Angst |
Wenn einer keine Angst hat, When in danger or in doubt, |
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Neben Freude, Trauer, Wut und Scham ist Angst eines der Grundgefühle, die bei jedem Menschen lebensbegleitend sind und in den verschiedenen Lebensabschnitten mit unterschiedlichen Inhalten ausgestattet werden. Es gibt alters- und entwicklungsbedingte Ängste, die der gesunde Mensch durchsteht und meistert und deren Bewältigung für seine Entwicklung wichtig ist. Diese Ängste sind im optimalen Fall sowohl ein Motor für die Entwicklung des einzelnen Menschen als auch für der gesamten Menschheit. Historisch betrachtet wurde in der Antike Angst immer auf konkrete Objekte bezogen. Aristoteles und Platon betrachteten Angst schon als physische Reaktion, wobei Aristoteles sie im Bereich der körperlichen Empfindungen ansiedelte, sie aber nicht in seinen Betrachtungen „De Amina“ (Über die Seele) erwähnte. Sprachwissenschaftlich bezieht sich der Begriff Angst auf eine physische Reaktion, denn es kommt vom lateinische Wort „angustus“ (Beengtheit bzw. Enge; „angor“ bedeutet Würgen, Beklemmung und „angere“ die Kehle zuschnüren, das Herz beklemmen). Im Griechischen findet sich dieser Bezug über „agchein“ (würgen, drosseln, sich ängstigen). Vor dem 19. Jahrhundert sprach man meist von Furcht und erst um diese Zeit taucht der Begriff Angst auch in der Literatur wieder auf. Weder Immanuel Kant noch C. G. Carus in seinem Standardwerk der romantischen Psychologie „Psyche“ aus dem Jahr 1840 erwähnen diese. Angst ist evolutionsgeschichtlich betrachtet ein sinnvoller und hilfreicher Affekt, der uns vor Gefahren warnt und bei angemessener Reaktion darauf (z.B. Flucht) vor deren Folgen schützt. Angst kann bewußt erlebt werden, aber auch unbewusst wirken, sie kann verständliche sein aber auch als unverständliches Symptom auftreten (z.B. Angst vor Hunden ist nachvollziehbar, doch die Angst vor Strahlen, die der Wohnungsnachbar aussendet entsprechen keiner realen und nachvollziehbaren Bedrohung). Die meisten Angstzustände, die wir oft als "unbegründet" oder "übersteigert" empfinden (Prüfungsängste, Lampenfieber, "weiche Knie") sind noch "angemessen", solange sie uns gleichsam auf "Hochtouren" bringen, um die angsterzeugende Situation zu meistern. Erlebte Gefahrensituationen brennen sich bekanntlich tief in das Gedächtnis ein, was biologisch auch sinnvoll ist. Eine genetisch verankerte Variante eines Rezeptors im Gehirn, der als Andockstelle für Noradrenalin dient, trägt nach neuesten Erkenntnissen dazu bei, dass man sich auch noch besonders stark an solche emotional gefärbten Erlebnisse erinnert. Diese Rezeptorvariante ist auch für die Stärke von quälenden Erinnerungen an traumatische Erlebnisse bei der posttraumatischen Belastungsstörung mitverantwortlich, wobei sich Menschen offensichtlich genetisch unterscheiden, wie stark sich traumatische Erlebnisse ins Gedächtnis eingraben und in Form quälender Erinnerungen weiter existieren. Angst ist zu einem großen Teil erlernt und hängt dahe oft mit traumatischen Erfahrungen in der Vergangenheit, meist in der Kindheit und Jugend zusammen. Manche dieser Erfahrungen sind so schmerzlich, dass sie auch auf uns Einfluss hat, wenn wir erwachsen sind. Viele Ängste tragen Menschen bis zu ihrem Tod mit sich herum, sie tragen gleichsam immer noch den traumatisierten Buben oder das verletzte Mädchen in sich. Sigmund Freud war hingegen der Auffassung, dass Angst vor allem durch das Erleben einer Urangst entsteht, die sich im Geburtsakt unweigerlich entwickelt. Aus dieser Urangst entwickeln sich im Laufe der Jahre alle anderen Ängste. Die Geburt erlebt