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Die Diplomarbeit - Die Hausarbeit

Die Diplomarbeit oder Hausarbeit ist neben der Dissertation in der Regel die komplexeste Form wissenschaftlichen Arbeitens, mit der StudentInnen konfrontiert sind. Dabei hat die Diplomarbeit ein deutliches produktives Schwergewicht. Sie kommt zwar nicht ohne reproduktive, d. h., referierende Teile aus, hat ihre wesentliche Eigenart aber in der Produktion von Problemlösungen. Die Diplomarbeit reproduziert zwar auch fremde Aussagen und eigene Kenntnisse, schwerpunktmäßig dient sie aber dazu, Problemlösungen mit wissenschaftlichen Methoden zu entwickeln, sich dabei aber nicht auf theoretische sondern auch auf die praktischen Probleme eines wissenschaftlichen Feldes zu beziehen.

Die Struktur einer Diplomarbeit bzw. Dissertation hängt in hohem Ausmaße vom forschungslogischen Zusammenhang ab, in dem diese Arbeit steht. Es können hier daher keine konkreten Angaben bezüglich des speziellen Aufbaues gemacht werden. Allerdings kann man sich durchaus an der Struktur eines Referates orientieren, wenngleich diese nicht wirklich Vorbild sein kann, da schon umfangmäßig aber auch hinsichtlich der Tiefe der Argumentation andere Maßstäbe anzulegen sind.

Bevor man eine eigene Diplomarbeit schreibt, sollte man daher mehrere andere hinsichtlich des Aufbaus und der Struktur genau studieren und im Kontakt mit dem Betreuer die adäquate für die Themenbearbeitung finden bzw. erarbeiten. Für die meisten Institute gibt es dabei genaue Hausarbeit Richtlinien, an denen man sich orientieren kann. Diese betreffen einerseits den formalen Aufbau der Arbeit aber auch das praktische Prozedere.

Das Gespräch mit dem Betreuer

In der Regel ist es hilfreich und notwendig, dass man die einzelne Schritte bei der Diplomarbeit mit dem abspricht. Man sollte klären, wann jeweils Besprechungen durchgeführt werden sollten. Diese Besprechungen sollten vor- und nachbereitet werden.

  • Abklären der Agenda für das Treffen,
  • vorbereitend Material übersenden (z.B. Zusammenstellung von Untersuchungshypothesen, Operationalisierungsvorschläge, Fragebogenentwurf o.ä.) und
  • die Ergebnisse der Besprechung knapp in einem Protokoll zusammenfassen, das man dem Betreuer zuschicken sollte.

Mit "aufbereitetem Material" ist gemeint, dass es meist wenig hilfreich ist, wenn man dem Betreuer nur einige Artikel zuschickt und davon ausgeht, dass er diese Artikel gelesen hat. Besser ist es in einem solchen Fall, ergänzend zu den Artikeln das für die Besprechung daraus Relevante zusammenzufassen und mitzuschicken (z.B. Beschreibung einer geplanten Operationalisierung).

Idealtypisch betrachtet gibt es zwei unterschiedliche Typen von Diplomarbeiten: Bei den einen melden sich die Betreffenden Diplomandinnen bzw. Diplomanden frühzeitig und kommen oft mit eigenen Ideen, die sich im Laufe längerer Zeit zu einer konkreten Fragestellung ausformen. Diese Vorarbeit ist bereits gelaufen, wenn die eigentliche Arbeit beginnt. Im anderen Fall kommen die StudentInnen eher kurzfristig und nehmen ein vorgegebenes Thema, das sie auch genau in dieser Form bearbeiten.

Diplomarbeit Empfehlungen für die inhaltliche Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten

Ein persönlicher Tipp aus der Küche!

Siehe auchAllgemeine Kriterien für die Beurteilung wissenschaftlicher Arbeiten

Das Exposé

Das Exposé dient dazu, dem Betreuer der Arbeit (Professor, Dozent) zu verdeutlichen, was Sie vorhaben und wie Sie vorzugehen beabsichtigen. Es ist eine nützliche Grundlage für Beratungsgespräche. Das Exposé hilft darüber hinaus, dass Sie sich selbst Klarheit über die eigenen Ziele und Möglichkeiten verschaffen.

