Spezielle Mnemotechniken

NEU: Seit Beginn 2005 steht den BesucherInnen auch ein
FORUM zu Fragen des Lernens und der Lerntechnik zur Verfügung, in dem einschlägige Methoden und Probleme diskutiert werden können.

Alle diese im Folgenden beschriebenen speziellen Mnemotechniken, die auch heutzutage marktschreierisch in von Gedächtnisgurus veranstalteten Seminaren einem meist verblüfften Publikum präsentiert werden (siehe hierzu das Beispiel MAXI BRAIN), funktionieren ohne permanente Übung nur sehr kurzfristig. So schnell sich der "Lernerfolg" dank solcher Gedankenkinos auch einstellt, es bleibt die Schwierigkeit des Transfers ins Langzeitgedächtnis, wozu letztlich nur diszipliniertes Üben einen Beitrag leisten kann, wobei zwei bis drei Wochen tägliches Training oft ausreichen, um einmal die Technik sicher zu beherrschen. Danach ist ständige Anwendung gefordert. Diese Gedächtnisgurus überraschen ihr Publikum mit ihren eigenen Merkfähigkeiten ja deshalb, da sie diese Techniken beinahe täglich präsentieren. Hier findet sich ein ähnlicher Effekt wie bei LehrerInnen, die nicht auf Grund ihres Studiums ein so großes Wissen besitzen, sondern da sie dieses täglich ihren SchülerInnen präsentieren müssen.

Die Forum-Romanum-Methode

Die Forum-Romanum-Methode ist direkt von der antiken Tradition abgeleitet und ist eine der Denkmethoden, die besonders viele Freiheiten lassen. Nur das Grundprinzip ist vorgegeben, die tatsächliche Ausführung kann beliebig dem Bedarf und dem Geschmack angepaßt werden.

Zunächst ist es völlig egal, was Sie als Merkplätze benutzen. Das können Gegenstände im heimischen Wohnzimmer sein oder in der Lieblingskneipe. Es kann genausogut die Abfolge verflossener Freundinnen oder Freunde sein oder was immer sonst man sich vorstellen möchte. Vielleicht denken Sie an markante Orte in Ihrer Straße, etwa eine beschädigte Laterne, einen Briefkasten oder eine Bushaltestelle. Oder Sie wählen sich zehn markante Stellen in ihrer Wohnung aus, die eine natürliche Reihenfolge ergeben, etwa indem Sie sich vorstellen, vom Eingang über den Flur in die Küche zu gehen und so weiter.

Allgemein gilt: Wählen Sie Orte oder Gegenstände, die Sie gut kennen, und die nicht veränderlich sind. Für ganz kurzfristige Einsätze ist es dagegen noch einfacher, Gegenstände zu wählen, die man unmittelbar vor Augen sieht.

Die Methode der Orte eignet sich auch gut, um sich die Posten etwa einer Einkaufsliste zu merken. Denken Sie an die Gegenstände, die Sie kaufen wollen und platzieren Sie diese an ausgewählten Stellen in Ihrer Wohnung. Zum Beispiel ragt die Salami, die Sie kaufen wollen, aus Ihrem Briefkasten heraus und lockt damit den Hund des Nachbarn an. Der Kohlkopf, den Sie besorgen wollen, blockiert den Zugang zu ihrer Küche usw. Je phantasievoller und extremer die Bilder sind, die Sie in ihrem Kopf erzeugen, desto besser können Sie die Dinge behalten, die Sie kaufen wollen.

In der Praxis benutzt man die Methode beispielsweise, um gerade entwickelte Gedanken ohne Blick aufs Papier in einer Gesprächsrunde äußern zu können. Während ein anderer spricht, knüpft man seine Gegenargumente an Gegenstände auf dem Tisch (Aschenbecher, auffällige Krawatte, Bierglas, Feuerzeug etc.) oder an die gegenüber sitzenden Personen. Sie werden feststellen, daß es auf viele Menschen sehr beeindruckend wirkt, wenn man spontan, ohne Stift und Papier und in freier Rede systematisch Argumente aufzählen kann, ohne sich zu verzetteln.

