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Psychoanalytische Schulen

Noch heute ist für viele Menschen der Gedanke an die Psychologie untrennbar mit dem Gedanken an Sigmund Freud und seinen Lehren verbunden, doch ist dessen Psychoanalyse nicht der wissenschaftliche Ansatz, dem die moderne Psychologie folgt. Auch wenn Freuds Theorien und deren Verbreitung die Wissenschaft insgesamt bereichert haben, so wurden sie doch in der universitären Psychologie vor allem in Europa sehr kontrovers diskutiert und auch heftig kritisiert, da sie in vielen Fällen mit ihren Hypothesen an die Grenzen der empirischen Beweisbarkeit stößt. Psychologie als moderne Wissenschaft ist also keinesfalls mit Psychoanalyse oder einer ihrer zahlreichen Schulen gleichzusetzen.

 

Psychoanalyse: Sigmund Freud (1856-1939)

Am 6. Mai 1856 wurde Sigmund Freud in Freiberg (Pribor, Österreich) geboren. Als er drei Jahre alt ist zieht die Familie nach Wien um, wo Freud bis zu seiner Emigration aufgrund des Nationalsozialismus im Juni 1938 nach London lebte. Am 23.9.1939 verstarb Freud in London nach einem längeren Krebsleiden.

1900 erscheint Freuds Buch "Traumdeutung", welches seinen Ruf begründet. In diesem Grundlagenwerk greift Freud auf seine langjährige, 1897 begonnene Selbstanalyse und die analytische Deutung von über zweihundert Träumen zurück. Ein Jahr später veröffentlicht er die "Psychopathologie des Alltagslebens", in der er verschiedenste menschliche Fehlleistungen auf ihren Sinn hin durchleuchtet. Mit "Jenseits des Lustprinzips" legte Freud 1920 eine völlig neue dualistische Triebtheorie vor. 1905 folgen die Publikationen von "Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten" und "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie".

Das topographisches Modell unterscheidet bewusste, vorbewusste und unbewusste Anteile der Persönlichkeit, die alle Auswirkungen auf das Verhalten haben können:

Das Bewusste ist das im Moment bewusst erfaßte Erleben, augenblickliche Wahrnehmung und Gedanken  Bewusst ist alles, was gerade gedacht wird. Bewusstsein umfasst alle Zustände, die von einem Individuum erlebt werden, und tritt in einer Vielzahl unterschiedlicher Zustände auf. Hierzu gehören

a) Sinneswahrnehmungen von Vorgängen in der Umwelt und im eigenen Körper,
b) mentale Zustände und Tätigkeiten wie Denken, Vorstellen und Erinnern,
c) Emotionen, Affekte, Bedürfniszustände,
d) Erleben der eigenen Identität und Kontinuität,
e) "Meinigkeit" des eigenen Körpers,
f) Autorschaft und Kontrolle der eigenen Handlungen und mentalen Akte,
g) Verortung des Selbst und des Körpers in Raum und Zeit,
h) Realitätscharakter von Erlebtem und Unterscheidung zwischen Realität und Vorstellung.

Das Vorbewusste umfaßt Erinnerungen und Wissensinhalte, die durch aktive Aufmerksamkeit in das Bewusstsein gebracht werden können, Vorbewusst" bedeutet, dass die Inhalte und Vorgänge im Augenblick zwar nicht bewusst sind, aber jederzeit problemlos bewusst gemacht werden können. Vorbewusst ist alles, was aktiv erinnert werden kann.  Unbewusste beinhaltet verdrängte, meist unangenehme Erinnerungen oder nicht erlaubte Triebwünsche. Das System umfasst alle unterbewussten Inhalte und Abläufe. Sie sind in einem zunächst rein beschreibenden Sinne unterbewusst. Insofern spricht man in der Psychoanalyse auch von dem deskriptiven Unbewusstsein. Ein solches deskrtives Unbewusstes wird inzwischen auch von vielen Kognitionswissenschaftlern und Neurobiologen angenommen. Im Unterschied zur kognitionswissenschaftlichen und neurobiologischen Verwendung der Bergriffes eines Unbewussten sind weitergehende Modellannahmen gemeint, wenn Psychoanalytiker von dynamisch Unbewussten sprechen &endash; Modellannahmen, die von den Kognitionswissenschaftlern und Neurobiologen nicht geteilt werden."Dynamisch unbewusst" im psychoanalytischen Sinne bedeutet, dass die Inhalte und Vorgänge einer speziellen Abwehrdynamik unterliegen. Ist dies nicht der Fall, beeinflussen die unbewussten Inhalte und Vorgänge aber dennoch das Bewusstsein, werden sie als "kognitiv unbewusst" bezeichnet.  Als unbewusst gilt was einmal bewusst war, aber ins Unbewusste abgesunken sind und unter günstigen Bedingungen wieder bewusst gemacht ("erinnert") werden können (z. B. nicht-aktivierte Inhalte des deklarativen Gedächtnisses);  vorbewusste Inhalte von Wahrnehmungsvorgängen, die nach hinreichender Aktivierung der assoziativen Großhirnrinde bewusst werden (die geschieht mit einer Verzögerung von durchschnittlich 300 bis 500 Millisekunden nach Reizbeginn);  unterschwellige (subliminale) Wahrnehmungen;  Vorgänge in Gehirnregionen außerhalb der assoziativen Großhirnrinde, die grundsätzlich unbewusst ablaufen;  alle perzeptiven, kognitiven und emotionalen Prozesse, die im Gehirn des Fötus, des Säuglings und des Kleinkindes vor Ausreifung des assoziativen Cortex ablaufen. Man nimmt an, dass sich beim Menschen Ich-bezogene Bewusstseins- und Gedächtnisinhalte erst ab Ende des dritten Lebensjahres entwickeln.

Unbewusste Impulse stellen nach analytischer Theorie bei symptomatischen Individuen die Integrität in Frage, daher besteht gegen das Bewusstwerden unbewusster Inhalte ein erheblicher Widerstand, denn der Kontakt damit ist angstauslösend. Unbewusst ist alles (Motive, Ängste), was nicht unmittelbar erinnert werden kann. Das Unbewusste kann durch Psychoanalyse bewusst gemacht werden. In einer neueren Studie von Buchheim et al. (2008) wurden zwanzig chronisch Depressive zu Beginn ihrer Therapie mit einem Kernspintomografen, indem man ihnen individuell auf ihr Krankheitsbild zugeschnittene Reize - Bilder oder Schlüsselsätze, die die Personen mit ihren unbewussten Konflikten konfrontierten - zeigte. Etwa einen Mann, der hilflos an einem Grabstein steht oder der Satz: "Ich möchte von anderen angenommen werden, daher mache ich so viel für sie". Nach sieben und nach 15 Monaten psychoanalytischer Behandlung wurde die Untersuchung wiederholt, und es zeigte sich, dass die Aktivität in Regionen des Gehirns, die für Ängste und Furcht zuständig sind, deutlich abgenommen haben. Werden die Patienten am Anfang der Therapie mit ihren individuellen Beziehungskonflikten konfrontiert, zeigte sich erhöhte Aktivität insbesondere in der Amygdala, die als »Furchtzentrum« gilt. Nach sieben Monaten ist diese Hyperaktivität vermindert, wobei noch nicht klar ist, ob der Effekt über die sieben Monate hinaus stabil ist. Ein Schwachpunkt der Untersuchung stellt die Tatsache dar, dass die ForscherInnen nicht wiussten, was zum Messzeitpunkt genau in der Therapie vor sich ging und inwieweit das mit den Kernspin-Ergebnissen korreliere. Die Psychoanalytiker argumentieren natürlich, dass ihr »therapeutischer Raum« geschützt bleiben muss, sodass es während der Behandlungen keinen Austausch mit den Neurowissenschaftlern gab.

Dass die meisten psychischen Prozesse unbewusst - d.h., nicht der direkten Beobachtung zugänglich - verlaufen, ist seit Carl Gustav Carus' "Psyche" fachpsychologisches Allgemeinwissen, wurde aber schon vorher durch Philosophen vertreten, wie z.B. Leibniz. Die anglo-amerikanischen Behavioristen versuchten daher später eine Psychologie ohne Seele und Bewusstsein zu entwickeln, allerdings repräsentierte der Behaviorismus nie die gesamte Psychologie, was aber oft fälschlicherweise angenommen und propagiert wird. Zwar schrieb Skinner in "About Behaviorism": "It is often said, particularly by psychoanalysts, that behaviorism cannot deal with the unconscious. The fact is that, to begin with, it deals with nothing else. The controlling relations between behavior and genetic and environmental variables are all unconscious so long as they are not observed, and it was Freud who emphasized that they need not be observed (that is, conscious) to be effective." Allerdings ist das kognitive Unbewusste der Psychologie nicht identisch mit dem Freudschen oder dem dynamischen Unbewussten, sondern es besagt lediglich, dass vieles von dem, was der Geist tut, sich außerhalb des Bewusstseins abspielt. Unsere Sprache, das bevorzugte Verhaltensinstrument des Bewusstseins, ist großteils ein Produkt unbewusster Prozesse, denn die grammatische Struktur der Sätze, die wir äußern, wird nicht bewusst von uns geplant. Dafür reichte die Zeit einfach nicht aus, sondern dass wir beim Sprechen im großen und ganzen der Grammatik folgen, ist eines der vielen Dinge, die das kognitive Unbewusste für uns erledigt." Da seit Sigmund Freud angenommen wird, dass das Unbewusste autonom und nicht vom Bewusstsein kontrollierbar ist, dominierte bis heute in der akademischen Psychologie die Vorstellung eines chaotischen und unkontrollierbaren Unbewussten. Neuere Untersuchungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts zeigen aber, dass das Bewusstsein zu den Absichten passende unbewusste Vorgänge in unserem Gehirn verstärkt und nicht passende hingegen abschwächt, wodurch gewährleistet wird, dass das bewusstes Ich nicht zu stark von einer Vielzahl unbewusster Tendenzen beeinflusst wird. Mit Gehirnstrommessungen konnte gezeigt werden, dass bewusste Vorsätze auch die Arbeit der unbewussten autonomen Systeme im Gehirn steuern, wobei die bewussten Absichten und Einstellungen darüber entscheiden, ob ein unbewusster Prozess in unserem Gehirn überhaupt ablaufen kann oder ausgeblendet bleibt.
Siehe dazu Bauchgefühl, Intuition und das Unbewusste