das Kind als ein Trauma ("Urtrauma"), wo die Reizsteigerung bewirkt, dass sich bestimmte Bahnen im Gehirn für die Abfuhr der Angst bilden. Im späteren Leben ist Angst eine unbewusste Erinnerung bzw. Reproduktion dieses Gefahrenzustandes bei der Geburt. Die erlebte Angst während der Geburt entsteht automatisch - Freud nennt sie daher auch häufig "automatische Angst". Im Laufe der Entwicklung der Instanzen Ich und Über-Ich wandelt sich die automatische Angst zunächst in "Signalangst" um, wobei das Ich befähigt wird, selber Angst zu bilden, was wiederum die Voraussetzung für einen neurotischen Konflikt darstellt. Der Inhalt der Gefahr verschiebt sich von der ursprünglichen Situation des Fötus zur Mutter hin, zum Objektverlust (= Mutter). Die automatische Angst ist typisch für die Kindheit, wenn das Ich noch nicht genügend ausgebildet ist, sie existiert jedoch auch im Erwachsenenalter. Dabei sind die Abwehrmechanismen von großer Bedeutung, da das Ich noch nicht stark genug ist, Konflikte anders zu lösen. Sind diese Ängste zu stark, kann das Ich also den abgewehrten Triebimpuls nicht mehr unter Kontrolle bringen, so zeigen sich schon im Kindheitsalter erste Symptome einer Neurose. Eine weitere Wandlung der Angst findet in der phallischen Phase statt, wo auf Grund des Ödipuskomplexes Kastrationsangst erlebt wird. Die Kastrationsangst enthält, so Freud, nach der Geburt ein weiteres Moment der Trennungsangst, nämlich die der Trennung vom Genital. Durch die stärker werdende Macht des Über-Ichs wandelt sich am Ende der phallischen Phase die Kastrationsangst um zur "Gewissensangst oder sozialen Angst". Letztlich entsteht Todesangst aus Angst vor dem Über-Ich. Ein wesentlicher Faktor bei der Manifestation insbesonders von sozialen Ängsten sind zu hohe Ansprüche an sich selbst. Manche Menschen verlangen von sich, alles perfekt machen zu müssen, sich keine Fehler erlauben zu dürfen. Mit diesem eigenen Anspruch steigt auch die Angst, Fehler zu machen, sich zu blamieren und kritisiert zu werden. Dieses Streben nach Perfektion ist oft der Ausdruck eines geringen oder angeschlagenen Selbstwertgefühls. Je geringer das Selbstwertgefühl ist, je mehr man denkt, nicht in Ordnung zu sein, umso mehr entwickelt man Angst vor Ablehnung und Kritik. Eine Strategie, um mit Angst vor Ablehnung und Kritik umzugehen, ist das Streben nach Perfektion, etwa nach dem Motto: wenn ich alles perfekt mache, dann gebe ich mir keine Blöße und dann kann mich auch niemand kritisieren. Mangelndes Selbstwertgefühl führt wiederum zu einem noch stärkeren Bedürfnis nach Anerkennung und einer noch größeren Angst vor Ablehnung, dass man in einen Teufelskreis im Streben nach Perfektion kommt. Dadurch können Phobien entstehen. Schon Hippokrates berichtet von einem Mann, der auf Grund seiner Schüchternheit, seines Argwohns und seiner Furchtsamkeit kaum zu sehen war, denn er liebte die Dunkelheit und ertrug keine Helligkeit, sondern mied beleuchtete Orten. Er wollte keine anderen Menschen sehen und auch nicht gesehen werden, vermied jeden Kontakt zu anderen aus Angst vor schlechter Behandlung, einer möglichen Blamage. Er fürchtete, auf Grund falschen Verhaltens oder Redens aufzufallen oder sich gar übergeben zu müssen. Dieser Mann glaubte überdies, alle Menschen in seiner Umgebung beobachteten ihn permanent. Dieses Phänomen einer sozialen Phobie ist eine nicht untypische psychische Angststörung, die sich durch übermäßige Furcht vor sozialer Interaktion und meist innerhalb sozialer (Leistungs)Situationen zeigt, etwa wenn jemand eine Rede halten soll. Viele Menschen leiden ihr Leben lang unter einer solchen Lebensbeeinträchtigung, wenn