Gut eignen sich als Anker für längere zu lernende Listen auch Straßenbahn- oder Busstationen! Siehe dazu aus der Reihe "Benjamins & Werners Lerntipps" Schick den Lernstoff auf Reisen …

Ein Video des P.M. Magazins zeig anschaulich die Loci-Methodet, mit der man sich nach einiger Übung zehn, zwanzig oder mehr Begriffe in der richtigen Reihenfolge merken kann:


[Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=mWOGxue8Q7k]

 

Telefonnummern und Zahlen merken

Nummernspeicher in elektronischen Geräten (Telefon und Mobiltelefon, automatisches Speichern von Kennziffern am Computer, Notepad) führen dazu, dass man sich immer weniger Zahlen merken muss. Damit verliert man die Übung, sich Zahlen und Daten einzuprägen. Aber es gibt Situationen, in denen man auf solche externen Speicher verzichten muss bzw. es ist in der Regel meist auch einfacher, z.B. eine Telefonnummer oder einen Bankomatcode ohne Hilfe einzugeben. Es gibt eine Reihe von Tricks, sich Zahlen und Daten einfach einzuprägen. So kann man längere Zahlen in Gruppen (chunks) bündeln und ihnen einen Rhythmus geben. Man kann auch Zahlen miteinander verknüpfen, etwa durch Regelmäßigkeiten, Quersummen, auf- oder absteigende Reihen etc. Auch kann man nach Verknüpfungen mit anderen Zahlen oder Daten suchen, die schon fest eingeprägt sind - so beginnt die neue Telefonnummer des Sohnes des Autors mit 01815 ..., sodass man nur mehr wissen muss, dass diese Stadt die Vorwahl 01 hat und schon hat man mit dem bekannten "0815" und der Vorwahl diese Zahl eingeordnet.

Um sich Zahlen - wie etwa Telefonnummern - zu merken, bietet sich des Weiteren auch eine Übersetzung der Zahlen in Begriffe an, unter denen man sich mehr vorstellen kann. Um die Zahl-Wort-Verknüpfungen einfacher zu behalten, wurden Begriffe gewählt, die sich mit den entsprechenden Zahlen reimen:

Nun lassen sich komplizierte mehrstellige Zahlen behalten, indem man aus den Worten eine Geschichte bastelt. Die folgende Telefonnummer aus Frankfurt 069/109458 könnte man zum Beispiel mit folgender Geschichte behalten:

"Der Schnuller (0) ist bekleckst (6) und liegt in der Scheune (9). Der Vater schimpft: Heinz (1), du sollst den Schnuller (0) nicht immer mit in die Scheune (9) nehmen. Vor Aufregung fällt dem Vater das Bier (4) runter und bekleckst seine Strümpfe (5) und seine Tracht (8)."

Wenn Sie sich diese Telefonnummer mit dieser Geschichte nicht behalten konnten, dann liegt das vielleicht daran, daß die Wirkung viel besser ist, wenn man sich seine eigene Geschichte ausdenkt.

Wenn Ihnen Geschichten mit den gereimten Worten aus der obigen Liste zu langweilig werden, können Sie sich die Zahlen auch bildlich vorstellen und diese Bilder wiederum zu einer Geschichte verknüpfen: Zum Beispiel stellen Sie sich für "eins" eine Kerze oder einen Turm vor oder für "zwei" einen Schwan.

Bei Telefonnumern kann man die Ziffern auch in kleinen Gruppen zusammenfassen und daraus eine Summe bilden. Oft hilft es auch, die Telefonnummer wie ein Geburtsdatum in Tag, Monat und Jahr aufzuteilen.

Eine weitere Alternative ist die folgende Übersetzung der Zahlen:

0 = Ei
1 = Einhorn
2 = Zwillinge
3 = Dreirad
4 = Stuhl (mit vier Beinen)
5 = Hand (mit fünf Fingern)
6 = Würfel (mit sechs Seiten)
7 = Siebenschläfer
8 = Sanduhr
9 = Kegelspiel

Statt sich eine Geschichte aus den Worten auszudenken, können Sie auch wieder die Methode der Orte anwenden. Sie verknüpfen die entsprechenden Worte der übersetzten Telefonnummer in der richtigen Reihenfolge mit markanten Orten in Ihrer Straße oder Wohnung.

