[werner.stangl]s arbeitsblätter tests

Die Beschreibung der vier Lerntypen und dein Ergebnis

Die Lernmethode, bei der man die meisten Prozentpunkte hat, zeigt den Grundlerntyp an, aber da Lerntypen in der Regel als Mischtypen vorkommen, sind auch die folgenden Bereiche, in denen man eine höhere Prozentzahl erreicht hat, nicht unwichtig.

Handelndes Lernen: Prozent

Manche SchülerInnen probieren lieber etwas aus, bevor sie lange Anleitungen lesen oder sich etwas lang und breit erklären lassen. Auch haben sie es gerne, wenn ihnen jemand etwas praktisch vorzeigt und sie es bald danach selber ausprobieren können. Für solche SchülerInnen ist es günstig, einen Lernstoff mit eigenen Erlebnissen in Beziehung setzen zu können, mit anderen gemeinsam aktiv zu sein, etwa in Spielen, Experimenten oder Gruppenarbeiten. Sie bevorzugen Tests und Aufgaben, die ein eigenständiges Lernen ermöglichen. Für LehrerInnen gilt, solche SchülerInnen in irgendeiner Form am Lernprozess unmittelbar zu beteiligen, denn sie werden rasch ungeduldig, wenn sie sich nicht bewegen und irgendetwas "tun" können. Lernhilfen sind für diese Form des Lernens rhythmische Bewegungen, das Mit- und Nachmachen, jede Form von Gruppenaktivitäten und themenspezifische Rollenspiele.

Aus Elternsicht eine Übung für motorische Lerntypen: Mitmachgeschichten

Erzählen Sie Ihrem Kind eine Geschichte oder lesen Sie eine vor. Wenn ein zuvor bestimmtes Wort fällt, muss Ihr Kind aufstehen, sich hinknien oder den Arm in die Höhe strecken. Durch diese Übung unterstütze ich den Bewegungsdrang meiner Schüler und trainiere gleichzeitig die Fähigkeit des genauen Zuhörens.

Für diese Form des Lernens sind folgende Lerntipps vielleicht hilfreich:

Akustisches Lernen: Prozent

Diese SchülerInnen sind für den "normalen" vortragenden Unterricht der Idealfall, denn sie lernen am besten, wenn ihnen jemand etwas mit Worten erklärt. Sie verlassen sich dann auch auf ihre Fähigkeit, gut zuhören zu können, und dabei das Vorgetragene zu behalten. Es fällt ihnen leicht, gehörte Informationen aufzunehmen, zu behalten und auch wiederzugeben. Sie sind in der Lage, oft auch ausführlichen mündlichen Erklärungen zu folgen. Wie man aus Untersuchungen weiß, sind aber nur sehr wenige SchülerInnen diesem Typus zuzuordnen (deutlich unter 10 Prozent). Diskussionen und Frage-und-Antwort-Sitzungen sind für ihre Art des Lernens ideal. Am besten behalten sie den Lernstoff, wenn sie mit jemanden über den Lernstoff sprechen oder jemandem darüber Fragen stellen können, sie prüfen sich gegenseitig gerne ab, einige speichern den Lernstoff auf einem Tonband oder auf dem Computer, den sie sich dann mehrmals anhören. Lernhilfen sind daher Lernkassetten, Gespräche mit anderen Lernenden etwa in Lerngruppen, Vorträge, die Stoffdarbietung in Form von Dialogen und mit Musik unterlegte Lernmaterialien. Der auditive Lerntyp kann leicht gehörte Informationen aufnehmen, sie behalten und auch wiedergeben. Er kann mündlichen Erklärungen folgen und sie verarbeiten. Für ihn hören sich Erklärungen stimmig an, er kann sich einen Reim darauf machen, sie klingen zutreffend. Der akustische Lerntyp kann sehr gut auswendig lernen, indem er den Text laut spricht, führt oft auch Selbstgespräche beim Lernen, erzäht anderen davon, was er gerade lernt.

