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Eltern verzeihen ihren Kindern die Fehler am schwersten,
die sie ihnen selbst anerzogen haben.
Marie von Ebner-Eschenbach

Was ist Erziehung?

Als Erziehung bezeichnet man in der Wissenschaft alle bewussten und gezielten (intentionalen) Handlungen und Verhaltensweisen eines relativ erfahreneren Menschen (Erzieher, Educans), die einen jeweils weniger Erfahrenen (Zögling, Educandus) zur selbständigen Lebensführung befähigen sollen.

Erziehung nennen wir also alle die Handlungen, durch die Menschen versuchen, die Persönlichkeit eines anderen Menschen in irgendeiner Hinsicht dauerhaft zu verbessern. Erziehung richtet sich in erster Linie auf Kinder und Jugendliche. Das liegt daran, dass die Neuankömmlinge in dieser Welt noch unfertig, hilfsbedürftig, beeinflussbar und besonders lernfähig sind. Sie müssen erst durch Lernen erwerben, was sie an Wissen und Können brauchen um ihr Leben selbständig zu führen. In allen Gesellschaften und zu allen Zeiten gehört es zu den Pflichten der Erwachsenen, ihren Kindern dabei zu helfen. Sie sollen dafür sorgen, dass der Nachwuchs lebenstüchtig wird (vgl. Brezinka 1984, S. 713 f). Im engem Sinne versteht man unter Erziehung das mehr oder weniger absichtsvolle und zielgerichtete Miteinander-Umgehen, vor allem von Erwachsenen mit Kindern. Sozialisation kann als der gesamte Prozeß der Formung durch die Verhaltenserwartungen und -kontrollen bezeichnet werden, wohingegen Erziehung dessen bewußter und geplanter Teil mit der Tendenz, eine Auseinandersetzung mit den überkommenen Normen zu ermöglichen, ist. Die Beziehung zwischen Mutter - Kind bzw. Vater - Kind wird in der Regel unter dem Aspekt des elterlichen Erziehungsverhaltens thematisiert.

Keine kognitive Entwicklung ohne Erziehung

Komplexe neuronale Verbindungen im Gehirn, die das Denken, Handeln und Fühlen eines Menschen bestimmen, entwickeln sich nicht von alleine, denn ihre Ausformung hängt davon ab, wie und wofür ein Mensch sein Gehirn benutzt. Entscheidend dafür sind die individuellen Erfahrungen, die er im Laufe seines Lebens machen konnte oder musste. Die wichtigsten Erfahrungen, die Menschen im Laufe ihres Lebens prägen, sind Erfahrungen, die sich aus dem Zusammenleben mit anderen ergeben. Der Aufbau und die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns sind daher durch soziale Beziehungserfahrungen determiniert. Das menschliche Gehirn ist ein soziales Produkt, ein Sozialorgan, denn soziale Erfahrungen gehen mit der Aktivierung emotionaler Zentren einher, wodurch Botenstoffe ausgeschüttet werden, die zur Bahnung und Festigung der Verschaltungen im Gehirn beitragen. Gefühle sind daher der entscheidende "Trigger" (Auslöser) für alle Lernprozesse, denn ohne diese Aktivierung der emotionalen Zentren bleibt nichts im Gehirn haften. Keine andere Spezies kommt mit einem derart offenen, lernfähigen und durch eigene Erfahrungen in seiner Weiterentwicklung und strukturellen Ausreifung formbaren Gehirn zur Welt wie der Mensch, nirgendwo im Tierreich sind die Nachkommen beim Erlernen dessen, was für ihr Überleben wichtig ist, so sehr und so lange auf Fürsorge, Unterstützung und Lenkung durch Erwachsene angewiesen - der Mensch als physiologische Frühgeburt (s.u.) -, und bei keiner anderen Art ist die Gehirnentwicklung in solch hohem Ausmaß von der emotionalen, sozialen und intellektuellen Kompetenz dieser erwachsenen Bezugspersonen abhängig. Schon durch Nachahmung kann ein Kind mehr erreichen als das, wozu es selbstständig in der Lage ist, wobei die Nachahmungsleistung mit seinem realen Entwicklungsniveau zusammenhängt. Daraus lässt sich die Bedeutung der Vorbildfunktion Erwachsener ableiten, denn durch die kompetente Anleitung erwachsener Vorbilder können Kinder ihre eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten erkennen und weiterentwickeln. Bildung erfolgt daher immer co-konstruktivistisch, wobei durch Erziehung kulturelles Wissen wie Sprache, Denken, Problemlösestrategien usw. rekonstruiert und transformiert wird.

