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Geschlecht und Beziehung

Frauen Männer

Männerfreundschaften und Frauenfreundschaften

Eine Studie von Faltin & Fatke (1997, S. 182) untersuchte die Qualitäten von Freundschaften im Geschlechtervergleich. Die Qualitäten von Freundschaften beinhalten die Variable Intimität, die sich aus den Items "sich anvertrauen", "Selbstoffenbarung" und "Selbstentblößung" zusammensetzt. Danach stellen beide Geschlechter hohe Ansprüche an die Intimität der Freundschaftsbeziehung , mit dem Unterschied, dass Intimität bei Männern eher an Grenzen stößt. Männer würden die Intimität mit höheren Gefahren und Kosten verbunden sehen. Als Folge von Intimität nannten die Interviewten Schalheit und Überdruss. Eine Rolle spielt auch die Befürchtung, dass eine Preisgabe intimer Informationen zu ihrem Schaden verwendet werden könnte. "Freundschaft scheint für einige Männer ein Ort zu sein, der analog zur Geschäftswelt und zu einer Welt des Kampfes strukturiert ist." In Frauenfreundschaften stellten sie hingegen eine größere Intimität fest. "Frauen stellen im Vergleich zu Männern höhere Ansprüche an Bindung, Intimität, Selbstenthüllung und emotionale Unterstützung in ihren Freundschaftsbeziehungen." Die Selbstenthüllung stellt für Männer vermutlich eine größere Schwierigkeit dar als für Frauen. Da diese ein wesentlicher Faktor für die Entstehung von Intimität und Vertrauen ist, wird deutlich, warum Männerfreundschaften nicht so intim sein können wie Frauenfreundschaften. Ein Dresdener Psychologieprofessor konstatierte: "Wenn meine Frau vom Tennis-Training nach Hause kommt, erfahre ich alles aus den Familien der Mitspielerinnen. Wenn ich zurückkomme, weiß ich oft nicht einmal, ob die anderen Männer verheiratet sind" (Stern 2001/4, S. 46).

Nach Untersuchungen haben sind etwa 90 Prozent der Freunde einander nicht nur ähnlich, wenn es um deren innere Einstellung, Interessen und Werte geht, sondern sie haben auch das gleiche Geschlecht. Zwar denken etwa 80 Prozent der Erwachsenen, dass Männer und Frauen Freunde sein können, dennoch sind diese zwischenmenschlichen Verbindungen eher selten und werden eher kritisch betrachtet. Das liegt daran, dass Männer und Frauen unterschiedliche Ansprüche an eine Freundschaft stellen, denn Frauen legen mehr Wert auf Vertrauen, Loyalität, Selbstöffnung und Zusammengehörigkeit als Männer, während in Männerfreundschaften auch wichtig ist, ob der andere etwas zu bieten hat, d. h., ist der Freund wohlhabend, fit, attraktiv oder intelligent. Jugendliche Mädchen bewerten ihre Freundschaften als hochwertiger als gleichaltrige Jungen, öffnen sich öfter gegenüber ihren Freunden, reagieren eher auf Gefühle und Bedürfnisse des anderen, verbinden mit ihren Freundschaften mehr positive und weniger negative Gefühle. Daher erleben Frauen die Freundschaft mit einem Mann oft als weniger erfüllend, während Männer eine gute Freundin an ihrer Seite mehr schätzen als männliche Verbündete. Doch selbst wenn Sex überhaupt nicht zur Debatte steht, empfinden viele befreundete Männer und Frauen die Attraktivität des anderen als belastend für das Miteinander. Übrigens: Mit 70 Jahren steht die Sexualität nicht mehr zwischen den Menschen.

Literatur: Valtin, Renate & Fatke, Reinhard (1997). Freundschaft und Liebe. Persönliche Beziehungen im Ost/West und im Geschlechtervergleich. Donauwörth: Auer.

Quelle: http://www.freundschaft-diplomarbeiten.de/ (06-02-02)


Manche Frau weint, weil sie den Mann ihrer Träume nicht bekommen hat,
und manche weint, weil sie ihn bekommen hat.
Annette Kolb

Single-Frauen sind glücklich, Single-Männer sind auf der Suche

Das Ergebnis der "Europäischen Single-Studie 2006" der Online-Partneragentur Parship zeigte, dass Männer das Single-Dasein anders bewältigen als Frauen, denn letztere sind meist mit ihrer Situation recht zufrieden, während allein lebende Männer aktiv nach einer Partnerin suchen. 18 Prozent der weiblichen Singles aus Österreich gaben an, "sehr zufrieden" zu sein, bei den Männern waren es nur elf Prozent. In England sagen sogar 28 Prozent der Frauen: "Ich bin ein vollkommen glücklicher Single." Am meisten leiden die romantischen Franzosen, denn nur sechs Prozent der Männer zählen sich zu den überzeugten allein Lebenden. "Frauen betrachten das Ende einer Beziehung häufig als Befreiung. Sie genießen ihr Single-Dasein bewusster als Männer", sagt Psychologin Sabine Wery. "Das starke Geschlecht hingegen empfindet es vielfach als eine Art Versagen, keine Partnerin zu haben, und forciert die Suche stark." Die Anzahl derjenigen, die besonders aktiv und zielstrebig nach einer Partnerin suchen, ist unter männlichen Singles mit 13 % fast doppelt so hoch wie unter den Frauen (7 %). Frauen seien zwar zu 60 % offen für eine Partnerschaft, ließen aber das Glück auf sich zukommen.