Aus Elternsicht eine Übung für auditive Lerner: Das Bilddiktat

Geben Sie Ihrem Kind ein leeres Blatt Papier. Auf dieses soll es nun nach Ihren Vorgaben ein Bild zeichnen (z.B. Male rechts oben eine Sonne hin! Darunter ist ein Baum, an dem vier Äpfel hängen. Ein Kind mit einem Korb pflückt diese Äpfel). Sie können Ihrem Kind auch eine Malvorlage geben und ihm dann diktieren mit welchen Farben es die Dinge anzumalen hat.

Für diese Form des Lernens ist folgende Lerntipp vielleicht hilfreich:

Lesendes Lernen: Prozent

Für diese SchülerInnen sind gute Lehrbücher mit viel Text der Idealfall, denn sie holen sich ihr Wissen am leichtesten aus schriftlichen Quellen. Sie sind in der Lage, auch komplizierte Sachverhalte allein dadurch zu verstehen, wenn sie eine genaue Beschreibung davon lesen. Sie lernen am besten, wenn sie den Lernstoff mit eigenen Worten formulieren können, Prüfungsfragen schriftlich ausarbeiten oder Merktexte am Computer anfertigen. Sie fertigen zum Lernen von Texten Auszüge an, in denen sie den Inhalt mit eigenen Worten zusammenfassen. Lernhilfen sind für diese Art des Lernens die traditionellen Formen des Bildungssystems, das weitgehend literal, also auf die Weitergabe von Informationen in Form von Buchstaben fixiert ist. Moderne Formen dieses Lernens werden etwa durch Weblogs oder Lerntagebücher unterstützt.

Für diese Form des Lernens sind folgende Lerntipps vielleicht hilfreich:

Besonders empfehlenswert ist mit 1500 Vokabeln das Vokabel-Poster, das man ständig sichtbar an einer häufig frequentierten Stelle in der Wohnung aufhängt. So prägen sich die Vokabeln durch die wiederkehrende Beobachtung leichter ein, was durch die Optik und die Einteilung in sinnvolle Kategorien unterstützt wird.

Empfehlung: Lernen im Vorübergehen mit dem Vokabel-Poster

Bildliches Lernen: Prozent

Diese SchülerInnen finden sich in neuem Lernstoff am besten zu recht, wenn dieser in Bildern, Overheadfolien, Dias, Filmen oder Videos daherkommt. Das Beobachten von Handlungsabläufen macht es ihnen leicht, Dinge zu behalten. Beim Lernen veranschaulichen sie sich den Lernstoff in Form von Übersichten, Grafiken oder Bildern. Komplizierte Dinge zeichnen solche SchülerInnen gerne auch auf, wobei sie diese häufig farbig gestalten. Ihre Hefte schmücken sie manchmal mit Skizzen und Bildern zum Stoff aus. Lernhilfen sind also Bücher mit Skizzen, Bildern, aber auch Lernposter, Videos und auch Lernkarteien.

Aus Elternsicht eine Übung für visuelle Lerner: Was fehlt?

Legen Sie 5-8 Bilder auf den Tisch. Ihr Kind soll sich diese nun in Ruhe anschauen. Dann geht Ihr Kind vor die Tür oder dreht sich um. Sie entfernen eine Bildkarte. Nun muss Ihr Kind erraten, welches Bild fehlt. Dieses Spiel mache ich häufig im Englischunterricht, wenn die Kinder neue Vokabeln gelernt haben. Durch diese Übung festigt sich der Wortschatz auf spielerische Art und Weise.

Für diese Form des Lernens sind folgende Lerntipps vielleicht hilfreich:


 

Vergleich mit anderen

Im Folgenden findest du die Daten einer Stichprobe von über tausendfünfhundert Personen, die wie du den Test gemacht haben und mit denen du nun deine Lern- und Arbeitsvorlieben vergleichen kannst. Dazu musst du in die rechts stehende Grafik (diese kannst du auf der Formularseite ausdrucken!) deine Testwerte (die schwarzen Ziffern auf der linken Seite von 8 bis 41) eintragen.

