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Link zu LerntechnikWeb 2.0 und Lernen 2.0

Web 2.0 - die neue Version des WWW. Zentrales Prinzip ist die Nutzung von kollektiver Intelligenz zur Transformation des Webs in eine Art globales Gehirn, die Einbindung des Anwenders als Anbieter in das Internet. Jeder kann auf einfachste Weise im WWW veröffentlichen. Nach Röll (2009) zeichnen sich Web 2.0-Anwendungen "durch eine fortwährende Dynamik aus. Charakteristisch für diese Entwicklung sind die Partizipation der Nutzer und der permanente Austausch der Beteiligten. Neue Formen von Beteiligung, Teilnahme, Mitwirkung und Mitbestimmung kristallisieren sich heraus. Kennzeichnend für diese Bewegung ist eine Ethik der Kooperation. Kollektiv werden Ressourcen erschlossen, Kompetenzen und Potenziale zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um ein auf ein hedonistisches Interesse beziehendes Unterstützungssystem auf Gegenseitigkeit. Kooperiert wird im Rahmen gemeinsamer Angelegenheiten. Web 2.0 fördert die Tendenz, dass die NutzerInnen Personen mit gleichen Interessen und/oder Intentionen finden. Es handelt sich um auf Tauschprinzip beruhende Beziehungen, bei der die Teilnahme freiwillig ist und eine Personenorientierung vorherrscht."

Siehe dazu ergänzend auch die Arbeitsblätter zu

Web 2.0 verändert den Umgang der Gesellschaft mit allen Bereichen, in denen Wissen vermittelt wird und Kommunikation eine Rolle spielt. Web-2.0-Technologien wie Blogs, Wikis oder Communities vernetzen die Menschen miteinander und komplizierte Technik stellt keine Hürde mehr dar. Informationen können über diese neuen Wege leichter und schneller beschafft und ausgetauscht werden. Welches Potenzial für die betriebliche Weiterbildung steckt in den neuen Instrumenten? Welchen Beitrag können Web-2.0-Technologien liefern, wenn das Lernen aktueller und besser in Arbeitsprozesse integriert werden soll? Und welche Perspektiven bieten sie für Mitarbeiter, die sich selbst organisierter weiterbilden sollen und deren Kompetenz im Umgang mit Informationen und Medien geschult werden soll? Wie also verändert der Einsatz von Web-2.0-Technologien die Personalentwicklung? (Hervorhebungen von mir; W.S.)

Quelle: http://www.time4you.de/ (08-09-01)

Siehe auch die Kritik Stefan Webers: Die Medialisierungsfalle

Das World Wide Web entwickelte sich seit den 70er Jahren und nimmt mit dem Web 2.0 einen immer stärker werdenden Einfluss die Wirtschaft und das Leben der Menschen. In Fachkreisen ist man sich einig, dass der bisher noch zentrale Begriff E-Learning nur unzureichend beschreibt, was darunter vor dem Hintergrund der Entwicklung des Internets mittlerweile alles zusammenwächst: E-Portfolios, Wikis oder "Second Life" gehen weit über das Lernen am Computer hinaus. Bildung und Lernen finden zunehmend in virtuellen Kommunikations- und Arbeitsräumen statt.

Social Media wie Twitter oder Facebook haben teilweise die Rolle der Medien übernommen, denn die Menschen bekommen heute die Neuigkeiten von Freunden, Kollegen, also von Menschen, denen sie prinzipiell vertrauen. Diese Nachrichten sind oft relevanter, interessanter und brauchbarer, weil man die Menschen, die sie weiterleiten, ja kennt und diese meist wissen, was für den Betreffenden wichtig ist.

Social Media werden aktuell in der alltäglichen Kommunikation immer wichtiger, wobei diese Social Media in einer global vernetzten Gesellschaft aus zahlreichen Peer-to-Peer-Verbindungen über ein komplexes Portfolio von Media-Kanälen bestehen, was die Kommunikation strukturell und psychologisch verändert. Diese Technologien haben eine neue Vielzahl von Erwartungen ausgelöst, die Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen von Kommunikation wie Vertrauen, Schnelligkeit, Zugangsmöglichkeit, Erreichbarkeit und die Fähigkeit zum Handeln haben, und zwar sowohl individuell als auch kollektiv. Innerhalb der Gesellschaft wird durch die zunehmende Ubiquität von Kommunikationstechnologien eine Mediation der Kommunikation immer wichtiger, denn Social Media Technologien erhöhen und steigern die Qualität der Face-to-Face-Kommunikation, indem sie die Umsetzung eines grundsätzliches Bedürfnisses der Menschen sich zu vernetzen erleichtern. Innerhalb von sozialen Beziehungen kommt es zu einer Komplettierung auch bereits bestehender Kommunikations- und Kontaktmethoden, wobei hier derzeit in vielen Fällen die Kapazitätsgrenzen erreicht werden. Ein Problem ist daher, dass diese Medien von jedem mehr oder minder verlangen, ständig online entweder am Mobiltelefon oder Smartphone verfügbar zu sein, und auch innerhalb kürzester Zeit auf Emails oder Postings zu antworten. Das erzeugt Stress und blockiert Vorstellungskraft und Phantasie. Es ist daher wichtig, sich im Zeitalter der Social Media immer wieder eine Auszeit von allen elektronischen Medien zu nehmen, also einen fixen Tag oder wenigstens halben Tag, an dem man sich davon abnabelt, um wieder Zeit zum Lesen, Spazieren und Denken zu nehmen.