Auf Grund ihrer Komplexität ist zum Verständnis der Psychoanalyse die von Rapaport (1960) vorgenommene Strukturierung/Reduzierung auf acht Axiome hilfreich:

  1. Das Objekt der Psychoanalyse ist Verhalten, das stets psychologisch determiniert ist und nicht zufällig passiert .
  2. Jedes Verhalten ist unteilbar, ist also mehrfach determiniert, nicht einfach nur Verhalten einer Instanz.
  3. Kein Verhalten ist isoliert. Alles Verhalten ist Teil der unteilbaren Persönlickeit.
  4. Alles Verhalten ist Teil einer genetischen Reihe.
  5. Die entscheidenden Determinanten des Verhaltens sind unbewußt.
  6. Alles Verhalten ist letzten Endes triebbestimmt.
  7. Alles Verhalten führt seelische Energie ab und wird durch seelische Energie reguliert.
  8. Alles Verhalten hat strukturelle Determinanten, ist durch Konflikte bestimmt.

Was sind die Ziele der Psychoanalyse?

Sigmund Freud Berggasse 19 Prof. Dr. Freud 3-4Zielsetzung der Psychoanalyse ist es, Motive des Verhaltens einer Person zu erkennen und Handlungsweisen zu verstehen. Sie steht damit in der Tradition der Geisteswissenschaften. Die Psychoanalyse versucht zurückschauend das jetzige Verhalten in einen sinnvollen Zusammenhang mit vergangenen Erfahrungen zu bringen. Kann ein solcher Sinnzusammenhang hergestellt werden, gilt das Verhalten als verstanden. Die Suchrichtung wird bestimmt durch die psychoanalytische Theorie, die aufgrund vorausgegangener Beobachtungen entwickelt wurde. Der Person nicht bewusste Motive spielen beim Verstehen eine große Rolle. Nicht das Experiment gilt als Erkenntnismethode, sondern die sinnvoll geordnete und im Wechselspiel mit einer Theorie interpretierte Beobachtung. In der Psychoanalyse werden als Ursache von Störungen Konflikte angesehen, deren Lösung die psychischen Fähigkeiten einer Person überforderte. Da Konflikte unangenehm sind, werden sie häufig durch einen Schutzmechanismus in der Person aus dem Bewusstsein ausgeblendet. Solche in der Folge unbewussten Konflikte sind aber weiterhin vorhanden und unterstützen die Symptome. Große Wirksamkeit entfalten Konflikte in der frühen Kindheit, da Kinder weniger als Erwachsenen die Reife fehlt, eigenständig zu einer Lösung der Konflikte zu kommen. Aus diesen Gründen beschäftigt sich Psychoanalyse primär mit den in der Person liegenden Bedingungen für Störungen, während Verhaltensmedizin sich mehr auf die Lebensbedingungen einer Person bezieht. In der Psychoanalyse sind unbewusste Motive und Konflikte das eigentlich Interessierende. Diese Motive können nicht direkt beobachtet, sondern nur erschlossen werden. Die Ergebnisse der eingesetzten Testverfahren  bedürfen daher der Interpretation durch den Untersucher. Die Tests sollen dem Verständnis der Person dienen, nicht aber der Quantifizierung ihrer Merkmale.  In der Psychoanalyse werden Verfahren eingesetzt, die darauf hinzielen, zu den unbewussten Motiven vorzudringen und diese dem Patienten zu verdeutlichen. Verhaltensweisen werden interpretiert, d.h. es wird ein Bezug zu dem Unbewussten hergestellt. Hierbei spielen die Analyse von Träumen und von Äußerungen des Patienten im therapeutischen Gespräch eine große Rolle. Es wird davon ausgegangen, dass ein Patient, der sich und seine unbewussten Motive besser kennen gelernt hat, auch seine Störungen, die hierauf beruhen, selbst kontrollieren lernt. Ein direktes Einüben neuen Verhaltens wird nicht als so bedeutend angesehen. Wenn Psychoanalytiker die Interaktionen zwischen Mutter und Kind interpretieren, sind sie gezwungen diese Interpretationen aus der Sicht des Erwachsenen vorzunehmen. Das unmittelbare Erleben des Neugeborenen und des Kleinkindes ist ihnen nicht zugänglich. Die Mitarbeit des Patienten ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Therapieerfolg in jedem Verfahren. Um diese Mitarbeit zu sichern, sollte zu Beginn der Therapie ein vorläufiges Modell erarbeitet werden, das die Entwicklung und Aufrechterhaltung der psychischen Störung erklärt. Dieses Krankheitsmodell liefert wichtige Anhaltspunkte für die Therapie, so dass in einem zweiten Schritt ein Behandlungsmodell abgeleitet werden kann, das eben diese Implikationen des Krankheitsmodells für die Therapie verbalisiert. Über die Art, Dauer und Prognose der Therapie entscheidet nicht allein die Symptomatik (z.B. Ausmaß der Behinderung oder Chronizität), sondern daneben auch die aktuellen Lebensumstände (Arbeitslosigkeit, Schulden, andere schwer auflösbare Abhängigkeiten) und vor allem Persönlichkeitseigenschaften von Patient (und Therapeut!).

Die Psychoanalyse ist eine Methode bei der frühe oder weit zurückliegende emotionale Erfahrungen einer Person aufgedeckt werden und deren Rolle und Einfluß auf das gegenwärtige Erleben eines Patienten untersucht wird. Dies wird mit dem Ziel durchgeführt, Konflikte und Mechanismen aufzudecken, die einem Symptom voraus gingen, oder die für eine Krankheit oder eine Symptom verantwortlich sind. Aus diesen Konflikten und Mechanismen wird auch abgeleitet, wie der Patient gesunden könnte, und wie der therapeutische Prozeß gestaltet wird. Zum Einsatz kommt die tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie bei Patienten, die nicht zu sehr symptomzentriert sind und Bereitschaft erkennen lassen, sich dem symptomtragenden Konflikthintergrund zuzuwenden. Die Psychoanalyse geht von einem psychischen Determinismus aus, d.h., alle psychischen Phänomene haben danach eine Ursache, es gibt keinen Zufall. Wesentlicher Bestandteil der Theorie ist die Rolle des Unbewussten: neben bewussten gibt es unbewusste seelische Inhalte, die sich in Träumen, Fehlleistungen und auch (meist indirekt) in overtem, also beobachtbarem Verhalten äußern. Intrapsychische Prozesse spielen nach analytischer Vorstellung bei der Erklärung psychischer Störungen die zentrale Rolle.  Nach dem Konzept der Psychoanalyse liegt die Ursache der Neurose meist in einem unbewussten Konflikt, der seine Wurzeln in einer traumatischen Situation in der Kindheit hat. Damals mussten die hiermit verbundenen Gefühle und Affekte unterdrückt und verdrängt werden, da sie nicht auszuleben oder auszuhalten waren. Wenn dieser unbewusste Konflikt durch eine spätere Lebenssituation zufällig aktualisiert wird, kommt es zum Ausbruch der Erkrankung. Aus diesen Grundannahmen ergibt sich das Behandlungskonzept: Wenn das Unterdrücken von Affekten zur Erkrankung führt, müßte durch die Bewusstwerdung des Verdrängten eine Heilung erzielt werden.

 

Das Instanzenmodell


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Instanzenmodell_Freud.png (05-12-11)

Bewusste oder vorbewusste traumatisch-belastende Lebensereignisse werden durch Abwehrmechanismen ins Unbewusste abgedrängt. Sie sind jedoch dadurch nicht vergessen, sondern beeinflussen das Verhalten des Menschen manchmal erheblich. Durch die analytische Therapie sollen diese Inhalte bewusst gemacht werden. In symbolisch veränderter Form zeigen sich unbewusste Inhalte aber auch außerhalb der Therapie, z.B. im Traum oder in Fehlleistungen (Vergessen, Vergreifen, Verlegen, "Freudscher" Versprecher, z.B. "Guten Tag Herr XY, herabsetzen Sie sich doch!") oder auch im Witz.  Das psychoanalytische Instanzenmodell trennt das triebhafte, das moralische und das dazwischen vermittelnde, realitätsorientierte:

Identifikation

Erhöhung des eigenen Selbstwertgefühls durch Identifikation mit einer Person oder Institution, die einen höheren Rang besitzt

Introjektion

Einverleibung äußerer Wertorientierungen in die Ich-Struktur; daher muss man sie als Individuum nicht mehr als Drohungen von außen erleben

Kompensation

Schwäche wird durch Überbetonung eines erwünschten Charakterzuges verhüllt. Frustration auf einem Gebiet wird durch übermäßige Befriedigung des Bedürfnisses auf einem anderen Gebiet kompensiert

Phantasie

Befriedigung frustrierter Wünsche durch Vorstellung ihrer imaginären Erfüllung (Tagträume u.ä.)