sie nämlich glauben, in hohem Maße von der Anerkennung durch andere abhängig zu sein und sich keine Fehler erlauben zu dürfen, denn dann blockieren sie sich im alltäglichen Lebensvollzug. Das kann in wenigen Fällen auch pathologische Züge annehmen: Als krankhaft werden Ängste aber erst dann bezeichnet, wenn sie zu einer Lähmung des Betroffenen führen und über längere Zeit hin unkontrollierbar sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob man vor etwas Bestimmtem Angst hat (z.B. Autofahren, Turmbesteigung) oder ob die Angst aus "heiterem Himmel" kommt und der Betroffene nicht genau sagen kann, wovor er Angst hat - es sei denn vor der Angst selbst. Angemessenes Reagieren oder Handeln ist dann häufig unmöglich geworden, was zu erheblichen Problemen beim alltäglichen Lebensvollzug, z.B. bei der Arbeit oder im Umgang mit anderen, führt. Seit einigen Jahrzehnten gehören Angststörungen neben Alkoholismus und Depressionen zu den häufigsten psychischen Störungen. Besonders groß ist die Zunahme von sozialen Ängsten, die mit schwächeren sozialen Bindungen und einer als bedrohlich empfundenen Umwelt einhergehen. Nach der 1994 veröffentlichten National Comorbidity Survey (NCS-Studie) entwickeln in den USA rund 25% im Laufe ihres Lebens eine Angststörung: 5,3% Agoraphobie, 3,5% Panikstörung, 5,1% generalisierte Angststörung, 11,3% spezifische Phobie, 13,3% eine soziale Phobie, 7,8% posttraumatische Belastungsstörung, 15,6% vereinzelt Panikattacken.
Nach einer 1994 durchgeführten repräsentativen Befragung in der BRD weisen 8,8% der Deutschen zum Befragungszeitpunkt behandlungsrelevante Angstsyndrome auf, im Jahre 1998 wiesen 8,97% der 18-65-jährigen zum Befragungszeitpunkt eine Angststörung auf. |
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Psychologisch betrachtet kann Angst ein überdauerndes Persönlichkeitsmerkmal sein (trait anxiety) oder eine vorübergehende Angstreaktion (state anxiety):
In der Psychologie unterscheidet man manchmal auch zwischen
Beides sind akute Zustände. Davon zu unterscheiden ist die
Ein gewisses Maß an Angst und Furcht ist normal für die psychische Entwicklung insbesondere des Kindes, und auch eine für die Lernfähigkeit des Menschen generell nützliche Gefühlserscheinung. Ihre völlige Abwesenheit weist meist auf psychische Störungen und Erkrankungen hin. Oft wissen Menschen gar nicht, daß sie Angst verspüren. Ein Kind mit einem schlechten Bindungsverhalten zu dessen Mutter, verhält sich ganz normal, wenn die Mutter geht, dennoch lassen sich bei einem solchen Kind eine große Stressbelastung dabei nachweisen. Mut als Gegensatz zur Angst ist nicht immer eine positiv zu bewertende Eigenschaft, denn wenn er nicht von Reflexionen begleitet ist, führt er oft zu Leichtsinn und Waghalsigkeit (Fremd- und Selbstgefährdung) In der Kategorisierung psychischer Störungen wird die Angst den Neurosen zugeordnet und äußert sich konkret in
Angst ist dann pathologisch, wenn eine deutliche (meßbare) Diskrepanz zwischen Angstobjekt und dem Grad der Angstreaktion besteht. Neurotische Ängste sind meist an erkennbare äußere Anlässe gebundene starke Angstreaktionen, treten aber auch scheinbar grundlos auf (z.B. nächtliche Angstattacken im Zusammenhang mit Weinen, Schreien, Schwitzen, Atemstörungen, ...). Angst wirkt langfristig immer als Leistungsminderung. Einmal erlernte Angstreaktionen sind nur noch schwer zu verlernen, was vermutlich daran liegt, dass Angst ein überlebensnotwendiger Reflex ist. Daher kann eine Verhaltenstherapie die Leiden von Patienten mit Angststörungen lindern, allerdings ist es häufig der Fall, dass die Angst wiederkommt, wenn die Patienten