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Bedürfnisse |
I need,
therefore I imagine.
Carlos Fuentes |
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Abraham Maslow (1908 - 1970) wies das Menschenbild der Ethologie (Vergleichende Verhaltenswissenschaft) und der Psychoanalyse zurück, denn das Verhalten von Tieren und das Verhalten von neurotischen Menschen sollte seiner Meinung nach nicht als zentraler Ausgangspunkt zur Erklärung menschlichen Verhaltens verwendet werden. Er war Vertreter und Mitbegründer der "Humanistischen Psychologie". Die humanistische Psychologie grenzt sich sowohl vom Behaviorismus als auch von der Psychoanalyse ab und bezeichnet sich so als "dritte Kraft" der Psychologie. Dazu gehören: Abraham Maslow, Charlotte Bühler, Carl Rogers, Fritz Perls, Sidney M. Jourard, Rollo May, Fred Massarik u.a. Man wollte eine Psychologie entwickeln, die das aktive Streben des Menschen nach einem erfüllten Leben, nach Anerkennung und Selbstverwirklichung in den Mittelpunkt stellte. 1961 wurde unter dem Vorsitz von Abraham Maslow die "American Association of Humanistic Psychology" gegründet, die folgende Thesen vertritt:
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Das Konzept der Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow
Holzkamp (1985, S. 101) vermutet,
daß auch Tiere bereits nach individueller
Umweltkontrolle streben, da sie nicht nur unmittelbare
physiologische Mangelzustände wie Hunger oder Durst
ausgleichen, sondern schon vorher mit der Nahrungssuche
beginnen. Seiner Meinung nach gibt es schon bei Tieren eine
emotionale Wertung im Zusammenhang zwischen organismischem
Ungleichgewicht und der Fähigkeit zu seiner Beseitigung
aufgrund der Aktivitätsumsetzung von Bedeutungen.
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Ein Bedürfnis kommt zustande durch einen Mangel bestimmter Elemente in der Umwelt. Dieser Mangel wird vom Individuum als Spannung empfunden,
Bedürfnisse stehen in einem Wechselspiel von Unlust und Spannung bzw. Lust und Entspannung, wobei diese zwei bipolaren Komponenten jedem motivierten Verhalten zugrundeliegen. Der typische Verlauf und das Zusammenspiel von Lust und Spannung kann am Beispiel des Hungers dargestellt werden. Der Organismus befindet sich in der Anfangsphase in einem Zustand der Unlust und der zunehmenden Spannung. Mit der Konsumation eines Nahrungsmittels nähert sich die Spannung wieder dem Null-Niveau, , d.h.,der Organismus befindet sich nach der Nahrungsaufnahme in einem entspannten Zustand, bis wieder ein Bedürfnis (neuerlicher Hunger, Durst) aktuell wird. Die Spannung zeigt jeweils an, daß ein Triebziel noch nicht erreicht ist. Die Lust dient als Lernhilfe, indem lustvoll erlebte Verhaltensweisen und Reizsituationen in Zukunft wieder ausgeführt respektive aufgesucht werden, während die mit Unlust verbundenen Verhaltensweisen gemieden werden. In Versuchen mit Ratten wurde nachgewiesen, dass Hunger und Durst die Arbeit des Gedächtnisses insofern verändern, dass das jeweilige körperliche Bedürfnis befriedigt wird. Fazit der Untersuchungen: Wer hungrig ist, kann sich an Information zu potenziellen Nahrungsquellen besser erinnern als jemand, der Durst hat, während umgekehrt der Durstige schnelleren Zugang zu abgespeicherten Informationen auf Getränke hat. Offensichtlich kann eine bestimmtes Bedürfnis das Gedächtnis beeinflussen, indem die Motivation zwar das angestrebte Ziel bestimmt, aber das Gedächtnis dafür die passenden Erinnerungen liefert, die früher schon einmal zu einem solchen Ziel geführt haben. Der Hippocampus schließlich ist es dann, der Motivation und Erinnerungen koordiniert und so zielgerichtetes Verhalten in Gang bringt. Eine Motivationstheorie sollte sich auf letzte, auf grundlegende und häufig unbewußte Ziele des Verhaltens konzentrieren, nicht nur auf die Mittel zur Erreichung dieser Ziele. Man muß Motivation nach grundlegenden Zielen klassifizieren, denn diese