Projektion

Übertragung der Missbilligung eigener Unzulänglichkeiten und Wünschen, die gemeinhin als unmoralisch gelten, auf andere.

Rationalisierung

Man versucht sich dabei einzureden, dass das eigene Verhalten rational, d.h. verstandesmäßig begründet ist, um damit dieses Verhalten vor sich und anderen zu rechtfertigen.

Reaktionsbildung

Angstbesetzte Wünsche werden dadurch vermieden, dass sie quasi in ihr Gegenteil verkehrt werden. Dabei werden diese gegenteiligen Absichten und Verhaltensweisen so sehr überbetont, dass sie einen "Schutzwall" gegen den Versuch dienen, die angstbesetzten Wünsche zu befriedigen.

Regression

Rückzug auf eine frühere Entwicklungsstufe in der Persönlichkeitsentwicklung mit einfacheren, primitiveren Reaktionen und in der Regel auch tieferem Anspruchsniveau

Sublimierung

Nicht erfüllte sexuelle Bedürfnisse werden durch derartige Ersatzhandlungen befriedigt, die von der Gesellschaft akzeptiert sind.

Ungeschehen machen

Entwicklung eines Sühneverlangens für unmoralische Wünsche und Handlungen, um diese damit aufzuheben.

Verdrängung

Das Wort gehört übrigens wie der Begriff Psychoanalyse zu den von einer Jury gewählten Wörtern des 20. Jahrhunderts.

Das Eindringen unerwünschter und/oder gefährlicher Impulse in das Bewusstsein wird verhindert, indem diese Impulse vom Bewusstsein in das Unbewusste abgedrängt werden. Dort können sie allerdings ohne Wissen des einzelnen zum Motor von sogenannten Ersatzhandlungen oder Vorstellungen werden (Träume, Fehlleistungen)

Siehe auch Heilende Kraft des Verdrängens

Verleugnung

Schutz vor Unangenehmem durch die Weigerung, es überhaupt zur Kenntnis zu nehmen

Verschiebung

Aufgestaute, meist feindselige Gefühle werden auf Objekte entladen, die weniger gefährlich erscheinen als diejenigen, von denen die Erregung dieser (feindseligen) Gefühle ursprünglich ausgeht.

Was sind die Grundprinzipien der psychoanalytischen Neurosenlehre?

Psychische Traumatisierungen, vor allem sexueller Art in früher Kindheit sind ausschlaggebend für die Entstehung von Neurosen. Freud nennt hier z.B. die Beobachtung der Urszene, also des Geschlechtsverkehrs zwischen den Eltern, der vom Kind als bedrohlich erlebt wird. Für Freud ist die Erinnerung dabei wichtiger als die faktische Realität, da als traumatisch erlebte sexuelle Phantasien (Verführungsphantasien) ebenfalls zu neurotischen Fehlentwicklungen führen können. Es kommt zur Fixierung an das Trauma. In ihren Träumen wiederholen die Patienten, in symbolisch veränderter Form, ständig die traumatisch erlebte Situation. Das traumatische Erlebnis weckt eine Triebregung, deren Befriedigung undenkbar und deren Bewältigung unmöglich ist; es kommt zum späteren Triebkonflikt mit Regression auf eine glücklichere Phase. Hiermit ist die Disposition für eine Neurose gegeben. Durch ein weiteres, aktuelles Trauma im späteren Leben wird die Neurose dann ausgelöst. Auch dieses Trauma ist in der Regel durch den Verlust eines Liebesobjektes gekennzeichnet.

Fest verbunden mit der psychoanalytischen Verdrängungstheorie ist daher die Annahme, dass die Art, wie Eltern, und vor allem Mütter, ihre Kinder behandeln, die Ursache vieler, wenn nicht aller Probleme des erwachsenen Menschen ist, die von Persönlichkeitsstörungen über emotionale Probleme bis hin zu Geisteskrankheiten reichen. Man kann kaum in Frage stellen, dass Kinder, die man ihre ganze Kindheit hindurch grausam behandelt, in ihrem Leben als Erwachsene wesentlich von dieser Behandlung beeinflußt werden. Es ist jedoch ein großer begrifflicher Sprung, von diesem Faktum ausgehend darauf zu schließen, dass alle sexuellen Erfahrungen der Kindheit im späteren Leben Probleme verursachen werden, oder dass alle Probleme im späteren Leben, einschließlich sexueller, auf Kindheitserfahrungen zurückzuführen sind. Für keine dieser Vorstellungen gibt es einen Beweis. Wenn man sie wörtlich nimmt können solche Interpretationen auch Familien zerstören,  ohne dass überhaupt eine reale Grundlage dagewesen sein muss. Reaktionen von Eltern auf Kinder mit Schwierigkeiten können leicht mit der Ursache der Schwierigkeiten verwechselt werden.

Nach Freud kommt es jedoch zu einer wirklichen Veränderung der psychischen Struktur nur, wenn das Erinnern mit Affekten einhergeht; ein allein rationales Wissen um die eigenen Konflikte reicht nicht. Einer solchen mit dem Erinnern einhergehenden "Katharsis" muss dann die bewusste Verarbeitung &endash; im analytischen Sprachgebrauch das "Durcharbeiten" &endash; folgen; ansonsten treten nach vorübergehender Erleichterung die alten Strukturen erneut auf. Der beim Patienten auftretende Widerstand wird als Ich-Leistung anerkannt, den es nicht mit Gewalt zu durchbrechen gilt, sondern an dessen Oberfläche die Therapie ansetzt (das heißt auf manulative Methoden zu verzichten). Für diese Arbeit ist zwischen Therapeut und Klient eine vertrauensvolle Beziehung unerläßlich. Die therapeutische Beziehung wird in der Analyse auch deshalb als grundlegend angesehen, da in dieser Übertragung und Gegenübertragung ermöglicht wird &endash; das heißt frühere Beziehungsmuster werden im therapeutischen Rahmen wiederholt, so dass mit den hiermit einhergehenden Gefühlen therapeutisch gearbeitet werden kann.

Innerhalb der Therapie dient der Therapeut als Projektionsfläche für das Seelenleben des Patienten &endash; etwa so wie die Leinwand für den Diaprojektor. Der Patient projiziert auf den Therapeuten jene Gefühle, Wünsche, Ängste und Gedanken, die eigentlich anderen Personen (beispielsweise der Mutter oder dem Vater) gelten. Dies wird "Übertragung" genannt. Dies löst auch bei Therapeuten Gefühle aus, die er als Gegenübertragungsgefühle erkennt und die Erkenntnis diagnostisch wie therapeutisch verwerten kann. Ihre Deutung und Nutzung in der Psychotherapie ist sicherlich der größte Beitrag der Psychoanalyse für die moderne Psychotherapie. Nach psychoanalytischer Theorie sind die Ursachen für neurotische Störungen immer unbewusst, denn die Erlebnisse, die die Neurose auslösten, sind verdrängt worden. Es wird davon ausgegangen, dass in der therapeutischen Beziehung das Phänomen der Übertragung stattfindet, das heißt, dass die Beziehung von unbewussten Wünschen, Erwartungen und Motiven geprägt wird. Der Patient wiederholt in ihr häufig kindliche Beziehungsmuster zu wichtigen Bezugspersonen. Durch beharrliche Deutungsarbeit des Analytikers können diese Beziehungsmuster offengelegt werden, so dass der Patient die Möglichkeit erhält, seine zukünftigen Beziehungen unvoreingenommener zu gestalten, da sie nicht mehr im gleichen Ausmaß von unbewussten Konflikten und Vorurteilen beeinflußt werden. Aufgabe des Therapeuten ist somit, den Patienten an die verdrängten Ursachen heranzuführen, bis er sich ihnen stellen kann. Durch nochmaliges Durchleben der damaligen Gefühle (Affekte) ergibt sich eine Katharsis (Seelenreinigung). In der klassischen Analyse wird dies dadurch erreicht, dass der Patient auf der Couch liegt und der Analytiker hinter dem Patienten ohne Blickkontakt sitzt; der Therapeut soll als neutrale Projektionsfigur dienen. So kommt es zur Übertragung, d.h. der Patient überträgt früheste Gefühle auf den Analytiker. Im Analytiker entwickelt sich eine Gegenübertragung, die er nicht auslebt sondern dem Patienten so zur Verfügung stellt, dass dieser sich damit auseinandersetzen kann.

Die für den Patienten verpflichtende Grundregel besagt, dass er alle Einfälle ungefiltert aussprechen soll; der Analytiker deutet bestimmte Aussagen. Sobald der Patient Gedankengänge aus dem Bereich der traumatisch belastenden Triebregung hat, spürt er Angst. Diese äußert sich in Widerständen, z.B. widerspricht er den Deutungen des Analytikers, schimpft über die hohen Kosten der Behandlung, schweigt lange Zeit oder kommt verspätet. Neben dem Phänomen der Übertragung spielt das Phänomen des Widerstandes in der analytischen Theaprie eine wesentliche Rolle. Widerstand sagt aus, dass sich der Patient  der Therapie widersetzt, obwohl er hoch motiviert erscheint. Auch Widerstand wird häufig aus unbewussten Motiven geleistet und kann zum Beispiel zu Rationalisierungen, Verdrängung oder Verleugnung führen, Mechanismen, die hauptsächlich der Abwehr dienen. Durch diese Mechanismen sollen für das Ich inakzeptable Wünsche und Phantasien ferngehalten werden. Die Wünsche bleiben zwar bestehen, können jedoch nicht erfüllt werden, sondern sich allenfalls als neurotisches Symptom äußern. Schließlich wird die Stärke der unbewussten inneren Konflikte häufig unterschätzt. Sie rühren eben daher, dass sie sich einer Kontrolle durch das Ich entziehen und daher nicht modifiziert werden können. Der Betroffene bleibt so alten Schemata verhaftet, in die sich neue Erfahrungen kaum sinnvoll integrieren lassen. Durch weitere Deutungen des Analytikers erkennt der Patient die Funktion der Widerstände, erinnert sich an das traumatische Erlebnis, erleidet einen Affektsturm durch diese Erinnerung und hat nun einige neurotische Symptome gelöst.