Siehe dazu auch den Artikel
Stangl, Werner (2006). Mnemotechnik (S. 89-100). In Mandl, H. & Friedrich, F. (Hrsg.), Handbuch Lernstrategien. Göttingen: Hogrefe.

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Major Mthode

In diesem Artikel findet sich auch die Zahlenreihe-Methode, bei der jeder Ziffer eine Gruppe von Konsonanten zugewiese wirdn (Code), die dann mit geeigneten Vokalen zu einem Wort oder einer Wortgruppe verbunden werden, die ihrerseits etwa mit einer Person oder einer Sache verknüpft werden. Mithilfe des durch systematisches Üben und ständiges Wiederholen erlernten Codes lässt sich nun jede beliebige Zahl in ein Wort, und jedes Wort in eine Zahl umwandeln. Verwandt ist diese Methode mit der Übersetzung von Zahlen in Begriffe. Diese Methode ermöglicht mi Hhilfe von einmal fixierten Zahl-Wort-Verknüpfungen, vor allem komplizierte mehrstellige Zahlen im Gedächtnis zu behalten, wobei meist aus den zur Einprägung benötigten Worten eine fortlaufende Geschichte konstruiert wird.

Diese auch Major-System genannte Methode, die von vielen Gedächtniskünstlern eingesetzt wird, ist eine Kombination aus Zahlen- und Begriffssystem, das Mitte des 17. Jahrhunderts von Stanislaus Mink von Wennsheim entwickelte wurde. Basis ist etwa das folgende Ziffern-Laut-Schema, aus dem man die Ankerwörter (in der Regel markante Substantiva) gebildet werden, wobei die Vokale frei sind. Nicht verwendet werden auch der Hauchlaut h und die seltenen Konsonanten q, x, und y. Verdoppelungen werden als einfache Konsonanten betrachtet, da Mnemotechniker vom Gesprochenen ausgehen und nicht von der Schreibung. Mit dem Major System kann man große Mengen von Informationen, oder Begriffen im Gedächtnis verankern, wobei sich das Gelernte sich einfach ordnen, gliedern und wiedergeben lässt.

So verschlüsselt man etwa die Zahl 17 mit den Wörtern "Tag" oder „Dogge“, die Ziffernfolge 07 mit "Sack" oder „Zug“ bzw. die Zahl 28 mit "Föhn" oder „Fahne“.

Das Major System wird manchmal auch oft phonetisches System, Master System oder mnemonisch-phonetisches System genannt.

Namen merken

Wenn man Menschen kennenlernt, gilt die ganze Aufmerksamkeit dem Gesicht, doch wenn wir diese Person später wieder treffen, erkennen wir zwar das Gesicht wieder, aber der Name, der doch bei der Vorstellung genannt wurde, ist komplett vergessen. Zum Merken von Namen gibt es aber einen sehr einfachen Trick, wobei ausgenutzt wird, dass ein Begriff durch oftmaliges Wiederholen besser im Gedächtnis haften bleibt - ein Prinzip, das man vom Vokabellernen kennt. Man sollte den Namen des Gegenüber während der Unterhaltung immer wieder einfließen lassen: "Ach so, Herr Franke, das klingt ja interessant .... Auf Wiedersehen, Herr Franke".

Der Moment, der häufig darüber entscheidet, ob wir einen Namen behalten, ist oft der, in dem wir ihn zum erstenmal hören. Allzu oft hören wir nicht richtig hin, verstehen ihn nicht richtig (besonders am Telefon) oder werden durch weitere Vorstellungen abgelenkt. Hier sollte man sich vergewissern, ob man den Namen richtig verstanden hat. Gegebenenfalls fragt man nach und läßt sich die Schreibweise bestätigen. Am besten notiert man den Namen sofort in einem Telefonprotokoll oder in seinem Arbeitsbuch oder Kalender. Man sollte auch am Telefon die Personen mit ihrem Namen ansprechen, damit man den Namen einübt. Assoziative Brücken (s.u.) helfen dabei, den Namen besser zu verankern. Wichti ist auch eine namentliche "Nachbereitung", indem man den Namen in sein Telefonverzeichnis einträgt. Die elektronischen Hilfen etwa bei

Man kann auch versuchen, sich den Namen im Bild vorzustellen. Dies ist sicher einfach, wenn Frau Segler ausgesprochen abstehende Ohren hat, aber es wird auch gelingen, wenn man etwa aus Annegret eine Anne macht, die kräht.