Die Religions-Pägagogische Internetplattform (rpi) der Evangelischen Kirche in Deutschland bietet in der Aprilausgabe 2008 nützliche Informationen zu Blogs und Lernen 2.0 an. Diese Ausgabe zur Themenwoche Online-Lernen zeigt die Chancen auf, die dieses Online-Werkzeug für den Unterricht bietet. In dieser Ausgabe der Themenwochen Online-Lernen sich grundsätzliche Überlegungen, Ideen und praktische Tipps, unter anderem ein Kleines Wörterbuch des Bloggens, WIssenswerten über die Unterschiede von Blog und Wiki, Anleitungen und Tipps für die Schulpraxis (Blogs im Einsatz, mit einem Blog ein Projekt oder ein Unterrichtsthema begleiten, ein Blog als Lerntagebuch in der Grundschule. Sehr nützlich ist auch ein "Kleines Wörterbuch des Bloggens".

Wikis können als noch tiefer gehende Technologie für das Informations- und Wissensmanagement eingeordnet werden, denn während es bei Weblogs um die Informationspublizierung geht, werden in Wikis automatisch Informationen netzwerkartig angeordnet bzw. miteinander verknüpft.

Lehrer legen nach einer Studie des MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung in Essen bei der Nutzung des Internet im Unterricht vor allem Wert auf Datenbanken mit Lerninhalten sowie auf Links und aktuelle Informationen. Virtuellen Arbeitsumgebungen stehen viele Lehrer noch skeptisch gegenüber, jedoch gelten herkömmliche Internetangebote heute weitgehend als akzeptiert. Neue Formen des Web 2.0, bei denen alle Nutzer an den Inhalten mitarbeiten, begrüßt allerdings nur eine kleine Gruppe - vermutlich fehlen hier noch die Kenntnisse um diese Möglichkeiten. Entsprechend bestehen auch hinsichtlich der weiteren Entwicklung unterschiedliche Erwartungshaltungen: Während Lehrer von Portalen vor allem die Erstellung von Inhalten erwarten, befürworten Experten den Aufbau von Lehrer-Netzwerken, bei denen die LehrerInnen selbst die Inhalte für das Portal erstellen. Die Lehrer sind auch der Ansicht, dass solche Angebote von den Schulträgern oder von Sponsoren finanziert werden müssen.

Im Detail die 10 Thesen der Studie: Lehrer nutzen das Internet vor allem zur Unterrichtsvorbereitung

Hat sich im Netz eine andere Pädagogik entwickelt?

Marcus Hammerschmitt schreibt in seinem Artikel "Lernen durch Lob" zum Thema pädagogische Relevanz des Lernens mit dem Web 2.0: "Die abendländische Pädagogik (und nicht nur die) ist trotz aller Reformanstrengungen eine des Schmerzes. Es geht im Kern um eine Meister-Schüler-Beziehung, bei der ein Meister vielen Schülern den Weg zeigt, hauptsächlich durch das Mittel der Kritik. Dass diese Form der Pädagogik wirksam ist, wird niemand bestreiten, aber demokratisch ist sie unter keinen Umständen. User-Cluster, die sich in einer Art "Palaverdemokratie" durch Lob (oder eben die Abwesenheit von Lob) selbst erziehen, sind in diesem Modell nicht vorgesehen. Die Methode wird immer dem Verdacht der Wirkungslosigkeit verfallen, weil das Züchtigungsmittel der konkreten Kritik fehlt. Geäußert wird dieser Verdacht in der Regel von den Schulmeistern, die in der Palaverdemokratie arbeitslos sein würden. Wer auf diese Weise entmachtet wird, kann ganz schön ans Rotieren kommen. (...) Wer ein wenig Geduld mitbringt, wer immer wieder hinschaut, der entdeckt, dass unter den Umständen der Palaverdemokratie, des Lernens durch Lob Qualitätssprünge möglich sind. Freilich stellen sich die nicht gesetzmäßig ein, und sie brauchen ihre Zeit."

Weblogs, Podcasts & Co., die Communities des Web 2.0, sind nicht wirklich neu – sie lösen Versprechen ein, die das Internet der ersten Generation gegeben, aber nicht gehalten hat. Mit den neuen Möglichkeiten kann prinzipiell jeder kostengünstig seine Meinung per Text, Foto, Audio und Video weltweit verbreiten und die Beiträge anderer problemlos betrachten, bewerten und kommentieren. Aus der alten Mund-zu-Mund-Propaganda wird die Blog-zu-Blog-Propaganda, und durch die starke Vernetzung innerhalb eines Blogs, aber vor allem zu anderen Blogs, können beträchtliche Wirkungen erzielt werden, obwohl die Nutzerzahlen pro Blog oder Podcast zunächst eher niedrig erscheinen. 99 % aller Weblogs werden als privates, wenn auch veröffentlichtes, Hobby betrieben und wollen auch nur so verstanden werden. Dabei können durchaus beachtenswerte Ergebnisse entstehen. Und manches Talent kann zur Entfaltung kommen, das ohne die neuen Möglichkeiten nicht entdeckt worden wäre.

