Deduktives Denken |
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Die Deduktion entspricht der Form eines syllogistischen Schlusses, d.h., die Deduktion wird mit Hilfe der Schlußregeln, z.B. der Aussagenlogik, ausgeführt. Der einfachster Schluß ist der modus ponens.
Es werden drei Arten von deduktiven Schlüssen unterschieden:
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Gibt es deduktives Denken bei Kindern? |
Zwei Beispiele: Das erste stammt von Donaldson (1982), die überzeugende Belege zusammengestellt hat zum Nachweis, daß Kinder in ihren Denkfähigkeiten im allgemeinen (und von Piaget im besonderen) unterschätzt werden. Das zweite Beispiel ist eine vielzitierte Untersuchung von Wason und Johnson-Laird (1972), welche das geringe Vermögen logisch validen Schließens aufzeigt. |
1. Beispiel
Siehe zum Schließen aus psychologischer Sicht:
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Anhand einer Vielzahl von Kommentaren, die Kinder zu Geschichten abgegeben haben, stellt Donaldson die Behauptung in Frage, Kinder könnten nicht deduktiv schließen: Das dargebotene Bild zeigt eine Hochzeit, bei der der Mann eher wie eine Frau aussieht. Das Kind hält es für ein Bild von zwei Frauen und argumentiert: "Aber wie ist das möglich (daß sie heiraten)? Es muß doch auch ein Mann dabei sein!" Prämissen: [1] Bei einer Hochzeit muß ein Mann dabei
sein. Schluß: Es kann keine Hochzeit sein. Formalisiert als Implikation lautet diese schlußfolgernde Uberlegung: "Wenn eine Hochzeit stattfindet, ist ein Mann dabei. Es ist kein Mann dabei. Daher findet keine Hochzeit statt." Ersetzt man die Aussagen durch die in der Logik üblichen Symbole, so ergibt sich folgende Schreibweise: "Wenn p, dann q. Nicht q. Daher kein p." Wer mit dem propositionalen Schließen vertraut ist, erkennt hier den "modus tollens": Bei "Negation der Konsequenz" folgt als logisch valider Schluß die "Negation des Antezedenten". |
2. Beispiel |
Wason Johnson-Laird stellten ihren studentischen Versuchspersonen die Aufgabe, folgende Regel zu überprüfen: Wenn auf der einen Seite der Karte ein Vokal zu sehen ist, dann steht auf der anderen eine gerade Zahl. Das Material waren vier Karten (sichtbare Seite: E, K, 4, 7), von denen nur die zu nennen waren, die umgedreht werden müssen, um nachzuprüfen, ob die Regel zutreffe. Das Ergebnis der Untersuchung: Nur ca. 8% der Versuchspersonen nannten die richtige Lösung (E und 7). Auf den Fehler, der fast der Hälfte der Versuchspersonen unterlief (sie wählten als Lösung E und 4), wird später noch eingegangen. Wenn einerseits Kinder bereits deduktiv schließen können, auf der anderen Seite "gebildete" Erwachsene Schwierigkeiten haben, eine Regelüberprüfung logisch vorzunehmen, drängen sich folgende Fragen auf: Wie entwickelt sich deduktives Denken, und wovon hängt es ab, daß man - auch als Erwachsener - zu logisch gültigen Schlußfolgerungen (bzw. zu Fehlschlüssen) kommt? |
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Ein weiteres Beispiel
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(A) Alle Kater sind schwarz. (C) Felix ist schwarz. (!) Das war eine Deduktion (Schluß von der Praemissa maior und der Praemissa minor auf die Conclusio). Aus (A) und (B) folgt (C) zwingend. Diese Form des Schließens finden wir häufig in der Mathematik und in der klassischen Logik. Der Deduktionsschluß ist apodiktisch, das heißt notwendig wahr. Er ist also wahrheitsbewahrend und insoweit konservativ. |
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Zur Vertiefung |
Eine ausführliche Diskussion des
wissenschaftstheoretischen Aspektes der Induktion im
Zusammenhang mit der Grundlegung einer wissenschaftlichen
Psychologie findet sich in: Stangl, Werner (1989). Die Psychologie im Diskurs
des Radikalen Konstruktivismus.
Braunschweig: Friedr. Vieweg & Sohn. Kapitel: Das Problem des Deduktivismus S. 100-117. WWW: http://www.stangl-taller.at/STANGL/WERNER/BERUF/PUBLIKATIONEN/PARADIGMA/100DEDUKTIVISMUS/ |
Quellen |
Oerter, Rolf & Dreher, Michael (1995): Entwicklung
des Problemlösens. In Oerter, Rolf & Montada, Leo
(Hrsg.), Entwicklungspsychologie. Weinheim: PVU. |

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