Recht einfach lassen sich Namen merken, die eine konkrete Bedeutung haben:

Berufsnamen: Stellen Sie sich vor, wie Herr Müller Getreidesäcke schleppt!
Tiernamen
: Sehen Sie Herrn Fuchs, wie er sich in seinem Bau verkriecht?
Zusammengesetzte Namen
: Frau Kochendorfer lassen Sie mitten in einem Dorf über einem Feuer für das ganze Dorf kochen.
Namen mit etwas anderer Schreibweise
: Frau Floss hat statt ihrer Hände Flossen, Herr Bardt hat einen langen Bart, der ihm bis auf die Brust reicht.

Wenn man aber einen Namen ohne jede Bedeutung hört, muß man ihm mit Hilfe der Phantasie eine Bedeutung geben: Was fällt Ihnen etwa zu Herrn Nuskowsky ein? Herr Nuskowsky könnte doch mit einer Nuß auf dem Kopf Ski fahren. Sehen Sie, wie gerade er sich halten muß, damit die Nuß nicht herunterfällt? Dieses Beispiel zeigt wieder, worauf es ankommt: Je unsinniger das Bild, desto leichter prägt sich der Name ein.

Aber was nutzt es, sich Namen zu merken, wenn man sie nicht den entsprechenden Gesichtern zuordnen kann? Schauen Sie sich die Gesichter der Menschen genau an, die Ihnen im Restaurant gegenüber sitzen oder die Ihnen auf der Straße entgegenkommen. Auch wenn Sie glauben, Sie hätten ein 0815-Gesicht vor sich - es gibt in jedem Gesicht besondere Merkmale: Eine dicke Nase, lebhafte Augen, eine hohe Stirn, fleischige Lippen, große Ohren, langer Bart, markante Falten, Linien oder Narben, Glatze oder hervorstehende Wangenknochen.

Und jetzt müssen Sie nur noch eine Brücke zwischen dem Gesicht und dem Bild schlagen, das Sie sich für den Namen der betreffenden Person ausgedacht haben.

Herr Fellner hat einen auffallenden Schnäuzer. Stellen Sie sich vor, wie der Bart nach und nach seinen ganzen Körper überwuchert und zu einem Fell wird. Herr Boley hat eine Glatze. Schütten Sie ihm etwas Bowle über die Glatze und zerschlagen Sie darauf ein Ei. Immer, wenn Sie Herrn Bolei wiedersehen, werden Sie an die Bowle und das Ei denken und sofort seinen Namen wissen.

Weitere Beispiele:

Britta Sievers
1. Anschauungshaken: lange Locken.
2. Namensbild: Filter (= Wasserfilter der Firma Brita) und Sieb (sieve = engl."Sieb").
3. Verknüpfung: Sie imaginieren eine Frau, aus deren Locken ein Filter gewoben und ein Sieb geknüpft wurde.

Daniel Liebrecht
1. Anschauungshaken: jung, doch bereits mit "hoher Stirn".
2. Namensbild: Herz (= Liebe) und Gesetzbuch (= Recht). Auf dem Gesetzbuch sitzt ein Löwe (Daniel in der Löwengrube).
3. Verknüpfung: Sie sehen einen jungen Mann vor sich, der auf seiner recht kahlen Stirn ein Gesetzbuch balanciert, auf dem ein Löwe sitzt.

Ähnlich beschreibt "Jens, der Denker" in seinem Buch “DENK-mal”, wie er sich Namen merkt.