nach dem Klinikaufenthalt in ihrer alten Umgebung mit dem Reiz erneut konfrontiert werden. Die meisten Patienten lernen zwar, diese Situationen erfolgreich zu meistern, doch etwaige Rückfälle sind häufig, da der Kontext beim Angstlernen und bei der Extinktion eine wichtige Rolle spielt. Angst vor KrankheitenZwar hat fast jeder Mensch mehr oder weniger Angst vor Krankheiten, aber Schätzungen zufolge leiden sieben Prozent der Bevölkerung an starker Krankheitsangst oder Hypochondrie. Die Betroffenen können sich von diesen Ängsten kaum lösen und erfahren lediglich durch häufige Arztbesuche, Suche in der Fachliteratur oder die Einbindung anderer Personen kurzfristige Erleichterung. Gegen die Krankheitsangst bieten Psychologen kognitive Verhaltenstherapie an, die sowohl die Gedanken als auch das Verhalten der Patienten in eine andere Richtung leiten soll. Soziale PhobienEine soziale Phobie ist die übermäßige Angst vor oder in Situationen, in denen Betroffene entweder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen oder sich einer kritischen Beobachtung durch andere ausgesetzt fühlen. Die Hauptbefürchtung besteht in solchen Situationen darin, dass die Personen meinen, ihnen könnte etwas Peinliches oder Demütigendes passieren. Sozialphobiker fürchten sich vor sozialen, beruflichen oder ähnlichen Leistungssituationen, die in Gegenwart anderer, möglicherweise kritisierender Menschen bestanden werden müssen. Die soziale Phobie ist die am stärksten verbreitete Angststörung unserer Zeit, denn bis zu 13 % der Allgemeinbevölkerung erkranken einmal im Leben an sozialer Phobie. Frauen haben ein etwa 1,5faches Risiko an einer sozialen Phobie zu erkranken. Häufig tritt Soziale Phobie in Kombination mit anderen Angststörungen (5,5 bis 8,5faches Risiko), Depression (3,7 bis 5,6faches Risiko) und Drogenmissbrauch (2faches Risiko) auf. Außerdem ist eine familiäre Häufung festzustellen: für Verwandte von Menschen mit sozialen Phobien ist das Risiko ungefähr 3-mal so hoch wie in unbelasteten Familien. Zwillingsstudien deuten auf eine Vererbbarkeit von ca. 30–50 % hin. Umgekehrt bedeutet dies, dass Umwelteinflüsse und Lernerfahrungen unabhängig vom genetischen Risiko erheblich zur Entwicklung einer sozialen Phobie beitragen können. Der Beginn der Störung liegt häufig schon im Kindes- und Jugendalter oder im jungen Erwachsenenalter. Die frühe Diagnose ist schwer, wenn nicht die Eltern für die Problematik sensibilisiert sind. Die Schule bzw. Lehrer haben nicht genug Zeit für eine Auseinandersetzung mit derartigen Problemen und da sozialphobische Kinder introvertiert und unauffällig und somit für den Unterrichtsbetrieb sehr angenehm sind. Viele Menschen mit sozialen Ängsten erleben bereits im Vorfeld einer sozialen Konfrontation große Angst, da sie glauben, den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Die Angst zeigt sich in körperlichen Symptomen wie Erröten und Schwitzen sowie in den Gedanken und im Verhalten der Betroffenen, die sich bis zu einer Panikattacke steigern können. Oft macht das Auftreten dieser Symptome das eigentliche Problem der Beschwerden aus, da diese nach außen hin sichtbar werden. Obwohl die Einsicht vorhanden ist, dass ihre Angst unbegründet ist, fürchten Sozialphobiker soziale Situationen so sehr, dass Vermeidungs- und Fluchtverhalten gezeigt wird, um sich vor negativen Reaktionen der anderen zu schützen. Sozialphobiker gehen keine engen sozialen Beziehungen zu anderen Menschen ein, da sie einerseits soziale Interaktionen fürchten und andererseits Angst vor möglichen Rückschlägen und Enttäuschungen haben, die sie in einer Beziehung erwarten könnten. Viele