Humanistische Psychologie: Abraham Maslow

Maslow geht davon aus, daß der Mensch von Natur aus gut ist und sich selbst entfaltet. Der Mensch wird in seinem Verhalten von hierarchisch strukturierten Bedürfnissen geleitet. Diese lassen sich als Pyramide darstellen, an deren Basis sich die grundlegenden körperlichen Bedürfnisse befinden, die zuerst befriedigt werden müssen, damit der Mensch zur Erfüllung seiner höheren Bedürfnisse voranschreiten kann. Zu letzteren gehören, und zwar in dieser Reihenfolge, das Bedürfnis nach Geborgenheit und Sicherheit, Liebe und Zusammengehörigkeit, die Achtung durch andere und Selbstachtung. An der Spitze steht mit dem Bedürfnis nach Selbstverwirklichung das eigentliche Ziel des Menschen, das aber erst dann verwirklicht werden kann, wenn alle grundlegenderen Bedürfnisse befriedigt worden sind. Die Selbstverwirklichung, wie Maslow sie versteht, könnte mit einem mystischen Gipfelerlebnis verglichen werden; der Mensch geht über sich selbst hinaus, übersteigt seine eigenen Grenzen, wird eins mit der ganzen Menschheit und dem Kosmos. In Maslows Sicht hat er damit den Kern der Existenz überhaupt erreicht. Diese Selbstverwirklichung basiert auf einem persönlichen Wachstum durch die Erfüllung eines Lebensauftrags, der genauso in der Entfaltung der eigenen Kreativität liegen kann wie im selbstlosen Einsatz für eine gerechte Sache. 

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