Das Vergessen |
Es ist wichtig, sich zu erinnern. |
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Was geschieht im Gehirn, wenn wir vergessen?
Praktischer Tipp |
Lernen und die Verarbeitung unbekannter Informationen basiert darauf, dass Nervenzellen neue Verbindungen miteinander ein gehen. Steht eine Information an, für die es noch keinen Verarbeitungsweg gibt, wachsen von der entsprechenden Nervenzelle feine Fortsätze auf die Nachbarzellen zu, an deren einem Ende sich eine spezielle Kontaktstelle (Synapse) bildet. Über diese tauschen Zellen ihre Informationen aus. Wird eine Information zu selten gebraucht, vergessen wir sie allmählich und der Kontakt löst sich wieder auf. Vermutlich ist Vergessen die wichtigste Eigenschaft des menschlichen Gedächtnisses, denn unser Gedächtnis sammelt nicht wie etwa ein digitaler Speicher eines Computers, sondern es interpretiert und bewertet, sodass unwichtige, schlechte aber auch peinliche Dinge der Vergangenheit aus jeder Rückschau ausgeblendet werden. Kleine Vergesslichkeiten im Alltag passieren auch durch zwei konkurrierende Gehirnprozesse: bei sich häufig wiederholenden Abläufen, z.B. dem Weg zur Arbeit, schaltet das Gehirn auf "Autopilot". Ein Brief, der ausnahmsweise am Weg zur Arbeit eingeworfen werden sollte, gerät dadurch in Vergessenheit. Christopher Pittenger (Yale-University, New Haven) fand mit seinen MitarbeiterInnen in Experimenten mit Mäusen, dass die Gehirnprozesse zu den beiden Vorhaben in verschiedenen Hirnregionen stattfinden. Diese stehen im Wettbewerb zueinander. Schalteten sie bei den Tieren einen der Prozesse aus, übernahm die andere Hirnregion das Kommando. Die Forscher schließen daraus, dass beide Prozesse im gesunden Gehirn parallel arbeiten, sich aber zugleich gegen den jeweils anderen durchsetzen wollen. Über das, was im Gehirn passiert, wenn wir vergessen, gibt es im Wesentlichen zwei Theorien.
Wenn die Gedächtnisspur, wie die erste Theorie behauptet, irgendwann einmal abgebaut würde, dann sollte man umso mehr vergessen, je mehr Zeit seit dem zu erinnernden Ereignis vergangen ist. Dies konnte bisher jedoch nicht gezeigt werden. Im Gegenteil: Ein holländischer Gedächtnisforscher widerlegte die Theorie in einem Selbstversuch. Er notierte seine Erlebnisse täglich auf Karteikarten. Sechs Jahre späer fragte ihn seine Sekretärin nach den Ereignissen jedes Tages. Manchmal brauchte er starke Hilfen, um sich zu erinnern. Zum Beispiel verriet sie ihm, mit wem er an einem bestimmten Tag gesprochen hatte. Dann konnte er sich gut an den Gesprächsinhalt erinnern. So konnte der Wissenschaftler sich an jeden Tag der vergangenen sechs Jahre erinnern. Keine einzige Gedächtnisspur war also ausgelöscht. Bestätigt wird das durch neueste Forschungen der Neurobiologie (Sonja Hofer, Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried), denn es blieben in Versuchen mit Mäusen auch bei Inaktivität die Synapsenverbindungen zwischen den Nervenzellen bestehen. So zeigten Nervenzellen, die für die Verarbeitung von visuellen Informationen zuständig sind, ein deutlich erhöhtes Auswachsen neuer Zellkontakte, wenn sie zeitweise keine Information mehr von dem ihnen zugeordneten Auge bekamen. Nach etwa fünf Tagen hatten sich die Nervenzellen soweit neu verbunden, dass sie nun auf Informationen aus dem anderen Auge reagieren konnten - das Gehirn hatte also gelernt sich mit nur einem Auge zurechtzufinden. Kamen nun wieder Informationen von dem zwischenzeitlich inaktiven Auge, nahmen die Nervenzellen schnell ihre ursprüngliche Arbeit wieder auf und reagierten kaum mehr auf Signale aus dem anderen Auge. Ein Großteil der neu entstandenen Fortsätze blieb bestehen, was darauf hindeutet, dass häufig nur die Synapsen inaktiviert und somit die Informationsübertragungen unterbrochen werden. Da eine einmal gemachte Erfahrung vielleicht später noch einmal gebraucht werden könnte, scheint das Gehirn einige Fortsätze auf Vorrat zu behalten. Wurde nämlich das gleiche Auge zu einem späteren Zeitpunkt abermals inaktiviert, verlief die Neuorganisation der Nervenzellen deutlich schneller - und das, obwohl keine neuen Fortsätze entstanden. Scheinbar Vergessenes lässt sich auf diese Weise also relativ schnell wieder aktivieren, denn die zuständigen Nervenstrukturen sind nicht gelöscht worden, sondern sind jederzeit bereit, wieder aktiviert zu werden. Beim Lernen einmal entstandene Verbindungen zwischen Nervenzellen bleiben also bestehen, auch wenn sie länger nicht gebraucht wurden. Die Informationsübertragung im Gehirn wird bei längerem Nichtgebrauch daher nur zeitweise unterbrochen und die zuständigen Gehirnsynapsen werden inaktiv. Da aber eine einmal gemachte Erfahrung vielleicht später doch noch einmal gebraucht wird, behält das Gehirn die Verbindungen auf Vorrat. Neuronen können sich offensichtlich flexibel umstrukturieren und bestimmte Kontaktstellen bei Bedarf aktivieren oder deaktivieren. Da die Nervenverbindungen bereits bestehen, müssen nur die beteiligten Synapsen reaktiviert werden. Bei einer Reaktivierung organisierten sie sich einfach neu, daher funktioniert Wiedererlernen wesentlich schneller als Neulernen. Daher fällt es Menschen leichter, sich erworbenes aber in Vergessenheit geratenes Wissen oder Fähigkeiten erneut anzueignen. Manche Fertigkeiten wie Radfahren oder Schwimmen werden auch nach jahrzehntelanger Nichtanwendung nicht verlernt, sondern sind sehr rasch aktivierbar. Die Theorie von der Überlagerung oder Störungen durch neue Informationen scheint das Vergessen besser zu erklären. Wir vergessen demnach bestimmte Ereignisse und Dinge, weil sie von interessanteren, wichtigeren Dingen überlagert werden. Vergessen ist also in den meisten Fällen ein "Verlernen" durch neu hinzukommende, aktuellere Inhalte. Das Verlernen ist eine Fähigkeit, die für ein Individuum lebensnotwendig ist, denn hätte man ein "perfektes Gedächtnis", man könnte dann kaum ein anderes Auto fahren als das, in dem man es in der Fahrschule gelernt hat. Man würde immer das Schaltschema, die Anordnung