bleiben über Zeit, Person und Kultur konstant. Nur das Verhalten, das eingesetzt wird, um diese Ziele zu erreichen, variiert. Typischerweise beruht eine Handlung auf mehr als einer Motivation. Im Allgemeinen gibt es verschiedene kulturell akzeptierte Wege zum gleichen Ziel. Grundlegende Ziele/Bedürfnisse der Menschen unterscheiden sich bei weitem nicht so wie ihre bewußten Alltagswünsche. Das heißt, die unterschiedlichen Kulturen unterscheiden sich nur in Bezug auf die unterschiedlichen Wege der Bedürfnisbefriedigung. Die Bedürfnisse (Motivatoren) stehen untereinander in enger Beziehung: Das Auftreten eines Bedürfnisses hängt zunächst von der vorherigen Befriedigung eines anderen, vorherrschenderen Bedürfnisses ab und immer wenn ein Bedürfnis erfüllt ist, tritt das nächsthöhere an seine Stelle. Es gibt also keine isolierten Bedürfnisse, sondern eine Hierarchie von Bedürfnissen (Listen von Trieben und Bedürfnissen sind daher völlig unnütz, da man annimmt, alle Triebe wären gleich mächtig). Die Psychologie des Kaufverhaltens unterscheidet drei Käufertypen:
Käufer handeln jedoch nicht immer auf Grund rationaler Überlegungenl, sondern lassen sich oft von Stimmungen und Emotionen leiten. Auch für einen Kauf völlig irrelevante Botschaften beeinflussen Entscheidungen. Einfache Formeln wie AIDA (Attention, Interest, Desire, Action, siehe den rechten Kasten) fassen psychologische Erkenntnisse schlagwortartig zusammen und zeigen, wie es einem Verkäufer gelingen kann, die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Kunden zu erlangen, dessen Bedürfnisse zu wecken, diese in Interesse für sein Produkt bzw. seine Leistung umzuwandeln und zum Kauf zu motivieren. Allerdings gibt es auch massive Zweifel an der einfachen AIDA-Formel, zwar ist die AIDA-Formel die wohl älteste, bekannte Werbewirkungs-Formel, die 1898 von E. St. Elmo Lewis als Anleitung für Verkaufsgespräche entwickelte worden war und erst später auch auf Anzeigen wurde, um Anzeigenkunden zu helfen, die Werbung erfolgreicher zu gestalten, doch ihre Wirksamkeit wird durchaus kontroversiell diskutiert, besonders im Hinblick auf das Medienzeitalter. Die einfache Formel kann so umschrieben werden: Zuerst muss Attention (Aufmerksamkeit) erzeugt werden, dann erzeugt Interesse (Interest) den Wunsch, das Angebot zu besitzen (Desire) und dies erzeugt die Handlung (Action), in der Regel den Kauf. Das A für Aufmerksamkeit wird von vielen Werbern missverstanden, denn sie reduzieren die AIDA-Formel oft im Wesentlichen auf das erste A, also dass ihre Werbung Aufmerksamkeit erzeugt. In vielen Fällen wird das Interesse auch die Voraussetzung für Aufmerksamkeit sein kann, auch werden Erinnerungseffekte überhaupt nicht abgebildet, denn wenn eine Werbebotschaft erfolgreich sein will, muss sie im Gedächtnis behalten werden, da zwischen dem Kontakt mit der Werbung und dem Kauf häufig eine große Zeitspanne liegt. Ein neues Modell wurde von Werbepsychologen formuliert, bei dem der Gemütszustand, mit dem eine Marke langfristig konnotiert sein soll, definiert wird. Ein grundlegender Bestandteil des neuen Modells ist die ARIA-Formel, die das AIDA Modell zeitgemäß ergänzt. ARIA steht dabei für Appearance, Relevanz, Information, Attention. Objekte müssen zunächst erscheinen, denn wie jedes physische Objekt muss auch etwas nicht fassbares wie eine Marke leibhaftig werden, sie muss sich darstellen, damit man sie überhaupt erleben kann, und zwar eindeutig und wiedererkennbar. Die Erscheinung muss einen emotionale relevanten Impuls bei den Betrachtern auslösen damit sie die weitgehend unbewussten Selektions- und Bewertungsprozess "überlebt" und nicht vorschnell als unmaßgeblich ausgesondert wird. Die Impulse werden dann auf höherer Ebenen mit Erinnerungen und Erfahrungen abgestimmt, und werden zu bewusst erfassbaren Informationen. Erst dann schenkt man den Dingen Aufmerksamkeit, die am Anfang der AIDA Formel steht. |
Was sind Bedürfnisse?