Vier Grundregeln der Vorstellung

Bei Jens, dem Denker, finden sich auch gute Beispiele für den nächsten Schritt, den Namen mit dem Gesicht in Verbindung zu bringen. "Die Gedächtniskunst funktioniert durch Kreieren von Bildern. Ein Gesicht ist ein Bild. Ich muss nichts kreieren, muss lediglich erkennen, was das Gesicht meines Gegenübers von anderen Gesichtern unterscheidet: Form, Narben, Frisur u. ä. Der Name wurde mir genannt. Er ist mir bekannt. Jetzt schaue ich mir das Gesicht an und verknüpfe diese beiden Informationen. Jens, der Denker mit einer Denkerstirn wäre ideal. Oder hat er Grübelfalten? Liegen seine Haare konsequent nach einer logischen Anordnung? Wenn man bei der Vorstellung den Namen nicht exakt verstanden hat, sollte man sich nicht scheuen, nachzufragen und den Namen laut zu wiederholen. Durch das Nachfragen zeigt man seinem Gegenüber auch, dass man ihm die ganze Aufmerksamkeit schenkt. Allerdings hat man bei manchen Kommunikations"profis" auch das Gefühl, dass sie das automatisch tun …

Vornamen

„Ich bin Jens der Denker“. Diese Vorstellung animiert, dass ich ebenfalls den Vornamen genannt bekomme. Sobald ich diesen höre, frage ich mich, ob ich jemanden kenne, der ebenfalls so heißt. Bei den ersten Worten zu meinem Gegenüber spreche ich in Gedanken gleichzeitig mit der Person, die ich unter diesem Namen kenne. Ich frage mich, ob dieser seinen Kleidungsstil gewechselt hat, warum er plötzlich eine Brille trägt usw. Beim anschließenden Gespräch bekomme ich dann weitere Informationen geliefert, die es mir erleichtern, mein Gegenüber für immer im Gedächtnis zu behalten.Man kann auch zu den gebräuchlichsten Vornamen Bilder lernen, die einem dann einfallen, sobald man diesen Namen hört: z.B. Andreas = Andreaskreuz, Anton mit Antonio Banderas, Bill mit Dill, Hans mit Gans, Josef mit der Figur in der Krippe, Jenny mit Penny usw.

Nachnamen

Nachnamen merke ich mir, indem ich sie erst einmal in folgende Kategorien unterteile:

Berühmte Namen
Peter Messmer wird sofort zum Bergsteiger Reinhold Messmer. Dann gehe ich wie bei den Vornamen beschrieben vor: „Wie kann man in so einem Anzug Berge besteigen?“
Oder: „Der Vollbart von Peter Messmer sieht wie die auf den Kopf gestellte Eiger-Nordwand aus.“
Berufe und Titel
Würde Herrn Metzger zu diesem Smoking eine Schürze passen? Es wäre doch schade, wenn er beim Tranchieren des Truthahns auf dem Buffet Blutflecken auf das Jackett bekäme.
Ortsnamen
Die Brille von Herrn Paris ist garantiert ein Teil des Eiffelturms.
Um mit Herrn Frankfurter anzustoßen, nehme ich ein Glas Wein, selbstverständlich einen Römer. Dies ist - zumindest in meiner Phantasie – stilvoller, als mit Sekt anzustoßen.
Gegenstände und Tiere
Der Name ist bereits Bild!
Ich höre Glocken im Haus läuten, wenn mir Frau Leutheuser vorgestellt wird?
Insbesondere bei dieser Namensgruppe ist es äußerst wichtig, Bilder sehr stark zu kreieren. Es wäre peinlich, wenn ich Herrn Vogel mit Herrn Möwe ansprechen würde.
Ersatznamen
Wenn nicht sofort ein Bild im Namen sichtbar ist, kreiere ich mir Bilder. Ich verwandele den abstrakten Namen in Wörter, die ich bildhaft machen kann. Dem Gehirn reicht dieser Ansatz aus, um letztendlich den richtigen Namen zu speichern.
Einige Beispiele:
Der ehemalige Wirtschaftsminister Günther Rexrodt wird von dem Hund Kommissar Rex so lange durch die Wirtschaft gejagt, bis er einen roten Kopf hat. Herr Rexrodt hätte halt etwas gegen die überzogenen Bierpreise unternehmen sollen. Herr Ballero trägt eine außergewöhnliche Mode. Er hat unter seinem Sakko ein Bolerojäckchen, das aus lauter Tischtennisbällen und Wollbollen besteht.

Spezielle Tricks für besondere Gelegenheiten

Beim Kofferpacken nichts vergessen.

