[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Netiquette - wie man im Internet und in den sozialen Netzwerken miteinander umgeht

Die im Folgenden wiedergegebenen "Regeln" stammen aus den Anfangszeiten des Internet bzw. des Usenet - wer kennt das noch? -, und wurden damals von den TeilnehmerInnen von Zeit zu Zeit eingefordert. Sie waren so etwas wie der Knigge des Internet! Seither haben sich die Diskussionen nicht nur in Listen oder Foren sondern auch via Facebook, Twitter, Newsletter und weiteren sozialen Netzwerken zwar wesentlich erweitert, wobei die heutigen Möglichkeiten im Grunde aber nichts anderes sind als beschleunigte oder vor allem vereinfachte Varianten, mit vielen andren Menschen und Gruppen vorwiegend schriftlichen Kontakt aufzunehmen, was damals einigen wenigen Experten vorbehalten war, heute aber fast jeder und bei jeder Gelegenheit bewerkstelligen kann. Durch diese Potenzierung der Kommunikation haben sich die damaligen Probleme im Umgang miteinander ebenfalls potenziert, wobei immer seltener diese Regeln im Umgang miteinander eingefordert werden bzw. die Bitten und Aufforderungen einfach untergehen. Auch wenn manche meinen, dass diese Veränderung des Umgangs miteinander auch neue Regeln erfordert.

Die folgenden Ausführungen zur Netiquette stammen aus einer vom Autor der Arbeitsblätter betriebenen wissenschaftlichen Mailingliste, die auch in den PCNews veröffentlicht wurden (http://www.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIE/Netiquette.pdf). Sie wurden in der Originalschreibweise belassen, da damals im Mailverkehr Umlaute und Sonderzeichen große Probleme bereiteten, die übrigens heute von den unterschiedlichen Formatierungen der Mail-Clients perpetuiert werden. Gestrichen wurden nur jene Hinweise, die die Verwaltung der mailinglist betrafen und hier nicht relevant sind. Heute müsste man sicher den einen oder anderen Punkt ergänzen, der vor allem die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit in Bezug auf Identität betrifft.

Netiquette

Was ist eine netiquette? Das Wort ist aus net und etiquette zusammengesetzt, und beschreibt genau wie die (ungeschriebenen) Regeln der Etiquette des normalen menschlichen Zusammenlebens keine einklagbaren Rechte und strafbewehrten Gesetze, sondern "nur" Regeln der Hoeflichkeit und des guten Geschmacks. Es obliegt der Vernunft jedes Einzelnen, daraus Massstaebe fuer das eigene Verhalten zu machen.

Zuhoeren & Mitmachen

Wenn Du gerade eingestiegen bist, lies erst mal eine zeitlang mit, damit Du einen Eindruck von Themen und Ton der Liste bekommst. Sobald Du eigene Beitraege schreibst, halte Dich an den Themenkreis der mailinglist. Wenn Du mit jemandem, den Du in der Liste kennengelernt hast, ueber andere Dinge sprechen willst, nimm direkten mail-Kontakt auf. Wenn Du Deine erste mail schreibst, schreib ein paar Worte ueber Dich - eine kleine Vorstellung eben, das erleichtert die Kommunikation.

E-Mail: Lesbarkeit

Lies Deine Mails vor dem Absenden nochmal durch. Tippfehler vermindern die Lesbarkeit. Schreibe die Umlaute aus, ae, ue, ss, usw. - zwar haben vielleicht alle Teilnehmer Mailprogramme, die Umlaute darstellen, aber "auf dem Weg" passiert Deine Mail unbekannte Computer, die aus Deiner mail Zeichensalat machen. Aber bitte: Kritisiere nie die Rechtschreibung eines Teilnehmers, es kann und wird immer ein Tippfehler sein.

E-Mail: Zeilenlaenge

Es ist Konvention, die Textzeilen eines Beitrags auf etwa 70 Zeichen Laenge zu beschraenken. Dies dient dazu, sicherzustellen, dass eine Textzeile auch mit Zitierzeichen und neben Elementen der Benutzeroberflaeche noch auf die ueblichen Bildschirme passt.

