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Die kognitive Entwicklung

Fernuniversität Hagen Kurs 03250 Einführung in die Psychologie

Unter kognitiver Entwicklung versteht man die Entwicklung all jener Funktionen, die dem Erkennen und Erfassen der Gegenstände und Personen der Umgebung und der eigenen Person gelten. Zu diesen Funktionen gehören Intelligenz bzw. Denken, Wahrnehmung, Problemlösen, Gedächtnis, Sprache etc.

Der Begriff "kognitive Entwicklung" ist im psychologischen Kontext weit verbreitet und wird meist synonym zu den Begriffen "geistige Entwicklung", "intellektuelle Entwicklung" oder "Intelligenzentwicklung" verwendet.

Es geht hier im Prinzip um Erkenntnismittel und Erkenntnisformen. Erkennen ist ein weiter Begriff für Wahrnehmung und Denken, Verhaltensweisen also, die entweder zum Erwerb von Kenntnis führt oder zu Verhaltensweisen, die für den Gebrauch von Kenntnis nötig ist.

Eine zentrale Rolle in der kognitiven Entwicklung nimmt die Entwicklung der Intelligenz ein, wobei Wahrnehmung, Gedächtsnisleistungen und Sprachbeherrschung als "kognitive Stützfunktionen" die Voraussetzungen von Denken und Intelligenzleistungen bilden.

Eine umfassende Theorie der Entwicklung des Denkens und der Intelligenz wurde von Jean Piaget (1937) entworfen und später aufgrund zahlreicher Forschungen von ihm selber und seinen Mitarbeitern weiterentwickelt.

Nach Piaget löst sich das Denken von Geburt an zunehmend von der sinnlichen Wahrnehmung und schreitet zu immer differenzierteren Lösungsformen auf abstrakt-begrifflicher Grundlage fort. Er kommt zu dem allgemeinen Ergebnis, daß die von ihm bei den Kindern analysierten logischen Strukturen konstruiert, d.h., vom Kind selber entwickelt werden und zu ihrer Ausformung (zumindest im westlichen Kulturkreis) ein gutes Dutzend Jahre brauchen.

In der empirischen und qualitativen Untersuchung des kindlichen Denkens (vor allem bei seinen drei eigenen Kindern) erweist sich Piaget als ungeheuer einfallsreich, kindgemäß und alltagsnah, so vor allem in seinen eigens dafür entwickelten Beobachtungsmethoden (strukturierte Exploration, doppelte Perspektive, klinische Methode). Problematisch allerdings ist seine Fixierung auf vorwiegend logisch-kognitive Aspekte der kindlichen Denkentwicklung, die damit umschrieben werden könnte, daß er sich auf die Frage konzentriert: "Wie kommt die Logik in die Köpfe der Kinder hinein?" - ausgeklammert bleiben emotionale und soziale Faktoren, die bei der Denk- und Intelligenzentwicklung aber ebenfalls von Bedeutung sind.

[his voice]

Biologische Risikofaktoren für schulische Leistung

Eine Studie der Bildungspsychologin Christiane Spiel (Universität Wien) analysierte biologische Risikofaktoren wie Frühgeburten oder geringes Geburtsgewicht oder sozioökonomische Faktoren im Hinblick auf den Schulerfolg von Kindern, und fand deutlichere Effekte dieser Risikofaktoren, als sie bisher angenommen wurden. Man fand einen deutlich akkumulierenden Effekt, das heißt, mehrere Risikofaktoren bedeuteten auch durchschnittlich geringere Schulleistungen. Außerdem verstärkte sich der Effekt mit zunehmendem Alter, die Schere ging im Vergleich mit Nicht-Risikokindern immer weiter auf. Die Leistungen wurden schon im Verlauf der Volksschule relativ immer schlechter. Als weitere Risikofaktoren registrierten die Forscher beispielsweise Spitalsaufenthalte, besonders während des ersten Lebensjahres, die besonders starke Effekte haben. Frühchen sind darüber hinaus im späteren Leben oft ängstlicher und zurückhaltender als gleichaltrige Kinder, was auch daran liegt, dass sie oft etwas kleiner und körperlich etwas weniger entwickelt sind, was etwa zu Defiziten bei sportlichen Betätigungen führen kann. Untersuchungen haben gezeig aucht, dass daraus für manche Kinder richtige Problemketten entstehen, denn das Kind ist nicht so kräftig, kann nicht so gut rennen oder so gut Fussball spielen, wird daher eher gehänselt und kann das schlechter wegstecken. Daraus kann eine für das Kind emotional sehr belastende Situation entstehen.

Die Teilnahme an einschlägigen Interventionen stellen einen gewissen Schutzfaktor gegen negative Auswirkungen von Risikofaktoren dar. Generell sollte im Falle von Risikofaktoren möglichst früh gefördert werden, am besten schon vor dem Schuleintritt. Die betroffenen Kinder müssten auch in der Schule speziell behandelt werden.

Studien zeigen übrigens, dass sich das Gehirn eines zu früh geborenen Babys in den ersten Wochen im Inkubator anders entwickelt, als es das im Mutterleib tun würde, denn das Gehirn muss im Fall einer Frühgeburt früher als geplant gewisse Hirnareale aktivieren, sodass sich auch der Aufbau auf zellulärer Ebene anders darstellt. Allerdings ist das menschliche Gehirn sehr flexibel und kann viele Abweichungen vom Idealzustand sehr gut und ohne merkbare Konsequenzen für die Säuglinge kompensieren, was sich auch daran zeigt, dass die meisten Frühgeborenen keinerlei Beeinträchtigungen aufweisen.

Quelle: OÖnachrichten vom 21.04.2007

Unter den Lernkursen der Pädagogischen Hochschule Freiburg zu "Grundfragen der Pädagogischen Psychologie" findet sich auch ein Lernprogramm zur Kognitiven Entwicklung nach J. Piaget (http://art.ph-freiburg.de/psy/projects/psi/grundfragen.html), aus dem auch die untenstehende grafische Darstellung seines theoretischen Modells stammt. Als Service-Leistung der PH Freiburg werden die Kurse auch allen Interessierten die nicht an der PH Freiburg studieren kostenlos zugänglich gemacht.

net coach pädagogische hochschule freiburg

  
[Quelle: http://art.ph-freiburg.de/Piaget/PNG/Prinzipien/Prinz_abb7.png]

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