Kofferpacken ist auch ein Kinderspiel, das man mit einer Kindergruppe aber auch mit Erwachsenen spielen kann. Die TeilnehmerInnen müssen dabei nacheinander vom Einpacken eines Koffers berichten, wobei alle bisher genannten Gegenstände lückenlos aufgezählt werden müssen und am Ende der Liste ein weiterer, eigener Gegenstand hinzugefügt werden muss. Die TeilnehmerInnen wählen eine Person, die die Geschichte beginnt. Diese spricht: "Ich packe meinen Koffer ein und lege hinein ***". Der nächste Mitspieler im Uhrzeigersinn wiederholt den gesamten Satz seines Vorgängers und fügt jeweils einen eigenen Gegenstand hinzu. Bei Auslassung oder Nichteinhaltung der originalen Reihenfolge sind folgende Varianten bekannt:

Wenn Sie einen Koffer packen, dann vergessen Sie bestimmt weniger, wenn Sie sich vor Ihrem geistigen Auge anziehen und die Dinge so in den Koffer legen, wie Sie sie auch anziehen werden. Dann ist von der Unterhose bis zur Pudelmütze garantiert alles dabei.

Himmelsrichtungen immer parat

Haben Sie Probleme, sich die Himmelsrichtungen zu merken? Dazu ein einfacher Trick. Merken Sie sich den Satz "Nicht ohne Seife waschen". Die Anfangsbuchstaben geben, im Uhrzeigersinn angeordnet, die richtige Reihenfolge an.

Wieviel Tage haben die Monate?

Bekannt ist hier vielleicht die Knöchel-Abzähl-Methode: Man schließt die Hand zur Faust und zählt die Monate an den Knöcheln beziehungsweise an den Vertiefungen dazwischen ab; Knöchel entsprechen den langen, Vertiefungen den kurzen Monaten. Beginnend an der linken Hand zählt man von links nach rechts. Der erste Knöchel ist der Januar mit 31 Tagen, dann folgt im "Knöcheltal" der Februar mit nur 28 oder 29 Tagen, der März hat dann wieder 31 Tage usw. Im August beginnt man wieder mit dem Knöchel des kleinen Fingers.

Planeten leicht gemerkt

Die Namen der Planeten und die Reihenfolge, in der sie um die Sonne kreisen, lassen sich leicht mit folgendem Spruch merken: "Mein verdammt eigensinniger Mann jagt seit Urzeiten neun Pinguine". Und man wird die neun Planeten von innen nach außen (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto) nicht so schnell wieder vergessen.

Oliver Becker aus Bonn berichtete in einer mail an den Autor der Arbeitsblätter eine Variante: "Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unsere Neun Planeten".

Reihenfolgen merken durch Bilderraster

Einer der verblüffendsten Tricks der Gedächtniskünstler ist jener, in der sich diese einfach zwanzig oder auch mehr Wörter zurufen lassen und diese dann sofort in derselben oder auch in verkehrter Reihenfolge wiedergeben können - ja, sie sind sogar in der Lage, den 15. oder 9. Begriff wie aus der Pistole geschossen wiederzugeben.

Dieser Trick basiert auf einer einmal gelernten Reihenfolge bzw. einem Bilderraster. Wichtig ist nicht, um welche Bilder es sich handelt, sondern daß Sie sich darauf festlegen und dann dabei bleiben. Und es sollte sich um Bilder handeln, die lebhafte, beeindruckende Verbindungen ermöglichen. Stellen Sie sich die Bilder farbig vor, mit Leben erfüllt, vielleicht bewegt oder als Teil einer ganzen Szene. In verschiedenen Büchern über Denkmethoden finden sich die verschiedensten Ideen für solche Bilder.

Als erstes müssen wir dieses Bilderraster auswendig lernen und mit Leben füllen. Sie sollten diese Bilder nochmals im Geiste durchgehen und mit Leben und Sinneseindrücken füllen. Stellen Sie sich die Kerze vor, an der Sie sich vielleicht einen Finger verbrennen. Oder stellen Sie sich den Schwan vor, der laut schreiend aus dem Wasser steigt, mit Wasser spritzt, oder etwas im Schnabel hält. Stellen Sie sich den Wassermann vor, wie er aus der stürmischen Brandung steigt, behangen mit Algen und Seetang. Spüren Sie den Wind und die salzige Seeluft. Betrachten Sie noch einmal den Koffer mit seinen Reiseaufklebern von allen Seiten. Stellen Sie sich die Hand noch einmal vor, wie sie sich bewegt. Gehen Sie so alle Bilder noch einmal gründlich durch. Nutzen Sie Übertreibungen, Humor, Farbigkeit und was immer Sie wollen. Je verrückter die Bilder sind, die Sie sich schaffen, desto besser ist der Effekt.