Web 2.0 hat nicht die Kommunikation erfunden

Stefan Münz, ein Großmeister des Internet, schreibt übrigens sehr treffend in seinem Weblogbeitrag "Klassische Netzkommunikation vs. Social Networking":
"Im Web 2.0 wird gerne so getan, als habe es vorher, also etwa vor 2005, nichts als öde, statische Webseiten gegeben, bereitgestellt von Anbietern fürs mitsprachlose Fußvolk. (…) Falsch ist jedoch die Ansicht, dass es vor den Zeiten von Web 2.0 praktisch keine Netzkommunikation gegeben habe. Die Kommunikation benutzte nur andere Kanäle, und sie hatte andere Ziele und Ausprägungen. (…) Schon in den frühen 80er Jahren entstand das Usenet. (…) Im Usenet hat sich über die Jahre eine ganz eigene Kommunikationskultur entwickelt, die vor allem durch die starke Dominanz von Akademikern und Universitätsangehörigen geprägt ist. Reflexionen über den richtigen Umgangston in kontroversen Diskussionen gehörten von Beginn an mit dazu. Als Ausdruck davon entstand die sogenannte Netiquette. Eine weitere klassische Kommunikationsform, die ebenso wie das Usenet immer noch eifrig verwendet wird, ist die der Mailinglisten. Diese Kommunikationsform ist die klassische Austauschform für alles, was mit internet-interner technischer Weiterentwicklung zu tun hat. Egal ob beim W3-Konsortium, bei der Internet Engineering Task Force (IETF) oder auf microformats.org: Mailinglisten sind dort das Mittel der Wahl für die Kommunikation. Der Grund ist, dass E-Mail als der rudimentärste Internet-Service gilt und niemand, der einen Internetanschluss hat, nicht zumindest eine E-Mail-Adresse hat. Besonders im angelsächsischen Raum ist im Rahmen technischer Mailinglisten eine hohe Diskussionskultur entstanden, deren ungeschriebenes Gesetz darin besteht, dass es niemals ums Rechthaben geht, sondern stets um die beste Lösung für ein Problem oder die Verbesserung einer Lösung.(…) Zu den Vertretern klassischer Online-Kommunikation gehört unbedingt auch das Forensystem des Online-Dienstes CompuServe. In den legendären Foren von CompuServe wurden amerikanisch geprägte Toleranz und Freundlichkeit gepflegt, und nirgendwo sonst verkehrten Online-Anfänger und Profis so locker und ohne Vorurteile miteinander. Erst als der ganz große Online-Boom einsetzte, der CompuServe einen kurzen Höhenflug bescherte, am Ende aber das Genick brach, verfiel auch langsam die Forenkultur (…) Social Networks unterscheiden sich von den bisher genannten Formen der Online-Kommunikation bei näherem Hinsehen dadurch, dass es in ihnen nicht mehr nur um Kommunikation im engeren Sinn der direkten Rede und Gegenrede geht. Social Networks bilden auch das nonverbale Umfeld von Kommunikation ab. Besonders gut ist das in Facebook sichtbar. Zahlreiche Foren, Fan-Seiten und Applikationen dort haben keinen anderen Zweck, als Statusmeldungen dieser Art zu erzeugen: „X ist ein Fan von Y. <link>Ein Fan von Y werden</link>.“ Dadurch redet man nicht mehr darüber, was man gut und schlecht findet — man dokumentiert es durch Beitritts-Handlungen. Warum und wieso man irgendwo beitritt, bleibt unterm Tisch. Hauptsache, man ist wer. Die anderen machen es ja auch so. Wie im echten Leben also. Handeln und bekennen, um Eindruck zu machen, und ja nicht diskutieren. „So bin ich“, wie in der Werbung."
Gekürzt nach http://webkompetenz.wikidot.com/blog:43 (09-08-15) - Hervorhebungen von mir (W.S.)

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Google+ haben nach Ansicht von Susan Greenfield, Hirnforscherin an der Oxford University, ebenso wie Computerspiele Einfluss auf die Verdrahtung im menschlichen Gehirn, denn das Gehirn passt sich evolutionär an Veränderungen der Umgebung an, also auch an Social Networks. Was derzeit deren exzessive Nutzung bringt, gibt Anlass zur Sorge. Dabei bezieht sich Greenfield vor allem auf zwei aktuelle Studien. Für Greenfield spielen Soziale Netzwerke vor allem für die sozialen Aspekte des menschlichen Verhaltens eine wichtige Rolls, denn besonders die Nachrichten etwa auf dem Microblogging-Dienst Twitter bestehen oft aus reinen Banalitäten und erinnern stark an die Kommunikation eines kleinen Kindes mit der Mutter: "Schau Mama, was ich gerade mache!" Die Sucht nach Aufmerksamkeit ist auch deshalb bedenklich, denn viele Kinder und vor allem Jugendlich definieren sich über ihre Beliebtheit in sozialen Netzwerken, während Empathie in sozialen Netzwerken kaum gefördert wird. Leben und Beziehungen in der realen Erfahrungswelt sind aber für die Entwicklung weiterhin unverzichtbar.

Nach Ansicht der Medienforscherin Sonja Schwarz (Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation) ist übrigens in den neuen Medien das privat, was die Eltern nicht sehen sollen, denn die Jugend meidet grundsätzlich das Alter, sodass Teenager jeden Trend wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, wenn Erwachsene ihn für sich entdecken. Daher gilt Facebook bei Jugendlichen inzwischen schon wieder als uncool. Da auch Eltern und Lehrer längst Facebook nutzen, bewegen sich Jugendliche nun in anderen Netzwerken wie etwa der Blogging-Plattform Tumblr. Laut Schwarz kommunizieren Mädchen in den neuen Medien grundsätzlich aktiver, d. h., sie kommentieren und posten Inhalte, während die Burschen mehr passiv konsumieren. 'Liken' und 'Stalken' sind eher männliche Aktivitäten.

Kross et al. (2013) haben untersucht, wie Facebook das Befinden der UserInnen beieinflusst. Um das festzustellen, verschickte er zwei Wochen lang fünfmal am Tag zu unterschiedlichen Zeiten fünf Fragen zu affektiven und kognitiven Aspekten des Befindens an seine ProbandInnen: „Wie fühlen Sie sich jetzt?“, „Wie einsam fühlen Sie sich?“, „Wie besorgt sind Sie gerade?“ „Wie oft waren Sie seit unserer letzten Anfrage in Facebook?“, „Wie oft hatten Sie seitdem direkten Kontakt mit anderen?“ Er stellte dabei fest. dass Facebook zwar eine wichtige Ressource zur Erfüllung des Grundbedürfnisses nach sozialer Verbindung darstellt, dass aber damit keine Förderung des Wohlbefindens einhergeht sondern im Gegenteil. Die Menschen gehen offensichtlich nicht dann in Facebook, wenn es ihnen schlecht geht, sondern es geht ihnen schlechter, wenn sie in Facebook waren. Dieser Effekt ist bei face to face-Kontakten oder Telefonkontakten nicht zu beobachten.