der Bedienungselemente usw. des ersten Autos nie loswerden. Ein Tier in freier Wildbahn, das nichts "vergessen" könnte, würde z.B. immer wieder zur einmal erlernten Futterstelle zurückkehren und könnte auf Veränderungen seiner Umwelt in diesem Bereich nicht mehr reagieren, würde also verhungern. Lernen und Verlernen sind zusammengehörige Fähigkeiten und notwendig zur laufenden Anpassung und Bewältigung einer sich wandelnden Umwelt. Forscher der Universitäten Magdeburg und Regensburg zeigten anhand der Hirnaktivität von Probanden, dass Hemmungsprozesse bei der Entstehung des Vergessen eine maßgebliche Rolle spielen. In dieser Studie von Wimber et al. (2008) wurden 23 Probanden gebeten, bestimmte zuvor gelernte Gedächtnisinhalte (unbekannte Bezeichnungen von Früchten) aktiv abzurufen. Tatsächlich zeigte sich, dass im Anschluss verwandte (d.h. potentiell störende) Gedächtnisinhalte schlechter erinnert bzw. eher vergessen wurden als unverwandte (d.h. potentiell nicht störende), sodass es sich bei dieser Art von Vergessen bzw. schlechterem Erinnern um eine langfristige Schwächung von Erinnerungen durch Inhibition handelt. Am Abruf der schlecht erinnerten Inhalte sind insbesondere jene Hirnregionen beteiligt sind, die für die Reaktivierung schwacher Gedächtnisrepräsentationen zuständig sind. Je mehr abrufinduziertes Vergessen ein Proband zeigte, desto höher die Aktivität in besagten Regionen des Stirn- und Schläfenlappens. Dagegen konnte in Hirnregionen, die bei der kurzfristigen Blockierung von Gedächtnisinhalten eine Rolle spielen sollten, kein vergleichbares Muster gefunden werden. Diese Befunde liefern starke Evidenz für die bisher umstrittene Existenz von hemmenden Mechanismen im menschlichen Langzeitgedächtnis. Vergessen ist daher nicht nur ein passives Ereignis, sondern wird auch durch aktives Erinnern verursacht, denn erinnern Menschen sich etwa an ihre aktuelle Telefonnummer, sorgt das Gehirn gleichzeitig dafür, dass die frühere Telefonnummer weniger abrufbar wird. Diese Überlagerung von Gedächtnisinhalten (abrufinduziertes Vergessen) ist ein normaler Mechanismus, der dabei hilft, das Gedächtnis zu "säubern" bzw. "aufzuräumen. Die Wissenschaftl geht heute davon aus, dass das Gehirn Mechanismen des Vergessens braucht, damit sich ähnliche Wissensinhalte nicht gegenseitig stören. Allerdings läßt der Mechanismus diese "vergessenen" Inhalte nicht völlig aus dem Gedächtnis verschwinden, denn zeigt man den Probanden die Namen der vergessenen Früchte, können sie diese zumindest wiedererkennen.
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Stress macht vergesslich
Siehe dazu auch:
Unangenehme Erfahrungen zu sammeln, zu speichern und mit bestimmten Verhaltensweisen zu verknüpfen, ist eine der wichtigsten Aufgaben des zentralen Nervensystems. Wird eine schlechte Erfahrung aber nicht regelmäßig wiederholt, gerät sie allmählich doch in Vergessenheit. Bisher rätselten Forscher über die genauen Mechanismen, die das langsame Vergessen steuern. Wenn die Erinnerung an ein unangenehmes Erlebnis verblaßt, ist nun die Hypothese von Beat Lutz (Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München), wirken im Gehirn körpereigene Substanzen, wie sie auch in Cannabis vorkommen. In Konditionierungsversuchen lernten Mäuse, ein Tonsignal mit einem leichten Elektroschock in Verbindung zu bringen. Hörten die Mäuse in den folgenden Tagen das Signal, erstarrten sie, auch wenn sie keinen elektrischen Schlag bekamen. Nach etwa elf Tagen begannen sie aber, das Erlebnis zu vergessen und kümmerten sich nicht mehr um den Ton. Anders verhielten sich Mäuse, denen die für Cannabinoide empfindlichen Rezeptoren fehlten: Sie konnten die mit dem Ton verknüpften negativen Erinnerungen nicht verdrängen. |
Die meisten Menschen führen einen ständigen Kampf gegen das Vergessen. Ob es die Telefonnummer ist oder ein Name, an den man sich nicht mehr erinnert, das Gedächtnis scheint sehr unzuverlässig zu sein. Dabei gibt es meist einen einfachen Grund für unsere Alltagsvergesslichkeit: Unsere Lebensweise. Stress ist der größte Risikofaktor für Vergesslichkeit. Wer andauernd zuviele Eindrücke aufnehmen und speichern muss, der ist anfälliger dafür, einiges davon zu vergessen. Neben dieser eher psychologischen Ursache gibt es eine weitere Erklärung für den Erinnerungsverlust. Zu hohe Konzentrationen des Stresshormons Cortisol schädigen wahrscheinlich die Nervenzellen im Gehirn. Die Produktion des Cortisols geht im Gehirn von einer ganz bestimmten Hirnregion aus, dem Hypothalamus. Ein Botenstoff signalisiert der Nebenniere, Cortisol auszuschütten. Das Stresshormon hat eine wichtige Funktion: In einer Gefahrensituation bereitet es den Körper darauf vor, entweder zu kämpfen oder zu fliehen. Damit es nicht zum DauerStress kommt, wirkt das Stresshormon auf den Hypothalamus zurück und stoppt damit seine eigene Produktion. Was passiert, wenn diese Kontrolle nicht funktioniert, zeigt sich zum Beispiel bei Menschen, die Depressionen haben. Bei ihnen reagiert der Hypothalamus nicht mehr auf das Cortisol. Die Folge: Immer mehr Cortisol im Gehirn und damit DauerStress - mit negativen Auswirkungen auf das Gedächtnis. Vor allem bei älteren Menschen mit Depressionen können die Gedächtnisleistungen stark abnehmen. Diese Entwicklung ist allerdings umkehrbar - sind die Depressionen weg, funktioniert auch das Gedächtnis wieder so wie vorher.
Dass Stress vergesslich macht, das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie an Mäusen gezeigt. Durch einen gentechnischen Eingriff ist im Gehirn der Mäuse die Stressregulation ausgefallen - und sie sind deshalb extrem vergesslich. Das konnten die Wissenschaftler durch einen Gedächtnistest zeigen: Sie füllten ein rundes Becken mit Wasser und stellten eine Plattform an eine ganz bestimmte Stelle. Normale Mäuse erinnerten sich nach einigen Trainingsrunden daran, wo die Plattform war - sie schwammen sofort darauf zu. Anders die Stress-Mäuse: Auch nach vielen Übungsrunden fanden sie die Plattform höchstens zufällig.
