[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Was ist Feedback? Feedback für wen? Feedback für welchen Zweck?

Für die Lehre, für die Person? Man weiß, dass diese Aspekte kaum zu trennen sind, denn Beurteilung der Qualität von universitärer Lehre - auch jeder anderen Lehre - ohne Ansehung der Person ist auch für professionelle Beurteiler schwierig. Die mancherorts versuchten Ansätze wie Peer-Begleitung oder kollegiale Hospitation sind aus verschiedenen Gründen problematisch, worauf ich hier nicht näher eingehen will, da sie eher eine kuriose Perspektivenverdoppelung bzw. -vernebelung bedeutet.

Wenn man versucht, die Lehrqualität zu operationalisieren, also messbar zu machen, dann kommt man auf die klassische Formel für die Beurteilung von Lehrveranstaltungen:

Lehrbeurteilung = Dozent + Studenten + Rahmenbedingungen + Interaktionsprodukte (Rindermann 1997, S. 231)

Wenn man die diversen und einander ähnlichen Instrumentarien, die an österreichischen aber auch deutschen oder Schweizer Universitäten eingesetzt werden, analysiert, dann findet man in der Regel diese vier Aspekte, wobei heutzutage meist explizit der Genderaspekt angesprochen wird, was sich häufig in ironischen Kommentaren von StudentInnen im Anschluss an den Frageboge niederschlägt ;-)

In dem Augenblick, in dem man versucht, das Feedback zu einer konkreten Lehrveranstaltung zu objektivieren, landet man bei oft seltsam präzisen Merkmalen wie "Wieviele Powerpointfolien wurden verwendet?", "Wie detailliert ist das Skriptum?" oder "Ist der Vortrag auch in der letzten Reihe noch verständlich?", "Lächelt der Vortragende am Montag seine Studentinnen an?"

Das ließe sich nach Belieben Fortsetzen bzw. auch noch nach Lehrveranstaltungstyp spezifizieren, wie es etwa hier in Graz geschieht. Aber das sind letztlich alles Aspekte, die nicht unmittelbar mit qualitätvoller Lehre zu tun haben bzw. einem eher technologischen Zugang entsprechen, also nur Rahmen- bzw. Randbedingungen guter Lehre betreffen. Die zentrale Rahmenbedingung guter Lehre ist IMHO ohnehin der Stellenwert, den Lehre überhaupt an einer Universität hat, aber das ist nicht Thema dieser Ausführungen.

Feedbackinstrumente

Vor etwa dreißig Jahren habe ich nach Erprobung umfangreicher Instrumente zum Einsatz am Ende von Lehrveranstaltungen einen lehrveranstaltungsbegleitenden Fragebogen entwickelt, mit dem ich Sie nicht langweilen möchte, da er sehr umfangreich und praktisch ident mit den heutzutage üblichen Fragebogen ist, vielleicht mit dem kleinen Unterschied, dass ich vor allem auch die StudentInnen, deren Ziele und Motivationen erfassen wollte, um deren Urteile über die Lehre auch zu relativieren. Die faktorenanalytisch bestätigten Faktoren waren dabei:

Diesen Fragebogen setzte ich dann etwa in der Mitte des Semesters ein, um mit den StudentInnen darüber zu diskutieren und auch Konsequenzen zu ziehen. Ich habe dann bald entdeckt, dass ich eigentlich schon vorher ganz gut wusste, was herauskommen würde, sodass ich dazu überging, nur mehr die klassischen drei Feedbackfragen zu stellen. Mir wurde dabei auch klar:

Feedback ist nicht Objektivierung, sondern Subjektivierung



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Literatur zum Thema Feedback



 



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