Im Detail:

 

Inhaltliche Gestaltung einer Diplomarbeit

Der Inhalt einer Diplomarbeit soll

Abschweifungen vom Thema, Wiederholungen und eine geschraubte Ausdrucksweise sind zu vermeiden. Als Grundregel gilt:

Grundsätzlich besteht eine Diplomarbeit mindestens aus

Ziel der Einleitung sollte es sein, in die Aufgabenstellung einzuführen, das Thema fachlich-inhaltlich einzuordnen, grundlegende Begriffe einzuführen und notwendige Abgrenzungen vorzunehmen. Es empfiehlt sich, auf folgende Punkte einzugehen:

Wesentliche Resultate und Bewertungen der Resultate sollten immer am Ende der Arbeit stehen und nicht schon in der Einleitung vorweggenommen werden.

Der Hauptteil ist ausreichend, aber auch nicht zu tief zu untergliedern. Unterabschnitte mit einem oder zwei Sätzen und einer eigenen Überschrift sind zu vermeiden. Achten Sie darauf, daß die Überschriften von Kapitel, Abschnitten und Unterabschnitten eine komprimierte Aussage über den jeweiligen Inhalt geben. Aufzählungen gewinnen durch die Verwendung von Spiegelstrichen oder Punkten an Übersichtlichkeit. Stärkere Übersichtlichkeit wird häufig auch durch Schaubilder und Tabellen erzielt.

Am Ende steht eine Zusammenfassung bzw. bewertende Schlußbetrachtung, die evtl. um einen Ausblick ergänzt werden kann. Wünschenswert ist, daß Studierende auch eigene Schlußfolgerungen ziehen.

Formale Gestaltung einer Diplomarbeit

Aufbau einer Diplomarbeit

Eine Diplomarbeit soll den folgenden Aufbau haben, wobei gegebenenfalls bestimmte Teile entfallen. Die obligatorischen Teile sind hervorgehoben:

Abbildungs-, Tabellen- oder Abkürzungsverzeichnisse mit einem Eintrag oder zwei Einträgen sind wenig sinnvoll.

Gliederung

Achten Sie auf eine überlegte Gliederung und Strukturierung. Dadurch kann Ihre Arbeit an Verständlichkeit und Lesbarkeit gewinnen.

Eine Diplomarbeit gliedert sich in Kapitel, Abschnitte, Unterabschnitte. Im Text sind Überschriften, Unterüberschriften entweder zu unterstreichen, durch Fettschrift hervorzuheben oder zu s p e r r e n.

Für die Gliederung der Kapitel und Abschnitte wird die Dezimalklassifikation empfohlen. Mehr als drei Dezimalstellen sind aber möglichst zu vermeiden. Hinter der letzten Stelle wird kein Punkt geschrieben. Der Text der Überschriften schließt sich linksbündig mit einer Leerstelle oder einem Tabulatorsprung an die Kapitel- bzw. Abschnittsnummer an.

Empfehlungen für Abstände

Typographie und Layout

Die Arbeit ist einseitig mit Schreibmaschine oder mit einem Drucker in hoher Druckqualität unter Beachtung folgender Regeln zu schreiben:

Umfang

Eine Diplomarbeit sollte einen Umfang von etwa 100 Seiten haben, jeweils einschl. Literaturverzeichnis. Überschreitungen des Umfangs sind in jedem Fall mit dem Betreuer der Arbeit abzustimmen.
In besonderen Fällen können Anlagen oder Anhänge verwendet werden, die mit der eigentlichen Diplomarbeit zusammen gebunden werden müssen. Dies ist ebenfalls mit dem Betreuer der Arbeit abzustimmen.

Verarbeitung von Literatur und Literaturverzeichnis

Bei der Verarbeitung der Literatur ist darauf zu achten, daß eine Diplomarbeit nicht nur aus Veröffentlichungen zusammengeschrieben werden soll, sondern daß der/die VerfasserIn auch eine eigene Leistung zu erbringen hat.

Rechtschreibung

Für die Rechtschreibung ist die jeweils neueste Ausgabe des Österreichischen Wörterbuches oder des DUDENs verbindlich. Vor der Abgabe überprüfen Sie Ihre Arbeit - oder lassen Sie sie überprüfen - auf die Angemessenheit des Sprachstils, grammatikalische und orthographische Richtigkeit. Daß Ihre Arbeit formal einwandfrei ist, stellt eine Voraussetzung für die Beurteilung dar.