Außer Menschen mit Depressionen gibt es noch eine andere Gruppe, die erhöhte Stresswerte hat: Marathonläufer. Anscheinend ist vor allem bei älteren Läufern durch die ständige körperliche Belastung der Cortisolspiegel im Gehirn höher als normal. Bei Gedächtnistests schnitten diese älteren Läufer deutlich schlechter ab als Vergleichspersonen - ein weiterer Hinweis über den Zusammenhang von Stress und Gedächtnis. Eine interessante Studie des Londoner Neuropsychologen Neil Martin zeigte die Wirkung verschiedener Düfte, insbesondere von Schokolade, auf die Gehirnaktivität des Menschen. Möglicherweise kann durch Riechen an bestimmten Aromastoffen die Gedächtnisleistung beeinflußt werden. |
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Früheste Erinnerungen von Kindern |
Das frühkindliche Erinnern bzw. eher das Phänomen des "kindlichen Vergessens" wurde von Sigmund Freud mit belastenden sexuellen Tabus und Aggressionen als ödipale Verdrängung erklärt, was inzwischen eher zweifelhaft ist. Heute weiß man, dass verschiedene Faktoren dafür verantwortlich sind, dass das Langzeitgedächtnis aktiviert und die Erinnerungen bleibend gespeichert werden. Das autobiographische Gedächtnis, das für die Speicherung persönlicher Erlebnisse zuständig ist, funktioniert erst richtig, wenn Kinder ihre Muttersprache gut beherschen. Mit zwei bis drei Jahren fängt das Kind an, zu verstehen dass es ein eigenständiges Leben führt und lernt über die Zusammenhänge in seiner Welt, über Gestern, Heute und Morgen. Erst wenn Erlebnisse in einen auf die kindliche Person bezogenen chronologischen Kontext eingeordnet werden können, sind sie später als Erinnerungen abrufbar. Erlebnisse, die ein Kind nicht mit Worten wenigstens ansatzweise beschreiben kann, werden im Gedächtnis nicht korrekt zugeordnet und können später nicht aufgefunden werden. Optimalen Bedingungen zur korrekten Abspeicherung von Erinnerungen erreicht ein Kind meist erst in der Pubertät. Sollte sich ein Kind dennoch detailliert an Ereignisse während der ersten sechs Lebensjahre erinnern, so liegt das vermutlich daran, dass man ihm immer wieder davon erzählt oder Bilder bzw. sogar Filme aus dieser Zeit gezeigt hat. Vieles wird auch von unserem Gehirn "ergänzt" bzw. fabuliert - siehe dazu False Memories. | |
Das Gedächtnis im Alter
Wenn Sie, wie Ihr Telegramm lautet, |
Ältere Menschen klagen häufig über ein nachlassendes Gedächtnis und mangelnde Aufmerksamkeit. Sie haben vor allem Schwierigkeiten beim Einprägen neuer Informationen. Die Gedächtnisstörungen sind ein Teil des normalen Alterungsprozesses und individuell sehr verschieden. Die Ursache ist noch unklar. Es wird vermutet, dass entweder die Inhalte nicht tief genug verarbeitet werden oder dass alte Menschen die Fähigkeit verlieren, unbewußt Gedächtnistricks anzuwenden. Der Abbau des Gedächtnisses im Alter könnte eine Anpassung an die sich wandelnden Aufgaben sein, die das Gedächtnis in verschiedenen Lebensabschnitten erfüllen muss. In jungen Jahren sind Gedächtnisfähigkeiten wie das schnelle Aufnehmen und Behalten von Informationen wichtig, denn Kinder müssen viel Neues lernen - vom Erkennen der Eltern über die Nahrung bis hin zum Schreiben, Lesen oder Binden von Schuhbändern. Und hierfür brauchen die Heranwachsenden einen möglichst schnellen Speicher mit viel Platz. Im Laufe des Lebens nimmt die Erfahrung im Umgang mit neuen Eindrücken zu. Jetzt werden mehr und mehr Strategien angewendet, die dazu dienen, Informationen zu filtern und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Der Erwachsene ist in der Lage, aus der Fülle der auf ihn einströmenden Eindrücke und Situationen diejenigen auszuwählen und abzuspeichern, die er für wesentlich erachtet - sein Gedächtnis nutzt die Lebenserfahrung. Sobald Menschen merken, dass sie vergesslich werden, sollten sie damit anfangen, ihr Gedächtnis täglich zu trainieren. Man kann beispielsweise die Tageszeitung verkehrt herum lesen, aus einem Wort neue Begriffe formen oder beim Einkauf im Supermarkt alles im Kopf zusammenrechnen. Wichtig ist, dass man die Übungen immer wieder variier, denn Routine "schont" das Gehirn. Immer dann, wenn man von einer Gewohnheit abweicht, entstehen neue Verknüpfungen im Gehirn, daher sollte man nicht jeden Tag nur Kreuzworträtsel lösen, sondern auch einmal andere Wortspiele oder Sudoku spielen, um dem Gehirn Abwechslung zu bieten. |
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Kann man das Gedächtnis trainieren?
Ein kurioses Detail aus Immanuel Kants Lebensgeschichte, der häufig mit Merkzetteln arbeitete, um nichts zu vergessen, betrifft die Entlassung seines Dieners Lampe. Um nicht zu vergessen, dass er ihn entlassen hatte, notierte er auf einem seiner Merkzettel: "Lampe muss vergessen werden!" |
Wissenschaftler der Universität Potsdam untersuchen den Altersabbau bei ganz speziellen Gedächtnisleistungen und versuchen herauszufinden, ob sich der Altersabbau durch Training stoppen läßt. Zum Beispiel bei Pianisten: Ein Konzertpianist kann ein Musikstück in verschiedenen Variationen spielen, indem er die Lautstärke und die Abfolge einzelner Töne von Variation zu Variation verändert. Diese verschiedenen Interpretationen ein- und desselben Stückes kann er mühelos wiedergeben, denn sein Gedächtnis hat sie zuverlässig gespeichert. Diese Fähigkeit nimmt jedoch mit dem Alter ab. Ältere Konzertpianisten spielen bei jeder Wiederholung etwas anders, weil sie die Variationen nicht mehr so exakt gespeichert haben - eine Folge des Abbaus des "Klaviergedächtnisses" im Alter. Aber - das haben die Potsdamer Wissenschaftler in ihrer Klavier-Studie herausgefunden - durch regelmäßiges Üben können die älteren Konzertpianisten genauso gut bleiben wie die jungen. Sie können dann ein kompliziertes Stück zweimal exakt gleich spielen - genau wie die jungen Kollegen. Nur durch diese Art Gedächtnistraining konnte ein Meister wie Wladimir Horowitz noch in hohem Alter