Neuere psychoanalytische Konzepte stellen dem Instanzenmodell von Freud (Ich, Über-Ich und Es) das Selbst als intrapsychische Struktur zur Regulierung des Selbstwertgefühls gegenüber. Für dessen Aufbau ist eine konstante Objektbeziehung erforderlich. Fehlte sie in der frühkindlichen Entwicklung, ist der Patient nicht in der Lage, eine Übertragungsbeziehung aufzubauen, mit der wie oben beschrieben gearbeitet werden kann. Bei diesen "frühen Störungen" ist statt einer klassischen Analyse eine stützende und strukturgebende Haltung des Therapeuten erforderlich, um so eine Nachreifung des Selbst zu ermöglichen.

Die Methode nutzt überwiegend die freie Assoziation, Erinnerungen, Deutung von Träumen, Deutung von Übertragung, und Widerstand. Diese Art der Therapie ist nur in regelmäßigen Sitzungen von 50 min Dauer mehrmals pro Woche möglich. Daraus abgeleitete Verfahren psychodynamischer, tiefenpsychologisch orientierter oder analytisch orientierter Psychotherapietechniken sind auch in mit längeren Intervallen zwischen den Sitzungen möglich.  Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel länger als ein Jahr. Die Psychoanalyse als Behandlungsmethode wurde von Sigmund Freud entwickelt und von ihm selbst bereits im Laufe der Jahre immer wieder mit neuen Techniken, und Konzepten verändert.

Zahlreiche Schulen leiten sich von anderen mehr oder weniger bedeutenden Psychoanalytikern ab. Nicht aller sind gleichermaßen anerkannt. Die Konzepte der vierschiedenen widersprechen sich teilweise. Als Krankenbehandlung zielt die Psychoanalytische Therapie auf eine Verringerung des seelischen Leidens ab durch weitgehende Integration des unbewussten Geschehens. Zugleich und meist auch verbunden damit geht es um die Lockerung von unbewussten aber dennoch erlebten Fremdbestimmtheiten, Abhängigkeiten und um die Befähigung, Konflikte in angemessener, konstruktiver und flexibler Weise zur lösen und schließlich um die Förderung eines weiteren, durch die pathogenen Umstände unterbrochenen, emotionalen Wachstums. "Psychoanalyse ist der Name erstens eines Verfahrens zur Untersuchung seelischer Vorgänge, welche sonst kaum zugänglich sind, zweitens einer Behandlungsmethode neurotischer Störungen, die sich auf diese Untersuchung gründen, drittens eine Reihe von psychologischen, auf solchem Wege gewonnenen Einsichten, die allmählich zu einer neuen wissenschaftlichen Diszlin zusammenwachsen" (Freud 1923).

Die eigentliche Psychoanalyse wird in der Krankenbehandlung nur noch selten angewendet. Meist werden von ihr abgeleitete Verfahren mit geringerem Aufwand für Arzt und Patient mit ähnlich gutem Erfolg angewendet. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien (einschließlich Kurz- und Intervalltherapien) streben eine Begrenzung des Behandlungsaufwandes an. Insbesondere die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie leitet sich von der Psychoanalyse ab. Bedauerlicherweise ist die Datenlage bezüglich des Erfolges analytischer Behandlungen im Vergleich zur medikamentösen Therapie aber auch zur Verhaltenstherapie immer noch ungenügend. Psychotherapie im allgemeinen hat keine große Forschungstradition, denn psychotherapeutische Techniken werden von Praktikern der Methode gelehrt oder vom Lehranalytiker übernommen. Das Verfahren basiert überwiegend auf Texten und Erfahrungen herausragender Persönlichkeiten des Faches. Behandlungsempfehlungen basieren überwiegend auf deren anekdotischen Schilderungen. Dies ist in der Medizin jedoch nichts Ungewöhnliches.

Das Verharren in Dogmen hat der Psychoanalyse viel berechtigte Kritik eingebracht. Jede der Therapieschulen nimmt nur einen Bruchteil der Möglichkeiten wahr, die nachweislich geeignet wären, Menschen mit psychischen Störungen und Problemen wirksam zu helfen. Sowohl unter dem Wahrheits- als auch unter dem Nützlichkeitsaspekt sind die reinen Therapieschulen daher überholt. Die Zukunft der Psychotherapie liegt daher in der therapieschulübergreifenden Nutzung der bisher erarbeiteten Erkenntnisse.

Bis heute stehen zahlreiche Hindernisse einer institutionellen Verankerung des Freudschen Denkens nach wie vor im Wege, etwa die Verbindung zwischen Psychoanalysefeindschaft und Antisemitismus, der Siegeszug von Neurologie und Verhaltenstherapie, aber auch die Interdisziplinarität der Psychoanalyse, die es schwierig mache, deren Fragestellungen in einem einheitliche Lehrgebäude zusammenzuführen. Freud hat Zeit seines Lebens immer wieder betont, dass die Psychoanalyse eher ein Gestus des Denkens als eine kohärente Theorie ist. Seine Arbeiten zur Traumanalyse und Kulturtheorie, zur Religionsgeschichte und klinischen Psychologie hat er nicht als Räume ein und desselben Denkgebäudes angesehen, sondern als Fragmente eines "work in progress", die zwar aufeinander bezogen sind, sich jedoch unter keinem Oberbegriff subsumieren lassen. So stellen sich zahlreiche Fragen, etwa welche Kenntnisse gehören zum Basiswissen, und welche werden erst im Laufe weiterer Spezialisierung erworben? In welchem Verhältnis stehen psychoanalytische Theorie und therapeutische Praxis? Und wie lässt sich der Interdisziplinarität der Psychoanalyse Rechnung tragen, ohne sie zum Sammelbecken multipler "Methoden" herabzusetzen?
Quelle: http://www.freitag.de/wissen/1002-psychoanalytische-hochschule-berlin (10-01-17)

Siehe auch die kritische Würdigung der Psychoanalyse aus der Sicht einer Modernen Psychologie: Welche Rolle spielt Freud heute?

Die Wurzeln der Psychoanalyse in der Antike

Die Literatur- und Kulturwissenschaftler Claudia Benthien, Inge Stephan und Hartmut Böhme haben die Freudsche Psychoanalyse und ihr Verhältnis zur Antike in einem Band mit Beiträgen einer Berliner Tagung dargestellt. Sie zeigen darin, dass die Archäologie zu den wichtigsten Metaphern der Psychoanalyse gehörte und ihre Wirkung über den gesamten Zeitraum von Freuds wissenschaftlicher Tätigkeit entfaltet. Freud hat die Psychoanalyse von Anfang an mit der Archäologie verglichen und deren Wortschatz benutzt: ausgraben, aufdecken, enthüllen, rekonstruieren, er hat aber auch immer an dem Unterschied festgehalten, dass für die Archäologie die Rekonstruktion das Ziel sei, während für die Psychoanalyse die Konstruktion nur eine Vorarbeit sei. Freud besaß eine umfangreiche Sammlung kleiner antiker Objekte, wobei die Antike ihm als Material diente, das seine Theorie bestätigte, und zugleich als Quelle, die ihm neue Erkenntnisse über das Seelenleben ermöglichte. Als Meister des anachronistischen Umkehrschlusses projizierte Freud die Gegenwart in die Vergangenheit zurück und interpretierte diese als vorweggenommene Gegenwart. Die Bedeutung antiker Mythen für Freud vom Motivischen und Narrativen reichte bis zum Metapsychologischen, d.h., der Rückgriff auf die Antike war für die Psychoanalyse konstitutiv und machte diese zu einem Sonderfall der modernen Wissenschaftsgeschichte.

Die Wiener Psychoanalytische Vereinigung

Nachdem Freud durch die Veröffentlichung von "Studien über Hysterie" (1895), "Die Traumdeutung" (1900) sowie "Zur Psychopathologie des Alltagslebens" (1901) die ersten Grundlagen zur psychoanalytischen Theoriebildung gelegt hatte, versammelte er 1902 die sogenannte Mittwochsgesellschaft, Kollegen, die sich für die psychoanalytische Methode interessierten, zur gemeinsamen Arbeit am Mittwoch Abend in seinen Arbeitsräumen. Seit 1908 nennt sich diese Gruppe Wiener Psychoanalytische Vereinigung, die als Verein am 12. Oktober 1910 offiziell gegründet wurde. Im selben Jahr wurde auch die Internationale Psychoanalytische Vereinigung ins Leben gerufen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die psychoanalytische Technik soweit entwickelt, daß sie sich von "wilder" Psychoanalyse unterscheiden ließ (1910) und für Mitglieder, die sich Psychoanalytiker nennen wollten auch formuliert werden konnte (vgl. Ratschläge für den Arzt bei der psychoanalytischen Behandlung 1912). 1917 veröffentlichte Freud schließlich die "Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse", in der die Psychoanalyse nicht nur als Methode, sondern auch als durch methodische Arbeit mit dem Unbewußten entstandenes Theoriegebäude dargestellt wird.