Beispiel: Wenn Sie sich jetzt etwas merken wollen, müssen Sie Verbindungen schaffen. Sie wollen sich merken, daß um 9 Uhr eine Sitzung stattfindet. Dort wollen Sie Herrn Wagner an Ihr Internet-Projekt erinnern, mit Frau Maier über das Budget sprechen und Herrn Schmidt ein Bündel Kopien mitgeben. Wie könnten dann die Bilder aussehen, damit sie im Gedächtnis haften bleiben?

Sie sehen, es lassen sich für beliebige Inhalte geeignete Bilder finden. Und wer sich die nötige Verrücktheit und Phantasie genehmigt, der wird auch immer äußerst lebhafte Bilder finden können, die man praktisch nicht mehr vergessen kann. Hier noch zwei Begriffslisten zum Üben!

  1. Wasserfall
  2. Teneriffa
  3. Telefon
  4. Kalenderblatt
  5. Nachtigall
  6. Pinnwand
  7. Kartenspiel
  8. Magenschmerzen
  9. Zinnsoldat
  10. Plüschtier
  1. Komplexität
  2. Schwerhörigkeit
  3. Interaktion
  4. Besonderheit
  5. Fiktion
  6. Parodie
  7. Technokrat
  8. Alkoholgehalt
  9. Instabilität
  10. Perversion

Wenn Sie diese Listen mit zehn Begriffen gut beherrschen, versuchen Sie diese langsam zu erweitern, also ein Bild für die Elf (vielleicht ihre Lieblingsfußballmannschaft) zu suchen, die Zwölf (vielleicht die Apostel), die Dreizehn (eine zerbrochene Leiter) usw.

Bilderraster für Kinder: Die Baumliste

Auf der Website von br-online findet sich eine auch für kleinere Kinder geeignete Baumliste. Baumliste heißt sie deshalb, weil die Zahl "1" mit dem Bild von einem Baum verknüpft wird. Die Baumliste lautet:

Quelle: http://www.br-online.de/kinder/fragen-verstehen/wissen/2006/01466/ (09-09-08)

  • Clustering - "Bilderketten"

    Beim Ausprobieren von manchen Gedächtnistricks merkt man, daß die zu lernenden Begriffe oder Argumente sinnvolle Gruppen bilden. Als praktisches Beispiel eine einfache Einkaufsliste: ein Pfund Butter, drei Päckchen Haselnüsse, ein Kilogramm Mehl, ein Päckchen Zucker, ein Päckchen Vanillezucker, zwei Dosen Champignons, ein Netz Orangen, zwei Kilo Bananen, ein paar Kiwis und Paket Müllbeutel.

    In dieser Liste erkennt man sofort zwei Gruppen: Die ersten fünf Positionen sind Backzutaten. Sie lassen sich leicht merken, wenn man sich vorstellt, wie man daraus einen Kuchenteig rührt. Die zweite Gruppe, das Obst, läßt sich leicht als Ganzes in einer schönen Obstschale vorstellen. Noch einfacher ist es, wenn man im Geiste das Obst in einen Müllbeutel plaziert und auf den fertigen Kuchen noch eine Dose Champignons stellt und schon sind mit zwei ineinander verketteten Bildergruppen zehn Begriffe abgespeichert.

    Der Gedächtnistrick funktioniert auch mit völlig beliebigen Begriffen

    Holunder, Diskette, Türklinke, Alexander der Große, Winter, Molybdän, Hunger, Klarinette, Fernsehturm, Suppenschüssel

    oder mit "schwierigeren" Begriffen wie

    Eisenmangel, Hyperaktivität, Echtheitszertifikat, Transposition, Parapsychologie, Naivität, Hitze, Religion, Freistempler, Untugend

    In der praktischen Anwendung wird man zusätzlich lebhafte Bilder suchen, also beispielsweise eine mit Holundersaft bekleckerte Diskette an eine Türklinke heften, Alexander der Große kann im Winter in der persischen Steppe nach Molybdän graben und so weiter. Je verrückter die Vorstellungen sind, desto leichter sind sie zu merken.