Grundtatbestände bzw. Annahmen jeder Erziehung

Erziehungsbedürftigkeit

Sie ist z. B. damit zu begründen, dass der Mensch relativ zu anderen Primaten eine "physiologische Frühgeburt" ist. Um sein Überleben zu sichern, muß er unterstützt bzw. beeinflusst werden. Der Mensch wird somit als Zögling zum Objekt eines anderen Menschen. Dieser ist (notwendigerweise) mehr oder minder erfahrener, mächtiger, usw. als der Zögling. Jede erzieherische Beziehung ist damit in bestimmter Hinsicht "ungleich".

Erziehungsfähigkeit

Sie umfaßt die persönlichen Voraussetzungen des Zöglings, damit er seine Verhaltensweisen und Einstellungen erfolgreich bzw. dauerhaft ändern kann (z. B. Lernfähigkeit). Erziehungsfähigkeit enthält aber auch Möglichkeiten zu selbstbestimmten Veränderungen, also den Zögling als Subjekt..

"Mündigkeit" bzw. "Selbständigkeit" als Leitziel

Der Zögling soll zur selbständigen Bewältigung der Anforderungen seines Lebens hingeführt werden. Wenn diese erreicht wird, ist daher ein Erziehungsprozeß abgeschlossen, und die erzieherische Beziehung löst sich auf; jedoch kann die "normale" zwischenmenschliche Beziehung zwischen den Beteiligten aufrecht bleiben!

Unterziele von Erziehung auf dem Weg zur Mündigkeit können z. B. sein:

Mut zur Erziehung

"Mut" als Grundeinstellung des Erziehers bedeutet z. B., dem Zögling Orientierungssysteme (Normen, Werte) anzubieten, damit er diese übernehmen und verarbeiten bzw. verändern kann. Mut erfordern erzieherische Maßnahmen aber auch deshalb, weil ihr Erfolg ungewiss ist, und sie auch scheitern können.


Children begin by loving their parents;
after a time they judge them;
rarely, if ever, do they forgive them.
Anfangs lieben Kinder ihre Eltern;
wenn sie älter werden, halten sie Gericht über sie;
manchmal verzeihen sie ihnen.

Oscar Wilde 

Neue Probleme der Elternschaft

Die Bedeutung der Familie für den Lebens- und im Speziellen den Schulerfolg ihrer Kinder ist zwar unbestritten, aber heute wird die Machtlosigkeit der Familie ebenso kontroversiell diskutiert wie gleichzeitig hohe Erwartungen an die Familie getellt werden. Beim Misslingen von Lebensläufen der Kinder wird Eltern meist die Hauptverantwortung zugeschrieben, doch es stellt sich die Frage, was Kinder tatsächlich von ihren Eltern mitbekommen können? Wie bedeutsam sind die Investitionen der Eltern in die Zukunft ihrer Kinder? Wie stabil bleibt heute das Eltern-Kind-Verhältnis bis ins Erwachsenenalter? Können die Eltern das Lebensglück ihrer Kinder überhaupt befördern und sichern?

Elternschaft wird heute von vielen subjektiv als eine zunehmend schwieriger zu bewältigende Gestaltungsaufgabe mit hohen Erwartungen erlebt, was zu einer massiven Verunsicherung von Eltern führt. Die Elternschaft wird von manchen als so komplex und anspruchsvoll wahrgenommen, dass sie dem eigenen Empfinden nach den gesetzten hohen Ansprüchen kaum genügen kann. Die Erziehungsqualität betrachten viele moderne Eltern voller Selbstzweifel, sie sind verunsichert und empfinden sich mit großen Defiziten behaftet. Viele Mütter und Väter haben die Fähigkeit und das Gespür dafür verloren, wie man ein Kind so erzieht, dass es sich in die Gesellschaft einfügen kann, wobei oft gerade jene die meisten Probleme haben, die verzweifelt versuchen, alles richtig zu machen. Das liegt teilweise daran, dass sie nicht mehr wissen, was richtig und was falsch ist. Die Krise der Elternerziehung reflektiert den komplexen Wandel der Gesellschaft, denn die Familie befindet sich am Beginn des 21. Jahrhunderts in einem dramatischen Übergangsprozess, denn gab es früher einen unausgesprochenen Konsens darüber, wie Kinder erzogen werden sollen - angefangen von klaren Autoritäten, die notfalls auch das Recht zur körperlichen Züchtigung hatten, bis hin zum üblichen Bildungs- und Ausbildungsverlauf, so existiert ein solches gesellschaftliches Übereinkommen nicht mehr.