Nach dem ersten Weltkrieg und dem Internationalen Kongreß in Budapest 1918 setzt eine Tendenz zur Systematisierung der Ausbildung zum Psychoanalytiker ein, die 1920 in Berlin und 1924 in Wien zur Institutionalisierung der "Lehranalyse" in den Lehrinstituten als unabdingbare Forderung der Ausbildung führt. Seit dieser Zeit kann sich nur dann jemand PsychoanalytikerIn nennen, wenn er/sie sich neben dem theoretischen Studium einer eigenen Psychoanalyse unterzogen hat. Von 1920 &endash; 1933 erlebt die Psychoanalyse eine starke Ausbreitung und wird zu einer führenden Psychotherapieform. Ab 1933 setzt in Deutschland der Mißbrauch und die Zerstörung der Psychoanalyse durch den Nationalsozialismus ein. 1938 wird die Wiener Psychoanalytische Vereinigung am Tag nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich aufgelöst. Bis auf zwei Mitglieder konnten alle ins Ausland fliehen und entfalten später vor allem in Großbritannien und den Vereinigten Staaten großen Einfluß im Bereich der Psychiatrie, Psychologie, Sozialarbeit und psychosomatischen Medizin (vom kulturellen Einfluß und den Geisteswissenschaften soll hier nicht die Rede sein). Zum Zeitpunkt der Auflösung umfaßte die Wiener Psychoanalytische Vereinigung 68 Mitglieder. Sie betrieb nicht nur ein Lehrinstitut, sondern auch ein Ambulatorium zur Behandlung unbemittelter Patienten.

Am 10. April 1946 konnte die Wiener Psychoanalytische Vereinigung unter August Aichhorn ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, fand sofort Anschluß an die Internationale Psychoanalytische Vereinigung und setzte auch ihre Lehrtätigkeit fort. Erst Ende der 60er Jahre nahm infolge der Studentenbewegung das Interesse an der Psychoanalyse wieder zu und die Zahl der Auszubildenden nahm deutlich zu. Der Internationale Psychoanalytische Kongreß 1971 in Wien verstärkte diese Tendenz. Die WPV ist heute der größte psychoanalytische Verein in Österreich und verfügt über das größte Lehrinstitut in Wien. Insgesamt haben wir 68 Mitglieder und 124 Kandidaten (Psychoanalytiker in Ausbildung). Seit 1993 veröffentlicht sie ein BULLETIN im Picus Verlag in Wien. Ihre Beratungsstelle für PatientInnen wurde 1997 in ein Ambulatorium umgewandelt.

Entstanden unter Verwendung von http://www.neuro24.de/analytische_therapie.htm (01-11-16) http://www.wpv.at/geschichte.htm (05-11-06)

Der Einfluss der Psychoanalyse

Eva Illouz (University in Jerusalem) kommt in ihren Forschungen (Die Errettung der modernen Seele) zu dem Schluss, dass der „therapeutische Diskurs“ alles determiniert, was man über das Innenleben sagen kann, denn Menschen haben keine Seele mehr, sondern nur noch eine Psyche oder ein Selbst. Da es allzu umständlich wäre, ständig zwischen Psychoanalyse, Psychologie, Psychotherapie, Psychiatrie, Neurologie zu unterscheiden, dominiert dabei die Freudsche Diktion den Diskurs, was man leicht daran überprüfen kann, wenn man versucht, einen inneren Konflikt darzustellen, ohne auf psychoanalytisches Vokabular zurückzugreifen. Das Charisma Freuds, sein Organisationstalent, seine Fähigkeit, selbst Kritiker zu vereinnahmen, sein Gespür für die zentralen Fragen moderner Identität, aber auch seine Vorlesungen 1909 an der Clark University vor der versammelten psychiatrischen und neurologischen Elite, sind die Ursachen dieser Dominanz der Psychoanalyse. 1911 wurde die erste amerikanische Psychoanalytische Gesellschaft in New York gegründet, womit die Psychoanalyse Anschluss an die weiter fortgeschrittene Modernisierungsbewegung und die Popkultur fand. Freuds Konzepte funktionieren zugleich auf der Ebene der Theorie und als alltägliche Denkschablonen, wodurch das Triviale und Alltägliche mit einer Sinnhaftigkeit aufgeladen wurde, mittels derer sich das Selbst formieren kann. Wie Marx den Wert des Menschen über die Arbeit konstruierte, gab Freud ihm das kognitive Werkzeug an die Hand, um sein Selbstsein in der häuslichen Sphäre zu denken, wobei er die kleinen Störungen des Alltagslebens in die Nähe extremer Pathologien rückt, sodass er förmlich nach der Hilfe von Experten schreit und der Grundstein zum Psycho- und Ratgebermarkt gelegt ist. Illouz zeigt, dass Macht nun neu als Fähigkeit definiert wird, seine Gefühle jederzeit unter Kontrolle zu halten. Die Entdeckung der Emotionalen Intelligenz entlarvt Illouz als ein Mittel der Profitmaximierung und seit den 1990er Jahren dominiert eine Erzählung des Selbst, die von Krankheit und Opferrollen handelt.

Quelle: Fessmann, M. (2009). Der Einfluss der Psychoanalyse, Tagesspiegel vom 26.07.2009.

 

Individualpsychologie: Alfred Adler (1870-1937)

Adler stellt mit der Individualpsychologie, einem vor allem aus der Therapiepraxis entstandenen psychologischen System, ein erstes Gesamtpsychotherapiemodell vor, das sowohl die normale Psyche als auch Neurosen, Psychosen, Psychopathien, Prävention und Rehabilitation umfasst. Adlers Persönlichkeitstheorie, seiner Beschreibung und Erklärung des Phänomens seelischer Krankheit, der von ihm betonten Nähe seines psychologischen Systems zu anderen Wissenschaftsbereichen, vor allem zur Pädagogik und Soziologie, ist eine teleologisch-ganzheitliche und die Aktivität des Subjekts betonende Sichtweise immanent, die ebenfalls sehr aktuell anmutet.

Schon in der Zeit vor seiner Zusammenarbeit mit Freud trat Adler für die Sozialmedizin ein und machte auf die gesellschaftlichen Faktoren der Krankheitsentwicklung aufmerksam. Der Name "Individualpsychologie" betont die unteilbare Einheit von Körper, Seele und Geist des "Individuums", was auch als Abgrenzung gegenüber dem Freudschen Persönlichkeitsmodell gedacht, das mehrere miteinander in Konflikt liegende psychische Instanzen postuliert. Bei Adler zieht das gesamte seelische Geschehen an einem Strang. Zwar unterscheidet er wie Freud zwischen bewussten und unbewussten Vorgängen, aber das Unbewusste führt kein den Tendenzen des Bewusstseins entgegengesetztes Eigenleben. Auch die verschiedenen psychischen Funktionen wie Denken, Fühlen, Handeln, Wahrnehmen, Lernen stehen alle im Dienst einer einheitlich ausgerichteten Motivation. Die Individualpsychologie geht nicht von einzelnen Elementen aus, sondern vom Menschen als einem organischen Ganzen. Die Nähe der Ideen Adlers zur Ganzheits- und Gestalttpsychologie wird häufig hervorgehoben. Adlers Lehre ist zudem eine Sozialpsychologie der Persönlichkeit, denn der Charakter bildet sich als Resultat der Begegnung mit anderen Menschen, das ganze seelische Geschehen ist darauf ausgerichtet, einen Platz in der Gemeinschaft zu finden. Die Gemeinschaft ist andererseits zu ihrer Verwirklichung und Entfaltung auf das Individuum genauso angewiesen, wie das Individuum zu seiner Selbstentfaltung der Gemeinschaft bedarf. Damit leugnet Adleraber nicht, dass es Widersprüche zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Anforderungengeben kann.

Das Minderwertigkeitsgefühl gehört nach Adler zur Grundsituation jedes Menschen. Es entsteht aus dem Erleben des kleinen Kindes, im Vergleich zu seiner Umgebung, der Erwachsenenwelt, hilflos, schwach und abhängig zu sein. Das Minderwertigkeitsgefühl wird in der Folge zur treibenden Kraft: Wer sich vollkommen fühlt, ist nicht motiviert zu lernen. Im "Sinn des Lebens" (1933a, 1973) führt Adler sogar allen Fortschritt in der Kultur und Zivilisation auf die menschliche Ausgangsposition der Minderwertigkeit zurück. Die Lehre vom Minderwertigkeitsgefühl und dessen Kompensation wurde zum Kernstück der Adlerschen Persönlichkeits- und Neurosentheorie. Anders als Freud hat Adler kein eigenes Entwicklungsmodell vorgelegt, allerdings weist der Begriff der "Entwicklungsaufgabe" (Havighurst 1972) theoretisch und praktisch einige Ähnlichkeit mit Adlers Konzept der "Lebensaufgaben" auf. Entwicklung beinhaltet sowohl nach Adler als auch nach Havinghurst ein lebenslanges Überwinden von Problemen, das dem Individuum eine aktive Rolle bei der Gestaltung einräumt.

Nach seinem Tod und vor allem nach der fast vollständigen Auflösung der Individualpsychologie in den deutschsprachigen Ländern während des 2. Weltkriegs (Adler war bereits 1935 in die USA emigriert) geriet seine Schule zunehmend in Vergessenheit und/oder in Misskredit und ist länger als die Psychoanalyse stumm geblieben. Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts jedoch entwickeln seine Anhänger neues Selbstbewusstsein, publizieren und institutionalisieren sich.