Private Homepages im Netz

Private Homepages werden meist von jungen Männern ins Netz gestellt, wobei deren Bildungslevel über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegt. Interessanterweise ist nur in Ausnahmefällen eine ausgeprägt narzisstische Eitelkeit erkennbar, denn meist gibt sich die Person eher zurückhaltend introvertiert. Ziele bei der Erstellung von persönlichen Homepages sind teils sozial-, teils selbstbezogen. Das Zielpublikum sind teils Unbekannte und teils Personen des Umfeldes. Studienergebnisse zeigen, dass private Homepages ehe als Medium zur authentischen Selbstdarstellung denn als Experimentierfeld zum Spiel mit fremden Identitäten genutzt werden. Bei den angestrebten Wirkungen auf Betrachter dominiert das Bestreben, als sympathisch und kompetent wahrgenommen zu werden. Schütz et al. (2005) unterscheiden vier Gruppen privater Websites:

Die Motive für das Betreiben einer privaten Website sind dabei vielfältig: Zeitvertreib, Unterhaltung, Information, Selbstdarstellung, professioneller Ehrgeiz, Kommunikation. Als Pseudoersatz für persönliche Beziehungen wird die private Homepage kaum je in Anspruch genommen.

Siehe auch Unterrichtsmaterialien zum Thema Web 2.0

Quellen & Literatur

Weblogs, Podcasts & Co. Ein praktischer Leitfaden für den Umgang mit neuen Kommunikationswegen im Netz, von Edgar Franzmann: http://www.lfm-nrw.de/downloads/neuemedien-weblogs-72dpi.pdf

Hammerschmitt, Marcus (2008). Lernen durch Lob. Hat sich im Netz unversehens eine andere Pädagogik entwickelt?
WWW: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28232/1.html (08-07-08)

DER STANDARD vom 29./30. Mai 2013.

Kross, E. et al. (2013). Facebook Use Predicts Declines in Subjective Well-Being in Young Adults. PLoS ONE 8(8): e69841. doi:10.1371/journal.pone.0069841.

Schütz, A., Marcus, B., Machilek, F. & Renner, K.H. (2005). Selbstdarstellung im Internet - eine Analyse privater Homepages. In Schütz, A., Habscheid, St., Holly, W., Krems, J., Voß, G. G. (Hrsg.), Neue Medien im Alltag - Befunde aus den Bereichen Arbeit, Lernen, Freizeit. Pabst.

Weblogs und das Web 2.0

Derzeit sind Blogs nichts anderes als eine bequemere Form eines Homepage-Konzepts. Statt die Inhalte zu strukturieren, schreibt man kalendarisch und sortiert höchstens noch auf zweiter Ebene nach inhaltlichen Gemeinsamkeiten. Bemühte man sich früher auf einer Homepage um abgeschlossene Inhaltsbeiträge mit dem Anspruch, diese längere Zeit repräsentativ für das betreffende Thema stehen zu lassen, so werden Blogeinträge betont persönlich, zeitbezogen, subjektiv, ungeschliffen und mit aktuellen Querverweisen versehen. Das macht ein Weblog aber noch lange nicht zu einem Teil des Web 2.0; dazu wird es erst durch das Teilen der Inhalte mittels Verschlagworten und der Weitergabe dieser Schlagworte (Tags), wie etwa an Technorati oder Mister Wong, durch Kommentare, Pings und Trackbacks. Eine Weblog als Homepage muss sich also öffnen, bringt sich und seine Inhalte in die Netzgemeinde ein und lässt andere mitmachen. Moderne Blogsoftware wie Wordpress erledigt da vieles an Arbeit. Siehe dazu die Blogs des Autors der Arbeitsblätter: das Neue Psychoblog, das Neue Pädablog, das Blog zu www.lerntipp.at.

Man schreibt also einen Text, versieht ihn mit Schlagworten und veröffentliche ihn. Soweit Links darin enthalten sind, wird das Linkziel automatisiert verständigt. Besonders themenaffine und zitierte Artikel Dritter werden mit Trackbacks vom Autoren selbst verknüpft. Über die ausgesandten Tags/Schlagworte können UserInnen, die sonst nie auf das Blog gestoßen wären und es auch nicht regelmäßig lesen, in Blogsuchmaschinen wie Technorati den Artikel finden. Auch RSS und Feeds sind typische Merkmale der Blogosphäre.

Von einem Web 3.0 liest man heute eher im ironischen Sinn bzw. in Bezug auf das Semantische Web (Semantic Web), wie es von Tim Berners-Lee angedacht wurde, wobei das Web erweitert wird, indem man die Beziehungen der Artikel, Inhalte, Autoren zueinander mit einbezieht - sei es inhaltlicher Art, sei es struktureller Art, sei es kontextueller Art. Auf diese Weise werden Inhalte bewertet, und zwar ohne das Zutun einer Redaktion, des Autors oder der Leser. Auf Grund der Fülle an Informationen im Internet ist nämlich die Suche nach einer (Be-)Wertung in der Zwischenzeit eine der Kernaufgaben des Internet. Auch die Blogosphäre kämpft seit Beginn mit der Datenflut - ständig prasseln neue Artikel ein und auch hier stellt sich die Frage: Was ist wichtig? Das Neueste, das meist Gelesenste, das der grossen Blogs?