Betroffene finden sich mit ihrem Schicksal ab und akzeptieren diese Krankheit als Teil ihrer Persönlichkeit (vgl. Damm 2005). Angst kann ansteckend seinDass es bei Emotionen auch eine psychische Ansteckung gibt, dass also ein gestörtes Verhalten ähnlich wie eine Virusinfektion auch auf andere Menschen übertragbar ist, postulierte schon Gustave Le Bon in seiner Massenpsychologie. Auch Angst kann ansteckend sein und kann sogar einen epidemieähnlichen Charakter annehmen. Wenn ein von Angst Betroffener in einer Gruppe, etwa gegenüber seinen Arbeitskollegen, über Schlafstörungen oder Magenprobleme im Zusammenhang mit Krisensituationen klagt, so können diese Symptome auch um sich greifen und auch bei anderen in der Gruppe ähnliche Störungen auslösen. In gleichem Maße kann aber auch ein optimistischer Lebensstil und eine positive Lebenseinstellung ansteckend wirken. Wenn jemand in einem positiven Umfeld sozial gut integriert ist, sich also mit Freunden umgibt, von denen zumindest die meisten Optimisten sind, der kann auch persönliche Krisenzeiten besser bewältigen. Angst in der WerbungDie Verwendung negativer Emotionen zur Aktivierung von Konsumenten ist generell ein zweischneidiges Schwert, denn einerseits ist damit zwar leicht die Aktivierung zu erreichen, andererseits treten aber "Nebenwirkungen" auf, die dem übergeordneten Marketingziel widersprechen. Angstwerbung findet sich etwa bei Versicherungen, Pharmazeutika und Hygieneprodukten. Allerdings wird relativ selten in der Werbung von der Angst Gebrauch gemacht, da bei einer Werbung mit Angstauslösern die Zielgruppe unter Umständen mit Verdrängen reagiert statt mit dem Folgen der Empfehlung. |
Begriffsklärungen
Bei Nutztieren kann auf Grund bestimmter Verhaltensweisen auf Angst oder Schmerz ebenfalls geschlossen werden:
Schmerzen Schweißausbrüche beschleunigtes Atmen Zähneknirschen Klagelaute, tonloses Stöhnen struppiges Haarkleid gestörte Bewegungsabläufe geminderte Bewegungsaktivität Apathie, Trauern verminderte o. verweigerte Futteraufnahme glanzlose Augen Körperkrümmungen, -drehungen Angst Schweißausbrüche beschleunigte Herztätigkeit Hautblässe, Sträuben der Haare Schreckurinieren häufiges Absetzen von Kot und Harn Erstarren Angstlaute panische Flucht aufgerissene Augen, Mäuler, Nasenlöcher Verkriechen Angstbeißen oder-schlagen Quelle: Grauvogl, A., Pirkelmann, H., Rosenberger, G. & von Zerboni di Sosetti, H.-N. (1997). Artgemäße und rentable Nutztierhaltung - Rinder, Schweine, Pferde, Geflügel. München.
Ängstlichkeit ist auch ein wichtiger Faktor in vielen Persönlichkeitstests, so auch im |
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Nach Untersuchungen von amerikanischen Psychologen wird im Gehirn bei emotionalem oder sozialem Schmerz dasselbe Zentrum aktiviert wie bei körperlichem: der "Anterior Cingulate Cortex" (ACC). Dieser Bereich ist ein Alarmsystem, welches das Gehirn in Aufregung versetzt, wenn der Körper irgendwo Schmerz meldet - und auch wenn die Emotion Schmerz meldet. Der Schmerz selbst ist natürlich ein anderer bei einem gebrochenen Bein als bei einem gebrochenen Herzen, aber die Gehirnaktivierung geht denselben Weg. In einem Experiment ließ man Studenten - die dabei in Magnetresosanzgeräten saßen - das Computerspiel "Cyberball" spielen, bei welchem sich drei Spieler auf dem Bildschirm Bälle zuwerfen. Die Probanden glaubten zwar mit anderen Menschen zu spielen, tatsächlich simulierte aber ein Computer die Gegner. In einer ersten Phase durften die Probanden noch nicht mitspielen (vorgeblich wegen technischer Probleme), danach durften sie es (Phase II), aber der Computer war so programmiert, dass er