Quellen


L'enfant terrible de la Psychoanalyse: Jacques Lacan (1901-1981)

Jacques-Marie Emile Lacan wird ein Jahr nach Freuds Veröffentlichung der "Traumdeutung" in Paris geboren.

Er studiert Medizin, wird Psychiater und promoviert im Jahr 1932 mit einer Arbeit über Paranoia. Zugleich setzte er sich mit der Philosophie auseinander - Spinoza, Hegel, später Husserl und Heidegger. Mit grossem Interesse beobachtet Lacan die surrealistische Bewegung, vor allem die Sprachexperimente André Bretons. Er führt den Begriff imaginär ein: die Beziehung zum Du ist eine Illusion, eine Sinnestäuschung, sowie den Begriff der Symbolik: die im Wort, in der Sprache zum Ausdruck kommt, durch deren Erwerb das Kind in unsere Kultur aufgenommen wird, sowie an ihr teilnehmen kann und die es dem Kind ermöglicht, die imaginäre Beziehung zu seiner Mutter zu durchbrechen.

Ein Skandal auf einem Kongreß in Marienbad war der Beginn einer subversiven Haltung Lacans gegenüber psychoanalytischen Institutionen, die ihn zeit seines Lebens begleitete. Im Jahr 1953 gründet er mit seinen Getreuen eine neue analytische Vereinigung, La Société française de la psychoanalyse, die SFP. Er hält wöchentlich Vorlesungen, deren Inhalt die Auseinandersetzung mit den Texten Freuds ist.

Im Schaffen Lacans kann man drei Phasen unterscheiden. In der ersten Phase dominierte der Einfluß der Phänomenologie, speziell von Hegel und Husserl. Ausdruck dafür war Lacans Theorie des Spiegelstadiums. In seiner zweiten Phase bezieht sich Lacan auf die Struktur des Unbewussten bei Freud, das er von der Sprache her deutet. Für ihn ist das Unbewusste nicht der Ausdruck eines polymorphen Triebpotentials, sondern sprachlich strukturiert. "Das Es spricht" heißt bei Lacan: "Die Sprache spricht". In der dritten Phase kokettierte Lacan schließlich mit seiner Rolle als "Meister des Undarstellbaren". Er befaßte sich mit der Kunst der Knoten und des Flechtens und übernahm den Begriff des "Mathems": Das bedeutet ein Wissen, das nicht mehr gelehrt werden kann.


Analytische Psychologie: Carl Gustav Jung (1875-1961)

Analytische Psychologie Carl Gustav JungC.G. Jung wird am 26. Juli 1875 in Kesswil am Bodensee, im Kanton Thurgau, geboren. Er ist der Sohn des evangelisch-reformierten Pfarrers Johann Paul Achilles Jung und von Emilie Jung, geborene Preiswerk aus Basel.

1895, also im Alter von zwanzig Jahren, beginnt Jung sein Studium an der Universität Basel. Nach langen unsicheren Überlegungen, in denen er zwischen Natur- und Geisteswissenschaft schwankt, entscheidet er sich für Medizin weil dieser Studiengang naturwissenschaftliche Fächer, gleichzeitig aber auch vielfältige Möglichkeiten wissenschaftlicher Betätigung offenlässt. Im Anschluß an sein Studium wird Jung Assistent an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Sein Lehrer ist Eugen Bleuler, Professor für Psychiatrie.

1902 hört er ein Semester bei Pierre Janet in Paris, um seine Kenntnisse in der Psychopathologie zu vertiefen. Anschliessend geht er wieder an die Burghölzli-Klinik unter Leitung von Bleuler. Die wissenschaftlichen Untersuchungen an der Klinik führen nach einem Jahr zur Publikation über eine von Jung eingeführte Methode, das "Assoziations-Experiment". 

1905 kann er sich habilitieren und ausserdem die Funktion eines Oberarztes übernehmen. Er wird im gleichen Jahr Privatdozent für Psychiatrie an der Universität Zürich und es folgen vielfältige Einladungen zu Vorlesungen im Ausland, insbesondere in den USA. Im Laufe seines Lebens erhält Jung mehrere Ehrendoktorate. Ab 1909 unterhält er neben allen Verpflichtungen eine Privatpra-xis in seinem Haus in Küsnacht am Zürichsee, seine Kliniktätigkeit gibt er zugunsten dieser Praxis auf. 

In das Jahr 1907 fällt die erste persönliche Begegnung mit dem um 19 Jahre älteren Sigmund Freud, ausgelöst durch die Lektüre des Buches "Die Traumdeutung". Die Eigenständigkeit der Jungschen Gedankenwelt führt jedoch bald zu Differenzen mit Freud und schliesslich zum Bruch. 1913 trennt sich Jung endgültig von Freud und der psychoanalytischen Gruppe und geht seinen eigenen Weg.

In der Jungschen oder Analytischen Therapie gilt der Traum als der wichtigste Wegweiser zum Unbewussten. Hier findet die Begegnung mit den Archetypen statt, die durch die Traumbilder zu uns sprechen. Einer der wichtigsten Aspekte jeder Therapie liegt für Jung in der Individuation, in der Selbstwerdung, in der Begegnung mit "dem Göttlichen in uns selbst". 

Körperorientierte Therapie: Wilhelm Reich (1897 - 1957)

Wilhelm Reich, ein weiterer Schüler Freuds hatte sich zum Ziel gesetzt, die Triebenergie "Libido" als physische Kraft zu erforschen. 1940 fand er sie und nannte sie ORGON. Er entdeckte sie in allen Lebewesen, am Himmel und in der Atmosphäre und fand einen Weg, Orgon effektiv für die heilende Arbeit einzusetzen: den Orgon-Akkumulator. Wilhelm Reich ist der "Vater aller Körper-Psychotherapien", er entdeckte die energetische Ursache der Klimakatastrophe und legte Grundsteine dafür, dass wir heute in rationaler Weise mit "Bioenergie" und "feinstofflicher" Energie naturwissenschaftlich, psychiatrisch, medizinisch und spirituell arbeiten können.

Verschiedene Körper- und Gymnastikübungen lassen uns Verspannungen, Energieblockaden oder Charakterpanzerungen im Körper spüren. Zahlreiche körperorientierte Therapieformen arbeiten mit diesen im Körper abgelagerten Informationen und führen in entspanntes lustvolles Erfahren des Daseins.

Daseinsanalyse: Ludwig Binswanger (1881-1966)

Die Daseinsanalyse verdankt ihre Entstehung und Entwicklung den geistigen Erneuerungen, die auf die beiden Weltkriege folgten. Im Bereiche der Psychiatrie entstand in den zwanziger Jahren eine Bewegung, die teils durch die Auseinandersetzung mit der Freudschen Psychoanalyse, teils durch ein wissenschaftliches Unbehagen über die traditionelle, systematisierende klinische Psychopathologie ausgelöst, nach einem neuen Grundlagenverständnis menschlicher Existenz und deren Störungen forschte. Im besonderen wurde die einseitig naturwissenschaftliche Ausrichtung der Psychiatrie und Psychotherapie heftiger Kritik unterworfen. So entstand die "anthropologische" Psychiatrie, begründet durch namhafte Forscher wie Binswanger, von Weizsäcker, Straus, von Gebsattel, Minkowski und Kunz, die bereits vor dem bedeutsamen Jahr 1927 sich an den Werken Schelers, Kierkegaards, an jenen von Brentano, Dilthey, Natorp, Lipps, Bergson und schließlich entscheidend an Husserl, Szilasi und Heidegger orientierten. Weniger bedeutsam war wohl der Einfluß von Jaspers und Sartre, obgleich ersterer selbst von der Psychiatrie her kam und letzterer eine eigene "psychanalyse existentielle" schuf.

Ludwig Binswanger (1881-1966) ist der eigentliche Begründer der daseinsanalytischen Psychiatrie. Zunächst allerdings bezeichnete er seine Forschungsrichtung im Anschluß an die intensive Beschäftigung mit der Phänomenologie Husserls als eine "phänomenologische Anthropologie". Erst 1941 nannte er sie, einer Anregung Wyrschs folgend, Daseinsanalyse. Zu dieser Zeit war Binswanger bereits in entscheidender Weise von den Werken Heideggers beeinflußt, besonders von dessen 1927 veröffentlichter Schrift "Sein und Zeit". 1942 erschien Binswangers Hauptwerk "Grundformen und Erkenntnis menschlichen Daseins", dem später eine große Reihe von Arbeiten über Daseinsanalyse, Sprache und Verhalten Schizophrener sowie Untersuchungen über Melancholie und Manie folgten. Die daseinsanalytische Aufgabe in der Psychiatrie sah Binswanger darin, die jeweilige Gefügeordnung des Daseins eines bestimmten einzelnen Menschen in den Blick zu bekommen, und zwar unabhängig von der Unterscheidung von gesund und krank, von normgemäß und normwidrig. Die Daseinsanalyse Binswangers entsprang nicht, wie etwa die Psychoanalyse, einem therapeutischen, sondern einem "wissenschaftlichen" Impuls, der in der Unzufriedenheit gründete, daß der Psychopathologie ein eigentlicher erkenntnistheoretischer Grund und Boden fehle. Eine neue, von Binswanger inaugurierte Untersuchungsmethode sollte es der Psychiatrie ermöglichen, die konkreten, unmittelbar wahrnehmbaren psychopathologischen Symptome und Syndrome phänomenologisch zu verstehen und zu beschreiben. Schritt für Schritt wies der Begründer der Daseinsanalvse nach, wo und wie die naturwissenschaftliche Denkmethode im Bereich menschlichen Verhaltens zu kurz greift und ausgerechnet das spezifisch Menschliche des menschlichen Existierens verpaßt. Dabei stützte er sich zur Hauptsache auf Heideggers Destruktion der Grundidee von Descartes, die zur Subjekt-Objektspaltung der Welt geführt hatte, welche Binswanger das "Krebsübel" der Wissenschaft nannte. Es lag ihm viel daran, diese Subjekt-Objektspaltung auch im Bereich des psychiatrischen Vorstellens zu überwinden, was er anhand zahlreicher daseinsanalytischer Darstellungen von Lebensgeschichten schizophrener Kranker veranschaulichte.