Die AIDA-Formel aus der Werbepsychologie
Literatur
Die ARIA-Formel
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Die ersten vier Bedürfnisse nennt Maslow auch "Defizitbedürfnisse", da ungünstige Folgen zu erwarten bei Nichtbefriedigung sind (z.B. Krankheit) und ein Gefühl der Entbehrung hervorrufen. Bedürfnisse stehen untereinander in folgender Beziehung: Wenn ein Bedürfnis erfüllt ist, tritt das nächsthöhere an seine Stelle. Je höher das Bedürfnis, desto später in der Entwicklung einer Person entsteht es, sodaß man bei Erwachsen in der Regel komplexere Bedürfnisstrukturen feststellen kann. Je höher das Bedürfnis, desto weniger wichtig ist es für das reine Überleben, denn es kann leichter aufgeschoben werden, sie werden als weniger drängend erlebt und können auch ganz verschwinden. Ein Individuum, dessen Verhalten durch höhere Bedürfnisse bestimmt ist (das setzt voraus, daß alle grundlegenderen Bedürfnisse befriedigt sind), ist seltener krank, schläft besser und lebt länger. Befriedigung höherer Bedürfnisse führt weg von psychopathologischen Erscheinungen (psychischen Krankheiten) und ist damit ein wichtiger Schutzfaktor für Gesundheit. Höhere Bedürfnisse werden sozial höher bewertet. Das Befolgen und die Befriedigung höherer Bedürfnisse haben positive soziale Konsequenzen (Loyalität, Freundlichkeit...). |
"Bedürfnispyramide von Maslow"
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Siehe auch |
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Wie Hull nimmt er an, daß ein Bedürfnis nur so lange motiviert und das Handeln beeinflußt, wie es unbefriedigt bleibt. Dabei wird das Handeln weniger von innen getrieben, als von Befriedigungsmöglichkeiten angezogen. Der Grundgedanke von Maslows Klassifikation ist sein Prinzip der relativen Vorrangigkeit in der Motivanregung (s.o.). Sobald das erste Bedürfnis nicht befriedigt ist, wird auf die anderen Bedürfnisse nicht eingegangen werden. Wird z.B. ein Hungergefühl nicht erfüllt, wird sich der Lernende kaum auf die Inhalte der Unterrichtsstunde konzentrieren können. Schülern muß daher die Befriedigung verschiedener Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Toilettenbesuch gewährt werden. Demnach haben die Pausen eine wichtige Bedeutung, die unter keinen Umständen von LehrerInnen verkürzt werden dürfen. |
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Stellen Sie sich Robinson Crusoe vor, der gerade auf der einsamen Insel gestrandet ist. Was wird er wohl tun?
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Merk-GeschichteAuf der webpage von Hans Karl Schmitz (http://kontaktdesign.de/website- |
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Ein Neandertaler krabbelt nach etwa 30.000 Jahren Totenruhe aus seiner Pyramide.
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Noch eine Merk-Geschichtestammt von Reinhold Vogt ( |
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Das Modell von Maslow läßt sich empirisch nicht bestätigen, da die Zufriedenheit eines Menschen nicht meßbar, sondern nur über dessen Selbstaussage nachzuvollziehen ist. Der Begriff der Selbstverwirklichung stellt eine Leerformel dar, denn er muß stets inhaltlich ausgelegt werden, sodaß jeder alles hineinpacken kann. Die Pyramide von Maslow ist - wie vielleicht die übliche Darstellung nahelegt, kein starres Konzept, das jeden Menschen gleichermaßen beschreibt, sondern die Grenzen zwischen den einzelnen Ebenen sind nicht starr, sondern verlaufen eher fließend. Die Theorie Maslows sollte daher lediglich als umfassende Struktur der menschlichen Ideale verstanden werden. |
Kritik am Modell von Maslow |
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Nach Klaus Holzkamp (1985), dem Begründer der Kritischen Psychologie, verändert sich beim Menschen im Vergleich zum Tier die Art der Umweltkontrolle: Die bloß erkundende Umweltbeziehung der Tiere wird bei Menschen zur gestaltenden Weltbeziehung mit dem Ziel der verallgemeinert-vorsorgenden Abgesichertheit, nicht nur der primären Bedarfsbefriedigung. Die individuelle Umweltkontrolle der Tiere wandelt sich beim Menschen zur personalen Handlungsfähigkeit, d.h., um die Verfügung des Individuums über seine eigenen Lebensbedingungen in Teilhabe an der Verfügung über den gesellschaftlichen Prozeß. Damit wird bei ihm die Handlungsfähigkeit zum ersten menschliches Lebensbedürfnis. |
Quelle: |
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