Ein Bestandteil des Web 2.0 könnte auch das mobile Tagging werden. Mobile Tagging ist jener Vorgang, bei dem ein eindimensionaler oder zweidimensionaler Barcode mit Hilfe einer Handy-Kamera ausgelesen wird. Das mobile Endgerät erhält durch das Fotografieren eine in dem Code hinterlegte Nachricht oder einen verschlüsselten Link zu einer Website. Die Software für das Handy gibt es für fast alle Gerätetypen, wodurch die Kamera zu einem Barcodescanner umgerüstet wird. Man vermutet, dass der Trend zum Mobile Tagging die alltägliche Interaktion mit Mobiltelefonen von nun an stark beeinflussen und verändern wird. Beim Public-Tagging werden etwa Barcodes dazu verwendet öffentliche Informationsträger mit zusätzlichen Informationen zu versehen, wie Wegbeschreibungen, Fahrplanauskünfte, Kundenrezensionen oder andere gemeinnützige Hinweise. Beim Private-Tagging stehen persönliche Motive im Vordergrund., etwa durch die Verlinkung von Blogs und Profilen kann an Ort und Stelle mit dem Handy auf Ebay-Auktionen zugegriffen werden. Darüber hinaus ermöglichen 2-D-Codes auf Businesskarten das automatische Speichern von Kontaktdaten im Adressbuch des Mobiltelefones. Neben dem höheren Benutzerkomfort ergeben sich beim Private-Tagging zudem völlig neuartige Möglichkeiten der Selbstdarstellung.

mobile tagging codes
[Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cb/Codes4.png; 09-10-20]

Übrigens: Es gibt schon eine Typologie der "Zielgruppe 2.0", also typische Nutzer-Gruppen im Web 2.0. Es gibt 'Sehnsüchtige', die Kontakte suchen und schüchtern sind und ähnlich viele 'Denker', die im Wesentlichen auf der Suche nach mehr und tiefergehender Information sind. Schon weniger 'Fühlende' suchen vorwiegend auf emotionaler Ebene nach Bindung im Persönlichkeitsentfaltung im Web 2.0. 'Relaxte', 'Getriebene', 'Skeptiker' und 'Ruhende' gibt es auch noch. Die größte Gruppe sind die 'Freien', deren Konsumorientierung und Multiplikator-Effekt für die Werbung spannend sind. Sie präferieren Marken und achten auf Qualität. Individualisten und Web-Enthusiasten fallen in diese Gruppe, die gleichzeitig auf Medienkonsum ausserhalb des Web verzichtet. 44% lesen wenig und 59% davon schauen wenig fern - erreichen kann man diese Gruppe also vorwiegend im Internet.

Große Anbieter im Web 2.0 wie Facebook, MySpace, Flickr oder YouTube haben mittlerweile eine enorme Marktmacht errungen, wobei gleichzeitig die Macht der User schwindet, da kleinere Plattformen nicht jene kritische Masse aufweisen, die eine öffentliche Wahrnehmung braucht. Die Menschen "versammeln" sich im Internet an immer weniger Orten. Ein drohendes Problem: Wenn man aus einem dieser Orte hinausgeworfen wird, dann ist das in gewisser Hinsicht so, als ob man aufhört zu existieren.

Facebook Regeln - Facebook Manners And You


 [Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=iROYzrm5SBM]

Robin Mason (Professor of Educational Technology at the UK’s Open University) sagte in einem Interview mit Kirsten Seegmüller im Zusammenhang mit ihrer Keynote zur 13. Europäischen Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW), die vom 16. bis 18. September an der Donau-Universität Krems stattfand: "Blogs have become an acceptable educational tool; they are more reflective than MySpace, for example, which has a strong relation to leisure. Wikis also fit quite well into collaborative projects and are common in higher education today. Students share their work in Wikis, which is very useful in distance education, but even in campus education. The third important element is social bookmarking. After their research, students share bookmarks of good sites, and RSS feeds make it easy to track these pages. Last but not least, communication tools like Skype enable the students to communicate for free and share their results, even in groups. (...) I hope that social networking will lead to a more student-centred teaching and learning approach. Education should not be too prescriptive. Instead of memorizing, students should gain more freedom for creativity. A lot of content can be created during projects, especially at university. The teachers will design the framework in which the students can adapt the courses according to their needs. (...) Many teachers (...) are not confident enough or they don’t want to deal with social software. Others welcome social networking because it builds on existing student enthusiasm. Benefits for the students should convince teachers, even though the benefits for themselves will not show right off. The crux: For teachers the integration of social networking means more work, more time for planning, and more time spent with software. But if they take this challenge, they can see their students grow. (...) but there is a big problem: Some [students] want the freedom, but they are not willing to take the responsibility." (Hervorhebungen und Kürzungen von mir; W.S.)
Quelle: http://www.checkpoint-elearning.com/article/5813.html (08-09-02)

 

Geschlossene Social Media verdrängen offene Formen

Susan Herring (Universität Indiana) beobachtet einen Rückgang der Onlinepräsenzen bei Blogs und schon davor einen Rückgang bei privaten Websites, wobei vor allem Facebook diese Formen der Online-Publikation ersetzt. Immer mehr Menschen sind in den Social Media wie Facebook aktiv und es geht die private Nutzung des offenen Internets stark zurück, sodass Menschen immer weniger Inhalte für das jedermann zugängliche offene Web liefern, sondern mehr Content lediglich innerhalb von Facebook produzieren. Dadurch unterscheidet sich Facebook vom zweiten großen Social Network Twitter fundamental, denn während Facebook die Einträge der User von der Öffentlichkeit abschirmt, richten sich Twitter-User mit ihren Postings zu großen Teilen an die gesamte Öffentlichkeit, sodass diese Informationen damit auch im offenen Web verfügbar sind.