ihnen bald keine Bälle mehr zuwarf und allein die zwei anderen "Spieler" beschäftigte (Phase III), sodass sich die Probanden verletzt und ausgeschlossen fühlten. In Phase I und III leuchteten im ACC die Gehirne hell auf , aber nur in Phase III - dem sozia-emotional kränkenden Ausschluss - leuchtete noch ein weiteres Gehirnzentrum im rechten präfrontalen Cortex, der die ACC-Aufregung in Bahnen lenkt und nach Reaktionen sucht, wie sie bei körperlichem Schmerz üblich sind. Offenbar hat sich das sozial-emotionale Leid sehr früh an den Mechanismus des physischen angekoppelt, weil zum Überleben Sozialbezug notwendig war. Zerstört man bei Hamstermüttern den ACC, kümmern sie sich nicht mehr um ihre Jungen, junge Affen mit zerstörtem ACC schreien nicht nach ihren fehlenden Müttern. Man weiß daher schon lange aus Tierversuchen, dass die gleichen neuronalen und biochemischen Systeme Seelenschmerz entstehen lassen, die auch physischen Schmerz vermitteln, wobei die an diesem Prozess beteiligten Neuronen Steuersignale über Opioidrezeptoren erhalten, sodass körpereigene Morphine ausgeschüttet werden, um physische Schmerzen zu lindern. Am sozialen Schmerzerleben ist nach neueren Untersuchungen das selbe Gen (OPRM1-Gen) beteiligt, das auch den körperlichen Schmerz reguliert, wobei ein bestimmter Prozentsatz der Bevölkerung eine Variante dieses Gens besitzt, in der an einer Stelle des DNA-Strangabschnitts anstatt der Base Adenin die Base Guanin sitzt. Die Träger dieser Genvariante reagieren empfindlicher auf bestimmte körperliche Schmerzreize und auch auf soziale Schmerzreize. Das Schmerzempfinden als körperliche Antwort auch auf soziale Krisensituationen kann vermutlich sicherstellen, dass Menschen ihre sozialen Bindungen aufrechterhalten, wobei sich das soziale System im Lauf der Evolution vermutlich einige Mechanismen des physischen Schmerzempfindens "ausgeliehen" hat. |
Körperlicher, seelischer und sozialer SchmerzQuelle: |
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Die psychischen und körperlichen Aspekte der Angst können sehr verschiedenartig erlebt werden: Vermutet man die Gefahr von außen, richtet sich die erhöhte Aufmerksamkeitsleistung auch nach außen. Wird die Ursache der Angst im eigenen Körper gesehen, wie z.B. die Angst vor einem drohenden Herzinfarkt, so dient die erhöhte Aufmerksamkeitsleistung der Selbstbeobachtung, was wiederum die körperliche Erregung steigert. Alle psychischen Prozesse - also auch die Angst - gehen mit Aktivitätsmustern des Gehirns einher. Die körperlichen Grundlagen der Angstentstehung sind entweder
Angst ist nach Birbaumer die Reaktion auf aversive Reize. Diese Reaktion ist gekennzeichnet durch hohe Aktivierung und EEG-Desynchronisation. Die Voraussetzung für diese Reaktion ist die Analyse der Reizkonfiguration. Die Reizkonfiguration wird mit früher gespeicherten Mustern verglichen. Afferente Leitungsbahnen erregen über Kollaterale die Formatio Reticularis. Bei mittlerer Reizstärke erregt die Formatio Reticularis den Cortex, so daß ein Vergleichsprozeß initiiert wird. Mit dessen Hilfe wird über den Bekanntheitsgrad bzw. die Gefährlichkeit entschieden. Das Resultat dieses Vergleiches bestimmt in wieweit die Formatio Reticularis cortifugal weiter erregt wird. Beim Resultat "Ungefährlichkeit/Bekanntheit" ist die Formatio Reticularis nur schwach bis mittelmäßig erregt. Bei dem Resultat "Gefährlich/Unbekanntheit" ist die Formatio Reticularis stark erregt. Es kommt zu einer Innervation der Aversionsstrukturen (periventrikuläres System) und zu einer Desynchronisation von Thalamus und Cortex, welches sich als Desynchronisation im EEG niederschlägt.