E-Mail: Zitieren

Viele Mailprogramme zitieren automatisch die mail, auf die man antwortet. Bitte nimm Dir die paar Sekunden Zeit und loesche, was nicht unbedingt noetig ist, um zu erkennen, worauf Du antwortest. Es ist eine Unsitte, die ganze mail stehenzulassen. Der Naechste macht's dann auch so und das Lesen wird zur Qual - ganz schlimm, wenn nach einer Latte zitierter mails der Schreiber dann schreibt: Dem kann ich mich nur anschliessen...

E-Mail: Laenge und Kuerze

"Fasse Dich kurz" - so steht es in vielen nettiquettes. Wir haben das diskutiert und sind zum Schluss gekommen: eine mail darf und soll so lang sein, wie es das Thema benoetigt. Bei jeder mail ist die Ueberlegung gut: kann das, was ich hier mitteile, noch fuer viele interessant sein? Manchmal empfiehlt sich ein Umstieg auf Privatmail!

HTML-Anhaenge, attachments

Bei den meisten browsern ist es seit einiger Zeit moeglich, die mail auch als HTML-Dokument zu verschicken. Allerdings verstehen nicht alle browser und mail-server solche Formate. Daher solltest Du diese Funktion bei deinem mail-Programm abstellen, denn sie erhoeht nur den Umfang. Falls Du auf eine HTML-Seite hinweisen willst, solltest Du das in Form eines link machen. Gleiches gilt fuer attachements, die prinzipiell in mailinglists nicht angebracht sind. Wenn Du irgendein Dokument auf diesem Weg loswerden moechtest, dann frage in der list, wer daran Interesse hat, um es dann n u r den Interessenten zu mailen.

E-Mail: Signaturen, Visitenkarten

Signaturen, die laenger als die eigentliche Nachricht sind, gehoeren nicht "zum guten Ton" im Netz. Grundsaetzlich sollten Signaturen nicht laenger als vier Zeilen sein. Sinnvoll ist es, wenn in Deiner Signatur Deine E-Mail-Adresse enthalten ist, damit es jedem ermoeglicht wird, Dir auch privat - also ausserhalb der mailinglist - zu antworten.

So viele Mails :-) :-(

Derzeit besteht bei der mailinglist *** dieses Problem noch nicht, aber dennoch - bevor Du darueber klagst oder gleich unsubscribierst: Du musst nicht immer alles lesen. Du kannst Dich auf die subjects beschraenken, die Dich interessieren. Und selbst ueberlegen, ob Deine eigene mail den traffic lohnt, den sie erzeugt...

Subject-Disziplin

Zu jedem Thema nur je eine mail schreiben - nicht mehrere Themen in eine mail packen! Halte Dich an die subjects der Gespraechsfaeden (threads). Gib Deiner mail nur dann ein neues subject, wenn Du ein neues Thema beginnst.Das ist manchmal sogar notwendig, wenn sich ein Gespraech unter einem subject weiterentwickelt - so weit, dass das Ursprungsthema nicht mehr zu erkennen ist. Waehle einen praegnanten kurzen Titel fuer das subject, denn nicht alle mail-Programme haben genug Platz fuer einen ganzen Satz.

Oeffentlichkeit & Emotion

Schreibe nichts im Netz, was Du dem anderen nicht auch guten Gewissens ins Gesicht sagen koenntest, bzw. was Du nicht guten Gewissens in seiner Gegenwart in der Oeffentlichkeit sagen wuerdest. Wenn Du ueber jemanden einmal veraergert bist, hole tief Luft, trink eine Tasse Tee, ueberlege, ob nicht vielleicht ein Missverstaendnis vorliegt, dann reagiere gelassen und selbstbewusst. Bedenke auch, dass die Stimmung, die Dein Beitrag in die Liste traegt, dort vielleicht vervielfacht wird.

Urheberrecht

Obwohl UrheberInnenrechtsregelungen in mailinglists noch weitgehend ungeklaert sind, werden die TeilnehmerInnen gebeten, bei ausfuehrlicher Verwendung von Diskussionsbeiträgen in eigenen Publikationen mit den jeweiligen AutorInnen in Kontakt zu treten. Ansonsten empfiehlt es sich, korrekt zu zitieren.

 

 

Das Usenet ist ein weltweites, elektronisches Netzwerk, das einen eigenen Zweig des Internets neben dem WWW bildet, und lange vor dem World Wide Web entstand. Es stellt vor allem Diskussionsforen aller Art in reiner Textform zur Verfügung.




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