Ehrlichkeit in sozialen Netzwerken

Dank Facebook, StudiVZ und MySpace kann sich jeder eine persönliche Seite erstellen und viel Privates offenlegen wie Lieblingsmusik, bevorzugte Literatur oder auch die politische Einstellung. Doch oft wird die Glaubwürdigkeit der selbst angefertigten Profile angezweifelt, schließlich will sich jeder in einem guten Licht darstellen. Juliane Stopfer (Institut für Psychologie an der Universität Mainz) hat in einer internationalen Studie (Back et al., 2010) bezüglich sozialer Netzwerke festgestellt, dass Menschen dort trotz der einfacheren Möglichkeiten nicht so häufig lügen, sondern es ließen sich alle wichtigen Persönlichkeitsmerkmale anhand der Profilseiten beurteilen.

Quelle: Back, Mitja D., Stopfer, Juliane M., Vazire, Simine, Gaddis, Sam,
Schmukle, Stefan C., Egloff, Boris & Gosling, Samuel D. (2010). Facebook Profiles Reflect Actual Personality, Not Self-Idealization. Psychological Science, 21(3), 372 –374.

Sicherheitsregeln für Facebook & Co

Web 3.0

Schon jetzt (Ende 2008) diskutiert man über ein Web 3.0, eine Bezeichnung, die für ein Internet steht, das noch intelligenter sein soll und und unter anderem die menschliche Sprache interpretieren sollte ("semantisches Web"), indem die Rechner die Eingaben der UserInnen noch intelligenter verknüpfen wird. So soll beispielsweise auch eine Suchanfrage in ganzen Sätzen eindeutige Antworten bringen, was allerdings schon im Web 1.0 möglich war, etwa bei Ask Jeeves. Auch die Inhalte von Bildern oder Audiodateien sollen dann gesucht werden können. Immerhin gibt es auf dem iPhone schon eine Software, die in der Lage ist, Musikstücke über das eingebaute Mikrophon zu entschlüsseln und nach Abfrage einer Datenbank auch anzuzeigen, welches gerade gespielt wird - mit Angabe der käuflich erwerbbaren CD natürlich ;-)

Allerdings gibt es 2011 schon kritische Stimmen, die das Scheitern des semantischen Web 3.0 kommen sehen. In einem Newsletter heißt es: "Das Web 3.0, das nach dem Social Web ein Web der Inhalte samt Bedeutung werden sollte, das allmächtig vernetzt wird, wird so nicht kommen. Die Bemühungen, Inhalten im Internet maschinenlesbare Bedeutung zu geben und damit für Computer verwertbar zu machen, haben wenig gefruchtet. Zwar gibt es Mikroformate für Termine, Kontakte, Shops etc., deren reale Bedeutung ist aber gering. Am ehesten hat noch Google für Formate gesorgt, die Maschinen lesen und auswerten können - aber auch hier in Bereichen, die ohnehin eher der Technik zuzurechnen sind. Nicht Mikroformate bilden das Rückgrat dieser neuen Internet-Welt, sondern Social Apps wie Facebook, die proprietär bleiben und unter der Kontrolle eines einzigen Anbieters stehen. Gelingt es nicht, Facebook mit Schnittstellen zu öffnen oder alternative semantische Netze zu bilden, droht das offene Web Geschichte zu werden, denn wenn nur noch Facebook die Zusammenhänge feststellen kann, wird das Web 3.0 eines, das in der Hand eines einzelnen Konzerns landet."
Quelle: http://www.tripple.net/contator/webwizard/news.asp?nnr=52935 (11-09-24)

Second Life als E-Learning-Plattform

Die Universität Bielefeld erforscht, welche Möglichkeiten und Schwächen die Lehre in virtuellen Umgebungen hat. Ein erstes Fazit fällt positiv aus. Second Life zählt derzeit hunderte Universitäten und Colleges in seinem virtuellen Universum. Die StudentInnen können neben einem eigenen Avatar auch Häuser, Straßen und Landschaften gestalten, wobei über Mikrofon oder Chat-Nachrichten kommuniziert wird. Es lassen sich Fotos, Video oder Folien für ein Referat importieren, das Einloggen ist von überall aus möglichs und auch ein Gastdozent aus Australien kann an einer Volkshochschule lehren. Durch den eigenen Avatar und die Dreidimensionalität tauchen die Nutzer ins Medium ein. So erleben bei einem Ausflug in eine Fabrik die StudentInnen, wie Lernen in 3D funktionieren kann. So haben StudentInnen der Universität Hamburg in Second Life eine Flaschen-Abfüllanlage geplant und nachgebaut, mit allem was dazu gehört, wobei die Gruppenarbeit sehr wichtig war, denn die StudentInnen haben von verschiedenen Orten aus gemeinsam gearbeitet. In einem Sportboot-Kurs der Volkshochschule Goslar üben die Schüler, nachts Signalleuchten von Schiffen richtig zu deuten, wobei der Lerneffekt besser ist, wenn man es in Second Life selbst erleb. Ein Problem: Die Möglichkeiten sind zwar immens, aber der Aufwand für die Vorbereitung der Lehrveranstaltung sind groß, denn alle Objekte müssen in 3D selbst erstellt werden. Deshalb wird es noch einige Zeit dauern, bis die virtuelle Welten einmal so selbstverständlich genutzt werden wie heute das Telefon oder das Internet.