Angst als vererbte Reaktionsbereitschaft Es gibt zahlreiche angeborene Schreck- und Angstreaktionen auf entsprechende auslösende Schlüsselreize, die im Tierreich gut untersucht sind. Solche primären Ängste sind in Ansätzen auch beim Menschen nachweisbar, z.B. als Abwehr- oder Fluchtreflexe (Zurückschrecken vor einem Abgrund, Schreckreaktion bei unbekanntem Lärm). Angeboren sind z.B.
Neuroanatomische Ursachen für Angststörungen Gegenwärtig gibt es zahlreiche neurobiologische Theorien zur Erklärung von Angststörungen, die sich einerseits auf die neuroanatomischen Gehirnstrukturen und andererseits auf die Reizweiterleitung von einem Nerven zum anderen mittels Überträgerstoffen (Transmittersubstanzen) beziehen. Siehe dazu im Detail Pheromone als AngstauslöserLiliane Mujica-Parod (Stony-Brook-Universität, New York) hat bei Freiwilligen (erster Fallschirmsprung ihres Lebens) den Angstschweiß gesammelt und ProbandInnen diesen Geruch einatmen lassen, während diese im Magnetresonanztomographen lagen. Verglichen mit einer Kontrollgruppe, die nur gewöhnlichen Schweiß einatmete, konnte eine erhöhte Aktivität in den Angstzentren der Probanden nachweisen. Sie vermutet, dass Angstpheromone unter körperlichem Stress entstehen und ansteckend wirken. Diese Forschungen sind umstritten, wurden doch in früheren Studien zwar Reaktionen von Menschen auf Pheromone beobachtet, doch während Tiere eigene Rezeptoren für solche Duftstoffe besitzen, scheinen Menschen die Empfindlichkeit für Pheromone im Laufe der Evolution verloren zu haben. Ohne den nötigen Kontext einer realen Situation zeigte sich in mehreren Studien praktisch kein Effekt dieser Botenstoffe. Bettina Pause (Institut für Experimentelle Psychologie, Universität Düsseldorf) konnte ebenfalls nachweisen, dass Angst über den Geruch zwischen zwei Menschen übertragen werden kann, wobei der Angstgeruch nicht bewusst wahrgenommen werden muss. Man nahm von Studierenden vor wichtigen akademischen Prüfungen “Angstschweißproben”, indem die Probanden eine Viertelstunde lang vor der Prüfung Wattepads unter den Armen tragen mussten. Zudem wurden Schweißproben von denselben Personen bei sportlicher Betätigung genommen. Mittels eines Olfaktometers wurden die Schweißproben anderen Personen dargeboten. Bei der Präsentation von “Angst” wurden bei den Probanden diejenigen Gehirnareale aktiviert, in denen ein emotionales Widerspiegeln der Gefühle anderer stattfindet bzw. die auf die Wahrnehmung von Angstsignalen bei anderen Menschen spezialisiert sind, während Sportschweiß keine messbaren Reaktionen auslöste. Das Erkennen der Angst anderer Menschen verändert offensichtlich als eine Art Frühwarnsystem die Wahrnehmung in Richtung Gefahr, was bei der Klärung oft mehrdeutiger sozialer Situationen - z.B. in einer Menschenmenge - hilft, wodurch eventuell ein Rückzugsverhalten eingeleitet werden kann. Übrigens: Körperhygiene wie Deos wirken gegen eine ängstliche Ausstrahlung nur für bestimmte Zeit. SchmerzempfindenDer Schmerz ist ein biologischer Schutzmechanismus, dessen Signal auf seinem Weg ins Gehirn immer Vorrang vor anderen Reizen bekommt. Rezeptoren geben ein Schmerzsignal an das Rückenmark, das zentrale Nervensystem leitet dann den Schmerzreiz an das Gehirn weite, wo das Signal aber ganz unterschiedlich verarbeitet wird. Der Weg des Schmerzreizes gibt auch Aufschluss darüber, warum jeder Mensch Schmerz anders wahrnimmt. Dem Weg des Schmerzreizes läßt sich zum Beispiel durch Medikamente beeinflussen, etwa beim Zahnarzt, der durch die lokale Betäubung verhindert, dass der Schmerz überhaupt das Gehirn erreicht. Manche Menschen