[werner.stangl]s arbeitsblätter tests

Der HALB-Test - Ergebnisse 2003

Die hier mitgeteilten Ergebnisse beruhen nun auf einer Stichprobe von 1591 ProbandInnen, davon, 59 Prozent weiblich und 41 Prozent männlich mit einem Durchschnittsalter von 32,6 Jahren. Der schon bei der ersten Stichprobe hohe Frauenanteil blieb also erhalten, was mit der Thematik des Tests zu tun hat, da es offensichtlich Frauen sind, die häufig für ihre Kinder im Web Hinweise zum Lernen suchen. Dabei dürften diese den Test selber zuerst durchführen, wie auch aus den Kommentaren ersichtlich ist. Alle Testscores sind - wenn nicht anders angegeben - auf Prozent standardisiert.

In der folgenden Tabelle finden sich die Prozentwerte der Zustimmungen zu den einzelnen Items:

N=1591

Item

Mittelwert

Streuung

H1

ein freundlicher Mensch, der dich begleitet

0,29

0,45

H2

das Wort blind und rasch auf ein Blatt Papier schreiben, ohne zu denken

0,44

0,50

H3

ihr mitteilen, was man auf dieser Projektwoche so alles unternehmen kann

0,57

0,49

H4

etwas mir gut Bekanntes, das sicher gelingt, ohne Kochbuch zubereiten

0,57

0,49

H5

vorher hinfahren und mich vor Ort umschauen

0,45

0,50

H6

selber mit den Knöpfen an der Anlage spielen zu können

0,37

0,48

H7

ich koche für ihn Kaffee und lasse ihn dabei die Maschine ausprobieren

0,77

0,42

H8

ihn von seiner Wohnung abholen

0,35

0,48

H9

Das Lexikon zu probieren und einige Zeit benutzen zu können

0,43

0,49

H10

Projektwochen oder Besichtigungen durchführen, da man hier den Stoff miterlebt

0,41

0,49

A1

die genaue Erklärung des Weges durch einen Polizisten

0,19

0,39

A2

mir den Klang des Wortes vorstellen und es ein paar Mal aussprechen

0,29

0,46

A3

sie sofort anrufen und ihr alles am Telefon erzählen

0,79

0,41

A4

ich würde alle Freunde anrufen und sie nach ihren Lieblingsnachspeisen fragen

0,29

0,46

A5

jemanden aus dem Tierpark anrufen und mich beraten lassen

0,58

0,49

A6

Was mir der Verkäufer darüber erzählt hat

0,45

0,50

A7

ich erkläre ihm mit Worten den Ablauf ganz genau

0,67

0,47

A8

ihm am Telefon eine genaue Beschreibung des Weges geben

0,54

0,50

A9

die mündliche Empfehlung durch den Buchhändler

0,33

0,47

A10

mit der Klasse diskutiert, weil man dann Unklarheiten besser klären kann.

0,51

0,50

L1

die genaue Beschreibung des Weges im letzten Brief des Freundes

0,66

0,48

L2

die Augen schließen und mir das geschriebene Wort im Schriftbild vorstellen

0,81

0,39

L3

ihr eine E-mail mit der genauen Beschreibung schicken

0,37

0,48

L4

mir alle Rezepte in meinem Kochbuch genau durchlesen

0,27

0,44

L5

ein Buch über die Tiere lesen, die es in diesem Park gibt

0,12

0,33

L6

die Informationen in der Beschreibung des Gerätes

0,64

0,48

L7

ich überreiche ihm die schriftliche Betriebsanleitung

0,07

0,26

L8

ihm eine SMS mit einer genauen Beschreibung schicken

0,37

0,48

L9

das genaue Durchlesen von einzelnen Stichwörtern

0,48

0,50

L10

Arbeitspapiere und das Lehrbuch einsetzen, weil man alles nachlesen kann

0,45

0,50

B1

Ein Stadtplan, den du dir am Kiosk kaufst

0,73

0,44

B2

das Wort blind und rasch auf ein Blatt Papier schreiben, ohne zu denken

0,33

0,47

B3

ihr die Reise auf einer Weltkarte zeigen

0,12

0,32

B4

ein bebildertes Kochbuch durchblättern und mich von den Bildern anregen lassen

0,71

0,45

B5

mir einen bebilderten Prospekt mit einem Plan besorgen

0,71

0,45

B6

dass die Anlage zu meiner Zimmereinrichtung passt und gut aussieht

0,40

0,49

B7

Ich zeichne die Maschine auf ein Blatt und zeige ihm die wichtigsten Teile

0,35

0,48

B8

ihm die Kopie eines Stadtplans mit eingezeichnetem Weg schicken

0,60

0,49

B9

dass es eine übersichtliche und mit Bildern unterstützte Darstellung hat

0,62

0,49

B10

Dias, Filme und Overheadfolien verwenden, weil Bilder alles anschaulicher machen

0,50

0,50

In der folgenden Tabelle sind die Produkt-Moment-Korrelationen zwischen den vier Faktoren des HALB-Tests dargestellt, im oberen Dreieck die der männlichen und im unteren die der weiblichen ProbandInnen. Aufgrund der Konstruktion des Verfahrens und des forced-choice-Aspektes ergeben sich prinzipiell negative Zusammenhangsmaßzahlen, was bei der Interpretation berücksichtigt werden muss.