Quellen:
http://www.cio.de/news/wirtschaftsnachrichten/859046/ (08-09-23)
http://www.pcwelt.de/start/dsl_voip/online/news/181232/second_life_als_e_learning_plattform/ (08-09-23)


Web 2.0 und die Wirtschaft

Web 2.0 charakterisiert auch in der Wirtschaft eine neue Entwicklung bei Internet-Anwendungsdiensten, technisch präsentiert über ausgefeilte Javascript und oft unter dem Akronym AJAX. Ökonomische Wurzeln hat diese Entwicklung im Bereich im Umfeld der oben genannten Netzwerken, denn mit YouTube und StudiVZ wechselten einige Startups für hohe Beträge den Besitzer, waren also offensichtlich auch ökonomisch interessant. Offen sind dabei allerdings die Frage: Welche neuen Interessen stecken hinter dieser Entwicklung? Welche Impulse gehen von Web 2.0 für die Wirtschaft aus? Handelt es sich hier um den neuen Hype, eine neue Blase, oder ist es die nächste große Herausforderung nach dem E-Commerce?

Das Unternehmen wird nach Ansicht einschlägiger Experten demnach zum "Virtual Enterprise", das sich als interaktives Ganzes aus Mitarbeitern, Kunden, Partnern, Lieferanten etc. versteht und mit diesen durch solche Plattformen im Dialog steht. Ein Unternehmen muss daher geeignete Plattformen für Information, Kollaboration und Prozessabwicklung anbieten, denn solche sozialen Portale sind ein Mittel, um die Mitarbeiter, Partner, Kunden und Lieferanten eines Unternehmens miteinander zu vernetzen. Im Unterschied zu traditionellen Portallösungen müssen diese allerdings offen und transparent sein. Sie haben die drei entscheidenden Funktionen: Visualisierung, Personalisierung inkl. assistierter Suche (semantische Technologien) und Integration. Benutzer müssen diese Portale daher zu einem bestimmten Teil selbst gestalten können, Inhalte und Funktionen aus verschiedensten Quellen einbinden und mit anderen UserInnen kommunizieren können. Portale werden damit zu "Mashups", die einen Zugriff auf Informationen und Applikationen aus verschiedensten Quellen bieten und damit der Bezeichnung Portal als "Zugang" zu Relevantem und Wichtigem gerecht werden.

Kurioses: Web 2.0 und Kriminalität

Einer Pressemeldung war zu entnehmen, dass geschmuggelte Handys Häftlingen nicht nur zur Unterhaltung dienen, sondern auch kriminelle Dienste erfüllen. In den USA aber auch in Europa sehen Haftanstalten in sozialen Netzwerken ein immenses Problem und lassen ihre Beamten teils sogar über Häftlings-Konten Wache halten., denn immer wieder kommt es vor, dass Häftlinge ihre Opfer außerhalb der Gefängnismauern auf Facebook verspotten, verbal sexuell belästigen, einschüchtern oder bedrohen. In Kalifornien kooperiert Facebook bereits mit den Gefängnissen, identifiziert Konten von Häftlingen und löscht sie, wenngleich dies oft erst nach eingetretenem Schaden passiert. Häftlingen zieht man bis zu 180 Tage an möglicher frühzeitiger Entlassung ab, wobei zwischen Januar und Oktober 2011 12.625 Handys beschlagnahmt wurden.
Quelle: http://www.tripple.net/contator/webwizard/news.asp?nnr=53744 (11-11-26)

Mobile-Tagging

Mobile-Tagging nutzt einen zweidimensionalen Barcode, den man mit seinem Mobiltelefon das schwarz-weiße Kästchen fotografiert und dann zu einer Internetadresse weitergeleitet wird. Schon nutzen Unternehmen diese zweidimensionalen Codes, hinter denen sich oft Gewinnspiele verbergen. Die Symbole, die viel mehr Informationen enthalten als die eindimensionalen Strichcodes, finden sich immer häufiger nicht nur in Zeitungsanzeigen sondern auch auf Plakaten. Mobile Tagging macht es möglich, mit dem Rezipienten von Werbung direkt in Kontakt zu treten und gleichzeitig lässt sich die Effizienz der Werbung besser messen, denn es beantwortet die Fragen, welche Anzeige in welcher Zeitschrift und welches Plakat an welchem Standort die größte Aufmerksamkeit erregt. Die Auswertung des Codes kann genau Auskunft darüber geben, wie viele Nutzer zu welcher Uhrzeit mit welchem Handymodell und Browser diesen Link genutzt haben, bzw. in manchen Fällen auch den genauen Zugriffsort. Zwar ist der für das Mobile Tagging notwendigen Code-Reader nur auf wenigen Handy-Modellen vorinstalliert, doch kann man sich die benötigten Programme auf den Webseiten der Anbieter herunterladen. In Japan sind bei rund 80 Prozent aller Handys die Reader vorinstalliert.