Sprachstil

Bei der Wortwahl sollte man auf Pleonasmen (überflüssige Häufung sinngleicher oder sinnähnlicher Ausdrücke; z.B. weißer Schimmel, Einzelindividuum) achten, Redundanzen im Denkablauf vermeiden. Eine eingeführte Bezeichnung oder Benennung sollte konsequent beibehalten werden, denn die in Schulaufsätzen erlernte vermeintliche Abwechslung stiftet in wissenschaftlichen Texten eher Verwirrung. Vor allem sollte man Substantivierungen [messen statt Messung durchführen, nachweisen statt den Nachweis erbringen), Füllwörter (nun, doch, wohl, aber, besonders, vor allem, auch, so), ungenaue Angaben (häufig, oft, sehr, ab und zu, gerne einmal, kaum, nicht immer) und Fremdwörter vermeiden. Fremdwörter sollten nur verwendet werden, wenn damit etwas genauer ausgedrückt werden kann. Auch das Auf-Motzen von Wörtern mit Präfixen und Suffixen [zeigen -> aufzeigen] oder die unnötige Anwendung von Superlativen und Elativen "...unterschiedlichster Ausprägung", "...weitestgehend" sollte man unterlassen.

Abbildungen, Tabellen, Formeln, Programme

Anlagen bzw. Anhänge

Alle zum Verständnis des Textteiles nicht unbedingt wesentlichen Tabellen und sonstigen Materialien (größere Beispiele, Auflistungen oder dgl.) können in einem Anhangsteil zusammengestellt werden. Beim Umfang des Anhanges sollte man sich strenge Beschränkungen auferlegen. Ein solcher Anhang darf nicht dazu mißbraucht werden, zusätzlich Platz für den Text zu gewinnen. Anlagen bzw. Anhänge sind getrennt zu numerieren. Ihnen ist ein Verzeichnis voranzustellen. Die Verwendung von Anlagen bzw. Anhängen ist mit dem Betreuer der Diplomarbeit abzustimmen.

Erhobene Daten

Man fügt einer fertigen Diplomarbeit bei Vorliegen von erhobenen Daten eine CD-ROM mit dem kompletten Datensatz (z.B. auch nicht-rekodierte Einzelitems), eine Dokumentation des Datensatzes und der Auswertungsanweisungen (d.h. z.B. SPSS-Syntaxdateien) und nach Absprache mit dem Betreuer die Untersuchungsmaterialien (z.B. Bandaufzeichnungen, Fragebögen) bei. Durch die Abgabe des Datensatzes und der Syntaxdateien soll es ermöglicht werden, ohne Rückfragen Teile der Auswertungen zu überprüfen. Auch sollte die gesamte Arbeit in digitaler Form jeder Paperversion beigelegt werden.

Veröffentlichung

Interessante Ergebnisse einer Diplomarbeit sollten auch veröffentlicht werden. Diese Veröffentlichung wird in der Regel von dem Betreuer verantwortet, wobei sich die Autorenreihenfolge aus dem relativen Anteil an der Publikationsarbeit bestimmt. Üblicherweise wird der Betreuer Erstautor sein. Abweichungen davon sind jedoch möglich. In jedem Fall bedarf eine Veröffentlichung des Einverständnisses des Betreuers.

Weitere Quellen:
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/Arbeitsblaetter.html (03-01-25)
Joachim Schahn (o.J.). Hinweise zu den Bewertungskriterien für Diplomarbeiten.
WWW: http://www.psychologie.uni-heidelberg.de/AE/diff/JS/DiplHinw.html (03-02-03)
Disterer, Georg (1998). Studienarbeiten schreiben. Diplom-, Seminar- und Hausarbeiten in den Wirtschaftswissenschaften. Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag.
Hegelbach, Johann (1997). Anleitung Diplomarbeit. WWW: http://www.biuz.unizh.ch/tipps/paper.html (04-06-06)
von Werder, Lutz (2000). Das kreative Schreiben von wissenschaftlichen Hausarbeiten und Referaten. Schibri-Verlag.



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