Siehe dazu die verschiedenen "Single-Typologien"

Quelle: OÖnachrichten vom 01.06.2006


Männer erkennen Seitensprünge früher als Frauen

Männer können nach einer US-Studie besser als Frauen erkennen, ob ihr Partner fremdgeht. Forscher der Virginia Commonwealth University (Richmond. USA) hatten Paare befragt. Diese sollten angeben, ob sie jemals fremdgegangen waren und ob sie Seitensprünge bei ihrem Partner vermuteten. Studien in den USA zeigten nun, dass Männer es auch früher als Frauen merken, wenn der Partner sie betrügt. 75 Prozent der Männer schöpfen in einer Beziehung Verdacht, wenn ihre Partnerin fremdgeht, hingegen verdächtigen nur 41 Prozent der Frauen ihre untreuen Partner. Männer liegen mit 90 Prozent zutreffenden Vermutungen gegenüber Frauen mit 80 Prozent auch öfter mit ihrem Verdacht richtig, allerdings haben Frauen deutlich mehr Grund für Misstrauen, denn sie werden öfter betrogen als Männer, wobei man jedoch davon ausgehen muss, dass Frauen Seitensprünge eher verschweigen.

Quelle: "New Scientist".

Warum sich Frauen mehr entschuldigen als Männer

Bekanntlich entschuldigen sich Frauen wesentlich häufiger als Männer, wenn es eine Situation erfordert. Schumann & Ross (2010) ließen Frauen und Männer zwölf Tage lang ein Tagebuch über Situationen führen, in denen sie sich selbst so verhalten hatten, dass eine Entschuldigung angebracht gewesen wäre (Tätersituationen). Außerdem notierten die Frauen und Männer Situationen, in denen sich andere so verhalten hatten, dass eine Entschuldigung angebracht gewesen wäre (Opfersituationen). Wie erwartet entschuldigten sich Frauen insgesamt häufiger als Männer, jedoch berichteten Frauen auch über mehr Situationen, in denen eine Entschuldigung von ihrer Seite angebracht war. Betrachtet man das Verhältnis zwischen Entschuldigungen und Tätersituationen, so unterscheiden sich Frauen und Männer nicht, denn sowohl Männer als auch Frauen entschuldigten sich in etwa achtzig Prozent der Fälle, in denen sie sich aus ihrer Sicht entschuldigen sollten. Auch unterschieden sich Männer und Frauen nicht im Umfang oder der Qualität der Entschuldigungen. Bei der Frage aber, ob in einer Situation eine Entschuldigung angebracht wäre, unterschieden sich die Geschlechter sowohl in die Täter- als auch in die Opferperspektive, d. h., Frauen verwenden das Wort Entschuldigung häufiger als Männern. Man vermutet, dass Frauen mehr Wert auf Harmonie legen und daher die Gefahr eines Konfliktes ernster nehmen, und auch dass Männer toleranter für Ungerechtigkeit sind und deshalb Konfliktsituationen als weniger gefährlich einschätzen. Letztlich entschuldigen sich sowohl Frauen als auch Männer gleich häufig, sofern sie eine Situation als entschuldigungswürdig erkannt haben.

Literatur

Schumann, K. & Ross, M. (2010). Why Women Apologize More Than Men. Gender Differences in Thresholds for Perceiving Offensive Behavior. Psychological Science, 21, 1649-1655.


Frauen sieht man den Charakter an, Männern nicht

Psychologen der Universität Glasgow hatten tausend LeserInnen des britischen „Newscientist“-Magazins gebeten, ihre Passfotos einzusenden und ihre Persöönlichkeit in einem Fragebogen zu beschreiben: Je nachdem, wie humorvoll, glücklich, religiös, vertrauenswürdig sich die Einsender selbst einschätzten, wurden sie in Gruppen nach Männern und Frauen getrennt sortiert. Anschließend bekamen die Bilder elektronisch veränderte Kunstgesichter. An 6500 Leser wurde im Internet die Frage gestellt: Sehen Sie diesen Kunstgesichtern ihre Persönlichkeit an? Die Frauengesichter erwiesen sich für die Befragten als gut leserlich: 70 Prozent der TeilnehmerInnen fanden das Glücksgesicht auf Anhieb, 73 Prozent landeten einen Volltreffer bei der Religiosität, und ebenfalls die Mehrheit lag bei der Vertrauenswürdigkeit richtig, nur Humor waren in den weiblichen Gesichtern kaum zu erkennen. Bei den Männerbildern war hingegen die Persönlichkeit so gut wie nie aus der Miene heraus zu erkennen.