virtuose Stücke spielen, vermutet man. Das zweite Beispiel: Schachspieler. Großmeister wie etwa der Russe Gari Kasparov sind nicht deshalb so erfolgreich, weil sie besonders viele Spielzüge im Voraus berechnen können. Vielmehr haben sie den Verlauf bereits gespielter Schachpartien im Kopf. Man schätzt, dass ein Spieler wie Kasparov über mehrere einhunderttausend Spielsituationen abgespeichert hat. Während einer Partie vergleicht er die Stellung der Figuren auf dem Brett mit alten Spielen seines Gegners, die er im Kopf gespeichert hat. Er erkennt so, was sein Gegner vorhat. Je mehr Spielsituationen des Gegners er gelernt hat, also je besser sein "Schachgedächtnis" ist, desto eher erkennt er die Strategie des Gegners und kann entsprechend reagieren. Alternde Schachspieler aber vergessen nach und nach immer mehr Spielsituationen. Aber auch hier läßt sich durch Training der Gedächtnisabbau aufhalten - wie bei den Klavierspielern. Spieler wie Victor Kortschnoi können deshalb in hohem Alter immer noch 25-jährige Großmeister schlagen. Auch der Verlust der Merkfähigkeit im Alter läßt sich durch Training ausgleichen. Dies wurde im Rahmen einer Studie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin gezeigt. Die Versuchspersonen mussten sich 30 Begriffe merken, zum Beispiel Hahn, Salami, Kellner oder Hund. Diese Worte wurden ihnen in Zwei-Sekunden Abständen genannt. Ungeübte ältere Teilnehmer konnten meist nicht mehr als drei Begriffe in der richtigen Reihenfolge nennen. Doch mit wenigen Trainingsstunden konnten sie fast ein Dutzend Begriffe richtig wiedergeben. Was in jungen Jahren ohne Übung geht, bedarf jedoch im Alter einiger Tricks. Den älteren Versuchsteilnehmern wurde in den Trainingsstunden die Methode der Orte beigebracht. Mit solchen Gedächtnishilfen können ältere Menschen zwar mit jungen untrainierten Menschen mithalten. Aber: Wenn die jungen Menschen ebenfalls mit Tricks arbeiten, haben ältere Menschen keine Chance. Siehe auch Wie funktioniert Gedächtnistraining? |
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Krankhafter Gedächtnisschwund
Eine Studie der Universität Rostock von Paul Stoll zeigte, dass Menschen mit Atemstörungen im Schlaf - also Schnarchen - weniger Wachstumsfaktoren für Nervenzellen aufweisen. Die bei den Probanden festgestellten Defizite reichen von Gedächtnisstörungen über Konzentrationsschwächen und Reizbarkeit bis hin zu schweren Einschränkungen der Hirnfunktionen.. |
Mit höherem Lebensalter kann es zu krankhaften Störungen des Gedächtnisses und des Denkens kommen, zur sogenannten Demenz. In Deutschland leidet jeder dritte Mensch über achtzig Jahren an irgendeiner Form der Demenz. Die Alzheimersche Krankheit ist die häufigste Form. Sie macht zwei Drittel aller Demenzen aus. Aber auch andere Abbauprozesse im Gehirn (wie bei Parkinson- oder Huntington-Patienten oder Gehirninfarkte und Stoffwechselstörungen) können zu krankhaften Hirnleistungsstörungen führen. Aber nicht jeder Mensch wird in hohem Alter zwangsläufig dement. Dies zeigt eine kürzlich in der Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlichte Studie. Zwar steigt die Zahl der krankhaften Gehirnstörungen mit dem Alter stark an, aber dieser Anstieg scheint sich nach dem 80sten Lebensjahr stark zu verlangsamen. Etwa die Hälfte der über 95-jährigen scheint demnach immun gegenüber Hirnleistungstörungen zu sein. So auch gegenüber der Alzheimerschen Krankheit. DepressionenNeben Alzheimer können auch Depressionen Ursache sein für den krankhaften Gedächtnisverlust im Alter (siehe auch "Stress und Gedächtnisverlust", S. X). Etwa fünf Prozent der Fälle lassen sich auf Depressionen zurückführen. Im Unterschied zu Alzheimer ist dieser Gedächtnisverlust umkehrbar; verschwinden die Depressionen, beispielsweise durch eine Psychotherapie, dann verbessert sich auch die Gedächtnisleistungen wieder. |
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Vergessenskurve
Siehe dazu:
1885 veröffentlichte er die Ergebnisse seiner experimentellen Gedächtnisforschungen. Die Darin dargestellten Untersuchungen waren wahrscheinlich die ersten systematischen Experimente zum menschlichen Gedächtnis. Ebbinghaus arbeitete allerdings nicht mit Stichproben, sondern er selbst war sein einziger Proband. Er brachte sich Serien sinnloser Silben bei, und zwar Konsonant-Vokal-Konsonant-Trigramme wie DAX, BUP und LOC. In einem seiner zahlreichen Experimente lernte Ebbinghaus Listen von 13 Silben auswendig, bis er sie zweimal hintereinander fehlerlos wiedergeben konnte. Nach unterschiedlichen Zeitspannen überprüfte er dann, wie gut er diese Listen behalten hatte. Er maß die Zeit, die er brauchte, um die Listen erneut so gut zu beherrschen, dass er sie wieder zweimal fehlerlos aufsagen konnte. Ebbinghaus wollte wissen, um wieviel schneller der zweite Lerndurchgang im Vergleich zum ersten war. Beispielsweise benötigte er einmal für das erste Lernen einer Liste 1156 Sekunden, aber für das erneute Lernen lediglich 467 Sekunden: er hatte also beim erneuten Lernen 1156 - 467 = 689 Sekunden eingespart. Diese Ersparnis läßt sich als Prozentsatz gegenüber der ursprünglichen Lernzeit ausdrücken: 689/1156 = 59,6 Prozent. Solche prozentuale Ersparniswerte benutzte Ebbinghaus als Standardmaß für seine Behaltensleistung.
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Fast hundert Jahre alt ist eine der merkwürdigsten Erkenntnisse der Lernforschung, die trotz ihres ehrwürdigen Alters erstaunlich wenig beachtet wird: Die Vergessenskurve. Haben wir uns endlich etwas mühsam eingeprägt und so lange wiederholt bis wir es wirklich können, dann ist dieser Inhalt leider noch nicht endgültig gespeichert. Ganz im Gegenteil: Überlassen wir ihn nun seinem Schicksal und prüfen ihn nach ca. einer halben Stunde, wird im Durchschnitt etwa die Hälfte wieder verschwunden sein: Jeder neue, frisch eingeprägte Inhalt versickert mit der beachtlichen Halbwertszeit von etwa 30 Minuten.
