschönsten um 16 Prozent mehr als die weniger attraktiven. Bei den Männern hatten nur die besonders unattraktiven weniger Kinder, und zwar um 13 Prozent als der Rest, ansonsten unterschieden sich die Männer nicht in ihrem reproduktiven Erfolg. Für diesen Zusammenhang von Attraktivität und Fruchtbarkeit gibt es mehrere Erklärungen: Attraktivität könnte mit einem stärkeren Kinderwunsch in Beziehung stehen. Sie könnte aber auch die Kriterien der Partnerwahl verändern oder die Zuschreibung beeinflussen, ob jemand als potenzieller Vater oder potenzielle Mutter erachtet wird.

Quelle: Klaus Taschwer (2009). DER STANDARD, Printausgabe, 30. 7. 2009.

Teilweise widerlegt wird das allerdings in einer Studie von Elizabeth McClintock, Soziologin an der University of Notre Dame, denn attraktive Frauen haben ihrer Studie zufolge weniger Sexualpartner als der Durchschnitt. Bei Männern ist es hingegen umgekehrt, denn bei ihnen erhöht gutes Aussehen die Zahl der Partnerinnen. Sehr gutaussehende Frauen nutzen demnach ihr Äußeres, um die Kontrolle über den Fortgang der Beziehung zu erhalten, bevorzugen Langzeitbeziehungen und bestimmen zu Beginn den Grad der Verbindlichkeit. So lassen sie etwa Sex in der ersten Woche seltener zu als der Durchschnitt.

Quelle: OÖN vom 12. Februar 2013

Wenn eitle Frauen nicht länger mit Jugend kokettieren können, so geschieht es mit Alter.
Dorothea Schlegel

Eitelkeit

Eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins Baby und Familie, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei etwa eintausend Frauen und eintausend Männern ab vierzehn Jahren zeigte, dass Frauen bis ins hohe Alter eitel bleiben, Männer hingegen nicht. Dass Frauen ab einem gewissen Alter das Aussehen “vermutlich völlig egal sein wird”, kann sich von den weiblichen Befragten nicht einmal ein Drittel (29,9 Prozent), bei ihren männlichen Kollegen aber fast die Hälfte (47,7 Prozent) vorstellen. Dabei ist es für Männer offensichtlich deutlich leichter, in fortgeschrittenen Jahren den Schönheitsidealen zu entsprechen, denn Männer wirken mit zunehmendem Alter attraktiver, während Frauen an Anziehungskraft verlieren.

 

Unterschiedliches Verhalten bei Diät

Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung berichtet geschlechtsspezifische Unterschiede bei Diäten: Vor allem bei Frauen verändert sich mit der Zunahme des Gewichts auch die verhaltenssteuernde Hirnregion, d. h., in Verhaltensexperimenten neigen übergewichtige im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen eher dazu, kurzfristige Belohnungen zu wählen, auch wenn negative Konsequenzen folgen. In Verhaltensexperimenten der Abteilung Neurologie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig zeigte sich, dass Frauen mit Übergewicht sich anders als Normalgewichtige ein Stück Schokolade auch dann nicht verkneifen können, wenn sie wissen, dass es ihrer Figur schadet, während bei Männern dieser Unterschied nicht zu beobachten war. Daher fällt es übergewichtigen Frauen schwerer als Männern, Gewicht zu verlieren. Größenunterschiede in den entsprechenden Gehirnarealen lassen vermuten, dass Frauen eine erhöhte Willenskraft aufbringen müssen, um Diäten erfolgreich einzuhalten. Der Erfolg einer Diät hängt also nicht nur von der eigenen Disziplin ab, sondern auch die Struktur bestimmter Hirnregionen spielt somit eine wichtige Rolle. Hirnareale, die bei der automatischen und zielgerichteten Verhaltenskontrolle eine Rolle spielen, verändern sich bei ihnen schneller.

Quelle

Die Welt vom 16. Feb. 2013

Veränderungen im Gehirn verhindern den Erfolg von Diäten.
Deutsche Gesundheits Nachrichten vom 22. Februar 2013.


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Frauen können besser riechen als Männer

Frauen verfügen über etwa fünfzig Prozent mehr Nervenzellen - Riechkolben - in der Nase als Männer, wobei Riechkolben jene Strukturen des vorderen Gehirns darstellen, die Geruchssignale von der Riechschleimhaut in die Hirnteile weiterleiten.

Quelle

Oliveira-Pinto A. V., Santos R. M., Coutinho R. A., Oliveira L. M., Santos G. B., et al. (2014). Sexual Dimorphism in the Human Olfactory Bulb: Females Have More Neurons and Glial Cells than Males. PLoS ONE 9(11): e111733. doi:10.1371/journal.pone.0111733.
WWW: http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0111733 (14-11-11)