Aus Experimenten weiß man übrigens, dass Gesichter, die Zorn ausdrücken, männlicher wirken, spiegeln sie hingegen Angst, erscheinen sie wéuben Betrachter weiblicher. ProbandInnen mussten von einem Computer erzeugte Gesichter einem Geschlecht zuordnen, was ihnen leicht fiel, wenn die abgebildeten Frauen ängstlich oder fröhlich schauten und die Männer zornig. Länger brauchten die ProbandInnen, um ein zorniges Gesicht als weiblich und ein ängstliches oder fröhliches als männlich zu identifizieren. Auch bei der Gesichtererkennung spielen offensichtlich Geschlechtsstereotype eine gewichtige Rolle.

Übrigens: WissenschaftlerInnen an der Universität von Quebec (Kanada) ließen Versuchspersonen vom Computer erzeugten männlichen und weiblichen Gesichtenr dem richtigen Geschlecht zuzuordnen, wobei es den ProbandInnen leicht fiel, wenn die Frauen ängstlich oder fröhlich und die Männer zornig dreinschauten. Die Studienteilnehmer brauchten deutlich länger, ein zorniges Gesicht als weiblich und ein ängstliches oder fröhliches als männlich zu erkennen. Gesichter, die Zorn ausdrücken, wirken offensichtlich männlicher, spiegeln sie Angst, erscheinen sie weiblicher.

Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/psychologie/article3213974/Charakter-steht-der-Frau-ins-Gesicht-geschrieben.html (09-02-16)

Kleine Männer sind eifersüchtiger

Forschungen an der Universität Groningen mit 549 Männern und Frauen über die Einschätzung des Ausmaßes ihrer Eifersucht, brachte das erwartete Ergebnis: je größer die Männer sind, desto weniger eifersüchtig sind sie. Das sei logisch, da größe Männer durch ihre Körpergröße im Werben um Frauen einen Vorteil haben. Je kleiner Männer hingegen sind, desto schneller werden sie eifersüchtig. Bei den Frauen zeigte sich, dass eine mittlere Größe mit der geringsten Eifersucht einhergeht, da Frauen dieser Größe die höchste Anziehungskraft auf Männer besitzen.

Vielleicht hat dieses Forschungsergebnis mit Resultaten einer Studie von Darren Burke und Danielle Sulikowski zu tun, die in Evolutionary Psychology (2010, 8, pp 573-585) berichten, dass sich der Umstand, dass Männer in der Regel etwas größer als Frauen sind, auch in deren Wahrnehmung widerspiegelt, denn ihre ProbandInnen stuften Portraitfotos, die sie aus einer leicht erhöhten Perspektive betrachteten, im Durchschnitt als weiblicher ein als leicht von unten betrachtete Gesichter, die als männlicher eingestuft wurden. Diese spezifische Geschlechtswahrnehmung ging häufig auch mit einer höheren Attraktivitätsbewertung einher, worin ein möglicher Grund für die typischen Unterschiede in den Kopf- und Gesichtsformen von Männern und Frauen liegen könnte. Die Forscher vermuten, dass die schmalere Stirn- und Augenpartie und der kräftige Kiefer der Männer einerseits und die größeren Augen und das schmalere Kinn der Frauen andererseits sich auch deshalb evolutionär entwickelt haben könnten, weil sie den Effekt der leicht unterschiedlichen Perspektive verstärken.

Quelle: OÖnachrichten vom 14.03.2008

Durch die Ehe werden Wissenschaftler unkreativ

Satoshi Kanazawa erforschte die Lebensläufe von 280 kreativen und erfolgreichen Wissenschaftlern und stellte dabei fest, dass den Gelehrten ihre wichtigsten Beiträge vor allem in ihrem ungebundenen Jahren gelang, wobei das Alter der Wissenschaftler dabei keine Rolle spielte, denn einige ereichten noch bis ins hohe Alter Spitzenleistungen. Solche Spitzenleistungen gehören nach der Heirat der Vergangenheit an und die WissenschaftlerInnen wurden lediglich mittelmäßige Forscher. Die Ursache für den Leistungsabfall sieht der Forscher in der Evolution der Menschhei begründet, denn Männer sind nur so lange Kreativ und im Beruf voller Tatendrang, um Frauen zu beeindrucken. Nach der Gründung einer Familie läßt dieser Elan nach und andere Gefühle und Verhaltensweisen wie etwa der Schutz der Familie treten in den Vordergrund.

 

 


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