Die blauen Zahlen am linken und rechten Rand kennzeichnen Prozentwerte, die verschieden von hellgelb nach dunkelrot eingefärbten Bereiche umfassen von unten nach oben immer 10 Prozent der Stichprobe, die mit ihren Vorlieben genau in diesem Bereich liegen.

Die schwarzen Grenzlinien markieren den Übergang zur nächsten 10-Prozent-Gruppe. Bis zum 50%-Strich liegen also 50 Prozent der Menschen, darüber die anderen 50 Prozent.

Aus dieser Grafik siehst du genau, wieviele Menschen mehr oder weniger Vorlieben für eine Lernaktivität haben als du. Wenn du mit deinen Werten in den oberen dunkleren Bereichen liegst, dann ist dein Vorliebe für diese Arbeitsform stark bzw. sehr stark ausgeprägt. Liegen deine Werte in den beiden Bereichen um den Mittelwert herum, dann hast du ein ausgeglichenes Arbeitsprofil. Liegen deine Werte darunter, dann magst du diese Arbeitsformen eher weniger.

Ein Beispiel, wie du deinen Test auswerten und interpretieren kannst, findest du, wenn du auf die rechts stehende Grafik klickst!

Mit dem HALB-Test hast du also herausgefunden, welche Lernform du bevorzugst bzw. häufiger als andere nutzt. Allerdings sollte man sich von diesem Wissen nicht allzu viel erwarten, denn beim Lernen hat man oft nur wenige Möglichkeiten, die Form der Darbietung zu wählen. Wenn dein Lernstoff in einem trockenen Buch mit viel Text daherkommt und du am liebsten bunte Bilder und Zeichnungen hast, dann wirst du das kaum ändern können - vielleicht dadurch, dass du dir den Stoff in Bilder übersetzt oder dabei an eigene Erlebnisse denkst. Wir haben dir bei jedem Lerntypus einige unserer Lerntipps dazugeschrieben, die typisch sind für diese bevorzugte Art des Lernens.

Unser besonderer Tipp dazu: Es sollten alle, die in einem Lernbereich einen niedrigen Prozentwert haben, genau diese Lern- und Arbeitsmethoden einmal ausprobieren! Denn vielleicht war es genau das, was ihnen beim Lernen bisher gefehlt hat!

Zum Glück sind die wenigsten Menschen eindeutig einem Lerntypus zuzuordnen, sondern wie du vermutlich auch aus deinem HALB-Test-Ergebnis sehen kannst, gibt es keine reinen Typen, sondern alle Menschen haben nur eine mehr oder minder deutlich ausgeprägte Ordnung bzw. Mischung ihrer Lernvorlieben.

Viel stärkeren Einfluss auf das Lernen hat der Lernstoff selber, denn eine Sprache lernen kann man wohl kaum allein aus einem Lehrbuch, sondern man muss sie sprechen und die Gedanken mit gesehenen Dingen verbinden. Auch kann man den Inhalt eines Films oder Theaterstücks nur dann über längere Zeit behalten, wenn man sich einige Stichworte aufgeschrieben hat oder mit jemandem darüber diskutiert.

Unabhängig davon, welcher Grundlerntyp sich für dich ergeben hat, solltest du versuchen, möglichst viele Kanäle in deinen Lernprozess einzubeziehen. Denn wie wir in einem früheren Lerntipp ("K'ung-fu-tzus coole Typen") beschrieben haben, können wir uns einen Lernstoff dann am besten aneignen, je vielfältiger wir die Möglichkeiten des Erinnerns und Behaltens wählen, denn die Chance uns etwas zu merken steigt mit der Anzahl der beteiligten Sinneskanäle.

Ehe wir's vergessen: Richtig geschrieben wird das Wort in Frage 2 natürlich "parallel", was du aber sicher schon gewusst hast.


Für besonders Interessierte

Der HALB-Test bzw. das Lerntypenkonzept aus wissenschaftlicher Sicht: Der HALB-Test Dazu die Ergebnisse von über 500 Personen, die den Test schon gemacht haben bzw. die wichtigsten wissenschaftlichen Daten zum Test von über 1500 TeilnehmerInnen aus dem Jahr 2003 und über 18000 aus dem Jahr 2004.

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