Diese schon von Hermann Ebbinghaus beschriebene Vergessenskurve wird dann glücklicherweise bald etwas flacher, doch bleibt im Durchschnitt tatsächlich nicht mehr als etwa ein Fünftel im Gedächtnis. Da wir leider nicht wissen, welches Fünftel des gesamten Stoffes es ist, bleibt nur ein Ausweg, diesen beachtlichen Gedächtnisverlust durch geeignete Strategien wettzumachen und sich endgültig damit abzufinden, dass ein erstmals und neu gelernter Inhalt - so gut wir ihn auch zunächst beherrschen - nach einiger Zeit unweigerlich zum größten Teil verschollen sein wird. Dieses "Verdunstungsbestreben" frisch gelernter Inhalte war wohl schon vor der wissenschaftlichen Beschreibung aus Beobachtungen alltäglicher Lernsituationen bekannt. Und so hat man eine Reihe von Strategien entwickelt, die ein Versickern neu gelernter Inhalte verhindern sollten. Überlernen, OverlearningDie naheliegendste, und tatsächlich auch in erschreckendem Ausmaß verbreitete: Wir lernen eben nicht nur so lange, bis wir einen neuen Inhalt "gerade eben" beherrschen. sondern büffeln darüberhinaus weiter. Wir wiederholen ihn 5,10, 20mal öfter a!s eigentlich nötig und hoffen, dass durch dieses "Überlernen" der Gedächtnisverlust vermindert wird. Das Überlernen unter dem Modebegriff "Overlearning" empfiehlt etwa auch ein "moderner" Lernratgeber, indem er in einem Newsletter schreibt: "Hallo XY, durch das Studium eines bestimmten Sachverhalts über eine gewisse Zeitspanne hinaus werden Sie es schaffen, den Inhalt dieser Sache vorwärts und rückwärts, nach oben und nach unten, aufsagen zu können. Jedenfalls gut genug um sich daran eine Zeit lang genau zu erinnern – nur, um es dann einfach am nächsten Tag, sagen wir nach der Prüfung, vergessen zu haben. Dies geschieht wegen der Erschöpfung Ihres Erinnerungsvermögens – denn Sie haben nicht "overlearned". "Overlearning", oder auch "nachhaltiges Üben", beeinflusst das langfristige Gedächtnis überproportional zum Übungsaufwand. Sobald Sie der Meinung sind, Sie hätten eine Sache verstanden, empfiehlt es sich, diese noch für eine weitere halbe Stunde zu üben, denn das verlängert die Speicherung in Ihrem Gedächtnis um Wochen, Monate und sogar Jahre." Hier genügt ein Blick in die Literatur des 19. Jahrhunderts, um zu sehen, dass diese für Laien naheliegende Strategie nicht anzuraten ist. Zwar konnte Ebbinghaus zeigen, dass bei überlerntem Material für ein Behaltensintervall von 24 Stunden ein Ersparniswert (64,1 Prozent gegenüber 33,8 Prozent) zu erreichen ist, also zusätzlichen Lerndurchgänge somit bei einem nachfolgenden Behaltenstest zu einer erhöhten Ersparnis führten, allerdings gilt dies nur für sinnloses Silben-Material. Bei späteren Versuchen zum Behalten unterschieden sich eine Versuchsgruppe, die einen Stoff nur so lange lernen musste, bis sie ihn gerade beherrschte, von einer Vergleichsgruppe, die im Anschluß an das Erlernen noch eine große Zahl von zusätzlichen Wiederholungen vornahm, am nächsten Tag kaum voneinander. Mit massierten Wiederholungen im Anschluß an eine Lernphase können wir die Vergessenskurve nicht überlisten. Im Gegenteil: Viel besser ist es, nur so lange zu lernen, bis wir einen neuen Inhalt gerade eben beherrschen. Dann überlassen wir ihn am besten eine Zeit lang seinem Schicksal. Wie läßt sich aber der beachtliche Vergessensverlust eines neu gelernten Inhaltes verhindern? Hier hilft nur eine Strategie, die zwar lange bekannt ist aber selten befolgt wird:
Ohne Ungeduld überlassen wir den neu gelernten Inhalt zunächst seinem Schicksal und nehmen bewußt in Kauf, dass ein Teil davon verloren geht. Nach einer geeigneten Zeit führen wir aber eine erste Wiederholung durch und holen den gesamten Stoff wieder auf das Niveau der 100%-igen Beherrschung - um ihn sogleich wieder beiseite zu legen. Denn nun kommt uns eine angenehme Gesetzmäßigkeit entgegen. Zwar werden abermals einige Teilinhalte des eben Wiederholten verlorengehen. Doch der Abfall der Vergessenskurve ist nun nicht mehr so steil wie nach dem ersten Lernen. Die Halbwertszeit ist wesentlich länger geworden und wir können einen viel längeren Zeitraum verstreichen lassen, ehe wir wieder mit einer weiteren Wiederholung die verloren gegangenen Inhalte einfangen. Und so können wir in immer längeren Zeitabschnitten ganz kurze Wiederholungsphasen einblenden und den auf jede andere Weise unvermeidbaren Gedächtnisschwund verhindern.
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| Der Verlauf der Vergessenskurve ist abhängig vom Inhalt des Gelernten: | ![]() |
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Pauken und Vergessen
Quelle: Roth, Gerhard (2002). Warum sind Lehren und Lernen so schwierig? WWW: http://www.uni-koblenz.de/ ~odsssfg/seminar/wahlmodule2003/ unterlagen/b07/b07.4.pdf (03-07-11) |
Das Wissensgedächtnis hat sehr viele Module oder "Schubladen", die im Prinzip zwar unabhängig voneinander arbeiten können, aber miteinander verbunden sind. Dabei werden unterschiedliche Aspekte des Lerninhalts (Personen, Geschehnisse, Objekte, Orte, Namen, Farben, der emotionale Zustand, die Neuigkeit usw.) in unterschiedlichen Schubladen abgelegt. Entsprechend gilt: in je mehr Gedächtnis-Schubladen ein Inhalt parallel abgelegt ist, desto besser ist die Erinnerbarkeit, denn das Abrufen eines bestimmten Aspektes befördert die Erinnerung anderer Aspekte und schließlich des gesamten Wissensinhalts. Wissensinhalte sind über Bedeutungsfelder miteinander vernetzt. Je mehr Wissensinhalte einer bestimmten Kategorie bereits vorhanden sind, desto besser ist die Anschlussfähigkeit. Deshalb ist es ratsam, Dinge im ersten Schritt anschaulich und alltagsnah darzustellen, so dass die Kinder sich etwas dabei vorstellen können. Das ist nicht nur unterhaltsam, sondern erhöht die Anschlussfähigkeit der neuen Inhalte an die bereits vorhandenen. In diesem Zusammenhang erklärt sich die Alltagsweisheit: Aller Anfang ist schwer! Dinge, die für den Lernenden neu, d.h. nicht anschlussfähig sind, fallen durch die Gedächtnisnetze hindurch, weil sie nirgendwo Brücken zu bereits vorhandenem Wissen bilden können. Sie werden dann zu einem mühsam gelegten Bodensatz, aus dem dann