handelnd

akustisch

lesend

bildlich

handelnd

-

-0,26

-0,46

-0,28

akustisch

-0,25

-

-0,32

-0,48

lesend

-0,38

-0,44

-

-0,19

bildlich

-0,43

-0,39

-0,11

-

Bis auf den Zusammenhang zwischen handelnder und bildlicher Präferenz, der bei den weiblichen ProbandInnen höher ausgeprägt ist als bei den den männlichen, ähneln sich die Zusammenhangsmuster weitgehend. Vermutlich wird der Zusammenhang zwischen diesen beiden Faktoren durch ein geschlechtsspezifisches Merkmal moderiert. Ein Vergleich mit den ersten korrelativen Ergebnissen (423 ProbandeInnen) zeigte sich eine deutliche Erhöhung der Zusammenhänge, die Struktur blieb allerdings im Wesentlichen gleich. Auch die Geschlechtsunterschiede in den Skalen blieben gleich, auch wenn jetzt die ersten drei auf dem 5%-Niveau statistisch signifikant sind und die bildliche Präferenz im Durchschnitt alle anderen überholte. Das ist auf den zunehmenden Anteil von "normalen" UserInnen zurückzuführen, die gegenüber dem hohen Anteil an StudentInnen in der ersten Stichprobe (ca. 25 Prozent) nun vermutlich dominieren.

 

Die schon bei der ersten Stichprobe feststellbaren Entwicklungen der Präferenzen über die Altersgruppen hinweg hat sich ebenfalls bestätigt, wobei aufgrund der größeren Datenmenge diese Unterschiede bis auf den nildlichen Bereich signifikant werden. Offensichtlich kommt es über die Kohorten hinweg zu einer Abnahme der akustischen Präferenz hin zu den drei übrigen, wobei die Lesepräferenz ab dem 40 Lebensjahr stabil bleibt. Erwähnenswert ist auch diskontinuierliche Entwicklung bei den drei ersten Altersstufen, was wohl mit den unterschiedlichen Anforderungen innerhalb dieser Lebensphase zu tun haben mag.


Eine Faktoranalyse konnte zwei Faktoren extrahieren, die insgesamt 58 Prozent der Varianz erklären. Die Varimax-rotierte Darstellung zeigt einen Aktivitätsfaktor mit den Polen handelndes und lesendes Präferieren, während der zweite Faktor eine Dichotomie der beiden Sinneskanäle abbildet.

Diese Lösung bestätigt die dem Testverfahren zugrundeliegende Skepsis, dass sich mit geeigneten Items und der Wahl einer geeigneten Methode die vier Faktoren recht gut auch empirisch darstellen lassen.

Die internen Konsistenzen der Skalen - die auf Grund des dichtomen Formats, des Einflusses der Situtation bzw. der forced choice naturgemäß sehr gering sind - haben sich mit zunehmender Stichprobengröße stabilisiert, wobei in der folgenden Vergleichstabelle in den drei links stehenden Spalten nur die ProbandInnen berücksichtigt wurden, die instruktionsgemäß insgesamt 20 Items gewählt haben, während in der rechten nur jene ausgewertet wurden, die weniger als 20 aber mindestens 10 Alternativen gewählt haben:

Skala

Cronbach Alpha (N=423)

Cronbach Alpha (N=847)

Cronbach Alpha (N=1279)

Cronbach Alpha (N=301)

Handelnde Orientierung

0,23

0,24

0,25

0,40

Akustische Orientierung 

0,39

0,38

0,35

0,42

Lesende Orientierung 

0,32

0,29

0,28

0,35

Bildliche Orientierung 

0,20

0,20

0,18

0,44

Auch sind sämtliche negative Trennschärfen einiger exponierter Items verschwunden, sodass sich offensichtlich deren latente Komponente stärker durchsetzt.

Bestätigung der Typologie

Eine erneute Clusterung der ProbandInnen anhand der vier Skalen erbrachte ein annähernd gleiches Muster, wobei der erste bilddominierte Cluster (Bh) im Vergleich zur kleineren ersten Stichprobe nun einen stärkeren Nebenaspekt des Handelns aufweist. Die Charakterisierung als Prototyp des Fernsehzeitalters kann dennoch beibehalten werden, zumal auch das Handeln unter einem passiven Aspekt verstanden werden kann.

Auch der zweite Cluster (Lb) - der typische Bücherwurm - hat nun einen Nebenaspekt des bildlichen erhalten, wobe es durch die größere Stichprobe nur zu einer Verstärkung des zweiten Elements gekommen sein dürfte. Mit 35 Jahren ist das Durchschnittsalter von allen Clustern am höchsten.

Der dritte Cluster (AB) als Zuhörer und Diskutierer wurde genau in dieser Form bestätigt. Mit 29 Jahren hat diese Gruppe abermals das geringste Durchschnittsalter aller Cluster und mit 329 Sekunden haben diese ProbandInnen auch am längsten für die Durcharbeitung des Tests benötigt. In diesem Cluster findet sich mit 66% auch der höchste Frauenanteil.

Beim vierten Cluster (Ah) kam es zu einer leichten Abschwächung der ursprünglich stärker ausgeprägten Handlungskomponente,

Der fünfte Cluster (H-) wurde durch die größere Stichprobe um seinen bei der kleineren Stichprobe noch vorhandenen bildlichen Bereich bereinigt, sodass die ihm zugeschriebene Präferenz zum Eventcharakter von Inhlten noch deutlicher herauskam. Wie der erste Cluster mit einer Handlungskomponente finden sich hier die meisten männlichen Probanden versammelt

Insgesamt kam es durch die größere Stichprobe also zu einer weitgehenden Bestätigung der ersten Ergebnisse, sodass von einer relativ stabilen Typenstruktur ausgegangen werden kann, wie sie mit dem HALB-Test erfasst werden kann.


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