entwickeln auf Grund einer besonderen genetischen Anlage von Geburt an gar kein oder nur ein geringes Schmerzempfinden. Jede Schmerzempfindung ist letztlich eine emotionale Reaktion auf eine Bewertung im Gehirn und daher grundsätzlich bei jedem Menschen individuell steuerbar. Denn das menschliche Gehirn kann lernen, dass ein bestimmter Schmerz gar nicht so wichtig ist, es reagiert zumindest teilweise daher auch mit Gewöhnung auf Schmerz. Daher ist es auch möglich, dass man trainiert, wie ein Schmerz bewertet wird. Bei Kindern zeigt sich, dass die Angst vor dem Schmerz oft größer ist als der Schmerz selbst. Verletzen sich Kinder leicht, hängt die Schmerzäußerung auch von der Reaktion der Eltern ab. Eltern sollten daher nie panisch reagieren, wenn sich das Kind einmal verletzt, denn das kann unter Umständen das Schmerzempfinden verstärken. Zuversicht hingegen gibt dem Kind das Gefühl, dass eine Verletzung nicht schlimm ist., was den Schmerz oft erheblich mindert. Auch Placebo-Medikamente ohne pharmazeutische Wirkung können bekanntlich das Schmerzempfinden verändern. Für echte Extremsituationen stellt der Körper selbst die stärksten Schmerzmittel zur Verfügung, indem das Gehirn die Ausschüttung von Endorphinen und Adrenalin auslöst, die unempfindlich gegen Schmerzen machen.So sorgen bei einem Verkehrsunfall Endorphine dafür, dass man trotz eines Bruchs die Beine noch bewegen kann, um aus dem Auto zu kommen. Solche körpereigenen Schmerzhemmer lassen sich bei einer ausreichenden Übung auch durch die eigene Vorstellungskraft auslösen. Wer längerfristig das Schmerzempfinden beeinflussen möchte, lernt aber am besten, den Schmerz nicht zu fürchten und ihn nicht schlimmer zu bewerten, als er tatsächlich ist. |
Körperliche Grundlagen der AngstentstehungDetails dazu auf der ausgezeichneten site von Hans Morschitzky
Ärger kann nach einer Untersuchung von Nathan Williams (Universität Fayetteville) den Aufbau von Ängsten verhindern, denn Angstzustände bauen sich vor allem aus inneren Bildern auf, während sich Ärger hingegen eher in Worten manifestiert. Williams maß an seinen Probanden, wie leicht in ihnen Angst und Ärger ausgelöst werden können und wie gut sie sich visuelle Eindrücke merken. Die besonders ängstlichen Probanden hatten ein besonders gutes Erinnerungsvermögen für Bilder und die Versuchspersonen mit Hang zum Ärger zeigten sich relativ unempfindlich gegenüber Ängsten. Williams vermutet, daß Menschen mit der Fähigkeit, sich zu ärgern, Ängste besser in Worte kleiden können und sie dadurch leichter abbauen, sodaß verbalisierter Ärger eine schützende Funktion hat.
Quelle: http://www.wissenschaft.de/ sixcms/detail.php?id=135071 (03-01-13)
Quelle: New Scientist, Bd. 200, Nr. 2685 Was sind Pheromone?Pheromone (altgriechisch: pherein „überbringen, übermitteln, erregen“ und hormon „bewegen“) sind Botenstoffe, die der biochemischen Kommunikation zwischen Lebewesen einer Spezies dienen. Kommunikation zwischen Lebewesen mittels Pheromonen erfolgt nach den gleichen Prinzipien wie die technische Signalübermittlung. Ein Sender, z. B. die Drüse eines weiblichen Insekts, gibt das Signal in Form einer chemischen Substanz ab; dieser Stoff wird über ein Medium wie Wasser oder Luft übertragen. Vom Empfänger, z. B. den Pheromonrezeptoren in der Antenne eines Insektenmännchens, wird der Stoff empfangen und löst eine Verhaltensreaktion aus. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pheromon Begriff: Ein Olfaktometer ist ein Gerät, das Geruchsmoleküle bei konstanten Temperatur- und Strömungsbedingungen darbietet. |
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