Schreiben als Therapie
Schreiben zu üben heißt auch,
sich mit seinem ganzen Leben auseinander zu setzen.
Natalie Goldber
Ganz wichtig dabei ist, dass man nicht nur die inhaltlichen Dinge aufschreibt, sondern auch die eigenen Gefühle berücksichtigt und auch alle Zweifel, Sorgen und Ängste zu einer Situation zu Papier bringt.
Sinn macht schriftliches Nachdenken z.B. in den folgenden Situationen:
- Wenn ich eine Entscheidung fällen will oder muss und verwirrt bin und wenn ich vielleicht nicht weiß, wie ich mich entscheiden soll.
- Wenn ich herausfinden will, was mit mir los ist.
- Wenn ich gefühlsmäßig nicht so gut drauf bin und gar nicht weiß, wieso.
- Wenn ich das Gefühl habe, dass sich mein Leben nicht so entwickelt, wie ich es gerne möchte.
- Wenn ich ein Problem lösen oder ein Ziel erreichen will und irgendwie nicht voran komme oder mich irgendetwas blockiert.
- Oder sogar als tägliche Übung. Das wäre dann quasi ein Tagebuch in dem ich festzuhalte, wo ich gerade stehe.
Als Ausgangspunkt für Ihr schriftliches Nachdenken können Sie Fragen wie diese hier verwenden:
- Worum geht es hier eigentlich im Augenblick?
- Was ist mein Ziel in dieser Situation? Was will ich erreichen? Wie will ich es?
- Wie geht es mir? Was fühle ich?
- Worin könnten meine Gefühle begründet sein? Was ist vielleicht der Auslöser für meine Gefühle?
- Welche meiner Sorgen, Ängste und Zweifel spielen in dieser Situation eine Rolle?
- Was könnte mir schlimmstenfalls passieren und wie wahrscheinlich ist es, dass es so kommt?
- Wie könnte ich konstruktiv mit dieser Situation umgehen?
Natürlich ist nicht jede dieser Fragen in jeder Situation sinnvoll. Probieren Sie einfach mal ein bisschen mit diesen oder ähnlichen Fragen herum. Wichtig ist, dass Sie Ihren Gedanken Ausdruck verleihen, indem Sie sie aufschreiben. Damit endet das ewige gedankliche Kreisen um immer die gleichen Themen und Sie machen damit in Ihrem Kopf Platz für neue Gedanken, die Ihnen vielleicht besser tun und Sie wirklich voranbringen.
Bei vielen Menschen ist das schriftliche Nachdenken schon eine feste Angewohnheit, man sieht die Dingewesentlich klarer und das macht ruhiger und ausgeglichener.
Quelle: Zeit zu leben-Newsletter, Ausgabe: 402 vom 28.10.2007
Das therapeutische Tagebuchschreiben
Über sechzig Prozent aller jungen Frauen zwischen 15 und 24 Jahren schreiben Tagebücher, bei Männern sind es in diesem Alter ungefähr 20 Prozent. Später lassen vermutlich Beruf und Alltag zu wenig Zeit, sich diesem Medium anzuvertrauen. Heute sind eine moderne Form von Tagebüchern die Weblogs und spezielle Tagebuch-Communitys, in denen aus dem Tagebuch allmählich sogar eine vollständige Autobiografie entwickelt werden kann. Biografische Bücher über schwere selbst erlebte oder miterlebte Lebenskrisen entstehen manchmal erst nach vielen Jahren aus überarbeiteten Tagebüchern, wobei solche Veröffentlichungen von „Betroffenheitsliteratur“ bis hin zu Sozialreportagen und Ratgebern reichen.
Manche PsychologInnen halten das Tagebuchschreiben für eine Art Eigentherapie, bei dem Menschen zu einer Art Selbsterkenntnis gelangen können, die man nur durch eine ehrliche Auseinadersetzung mit sich selbst gewinnt. In den USA etwa wird die "Tagebuch-Therapie" schon seit vielen Jahren als psychische Strategie empfohlen, um kritische Lebensereignisse zu bewältigen, indem man sich seine belastenden Gefühle und Gedanken von der Seele schreibt. Allerdings trifft das nicht auf alle Menschen zu, denn das therapeutische Tagebuchschreiben kann möglicherweise das Niederschreiben traumatischer Erlebnisse auch zu psychischen Beeinträchtigungen führen, denn manche wühlen dadurch wesentlich länger in ihren Missgeschicken als andere und kommen so nicht davon los.
Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Tagebuch (09-02-01)
Inhaltsverzeichnis
- Klientenzentrierte Therapie: Carl Ransom Rogers
- Psychodrama und Gruppenpsychotherapie: Jakob Levy Moreno
- Humanistische Psychologie: Abraham Maslow
- Gestalttherapie: Fritz Perls
- Die Systemischen Therapien
- Die Systemische Familientherapie
- Kognitive und Verhaltenstherapie: Joseph Wolpe, Hans J. Eysenck
- Die "Schematherapie" nach Jeffrey E. Young
- Imago Paartherapie nach H. Hendrix & H. Hunt
- Modeling Therapie
- Persönliche Konstrukte - George A. Kelly
- Kurzzeittherapeutischen Schulen
- Körperorientierte Therapien - Focusing
- Psychologische Beratung im Internet - die "eTherapie"
Tipp: Schreiben als Therapie - Literatur und Quellen
- Siehe auch den Kurzüberblick: Psychotechnische Schulen
- NEU: Test der Stressbelastung
