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Ideenfindung durch Kreativitätstechniken

Ob beruflich oder privat - man steht immer wieder vor komplexen Problem- oder Fragestellungen, die man nun dann effektiv und kreativ lösen kann, wenn man in der Lage ist, das Problem auf verschiedene Arten anzugehen. Verschiedene Sichtweisen führen zu unterschiedlichen Lösungsansätzen. Probleme und Fragestellungen können sehr komplex sein. Um diese Komplexität zu erfassen, müssen wir das Problem von möglichst vielen Seiten beleuchten. Oft fällt es aber schwer, eine Sichtweise oder eine einmal eingenommene Position loszulassen. Dann halten Menschen in der Regel zu sehr am Vertrauten fest und stehen sich damit selbst im Weg. Die Fähigkeit zu einem schnellen, flexiblen Umdenken und das Vermögen verschiedene Standpunkte sehen zu können, sind in Diskussionen, Problemlösungs- oder auch Entscheidungsprozessen hilfreich. Eine solche Denkweise wird der Komplexität von Prozessen oder Problemen gerecht und eröffnet vollkommen neue Lösungswege und damit Möglichkeiten.

Nach Ansicht von Wissenschaftlern gibt es eine wesentliche Bedingung für einen Geistesblitz: wenn die rechte Gehirnhälfte Zeit und Muße hat, subtile Verbindungen zwischen scheinbar unzusammenhängenden Dingen aufzuspüren. Erst große Ratlosigkeit und das damit verbundene drohende Scheitern vor einem Problem bringen einen Prozess gleichbleibender Alphawellen in Gang, die von der rechten Gehirnhälfte ausgehen, wobei diese Alphawellen mit Aktivitäten verknüpft sind, die nichts mit Problemen zu tun haben, wie warm duschen, das morgendliche Aufwachen, spazieren gehen, also Situationen, in denen die Gedanken wandern und alle Aufmerksamkeit nach innen gerichtet ist. Unfokussierte Konzentration und die Bereitschaft, Nebensächliches zu beachten, sind offenbar eine Basis eines kreativen Prozesses.

Kreativitätstechniken sind Methoden zur gezielten Erzeugung neuer Ideen zum Zweck einer Problemlösung. Insbesondere im Bereich der Wirtschaft wird der Begriff benutzt, etwa im Rahmen von Innovations-Workshops oder Innovations-Projekten. Häufig wird auch die Bezeichnung "Ideenfindung“ benutzt, der Schwerpunkt liegt hier aber oft auf dem Generieren von neuen Ideen als im Suchen bzw. Finden von schon vorhandenen Lösungswegen. Im Gegensatz zum eher zufälligen "Geistes-" oder "Gedankenblitz“ versteht man unter Ideenfindung das gezielte Erzeugen von Ideen zu einem festgelegten Zeitpunkt. Für die Ideenfindung wurden zahlreiche Methoden entwickelt. Diese Methoden besitzen meist keine festen Algorithmen, die zu einem "richtigen“ Ergebnis führen sondern es handelt sich um Heuristiken, also Verfahrensschritte, die sich in der Praxis oft als zielführend erwiesen haben.

Siehe auch Mindmapping und Clustering


Neben Brainstorming - 1953 von Alex F. Osborn in den USA entwickelt - gibt es zahlreiche Methoden der Ideeenfindung zu einem vorgegebenen Thema Ideen oder zum Finden von Lösungsmöglichkeiten. Eine relativ einfache ist die

Satzergänzung und Schreibkonferenz

Diese Methoden sind zur Sensibilisierung oder zur Einführung für Arbeitsgruppen bei einer Projekt- oder Gruppenarbeit aber auch für den Einstieg in eine Plenumsdiskussion geeignet. Die Satzanfänge bzw. Schreibaufträge können sich sowohl auf fachliche Anwendungsbereiche als auch auf Ziele, Abläufe oder Strukturierungsanliegen beziehen, sind also vom jeweiligen Zweck abhängig. Im Hinblick auf das Problem findet so eine Sammlung von subjektiven Aussagen oder auch nur eine subjektive Einstimmung auf ein Thema statt.

Die Satzanfänge beginnen alle mit "Ich …" und werden von den ModeratorInnen formuliert und schriftlich an alle TeilnehmerInnen verteilt. Jede/r TeilnehmerIn arbeitet individuell für sich alleine.

In einer Schreibkonferenz werden große Plakatbögen mit Filzschreibern auf Tischen ausgelegt, auf denen die TeilnehmerInnen ohne miteinander zu diskutieren ihre Statements zu dem jeweiligen Problem aufschreiben. Auch wenn Sie nicht miteinander reden sollen, so können sie schriftlich auf die Statements der anderen eingehen.

Beispiel für Aufgaben aus einer Schreibkonferenz zum Thema "Schulentwicklung - Neue Medien": 

Schreiben Sie bitte ihre gefühlsmäßigen Stimmungen oder auch schon länger überlegte und reflektierte Einsichten zum gesellschaftlichen, technischen, pädagogischen und medialen Hintergrund der "Neuen Medien" in Form von persönlich formulierten Sätzen auf. Die Sätze sollten beginnen mit:

Beim Schreiben soll nicht miteinander gesprochen werden. Schreibend kann jedoch auf die Stimmungen und Meinungen der anderen eingegangen werden.


Kreativitätstechniken - Methoden der Ideenfindung



Literatur & Quellen

Kolb, Klaus & Miltner, Frank (1998). Kreativität - frei für neue Ideen und Lösungen. Die besten Methoden für Alltag und Beruf. Graefe & Unzer.



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