    Die Körperroute

    Man kann auch seinen eigenen Körper als Route verwenden:

    1. Haare
    2. Stirn
    3. Augen
    4. Nase
    5. Ohren
    6. Backen
    7. Mund
    8. Hals
    9. Schulter
    10. Ellenbogen
    11. Hände
    12. Brust
    13. Rücken
    14. Kreuz
    15. Bauchnabel
    16. Po
    17. Hüfte
    18. Oberschenkel
    19. Knie
    20. Waden
    21. Schienbein
    22. Füße
    23. Zeh
    24. Zehennagel
    25. Fersen
    26. Sohle

    Diese Anhaltspunkte kann man innerhalb von wenigen Minuten erlernen und direkt anwenden. Damit lassen sich 25 Informationen in der richtigen Reihenfolge abspeichern und wiedergeben. Der Vorteil liegt darin, dass man die "Orte" immer mit sich herumträgt ;-)


    Ein Klassiker:Die Lernkartei

    Die Lernkartei ist ein Karteikasten mit mehreren Fächern, mit dem man streng nach lern- und gedächtnispsychologischen Prinzipien arbeitet und dabei diese zu seinem Vorteil ausnützt, um mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum herauszuholen, also äußerst zeitökonomisch arbeitet.

    Mit dieser "Lernmaschine" kann man beinahe alles lernen, was von der Grundschule bis zum Gymnasium, während der Berufsausbildung oder an der Universität gelernt werden muß, wobei das Prinzip vor allem bei Stoffen effizient ist, die Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit verlangen, etwa beim Aufbau eines Sprachwortschatzes oder von Grundbegriffen.

    Diese Methode kann auch sinnvoll mit anderen hier besprochenen Mnemotechniken verknüpft werden, etwa mit der bildhaften Darstellung oder der Loci-Methode.

    Eine klassische Anwendung der Mnemotechnik: Kein Weg nach Oslogrolls ;-)

    Quellen

    .

    Jorde, Andreas (o.J.). Methode des zeitgesteuerten Auswendiglernens.
    WWW: http://ourworld.compuserve.com/homepages/W_Schmid/lernen.htm (98-05-08)
    http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/LERNTECHNIKORD/Auswendiglernen.html (02-11-11)
    Kiefer, Jens (o.J.). Gedächtnis als kulturwissenschaftliches und literaturtheoretisches Problem.
    WWW: http://www.textem.de/texte/essays/memory/kap1.htm (02-12-22)
    Streidt, Werner D. (o.J.). Wie kann ich mein Gedächtnis verbessern?
    WWW: http://www.fhd-stuttgart.de/~ws01/psycho.htm (96-12-09)
    Klumpp, Bruno (1997a). Lernen mit Bilderraster.
    WWW: http://www.knowhow-kompakt.com/dm/memory/dmme002.htm (98-05-08)
    Klumpp, Bruno (1997b). Die Forum-Romanum-Methode.
    WWW: http://www.knowhow-kompakt.com/dm/memory/dmme003.htm (98-05-08)
    Klumpp, Bruno (1997c). Bilderketten.
    WWW: http://www.knowhow-kompakt.com/dm/memory/dmme004.htm (98-05-08)
    Paivio, A. (1971). Imagery and verbal processes. New York: Holt, Rinehart and Winston.
    Wrede, Oliver (1996). Mnemotechnik in grafischen Benutzeroberflächen.
    WWW: http://owrede.khm.de/publications/de_mtgui (02-12-22)
    http://www.wdr.de/tv/Quarks_Co/gedaechtnis/index.html (99-07-07)
    http://virtualc.prz.tu-berlin.de/~stiehl/textveil.htm (99-07-07)
    http://www.gazette.de/Archiv/Gazette-14-Mai-Juni1999/Buchkunst.html (03-03-07)
    http://www.vnr.de/b2c/lebensberatung/Lerntechnik++So+rufen+Sie+Namen+m%C3%BChelos+ab.html (09-01-02)


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