erste Bedeutungs-Netzwerke werden können. Gibt es hingegen schon weit ausgebreitete Gedächtnisnetzwerke, so wird jeder neue Inhalt schnell und gut abrufbar verankert. Die ungeeignetste Lehr- und Lernmethode ist das Pauken, d.h. das simple Auswendiglernen. Hierbei werden Gedächtnisnetzwerke durch bloße Wiederholung von Inhalten ausgebildet. Dies klappt immer, und zwar auch dann, wenn weder Lerninteresse noch Vorwissen vorhanden sind. Pauken und Auswendiglernen haben aber einen entscheidenden Nachteil, nämlich dass sie eine Variante des motorischen Lernens darstellen und nicht des semantischen, d.h. inhaltlich bedeutsamen Lernens. Man beherrscht eine bestimmte motorische Fertigkeit (Fertigkeitslernen, z.B. Fahrradfahren, Klavierspielen, Instrumente bedienen), aber man versteht nicht, wie es funktioniert, und diese Fähigkeit ist - anders als inhaltliches Wissen - nicht auf andere Gebiete übertragbar. So kann man Wissen mechanisch erwerben und anwenden, Lehrbuchinhalte auswendig lernen, aber man hat sie dann nicht semantisch, d.h. in ihrer Bedeutung erfasst und kann nicht mit ihnen weiterarbeiten. So sagt dann der Lehrer: Das hast du doch einfach auswendig gelernt und nicht kapiert, was es bedeutet! Am wichtigsten ist also das Gegenteil von Pauken, nämlich das selbständige Durchdringen des Stoffes. Dies bedeutet im Gedächtnis, dass bei der Konsolidierung der entsprechenden Gedächtnisinhalte Verbindungen zu anderen Wissensschubladen hergestellt und sogar neue Schubladen angelegt werden, in denen das Wissen abstrahiert, systematisiert und damit viel leichter auf andere Fälle übertragbar wird. Intelligenz ist zum großen Teil angeboren, Expertenwissen kann man sich anpauken, klug wird man nur durch hochgradige Vernetzung des eigenen Wissens. |
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Das 5-10-20 Programm
Alkohol "löscht" Gelerntes Studenten sollten nach einem Tag anstrengenden Lernens möglichst keinen Alkohol trinken. Denn bereits geringe Mengen können die Gedächtnis-Leistung erheblich reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der kanadischen Trent-Universität. Sie wurde in der deutschen Medizinzeitschrift "ärztliche Praxis" (München) veröffentlicht. |
Genau genommen sind die optimalen Zeitintervalle von Art und Inhalt des neu Gelernten abhängig. Doch als grobe und leicht zu merkende Faustregel können wir sagen: Im Anschluß an einen Lernblock sollte die erste Pause 5 Minuten betragen, die zweite 10 und die dritte 20 Minuten. Mit diesem Schema können wir eine ganz erhebliche Verbesserung der Behaltensleistung erzielen und mit geringstem Aufwand ein optimales Behalten erzielen. Freilich werden wir nicht für jeden beliebigen Merkstoff dieses Programm einsetzen, was einen gewissen Planungsaufwand erfordert. Wir legen es vielmehr als Notbremse für besonders widerspenstige Inhalte bereit und setzen es vielleicht alle paar Tage einmal ein. Außer der kritischen Kerninformation, die wir endlich ins Gedächtnis stopfen wollen, müssen wir uns für die Zwischenzeiten auch Kontrastarbeiten bereithalten, die sich in 5,10, 20 Minuten durchführen lassen. Also am besten Wiederholungen von weit zurückliegenden Inhalten aus möglichst entfernten Stoffbereichen, oder noch besser, nicht lernbetonte Arbeiten (Geschirrwaschen, Aufräumen). Der gesamte Ablauf des 5-10-20-Programms nimmt genau eine Stunde in Anspruch und garantiert für eine kleine Lernportion eine optimale Einprägungswirkung. Generell gilt für alles Einprägen, dass man die Lernzeit über einen längeren Zeitraum aufteilt. Einen Monat hindurch jeden Tag 10 Minuten lernen (= 300 Minuten) bringt unvergleichlich mehr als einmal im Monat 5 Stunden (= 300 Minuten) büffeln. Das Vergessen ist - wie schon oben gesagt - ein normaler Vorgang. Es hängt eng mit der Funktionsweise unseres Gehirns zusammen. Unter einer langfristigen Perspektive betrachtet spricht man dann oft von Gedächtnisverlust. Es gibt viele verschiedene Ursachen dafür:
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Quelle: Protein phosphatase 1 is a molecular constraint on learning and memory. Nature, 418, 2002, S. 970 - 975. |
Dass Lernen dann besonders effektiv ist, wenn in kurzen und verteilten Lerneinheiten gearbeitet wird und bei lange dauernder geistiger Arbeit viel weniger Inhalte im Gedächtnis verbleiben, wurde durch Schweizer Forscher um David Genoux (ETH Zürich) auf molekularer Grundlage bestätigt. In einem Versuch lernen Mäuse und erinnern sich besser, wenn das körpereigene Protein Phosphatase 1 (PP1) unterdrückt wird. Bei langen Lerneinheiten konnte eine erhöhte PP1-Aktivität nachgewiesen werden, während bei kurzen Lerneinheiten keine nachzuweisen war. Das Protein PP1 gehört zu einem komplexen System, das das Gehirn von unnützen Informationen "säubert" und für neue Kapazitäten sorgt. Diese Ergebnisse stellen eine mögliche biochemische Begründung für die bekannten lernpsychologischen Regeln des Vergessens dar. Hemmten Genoux et al. das Protein während einer lange dauernden Lektion, konnten sie keinen Unterschied in der Effektivität zwischen den Übungsmethoden mehr feststellen. In einem weiteren Versuch trainierten die Wissenschafter die Mäuse darauf, eine untergetauchte Plattform in trübem Wasser zu finden. Um das Erinnerungsvermögen zu testen, wurde die Plattform entfernt. Anfangs suchten die Nager die Plattform noch an der richtigen Stelle, aber mit der Zeit schwand das Erinnerungsvermögen. Blockierten die Forscher PP1 nach dem Training, konnten sich sowohl junge als auch ältere Versuchstiere länger an den Standort der Plattform erinnern. Damit ist das Protein auch am molekularen Prozeß des Vergessens beteiligt, schließen die Wissenschafter. |
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Das Erinnern
Quelle:
Morschitzky, Hans (o.J.). Gedächtnis. WWW: http://www.panikattacken.at/ gedaechtnis/gedaecht.htm (03-01-03) Auf diesen Seiten beschreibt der Autor wichtige Aspekte des Gedächtnisses auf der Basis der aktuellen Literatur (Markowitsch, Calabrese, Schuri, Kessler, Schmidtke u.a.). Insbesondere wird auf dieser Seite auf krankhafte Veränderungen bei der Gedächtnisleistung eingegangen.
