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Das Thesenpapier

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Wozu braucht man das eigentlich, so ein Thesenpapier? Ist es die Kurzfassung einer schriftlichen Arbeit oder die Light-Variante des Leistungsnachweises? Oder dient es Prüfern als Kontrollinstrument?

Ein Thesenpapier zu produzieren, ist immer dann sinnvoll, wenn man einen mündlichen Vortrag - ob im Seminar, im Kolloquium oder in der Prüfung - für die Zuhörer und Gesprächspartner überschaubar und in seinem Aufbau nachvollziehbar machen will. Zuhörer können anhand eines Thesenpapiers besser folgen, sie können beim Hören bereits anmerken, wo sie nachfragen wollen, Prüfer können nach Anknüpfungspunkten für das Prüfungsgespräch suchen. Ein Thesenpapier soll also helfen, die Kommunikation auf sachlicher Basis in Gang zu bringen. Im Idealfall ist ein Thesenpapier deshalb auch kaum zusätzliche Arbeit. Es ist nichts anderes als ein knapp und sorgfältig formulierter Vortragsleitfaden. Wichtige Voraussetzungen für die Erstellung eines Thesenpapiers sind deshalb: Die Inhalte, um die es gehen soll, sind erarbeitet. Klarheit darüber ist hergestellt, was vorausgesetzt wird, was an Material und Literatur referiert wird und welche Gedanken als eigenständig herausgearbeitet werden.

Es sollte maximal 1-2 Seiten lang sein und in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, so dass es an alle Zuhörer ausgeteilt werden kann.

Das Thesenpapier ist eine Stellungnahme, es informiert nicht, sondern beurteilt. Thesen reproduzieren nichts, sondern produzieren die eigene Meinung über die Realität. In gewissem Sinn steht das Thesenpapier diametral dem Protokoll gegenüber, denn es enthält in der Regel nur Beurteilungen und Meinungen. Ein Thesenpapier ist somit eine beurteilende, schriftliche Darlegung der eigenen Meinung über einen Sachzusammenhang in Kurzform. In ihm werden hauptsächlich begründete, zentrale, nummerierte Thesen entfaltet, also Aussagen, die diskutierbar sind. Ein Thesenpapier fasst die wesentlichen Gedanken zu einem Sachzusammenhang kurz zusammen.

Das Thesenpapier ist immer unselbständig, d. h., es muß in einer Diskussion kommentiert werden und bedarf der Einbeziehung in den Sachzusammenhang, zu dem es Stellung nimmt. Es eignet sich oft als Leitfaden für die Zuhörer eines zu haltenden Referats oder eines abzustattenden Berichts.

Das Thesenpapier benötigt entsprechend seiner Funktion Angaben über den Bezugszusammenhang der Thesen, den Stellungnehmenden und die näheren Umstände. Darüberhinaus sollten Thesen nummeriert werden, damit sie in der Diskussion leichter identifiziert werden können.

Zur inneren Struktur der Thesen gilt, daß die Form der Stellungnahme in Thesen dazu dienen soll, eine umfassendere Beurteilung in einerseits möglichst kurzer andererseits möglichst gegliederter und einprägsamer Form darzustellen. Thesen müssen demnach kurz sein, die bewertenden Aussagen in einer aufeinander bezugnehmenden Reihenfolge entwickeln, und pointiert zum Ausdruck bringen, was man sagen will.

Das Thesenpapier soll weder ein Inhaltsverzeichnis noch eine Stichwortsammlung oder ein Kurzreferat sein. Es sollte das Resultat einer Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Literatur systematisch wiedergeben. Alle wichtigen Aussagen, die im Vortrag entwickelt, begründet, erläutert werden sollen, in sind in Kurzform aufschreiben.

  • Thesen sind daher sachlogisch zu gliedern, wobei inhaltlich zusammengehörige Thesen unter bestimmten Überschriften der Übersichtlichkeit halber zusammengefaßt werden können.
  • Sie sind in kurzen und knappen Sätzen abzufassen, die den Argumentationsstrang des Autors und die jeweiligen Problempunkte deutlich werden lassen.
  • Auf dem Papier soll klar werden, um was für eine Art von These es sich handelt: eine Wiedergabe, eine Interpretation, eine Kritik, eine Forderung usw.
  • Das Papier als Ganzes sollte höchstens eine DIN-A-Seite mit einfachem Zeilenabstand nicht überschreiten und zusätzlich die gleichen Daten aufführen wie auch das Titelblatt einer Seminararbeit.

Auch sollte daran gedacht werden, Literaturangaben (eventuell zur Vorbereitung auf die Diskussion) beizufügen.

  • Kopfleiste: Formale Angaben: Referent(Innen)/Seminar/Thema/Datum/Ort
  • die konkrete Fragestellung
  • Einleitung (ca. 5 Zeilen): Kurze Erläuterung des Themas, Einordnung in die Diskussion
  • Thesen: 1 2 3 ...
  • eigene Stellungnahmen, Kritiken:
  • Hinweise für die Diskussion:
  • evtl. Verzeichnis der verwendeten Literatur
  • Keine Tabellen, Zeitreihen, Grafiken etc. Diese können, wenn nötig, separat verteilt werden.

Aufbau des Thesenpapiers

Thesenpapier ist eine beurteilende, schriftliche Darlegung der eigenen Meinung über einen Sachzusammenhang in gebündelter Kurzform. In ihm werden hauptsächlich begründete, zentrale, nummerierte Thesen entfaltet. Thesen sind Aussagen, die diskutierbar sind. Ein Thesenpapier fasst die wesentlichen Gedanken zu einem Sachzusammenhang kurz zusammen.

Ein Thesenpapier enthält einen zusammenfassenden Obersatz und ausführende Untersätze. Der einleitende Obersatz beschreibt die Kernthese und ist so prägnant wie möglich zu formulieren. Die nachfolgenden Thesen bauen idealer Weise so auf einander auf, dass ein erkennbarer Zusammenhang zwischen ihnen besteht. Die Thesen müssen nicht selbst erfunden sein. Man kann auch aus gelesenen Texten bedeutsam erscheinende Argumente und Ausführungen zu Thesen zu verdichten, dabei ist unbedingt die Basisliteratur deutlich zu machen.

Die aufgeführten Thesen dienen einer begründeten Beurteilung einer Thematik in kurzer, gegliederter und einprägsamer Form. Die entfalteten Thesen sind kurz gehalten und in einer bewusst gewählten Reihenfolge (sachlogisch, chronologisch, oder kriterienorientiert gewichtet) aufgeführt. Ein Thesenpapier ist also ein bewusst erstelltes Resultat einer Auseinandersetzung mit einer (mitunter vorgegebenen) Thematik.

Im Idealfall ist ein Thesenpapier deshalb auch nichts anderes als ein knapp und sorgfältig formulierter Vortragsleitfaden in kürzest möglicher Form. Wichtige Voraussetzung für die Erstellung eines Thesenpapiers sind deshalb die Klarheit darüber, welche Inhalte anhand welcher Literatur, mit welchen eigenständig herausgearbeitete Gedanken vorgetragen werden sollen.

 

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