Die heutige Kleinfamilie lebt relativ isoliert und vermittelt kein verinnerlichbares Familienideal mehr, was auch an den neuen Strukturen wie Alleinerzieher und Patchwork-Familien liegt, die anderen Gesetzmäßigkeiten folgen. Im Vergleich zu früher ist heute vieles auch individueller geworden, wobei besonders Mittelschichtseltern einen ganz eigenen, individuellen Erziehungstil in Anspruch nehmen, etwa indem Regeln familienspezifisch und situationsbezogen ausgehandelt werden. Wo früher die Diskussion zu Ende war, fängt sie heute erst an, nämlich im Aushandlungsprozessen von Konflikten, was viel Zeit kostet. Einerseits ist alles individueller geworden und es gibt heute sehr viele Freiräume für die Eltern, die Erziehung zu gestalten. Auf der anderen Seite ist der normative Druck auf viele Eltern doch gestiegen, ob das jetzt mit dem Schulerfolg zu tun hat oder schon bei Vergleichen mit anderen Kindern im Kindergarten. Eltern stellen sich mehr Fragen danach, wie sie ihr Kind besser fördern können, um ihm eine bessere Startposition zu ermöglichen. Das Verhältnis Eltern-Kind ist häufig nicht mehr das klassische vom Erzieher zu einem zu Erziehenden, sondern es findet schon früh auf gleicher Augenhöhe statt. Man fragt nach den Bedürfnissen und den Interessen, wobei manchmal Kinder auch mit Entscheidungen überfordert werden, die sie gar nicht treffen können.

Mit dem Druck, dem eigenen Kind, das häufig das einzige ist, möglichst früh ein gutes Rüstzeug mit auf den Weg zu geben, führt in der Erziehung zu einer kindzentrierten Einstellung, wobei Familien, die als "intakt" empfunden werden, und alles für ihre Kinder tun, oft vor einem sehr unbefriedigenden Ergebnis ihrer Erziehungsarbeit stehen. Dabei werden Misserfolge einzelner Kinder auf die anderen Kinder in der Familie insofern generalisiert, als das Befinden der Eltern darunter leidet: In amerikanischen Untersuchung von Karen Fingerman (Purdue University in West Lafayette, Indiana) bewerteten 600 Eltern den Erfolg ihrer Kinder im Vergleich zu anderen derselben Altersgruppe, wobei insgesamt über 1251 erwachsene Kinder in die Auswertung einbezogen wurden. Die Eltern beantworteten Fragen zu ihrem Wohlbefinden, dem Verhältnis zu ihrem Nachwuchs und ob eines der Kinder spezielle Probleme wie Konflikte mit dem Gesetz, Drogen- oder Alkoholprobleme oder schwere Beziehungsprobleme hatte. Eltern mit erfolgreicherem Nachwuchs fühlten sich im Durchschnitt natürlich besser als Eltern mit Problemkindern, doch schon ein Kind mit Problemen hatte negative Auswirkungen auf das Befinden der Eltern, selbst wenn die anderen Kinder der Familie erfolgreich waren.