Begeisterung für soziale Medien lässt allmählich nach

Zwar sind Netzwerke wie Facebook und Twitter oder auch das Videoportal YouTube nach wie vor Publikumsmagneten, aber die Motivation für eine aktive Teilnahme beginnt nach einer Untersuchung von Forrester Research im Jahr 2010 zu sinken, denn die Nutzer stellen verhältnismäßig weniger Inhalte online und auch ihre Aktivität geht zurück, obwohl die Social Networks nach wie vor steigende Teilnehmerzahlen (11 Prozent in Europa, 18 Prozent in China, 8 Prozent in den USA, 11 Prozent in Australien) verzeichnen. Es sind aber nur rund zehn Prozent der Mitglieder, die in sozialen Netzwerken Inhalte erzeugen, wobei sich nur ein Prozent zeigt dabei als besonders aktiv, denn kommuniziert wird sowohl im Internet als auch offline hauptsächlich von Meinungsbildnern. Die Gruppe der Creators, die einen Blog betreiben, Videos und Musik hochladen oder Artikel verfassen, ist in den USA von 24 auf 23 Prozent der Online-Community gesunken. Der Anteil der Critics, die Produkte bewerten, fremde Blogs kommentieren oder in Wikis und Diskussionsforen teilnehmen, fiel von 37 auf 33 Prozent. Diese beiden Gruppen bedeuten viel Arbeit, zu dem dann möglicherweise der Frust hinzukommt, wenn man mit viel Zeit und Mühe zehn Beiträge verfasst hat, die niemanden interessieren. Will man Anerkennung für Content, braucht man eine Leserschaft, die schafft man sich aber nicht, wenn man nur einmal im Monat oder gar noch seltener schreibt und dann Belangloses ("Heute waren Fifi und ich im Park" *gähn*). Die Critics haben zusätzlich mit der Desorganisation des Systems zu kämpfen, also wie behält man seine Kommentare im Auge, um dann auf Antworten zu reagieren? Gleichzeitig rutschte die Zahl der Collector, die Feeds abonnieren und Content zugunsten anderer User organisieren, von 21 auf 19 Prozent der Userschaft. Von 73 auf 68 Prozent ebenfalls geschrumpft ist die Gruppe der Spectators, die lediglich von anderen Nutzern erzeugte Inhalte konsumieren. Die Joiner, die Accounts bei Facebook und Co haben und Networking-Seiten sporadisch besuchen, haben hingegen von 51 auf 59 Prozent zugenommen. Zudem fallen 31 Prozent der Nutzer in die Gruppe der Conversationalists, die sich beispielsweise mit der Änderung von Statusmeldungen begnügen. Vermutlich haben die die Menschen auf Grund der aktuellen Debatten über Google Street View oder die Datensammlerin Facebook mehr darüber nachzudenken begonnen, was sie von sich veröffentlichen, und gehen nicht mehr so freizügig mit ihren Lebensumständen und Privatleben im Internet und den sozialen Netzen hausieren.
Nachdem sich Facebook immer mehr für Firmen und die Nutzung im Marketing öffnet, sinken gleichzeitig die Userzahlen in den Firmen, die den Mitarbeitern die Zeit in Social Networks verbieten. Nach einer Untersuchung der ÖPWZ in Österreich ist das meist-blockierte Social Network Facebook, wobei nur noch 60% der User gelangen auf die Seite in Unternehmen. Ähnlich sieht es bei Youtube aus, selbst lokale Videoanbieter wie Krone.tv erreicht unter 80% der Unternehmens-PCs. Während also Social Networks am Computer immer stärker genutzt werden, zeigt sich im Unternehmensumfeld eine andere Entwicklung, wo durch stärkere Filter stärker in das klassische Web der Inhalte gelenkt wird und den Boom im Social Web, bei Onlinegames und Videos eindämmen.

Quellen: http://www.pressetext.com/news/100930021/ueberraschend-facebook-und-co-verlieren-an-reiz/ (10-10-02)
http://blog.maexotic.de/archives/235-Der-Hype-Train-faehrt-weiter.html (10-10-02)

Web 2.0 und 3.0 und das Militär

Nach einer Pressemeldung arbeitet das Pentagon derzeit an Plänen, wie sich soziale Online-Netzwerke wie Facebook oder Twitter in zukünftigen Konflikten für militärische Zwecke einsetzen lassen. Das amerikanische Verteidigungsministerium hat der für Forschung und Entwicklung zuständigen Abteilung 42 Millionen. Dollar an Fördergeldern für Ideen und Projekte in Aussicht gestellt, die aus Communities Werkzeuge der Landesverteidigung machen sollen. Social Media wird die Art und Weise, wie Kriege geführt werden, genauso grundlegend verändern wie es schon zuvor der Telegraf, das Radio oder das Telefon getan haben, sodass das Pentagon deshalb schon so früh wie möglich nichts unversucht lassen will, um das Potenzial der sozialen Internet-Plattformen im Rahmen einer militärischen Nutzung zu prüfen und zu erschließen. Wer in diesem Bereich schnell genug agiert, kann sich einen Vorteil bei künftigen Konflikten verschaffen. Die Unruhen in Ägypten oder dem Iran haben gezeigt, dass Social-Media-Portale gezielt zur Förderung und Aufstachelung von Aufständigen eingesetzt werden können und dass die modernen Technologien zur kommunikativen Vernetzung im Web Kampfflugzeuge und Panzer als die wichtigsten Waffen der Armeen ablösen können. Nach der Vorstellung des Militärs soll es schon bald möglich sein, soziale Online-Communities als Ressource zu nutzen, um bevorstehende Unruhen zu einem frühen Zeitpunkt vorhersagen bzw. in weiterer Folge sogar steuern zu können. Mögliche Krisenherde können dadurch schon frühzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Quelle: Pressetext Austria August 2011.

Quellen:
Endl, Alexander (2007). Die Zukunft im Web 3.0 - Eine Vision.
WWW: http://www.drweb.de/weblog/weblog/?p=623 (07-05-05; gekürzt und überarbeitet)
Röll. F. .J. (2009). Web 2.0 als pädagogische Herausforderung. In Bardo Herzig, Dorothee M. Meister, Heinz Moser und Horst Niesyto (Hrsg.), Jahrbuch Medienpädagogik 8. Medienkompetenz und Web 2.0. VS Verlag für Sozialwissenschaften.
http://www.tripple.net/contator/webwizard/news.asp?nnr=31925 (08-06-01)
OÖnachrichten vom 23.07.2008
http://www.tripple.net/contator/seminaron/news.asp?nnr=24380 (08-09-01)
http://www.tripple.net/tools/linktrack.asp?nnrl=35463 (08-09-01)
http://www.zeit.de/digital/mobil/2009-10/mobile-tagging?page=2 (09-10-03)

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