Binswangers psychiatrische Daseinsanalvse befruchtete vor allem die moderne Schizophenie- und Psychopathieforschung. An die Stelle der klinischen Symptomatologie und Pathologie trat der psychotische oder psychopathische Mensch und seine Welt, der Mensch in und mit seiner Welt. Die "Welt" ist aber immer "Mitwelt"; nach Binswanger steht der Mensch in einem "dualen Seinsmodus", in einer "existentiellen Kommunikation", welche auch die Beziehung von Arzt und Krankem im Rahmen eines "Übertragungs-" und "Widerstandsverhältnisses" sprengt und zu einem "Miteinander- und Füreinander-Dasein" wird. Binswanger warf denn auch Heidegger vor, durch die "Reduktion" des In-der-Welt-seins auf die "Sorge", das Phänomen der "Liebe" als ein Über-die-Welt-hinaus-Transzendieren vernachlässigt zu haben. Dieses Mißverständnis der Sorgestruktur des Daseins von Seiten Binswangers führte in der Folge zum Bruch mit Heidegger und der Zürcher Schule der Daseinsanalyse. Die "Sorge" im Sinne von Heideggers "Sein und Zeit" ist nämlich nichts anderes als die existenziale Grundverfassung des Daseins. Im In-der-Welt-sein gründen deshalb alle möglichen Verhaltensweisen der Liebenden wie der Hassenden, der Fürsorge für den Mitmenschen und die Dinge dieser Welt, letztlich auch die psychiatrisch-psychotherapeutische Praxis.

Ziel der daseinsanalytischen Psychotherapie ist es, den faktischen Vollzug der menschlichen Freiheit in grösstmöglichem Ausmaße zu gewährleisten, bzw. wiederherzustellen. Dies gilt für jede Art von Freiheitsbeschränkung und für jede Art medizinischer Therapie. So zielt beispielsweise auch ein chirurgischer Eingriff bei einer Knochenfraktur oder die intermedizinische Betreuung eines bettlägrigen Infarktpatienten letztlich immer auf die Wiederherstellung der Bewegungsfreiheit des Kranken, einer Bewegungsfreiheit allerdings, die über die psychologische Mobilität des erkrankten Organs hinausreicht. Der ans Bett gefesselte Kranke ist in viel stärkerem Maße in allen seinen Weltbezügen gestört, als die naturwissenschaftlich erfaßbare Bewegungsbehinderung erahnen läßt. Da jedes Weltverhältnis gestimmt ist und die Offenständigkeit wesentlich von der Gestimmtheit abhängt, geht es in der Psychotherapie zunächst und in besonderer Weise um eine Umstimmung. Solche Umstimmung erfährt der Mensch allerdings nicht durch ein intellektuelles "Analysieren" im Sinne der Bewußtwerdung "unbewußter" Strebungen oder etwa durch die unreflektierte Annahme fremder Hilfe, sondern immer nur in der ständig geübten "Analyse" als Durchsichtig-Werden-Lassen verborgener Motivationen. Aus dieser Sicht ergibt sich folgerichtig, daß die Daseinsanalyse nicht eine von vielen psychotherapeutischen Schulen sein kann, sondern eine Betrachtungsweise darstellt, der es um die Erforschung jener Phänomene geht, die allen Schulen und allen Verhaltensweisen von Menschen, die anderen helfen können, gemeinsam sind. Das Bedenken des gesunden und kranken Mensch-Seins ermöglicht erst die praktische Arbeit des Psychiaters und Psychotherapeuten, die ja ganz wesentlich von dessen jeweiligem Weltverhältnis mitbestimmt wird.

 

Katathym imaginative Psychotherapie

Im Zentrum der Katathym imaginativen Psychotherapie stehen Imaginationen, die durch gefühlsmässige Gestimmtheit motiviert und gelenkt werden. Das Setting stellt dafür den Imaginationsraum zur Verfügung. Weitergehendes Bearbeiten, Vertiefen und Integrieren des imaginierten Materials erfolgt im Gestaltungsraum und im Gesprächsraum. Diese Therapieform beruht einerseits auf der Psychoanalyse mit ihren Weiterentwicklungen, andererseits verfügt sie über ein weit ausgebautes technisches Verfahren und dient dem Bearbeiten von Konflikten, dem Erschliessen von Ressourcen und dem Fördern kreativer Prozesse. Das griechische Wort katathym heisst den Gefühlen gemäss.

Die Katathym imaginative Psychotherapie hat sich in der Behandlung von neurotischen, funktionellen und psychosomatischen Beschwerden bewährt und kommt zur Krisenintervention und Trauma-Behandlung, neuerdings auch im Rahmen der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen zur Anwendung. Die Methode der KiP wird für Kurzzeittherapien und für Behandlungen über einen längeren Zeitraum eingesetzt. Sie eignet sich für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche, sowohl für das Einzelsetting als auch für das Paar- und Gruppensetting.

Praktisches Vorgehen

Imaginationsraum: Nach der Entspannung, die eine psychophysiologische Umstellung bewirkt und die Aufmerksamkeit auf innerseelische Prozesse lenkt, schlägt der/die TherapeutIn ein Motiv (z.B. Bach, Haus, Bezugsperson etc.) vor. Dadurch werden aktuelle Stimmungen, bewusste und unbewusste Konflikte sowie Ressourcen angesprochen und zur Entfaltung in Bildern, Szenen und Geschichten angeregt. Innere Befindlichkeit wird so in sinnenhaft wahrnehmbarer Form symbolisch dargestellt.
Im Unterschied zu den Nachtträumen beschreibt der Tagträumer alles, was er beobachtet und sich vor seinem inneren Auge abspielt. Entsprechend kann der Therapeut im Dialog mit dem Patienten diesen während des Imaginierens begleiten: Er kann ihn vor zu grosser Angst schützen, ihn durch empathisches Verstehen zu weiterer Exploration anregen, ihn in der Konfrontation mit Konfliktmaterial unterstützen, ihn zu neuen Verhaltensweisen und Beziehungserfahrungen ermutigen u.a.m.

Gestaltungsraum: Der Patient gestaltet malend oder beschreibend die imaginierten Bilder, Szenen und Geschichten zu Hause weiter und reichert sie mit seinen Einfällen an. Der durch die Imagination angeregte Prozess wird dadurch auch zwischen den Therapiestunden fortgesetzt.

Gesprächsraum: In Gesprächen wird das Erlebte, Erforschte und Erarbeitete explizit mit aktuellen Konflikten und der Lebensgeschichte verbunden mit dem Ziel, diese sinnvoll in den biographischen Kontext zu integrieren. Neue Verhaltensmöglichkeiten im Alltag werden ins Auge gefasst.

Quelle: Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Katathymes Bilderleben. WWW: http://www.sagkb.ch/ (05-11-11)

Was sind die Effekte von psychoanalytischer Psychotherapie?

Freuds Wunscherfüllungstheorie erwies sich als nicht zutreffend, ebenso seine Spekulationen über die symbolische Bedeutung von Träumen. (...) Trotz dieser Situation stellt die Traumdeutung nach wie vor eine wichtige Stütze psychoanalytischer Behandlung dar, die sich, wie auch die übrigen Lehrsätze dieses gedanklichen Spekulationsgebäudes nicht mit den Ergebnissen neurobiologischer Forschung in Einklang bringen lassen. Die nun schon fast ein Jahrhundert dauernde Ignoranz der psychoanalytischen "Schulen" gegenüber den Ergebnissen der experimentellen Psychologie und Physiologie steht in der Geschichte der Humanwissenschaften beispiellos dar." (S. 557f)
Birbaumer, Niels & Schmidt, Roland F. (1999). Biologische Psychologie. Berlin: Springer.

Dazu schreibt Norbert Hartkamp (1997; Hervorhebungen von mir, W.S.):

Die bisherige Befundlage zur Frage der Ergebnisse von psychoanalytischer Psychotherapie berechtigt zu der Erwartung, ihre Wirksamkeit auch in kontrollierten Studien empirisch nachweisen zu können. Demgegenüber ist die Frage nach den spezifischen Wirkmechanismen, nach dem "Wie" des Zustandekommens seelischer Veränderung in psychoanalytischer Psychotherapie und nach dem Verhältnis unspezifischer - in jeder Form von Psychotherapie wirksamer - und spezifisch-psychoanalytischer Wirkfaktoren keineswegs geklärt. Tatsächlich bestehen zu dieser Frage unter Psychoanalytikern höchst unterschiedliche Auffassungen nebeneinander.

(...)