Erziehungsratgeber und Elternbildungskurse, bei denen verunsicherte Eltern Zuflucht suchen, verwirren mir ihren einander widersprechenden Ratschläge oft noch mehr, denn propagieren die einen mehr Strenge, Disziplin und Grenzen, argumentieren die anderen für mehr Liebe und Gelassenheit und eine gesunde Bindung zwischen Mutter und Kind, ohne die eine erfolgreiche Erziehung nicht funktionieren kann. Dazwischen verkümmert die elterliche Intuition. Erziehung kann man daher nicht aus dem Lehrbuch lernen, sondern sollte aus dem Bauch heraus kommen, doch helfen Ratgeber manchmal insofern, als sie neue Perspektiven auf die eigenen Erziehungsfragen liefern können. Was dann aber oft fehlt, ist die objektive Bewertung, ob eine in solch einem Ratgeber gefundene Maßnahme zum Kontext der eigenen Erziehung passt, also was Kinder dann als sinnvolle Normalität im Alltag erleben. Die Entwicklungsphasen der Kinder sind individuell auch sehr unterschiedlich und es gibt keine festen zeitlichen Vorgaben oder Normen, die auf alle Kinder zutreffen. Verschiedene Lebenssituationen und mediale Umwelteinflüsse wie Fernsehen, Computer, Werbung prägen das Familienbild von heute, wobei Kinder heute viel weniger Zeit mit ihren Eltern als früher verbringen. Dabei ist die Vorbildfunktion der Eltern, ihr Umgang miteinander und mit den Kindern, prägend für das spätere Leben, und was Kinder in den ersten zehn Jahren erleben, wird in deren Gehirn als normal gespeichert und lässt sich später auch nicht mehr so leicht verändern. Siehe hierzu auch die Imago-Theorie für die Wahl von Partnern. Die Verhaltensmuster der Eltern, ob liebevoll, bestimmend oder eher gewaltbereit, übernehmen die Kinder unbewusst in ihr Erwachsenenleben mit. d.h., Erziehungsstile und Muster werden über Generationen hin tradiert. Die Entwicklung des Gehirns beginnt bekanntlich im Mutterleib und in den ersten vier Jahren werden die Fundamente für das weitere Leben gelegt. Entscheidend ist nach Kenntnis der Entwicklungspsychologie eine feste Bezugsperson, die viel Zeit mit dem Kind verbringt, denn nur so können soziale Kontakte angstfrei aufgebaut werden. Gewalt und Frustrationserlebnisse in dieser frühen Phase prägten sich unauslöschlich ins Gehirn ein. Erziehung bedeutet, Kindern mit Liebe und auf positive Weise die richtige Zeit und den richtigen Ort für ihr Handeln zu zeigen. Kinder brauchen eine gewisse Normalität, zu der feste Regeln gehören, die jede Familie ihrer Lebenssituation anpassen sollte, denn Regelmäßigkeit, auf die Verlass ist, macht ein Zuhause aus, in dem man sich wohl fühlt, und das Kinder später, nachdem sie es einmal verlassen haben, gerne wieder aufsuchen.

Durch den gesellschaftlichen Wandel von der Globalisierung des Marktes über die Pluralisierung der Sozialformen bis hin zur Medialisierung der Kultur, verlieren die klassischen Sozialisationsinstanzen Familie und Schule gegenüber den neuen Agenten der Fremdsozialisation ihre moralische Integrationskraft. Kinder und Jugendliche sehen sich deshalb in zunehmendem Maße gefordert, die Interaktionssysteme mitzugestalten, in die sie eingebunden sind und sich selbst möglichst unabhängig von den Herkunftsmilieus im sozialen Raum zu positionieren (vgl. Zinnecker 2000).

Die verhaltensgenetische Forschung (Plomin, DeFries, McClearn & Rutter, 1999) hat demnach auch deutliche Beweise dafür erbracht, dass der Einfluss der Eltern auf spätere Persönlichkeitsmerkmale ihrer Kinder bisher überschätzt worden war, insbesondere diejenigen elterlichen Einflüsse, die auf alle Geschwister wirken, also etwa allgemeine Erziehungsgrundsätze, die Eltern in der von allen Kindern geteilten Umwelt gleichermaßen einsetzen. Gleichzeitig wurde die Wirkung der Erbanlagen sowie der nicht geteilten Umwelt unterschätzt, also die Wirkung der Erfahrungen, die individuell sind und nicht von allen Geschwistern derselben Familie geteilt werden, etwa Erfahrungen in unterschiedlichen Freundeskreisen. In den meisten verhaltensgenetischen Studien wurden für die untersuchten Variablen gar keine oder nur marginale Effekte der geteilten Umwelt auf spätere Entwicklung der Kinder gefunden.

