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Lehrfilme im Grundschulunterricht

Vergleich mit drei Unterrichtsmethoden

Lehrfilme sind im Vergleich zu anderen Unterrichtsmethoden (z.B. Frontalunterricht, praktische Vorführung) längerfristig nicht effektiver. Außerdem wurde bewiesen, dass Unterrichtsmethoden nur gering das Wissensausmaß beeinflussen und somit Sachfilme nur als ergänzende Unterrichtsmethode eingesetzt werden sollen.

Literatur

Michel, E. & Roebers, C.M. (2007). Lehrfilme im Grundschulunterricht: Vergleich von drei Unterrichtsmethoden. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 54, 191-207.


Buchempfehlung

 

 

Lehrfilme wecken bei Schülern/innen das Interesse und die Motivation, denn diese Filme werden (meist) mit emotionaler Musik, praktischen Beispielen und oft sogar als „Zeichentrick – Filme“ (z.B. „Die Sendung mit der Maus“, „Löwenzahn“) dargestellt. Durch diese geweckte Neugierde erhöhen sich die kognitive Entwicklung (vgl. Anderson, Bryant, Wilder, Santomero, Williams & Crawley, 2000, zit. nach Michel & Roebers, 2007, S.192) und die Lesekompetenz (vgl. Linebarger, Kosanic, Greenwood & Sai Doku, 2004, zit. nach Michel & Roebers, 2007, S.192) der Schüler/innen.

In diesem Zusammenhang ist aber wichtig, dass eine entsprechende Vor- und Nachbereitung des Lehrers gegeben sein muss, um den Lehrfilm effizient einsetzen zu können (vgl. Michel & Roebers, 2007, S.192f).

Studie

Die Studie von Michel & Roebers (2007) besteht aus einem „2 (Alter: 8-, 10-jährige) x 3 (experimentelle Bedingung: Praktische Vorführung, Frontalunterricht, Film) x 3 (Testformat: Freie Wiedergabe, offene Fragen, Rekognitionsfragen) x 3 (Testzeitpunkt: Vortest, Nachtest, Follow-up) – faktoriellen Design“ (Michel & Roebers, 2007, S.197) und soll nur die Instruktionsmethoden (vgl. Clarks, 1983, zit. nach Michel & Roebers, 2007, S.195) in Hinsicht auf den kurz-, mittel- und längerfristigen Lernerfolg untersuchen (vgl. Michel & Roebers, 2007, S.193).

Lehrfilme werden im Gedächtnis zweimal verarbeitet, denn es sind auditive und visuelle Effekte (vgl. Clark & Paivio, 1991, zit. nach Michel & Roebers, 2007, S.194) beinhaltet. Somit wäre es wahrscheinlicher, dass der Lehrfilm im Durchschnitt besser abschneidet, als der Frontalunterricht und der praktischen Vorführung (vgl. Michel & Roebers, 2007, S. 194f).

Ergebnisse

Die Studie ergab, dass es keine Unterschiede in Bezug auf das Geschlecht gibt (vgl. Michel & Roebers, 2007, S.199). Auffallend war jedoch, dass es den älteren Kindern leichter fiel das Wissen wiederzugeben, als den 8-jährigen Kindern. Dies kann man sich dadurch erklären, dass es den 10-Jährigen durch ihre schon erhöhte bzw. aufgebaute kognitive Entwicklung leichter fällt Wissen aufzubauen und später abzurufen (vgl. Michel & Roebers, 2007, S.200f). Die praktische Vorführung zeigte im Nachtest einen positiveren Ausgang als bei den anderen zwei Unterrichtsmethoden, weil hierbei das Interesse und die Neugierde direkt geweckt wurde. Jedoch ist auch diese Instruktionsmethode nur mittelfristig erfolgreich, denn im Follow-up-Test erzielte diese dieselben Ergebnisse, wie der Frontalunterricht und der Lehrfilm. Auch das Vorwissen erhöht wirksam den Lernerfolg, denn hier kann der/die Schüler/in die Informationen schneller verarbeiten. Als Ergebnis der Studie kann man also zusammenfassend sagen, dass alle 3 Unterrichtsmethoden das Sachwissen erhöhen konnten und somit zur Vermittlung des Wissens geeignet sind, wenn auch nur mittelfristig (vgl. Michel & Roebers, 2007, S.202ff).

Siehe dazu auch die Arbeitsblätter Medien und Psychologie

Medienwirkung und Psychologie



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