Sicherlich ist die sich auf spezifische Wirkmechanismen richtende Forschung - etwa im Hinblick auf die Entwicklungen des Gesundheitssystems - nicht von gleicher unmittelbarer Dringlichkeit, wie die Frage nach Effektivität und Effizienz von psychoanalytischer Psychotherapie; wenn sich psychoanalytische Psychotherapie im Konzert unterschiedlicher psychotherapeutischer Verfahren jedoch langfristig behaupten will ist es unumgänglich, auch die Frage nach den spezifischen Wirkfaktoren von psychoanalytischer Psychotherapie einer Klärung näherzubringen.

Vor dem Hintergrund der skizzierten (1997, W.S.) Befundlage können wir festhalten:

Unklar ist hingegen, wie sich die Effektivität des Verfahrens im direkten Vergleich mit anderen psychodynamisch orientierten und verhaltenstherapeutischen Therapieansätzen darstellt; möglicherweise ist in bestimmten Fällen von schwerer psychischer Krankheit eine langfristige psychoanalytische Behandlung auch den kurz- und mittelfristigen Psychotherapien überlegen, da so wiederholte nur zu Teilerfolgen führende oder gar erfolglos bleibende Therapien vermieden werden können.

Unklar ist ebenfalls, wie sich die Zusammenhänge zwischen der Dauer von psychoanalytischen Behandlungen und dem Therapieergebnis im Hinblick auf die zeitlichen Charakteristika des Veränderungsprozesses und im Vergleich zu anderen Therapiemethoden darstellen; unklar ist auch, welchen Einfluß die besonderen Umstände des therapeutischen Settings (Behandlung im Liegen, mehrfach wöchentliche Therapiesitzungen) auf die Ergebnisse von psychoanalytischer Psychotherapie ausüben.

Insbesondere ist unklar, ob die Zahl der wöchentlichen Sitzungen einen Einfluß darauf ausübt, dass und in welchem Maße ein "analytischer Prozeß" zustande kommt. In diesem Zusammenhang ist unklar, ob bzw. in wie weit der Prozeß in psychoanalytischer Psychotherapie als "fortgesetzte, zeitlich nicht befristete Fokaltherapie mit wechselndem Fokus" konzeptualisiert werden kann (...). Ferner ist auch unklar, in welchem Maße repetitive, maladaptive Beziehungsmuster (...) innerhalb der therapeutischen Beziehung zur Bearbeitung gelangen und ob die Bearbeitung repetitiver, maladaptiver Beziehungsmuster innerhalb der therapeutischen Beziehung einen Einfluß auf die therapeutischen Effekte ausübt.

Schließlich herrscht eine weitgehende Unklarheit bezüglich der in psychoanalytischen Psychotherapien spezifisch wirksam werdenden Faktoren. Fragen, die sich hier stellen, betreffen das Veränderungspotential von Deutung und Interpretation in Relation zu emotional erfahrenen Interaktions- und Beziehungsfaktoren und das Zustandekommen von Veränderungen psychodynamisch wirksamer innerer Stukturen, beispielsweise des Über-Ichs, der Objektrepräsentanzen oder auch von Selbst-Anteilen.


Heilende Kraft des Verdrängens

Seit Sigmund Freud 1917 den Begriff der Trauerarbeit prägte, gilt es unter Psychologen als therapeutische Grundregel, dass Menschen sich mit traumatischen Erfahrungen lange und gründlich auseinander setzen müssen, um seelisch damit dauerhaft zu Rande zu kommen. Wer Erlebnisse wie den Tod des Partners, sexuellen Missbrauch oder eben auch die schrecklichen Bilder von Terroranschlägen verdränge, den hole die Vergangenheit irgendwann ein - mit Schlaflosigkeit, Albträumen, Depression oder gar mit Krebs. Der amerikanische Psychologe George Bonanno hält hingegen Psychotherapien in der Behandlung traumatischer Erfahrungen für überbewertet und meint, dagegen helfe Ablenkung besser als tiefgreifende Auseinandersetzung, denn im traumatisierten New York nahm nach dem 11. September 2001 kaum jemand psychotherapeutische Hilfe in Anspruch. Er widerspricht damit der gigantischen "Traumaindustrie" in den USA, die Therapeuten, Ratgeberverlagen, Talkshow-Moderatoren und Psychopharmakaherstellern viel Geld beschert. Nach Bonanno gibt es weit und breit keine Daten, die diese Theorie auch wissenschaftlich untermauern. Bonanno untersuchte 85 Personen, deren Lebenspartner gerade verstorben war und zeichnete physiologische Daten wie Herzfrequenz und Blutdruck auf, dokumentierte Gestik und Mimik und fragte die Probanden in regelmäßigen Abständen, wie sie ihr Befinden selbst einschätzten. Er stellte fest, dass die Versuchsteilnehmer, die ihre innere Sorgen und Nöte eher leugneten, das traumatische Ereignis objektiv am besten verkraftet hatten. Nach zwei Jahren litten diese von Bonanno als Repressoren bezeichneten Menschen nur noch selten unter klassischen Trauersymptomen wie Weinkrämpfen oder Mutlosigkeit. Das Ergebnis veröffentlichte er 1995 unter dem Titel "Warum es keine schlechte Idee ist, unangenehme Emotionen zu vermeiden". Inzwischen zeigen auch andere Untersuchungen, wie sinnvoll es sein kann, der Trauer den Rücken zu kehren, ohne sie zuvor bis in den letzten Winkel auszuleuchten. So belegt etwa eine Studie an homosexuellen Männern, dass diejenigen, die sich bemühten zu verstehen, was der Tod ihres Partners bedeutet, sich nach einem Jahr psychisch wesentlich schlechter fühlten als unmittelbar nach dem Verlust.

Verdrängen hilft aber nicht nur im Trauerfall, sondern auch bei anderen traumatischen Erfahrungen. So führte Bonanno Gespräche mit mehr als sechzig Frauen, die als Kinder sexuell missbraucht worden waren. Dabei stellte der Psychologe fest, dass jedes dritte Opfer der Frage, was die traumatischste Erfahrung ihres bisherigen Lebens gewesen sei, auswich. Sie erwähnten Scheidung, Streitereien oder den Tod der Eltern, die Misshandlungen jedoch verschwiegen sie gezielt. Just diese Frauen waren aber mental deutlich stabiler als jene, die frei heraus über den Missbrauch sprachen. Ähnliches gilt wohl auch für die Überlebenden des Attentats auf das World Trade Center. Zwar ist Bonannos Untersuchung noch nicht endgültig abgeschlossen, eine Tendenz lässt sich aber erkennen: "Wer sich nicht zu lange mit dem erlebten Grauen aufhielt, dem geht es heute besser".

Bonannos räumt jedoch ein, dass nicht jeder Mensch in der Lage ist, traumatische Erlebnisse einfach und vor allem erfolgreich zu verdrängen. Eine neue Persönlichkeit kann man sich eben schlecht zulegen. Vor allzu intensiver Auseinandersetzung mit belastenden Ereignissen warnt er trotzdem und setzt stattdessen auf Ablenkung: "Bestimmte Verhaltensstrategien sollte man sich zulegen, denn sie funktionieren schlicht und einfach gut. Das sind Wald-und-Wiesen-Methoden. Sich entspannen, ein Buch lesen, fernsehen oder, wenn einem danach ist, mit Freunden reden."

Quelle: Breuer, Hubertus (o.J.). Die heilende Kraft des Verdrängens.
WWW: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/690710 (05-06-05)

Quellen:
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/PSYCHOLOGIEORD/PsychologieSchulen.html
http://www.fortunecity.de/wolkenkratzer/orbit/823/analytische_therapie.htm (01-11-16)
http://www.4real.ch/psy-thrp.html (01-11-17)
http://bidok.uibk.ac.at/texte/aggressionen-3.html (02-01-25)
Buchheim A, Cierpka M, Kächele H, Taubner S, Kessler H, Wiswede D, Münte T, Roth G (2008). Psychoanalyse und Neurowissenschaften. Neurobiologische Veränderungsprozesse bei psychoanalytischen Behandlungen von depressiven Patienten. Nervenheilkunde, 27, 441-445.
Halmer, Nikolaus (2001). Lacan: Der Mann, der mit den Füßen denken wollte. Die Presse - Spectrum vom 17.11. S. VIII.
Norbert Hartkamp (1997). Psychoanalytische Therapie: Ergebnisse und Prozesse
Was wissen wir - wonach müssen wir fragen? In Volker Tschuschke, Claudia Heckrath & Wolfgang Treß (Hrsg.) Zwischen Konfusion und Makulatur. Zum Wert der Berner Psychotherapie-Studie von Grawe, Donati und Bernauer. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
WWW: http://www.psychotherapie.org/norbert/ergpsy01.html (01-11-26)
Schallehn, Renate (1996). Alfred Adlers Individualpsychologie heute: eine Weiterentwicklung in Theorie und psychotherapeutischer Praxis?
WWW: http://www.goldgrubenverlag.de/schallehn-adler1.htm (03-07-11)
Condrau, Gion (). Daseinsanalyse.
WWW: http://www.daseinsanalyse.com/sfdp/da-allg.html oder http://www.condrau.ch/ (01-12-12)
Rapaport, David (1960). The Structure of Psychoanalytic Theory: A Systematizing Attempt. Psychological Issues, 2, Nr. 2 (Monographie 6).

Bildquellen:
http://www.panoptikum.net/optischetaeuschungen/sigmund-freud.gif (03-01-09)
http://www.pontodestofo.org/estofo/images/site/Lacan%25207.jpg (03-01-09)Analyse-Karikatur Oswald Huber http://www.wissenschaft-online.de/ (05-06-05)



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