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Die Enkodierung der Gedächtnisinhalte erfolgt nach ihrer Bedeutung, d.h., je vertrauter das Material und je besser die Organisation, umso besser ist das Behalten und Erinnern. Man erinnert sich häufig eher an den Inhalt oder den Sinn eines gehörten Satzes als an den tatsächlichen Wortlaut - ein bei Prüflingen oft feststallbares Phänomen, wenn sie nicht den Sinn des gelernten Stoffes verstanden haben, sondern diesen repetitiv auswendig gelernt haben. Sie versuchen dann verzweifelt, den vollständigen Satz wiederzugeben, was unter der Prüfungssituation meist vergebliche Mühe bedeutet. Mit größerer Wahrscheinlichkeit wird demnach eher die Bedeutung oder der Inhalt von Sätzen gespeichert als deren genaue Struktur. Ein Satz, dessen Inhalt und Bedeutung wir nicht verstanden haben, läßt sich kaum zu einer erinnerbaren Informationseinheit organisieren und daher nur sehr schwer merken. Eine Reihe von Worten läßt sich leichter speichern, wenn diese zuerst in eine sinnvolle Struktur gebracht werden. Gedächtnisinhalte werden auch dann am besten gespeichert, wenn sie inhaltlich hoch emotional sind (Emotionen drücken Bedeutung und Bewertung aus). Verkettung und elaborierendes Wiederholen helfen bei der Vorbereitung von Material für das langfristige Speichern, weil sie es organisieren und mit mehr Bedeutung versehen. Bildhafte Vorstellung ist eine der effektivsten Formen der Enkodierung, vielleicht deshalb, weil sie sowohl für verbale als auch für visuelle Erinnerungen gleichzeitig Codes bereitstellt. Man erinnert sich an Wörter, indem man sie mit Vorstellungsbildern assoziiert - je lebhafter und deutlicher, desto besser. Enkodierspezifität bezeichnet den Umstand, dass Erinnerungen aus dem episodischen Gedächtnis dann am leichtesten abgerufen werden können, wenn die Umstände des Abrufs denen des Erwerbs ähneln. Das Prinzip der Enkodierspezifität berücksichtigt den engen Zusammenhang von Enkodierung, Speicherung und Abruf. Je besser die Abstimmung zwischen der Organisation der Enkodierung und den Hinweisen, die später beim Abrufen gegeben werden, umso besser wird die Erinnerungsleistung sein. Die Speicherung ist abhängig von Kontext und Zustand beim Speichern. Kontextabhängigkeit des Erinnerns: neues Material wird leichter gelernt, wenn man auch die Einzelheiten der Begleitumstände der Lernsituation (den Kontext der Enkodierung) einspeichert. Wenn man etwas verloren hat, geht man den Weg nochmals ab und findet plötzlich das Gesuchte. Taucher erinnerten Material, das sie unter Wasser gelernt hatten, besser, wenn sie unter Wasser getestet wurden, selbst dann, wenn das Material selbst nichts mit Tauchen oder Wasser zu tun hatte. Die Kontextabhängigkeit ist ein Grund dafür, dass es nicht sinnvoll ist, in lauter Umgebung zu lernen (z.B. mit Radio), wenn man in einem stillen Raum geprüft werden wird. Der Abruf wird besser sein, wenn es keine großen Unterschiede im physischen oder psychischen Zustand beim Lernen und beim Abruf gibt. Wenn man im glücklichen Zustand etwas gelernt hat, wird es einem im traurigen Zustand schwerer fallen, sich daran zu erinnern, als wenn es einem gelingt, die glückliche Stimmung wieder herzustellen. Alkoholiker etwa können Verhaltensweisen, die sie unter Alkohol gelernt haben (z.B. selbstbewusstes Verhalten, bestimmte sexuelle Aktivitäten, ein Gedicht usw.) besser wieder unter Alkohol aktivieren als nüchtern. Depressive können in ihrer traurigen Phase kaum die glücklichen Zeiten ihrer Ehe lebhaft erinnern, auch wenn diese nachweisbar gegeben waren. Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (Vergewaltigung, Körperverletzung) erleben ihre traumatischen Erinnerungen deshalb so belastend, weil sie im Zustand großer Angst und Erregung gespeichert wurden und in diesem Zustand auch wieder in Erinnerung treten. Das Finden von Erinnerungen im episodischen Gedächtnis ist häufig eine Rekonstruktion, also ein konstruktiver Prozeß und nicht einfach ein Prozeß des mechanischen Aufzeichnens. Beim Erinnern ergänzen wir das Erinnerungsmaterial oft durch das Ausfüllen von Lücken nach dem Prinzip der größten Wahrscheinlichkeit, Hinzufügen von Einzelheiten zur Vervollständigung, Abrunden zu einem stimmigen Gesamtbild gemäß einer bestimmten Hypothese oder Theorie, Formung des Erinnerungsmaterials nach dem Prinzip der "guten Gestalt", Veränderungen des Gedächtnisinhalts nach den jeweiligen Gefühlen und Motiven. Erinnern ist die Fortsetzung des aktiven konstruktiven Prozesses der Wahrnehmung. Die Vorstellung, dass unsere Erinnerung das Erlebte wie ein Foto oder Videofilm speichert und wiedergibt, ist somit grundfalsch - siehe dazu die irreführende Tonbandmetapher bei der Transaktionsanalyse). Konstruktive Prozesse treten entweder auf der Stufe der Enkodierung auf, wenn das Material zum ersten Mal verarbeitet wird oder später, wenn es wieder abgerufen wird. Bei konstruktiven Gedächtnisprozessen spielen Schemata eine wichtige Rolle, also kognitive Strukturen, die aus vergangenen Erfahrungen aufgebaut wurden und Erwartungen und einen Interpretationskontext für neue Erfahrungen bereitstellen. Folglich beeinflussen sie, woran man sich erinnert. Es besteht eine ausgesprochene Neigung, neue Informationen in das bereits Bekannte einzuordnen. Viele der Konstruktionen und Verzerrungen beim Erinnern resultieren daraus, dass neue Informationen im Licht der Erwartungen aufgrund bereits existierender Schemata interpretiert werden (z.B. Erinnern des Gesichts einer schwarzen Person gemäß den Stereotypien, die wir von Schwarzen haben). Weitere Informationen oder falsche Informationen, die während des Abrufs dargeboten werden, können die Erinnerung beeinflussen, ohne dass der Erinnernde dies bemerkt. Aus dem Gesagten ergibt sich auch die Problematik von Augenzeugenberichten bei Gericht (z.B. anlässlich eines Autounfalls, wo verschiedene Zeugen dasselbe völlig unterschiedlich wahrgenommen und/oder erinnert haben). Siehe dazu das "False-Memory-Syndrome" |
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Gerüche können Erinnerungen auslösen
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Gerüche spielen auch einer wichtige Rolle bei der Erinnerung, denn Menschen können sich an den Geruch des Kinderzimmers oder des Lieblingsstofftiers auch nach Jahrzehnten noch erinnern, wobei das Geruchsgedächtnis meist sehr stark mit positiven oder negativen Gefühlen verknüpft ist. Wenn sich jemand an ein Ereignis erinnert, werden in der Regel gleichzeitig verschiedene für die Sinneswahrnehmung zuständige Areale im Gehirn aktiviert. Denkt jemand zetwa an einen Abend in einem Restaurant, können gleichzeitig die Hirnareale für Sehen, Hören, Riechen und Schmecken aktiviert werden. Jede Erinnerung an ein Ereignis setzt sich also aus verschiedenen Teilen zusammen, die in den verschiedenen sensorischen Arealen des Gehirns gespeichert sind, wobei der Hippocampus die verschiedenen Gedächtnisbruchstücke zu einem einheitlichen Ganzen zusammensetzt. Jay Gottfried (University College London) unternahm Versuche, bei denen die Probanden Objekte sahen und dazu gleichzeitig einen bestimmten Geruch wahrnahmen. Zusätzlich sollten sie sich eine Verbindung oder Geschichte zwischen den beiden Reizen ausdenken. Sahen die Versuchspersonen anschließend die Objekte, ohne etwas zu riechen, fand sich dennoch eine Aktivierung im Gehirnzentrum der Geruchswahrnehmung. Die Erinnerung an ein Ereignis kann daher tatsächlich auch die Gehirnregion für Gerüche aktivieren. |
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Essen wir uns dumm?