Gleichberechtigung und Partnerschaft in der Eltern-Kind-Beziehung

Schimpke (2007) definiert die Beziehung zwischen einem Elternteil und einem Kind dann als gleichberechtigt, wenn beide Partner grundsätzlich nach denselben Spielregeln miteinander umgehen, wie sie in engen Beziehungen zwischen Erwachsenen üblich sind. Folgende Regeln (oder Normen) gehören nach Schimpke (2007, S. 15) dazu:

Schule und Erziehung

Vieles, was früher in den Elternhäusern geleistet wurde, ist heute der Schule aufgegeben. Viele Schüler verfügen nicht mehr über die ihrem Alter angemessene Impulskontrolle, eine Fähigkeit, die Voraussetzung für alles Lernen ist, aber auch eine Fähigkeit, die durch bloße verbale Ermahnungen allein nicht ausgebildet werden kann, weil Emotionen und Gefühle mächtige Mitspieler im Prozess der Erziehung sind. Dazu kommt, dass Kinder und Jugendliche von einer ständigen Bilderflut überschwemmt und permanent beschallt und von immer wieder neuen Technologien zu versierten Usern abgerichtet werden, ohne dass sie bemerken, wie diese Armada von Außenreizen sie in einen Stresszustand versetzt und abstumpft. Wo gibt es Raum für Kinder und Jugendliche, ihre Sinne auszubilden, ihre Kreativität zu entdecken, sich selbst kennenzulernen? Sicherlich ist eine der wesentlichen Aufgaben von Schule immer noch die Wissensvermittlung, aber sie kann nur gelingen, wenn die Kinder und Jugendlichen aufnahmebereit, motiviert und entspannt sind. Diese Lernbereitschaft muss aber meist erst hergestellt werden, zum Beispiel mit den Achtsamkeitsphasen, denn Angst und Stress sind die großen Lernverhinderer, während persönliches Interesse, Neugier und Freude zu einem Lernerfolg führen, der über den Erwerb von Wissen hinausgeht und Teil eines umfassenden Bildungsprozesses ist. Die Schule sollte das Ziel von Bildung als einer ganzheitlichen Ausbildung der Persönlichkeit in all ihren Facetten nicht aus den Augen verlieren. Wer täglich vor Ort Unterricht hält und den ganz normalen Wahnsinn des Schulalltags erlebt, dem klingeln die hochtönenden Bildungsziele vielleicht deshalb unangenehm in den Ohren, weil der Weg dorthin schier endlos erscheint und durch unbekanntes Terrain führt, das bisher eher dem privaten Bereich der Familie und des Elternhauses zugeordnet war. Der Körper als Bühne von Emotionen, Gefühlen und Gedanken kommt in der Schule denn auch mehr als Störfaktor vor, wohl auch deshalb, weil seine zentrale Rolle beim Erfolg von Lernprozessen in der Schule wenig gewürdigt wird. Aber Lernforscher, Psychologen und Hirnforscher haben über das zirkuläre Wechselspiel zwischen Körper, Geist und Gefühl Erkenntnisse zu bieten, aus denen praktische Konsequenzen für den schulischen Unterricht gezogen werden können (Kaltwasser 2008, S. 12; gekürzt W.S.).
Quelle: Kaltwasser, Vera (2008). Achtsamkeit in der Schule: Stille-Inseln im Unterricht: Entspannung und Konzentration. Weinheim: Beltz.

Literatur & Quellen

Brezinka, W. (1984). Erziehungsziele in der Gegenwart. Problematik und Aufgaben für Familien und Schulen. Pädagogische Rundschau, 38. Jahrgang, Heft 6,  713-740.
Bumsenberger, Karin (2001). Merkmale und Struktur elterlichen Erziehungsverhaltens. Johannes Kepler Universität Linz: PPP der jku.

Plomin, R., DeFries, J. C., McClearn, G. E. & Rutter, M. (1999). Gene, Umwelt und Verhalten: Einführung in die Verhaltensgenetik. Bern: Huber.

Schimpke, Patrick (2007). Gleichberechtigte Eltern-Kind-Beziehungen: Ein Sekundär-Review zu den Effekten. VDM Verlag Müller.

Zinnecker, Jürgen (2000). Selbstsozialisation – Ein Essay über ein aktuelles Konzept. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, 20, 272 - 290.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27783/1.html (08-05-02)

Die Presse vom 28.02.2009

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