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Klaus Buttinger: Der Darm denkt. OÖNachrichten vom 6.09.2003 WWW: http://www.nachrichten.at/ magazin/wochenende/208970 (03-09-07) 25 Watt Energie verbraucht unser Gehirn, so viel wie eine kleine Glühbirne. Zucker ist sein Treibstoff, 10.000 Hormone und Botenstoffe steuern den Denkapparat. Chemikalien aus industriell produzierter Nahrung werfen zunehmend Steine ins Hirngetriebe. Und so ist der Mensch, was er isst.
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Professor Michael Crawford, Direktor des Instituts für Gehirnchemie und Menschliche Ernährung an der Universität von Nord-London, stellt nahezu Unglaubliches trocken fest: "Die Kapazität des menschlichen Gehirns nimmt nicht mehr länger zu, sondern tatsächlich ab." Von Indien über Russland, Polen und Tschechien wird mentale Unterentwicklung gemessen. In einigen Regionen Brasiliens ist in den letzten dreißig Jahren schon das Schrumpfen der durchschnittlichen Gehirngröße zu beobachten gewesen. Auch in den industrialisierten Ländern geht die Geistesleistung messbar zurück. Für den Sachbuchautor und ehemaligen Spiegel-Journalisten Hans-Ulrich Grimm bilden solche Puzzleteile ein großes Bild: "Die Qualität unserer industriell hergestellten Nahrung sinkt, zugleich schaden Zusatzstoffe und hirngängige Chemikalien unserem Denkorgan." Verstand kontra ChemieIn seinem neuen Buch Die Ernährungslüge" (Droemer-Verlag) hat Grimm mehr als nur Indizien zusammengetragen, die den Zusammenhang zwischen Essen und Denken klar belegen. "Das Essen ist von so alltäglicher Natur, dass seine zentrale Bedeutung bisher übersehen worden ist", zitiert Grimm den eingangs erwähnten Gehirnspezialisten Crawford und fragt sich: "Mampft sich der Mensch zurück in die Steinzeit?" Jean Carper, US-amerikanische Ernährungsspezialistin: ?Wie wir inzwischen wissen, reagiert gerade das Gehirn besonders sensibel auf Stoffe aus der Nahrung." Beispiel Omega-3-Fettsäuren: Sie sind für das Gehirn lebensnotwendig, aber in der Lebensmittelindustrie unerwünscht, weil sie nicht so haltbar sind, wie die Supermarktketten sich das wünschen. "Wenn wir zu wenig Omega-3-Fettsäuren zu uns nehmen, sind die Folgen verheerend", sagt Crawford. "Die Kapazität des Gehirns nimmt nicht mehr zu, sondern ab." Was statt den mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3 verzehrt wird, sind jedoch ungesunde Fette, etwa in Fast-Food. 80 Prozent der US-Amerikaner sind hinsichtlich Omega-3-Fettsäuren unterversorgt. "Die weitreichendsten Auswirkungen haben vermutlich die in riesigen Mengen eingesetzten Zusatzstoffe in Lebensmitteln", schreibt Grimm. Die Zitronensäure beispielsweise, die in zahlreichen Lebensmitteln und auch Süßigkeiten enthalten ist - von Rama über Fanta bis hin zu Haribo-Gummibärchen -, könne die Aufnahme von Aluminium im Gehirn fördern. Und damit das Alzheimer-Risiko erhöhen. Als besonders problematisch gilt der so genannte Geschmacksverstärker Glutamat. Zahlreiche Wissenschaftler halten Glutamat in Überdosis für ein Nervengift, etwa der Heidelberger Neurowissenschafter und Alzheimer-Spezialist Konrad Beyreuther. Es führe zur Zerstörung von Nervenzellen und könne daher bei Alzheimer, Parkinson und der multiplen Sklerose eine unheilvolle Rolle spielen. 1,5 Tonnen werden alljährlich davon weltweit abgesetzt. Der mit Glutamat chemisch verwandte Süßstoff Aspartam ("Nutra Sweet", Coca-Cola Light) wirke in großen Mengen auf ähnliche schädliche Weise. Andrew Stoll, Direktor des pharmakologischen Forschungslabors am McLean Hospital in Belmont (Massachusetts), meint, dass die gewaltigen Veränderungen in unserer Ernährung zu den steigenden Raten psychiatrischer Erkrankungen in der westlichen Welt beigetragen haben". Autismus und EssenAutismus sei z. T. eine besondere Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit, vermuten Experten. Das habe zur Folge, dass im Körper bestimmte Stoffe entstehen, die wie Drogen wirkten. So genannte Peptide versetzen das Gehirn in Aufruhr - und verursachen zudem ein geradezu suchtartiges Verlangen nach diesem schädlichen Stoff. Erzeugt werden sie im Verdauungstrakt, ins Gehirn gelangen sie etwa durch das sich ausbreitende ?Löchriger-Darm-Syndrom". Das wiederum kann durch Krankheiten entstehen als auch durch Nahrungsmittelzusätze, wie im Fertig-Kartoffelpüree. Eine Vermeidungsdiät führe laut Studien bei 81 Prozent der autistischen Kinder zu "bemerkenswerten Fortschritten". Auch bei der Schizophrenie, Hyperaktivität, beim Tourette-Syndrom und bei Depressionen spielen chemische Übertragungsmechanismen eine Rolle. Und oft können veränderte Essgewohnheiten die Symptome beeinflussen. Schadstoff im Essen"Bei den vielen Chemikalien, die der industriell produzierten Nahrung zugesetzt werden, genügen winzige Mengen, um die Hirntätigkeit zu beeinflussen", so Grimm: "Siehe LSD. Da genügen acht bis zehn Moleküle, und das Hirn spielt verrückt." Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt auch deshalb, Schadstoffe im Essen zu minimieren, um so "das Risiko für Hirnschäden bei Kindern zu verringern, die indirekt zu Jugendgewalt führen können". Grimm: "Schön wäre es, wenn 5-Minuten-Terrinen glücklich machen würden und Packerlsuppen klug. Noch sieht es allerdings eher so aus, als ob die Erzeugnisse der Nahrungsmittelindustrie den Menschen - bei wachsender Beliebtheit - zunehmend auf den Geist gehen." |
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Quellen:Borchard-Tuch, Claudia & Groß, Michael (2002). Was Biotronic alles kann. Wiley. |
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