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Heroin

Keine Macht den Drogen - No Drugs

Heroin (di-acetyl-morphin) wird aus der Opiumrohmasse (Schlafmohnkapsel-Saft) durch chemische Umsetzung des Morphins gewonnen. Neben Morphin enthält die Schlafmohnkapsel weitere Stoffe, die zum Teil eine ähnliche Wirkung haben. Traditionell wurde in den Ländern, in denen Schlafmohn angebaut wird, auch die Rohmasse selbst geraucht. Heroin wird in verschiedenen Formen verwendet und hergestellt:

  • Heroin Nr.1 ist eine weiße oder braune pulvrige Substanz, die eigentliche Morphin-Base, die aus Rohopium gewonnen wird.
  • Heroin Nr. 2 ist ein graues bis weißes Pulver, das aus Morphin-Base unter Zusatz von anderen Stoffen (beispielsweise Essigsäureanhydrid) hergestellt wird.
  • Heroin Nr.3 ist grau-braunes, körnig und krümeliges Granulat in Salzform (Hydrochlorid)
  • Heroin Nr. 4 ist ebenfalls ein Heroinhydrochlorid, ein weißes, sehr gut wasserlösliches Pulver. Es ist hochkonzentriert, wird dann aber "gestreckt", also beispielsweise mit Ascorbinsäure oder Michzucker versetzt, um die Gewinnspanne beim Verkauf zu erhöhen.

Die Firma Merck verkaufte Morphium ab 1828 als Medikament mit dem Namen "Merck's Morphine". Etwa 50 Jahre später gelang der Nachweis, daß Morphium süchtig macht. Wissenschaft und Industrie machten sich auf die Suche nach einer ebenso wirksamen Substanz, die nicht süchtig machte. Ergebnis dieser Suche war 1874 das Heroin. Die Firma Bayer brachte es unter dem Namen Heroin auf den Markt. Heroin ist übrigens auf das griechische Wort "Held" zurückzuführen. Es wurde in größerem Maßstab hergestellt, indem Morphin mit Essigsäureanhydrid gekocht wurde. Zuerst setzte man Heroin ein, um die Morphin-Abhängigkeit zu bekämpfen, aber auch als Hustenmittel. Erst 1904 erkannte man, daß Heroin noch stärker abhängig macht als Morphium, es dauerte aber noch bis 1921, bis die damalige Regierung Heroin zum verschreibungspflichtigen Betäubungsmittel erklärte.

Heroin ist die zur Zeit noch die in der Drogenszene am meisten konsumierte Droge, verliert jedoch gegenüber dem Kokain an Boden. Neuerdings ist die Kombination zwischen Heroin und Kokain (unter den Namen: Speedballs oder Cocktail) im Vordringen. Diese Kombination hat besondere Bedeutung, weil diese sehr aggressivitätssteigernd ist, mithin vermutlich auch an der zunehmenden Gewaltbereitschaft innerhalb der "Scene" mitbeteiligt ist.

Einnahme: Injektion in die Venen (bevorzugt, weil die größte Wirksamkeit),dann geraucht, selten gesnieft oder geschluckt (geringe Wirkung)

Wirkung: Opiate haben schmerzstillende und euphorisierende Wirkung. Die stärkste Euphorie erzeugt Heroin. Sämtliche negativen Empfindungen wie Schmerz, Leeregefühle, Sorgen, Unwillen, Angst werden schon kurz nach der Einnahme zugedeckt, hinzu kommt ein momentan spürbares Hoch- und Glücksgefühl ("Flash"). Die euphorisierende Wirkung, d.h. das Glücksgefühl, nimmt schon nach relativ kurzer Zeit des Gebrauchs ab, ab hier ist nur noch das körperliche Verlangen Motor der Sucht

Risiken: Schon ein kurzzeitiger, regelmäßiger Konsum kann psychische und körperliche Abhängigkeit erzeugen, es treten Entzugserscheinungen auf, wenn kein Stoff zugeführt wird. Akute Gefahren sind Bewußtlosigkeit und dabei Erstickungsgefahr durch Erbrochenes, Atemlähmung mit Todesfolge bei Überdosierung oder giftigen Beimengungen. Besondere Risiken sind Infektionen (Geschwüre, Hepatitis, Aids) durch unsterile Spritzen, Leberschäden, Magen- und Darmstörungen. Inzwischen ist es so, daß ein Großteil(um 80 %) der Abhängigen an der Hepatitis "C" leidet, einer Leberentzündung, die nach einigen Jahren (bis 20) in eine Cirrhose oder Leberkrebs übergeht. Weitere Gefahren kommen durch Beschaffungskriminalität und Prostitution hinzu.

schlafmohn

Morphin wirkt auf den Neurotransmitter-Haushalt. Neurotransmitter sind "Botenstoffe" im menschlichen Körper, die Signale von einem Nervenende zum anderen übertragen oder senden. Empfänger dieser Signale sind die sogenannten Rezeptoren an den Nervenenden.

Heroin gleicht in der Wirkung dem des Morphins, ist aber fünf bis zehn Mal stärker. Dafür wirkt Heroin nur für eine bis vier Stunden, Morphin dagegen bis zu sechs. Gespritztes Heroin wirkt viel schneller als beim Rauchen oder Sniefen. Beim Spritzen geht der Wirkstoff über das Blut rasch ins Gehirn, der "Fixer" erlebt einen plötzlichen "flash" oder "kick" und fühlt sich total euphorisch. Danach kommt es zu einem allgemeinen Wohlbefinden, man ist gleichgültig gegenüber äußeren Dingen, losgelöst, der Schmerz wird gelindert, man fühlt sich beruhigt und hat ein gesteigertes Selbstbewußtsein, Ängstlichkeit und Anspannung verschwinden. Gelegentlich kann es aber auch zu Angst kommen. Körperlich sorgt Heroin dafür, daß die Pupillen klein bleiben und das Atem- und Hustenzentrum gehemmt wird. Besonders letzteres kann zu einen Atemstillstand führen, wenn die Dosis zu hoch ist. Heroin hat ein sehr hohes Suchtpotential, es macht rasch abhängig und sorgt für quälende Entzugserscheinungen. Die Toleranz erhöht sich schnell, das heißt, die Dosis muß erhöht werden, um die gewünschte Wirkung zu bekommen. Irgendwann geht es für den Süchtigen nur noch darum, den Entzug zu verhindern, die eigentliche positive Wirkung wie Kick und High stellen sich gar nicht mehr ein.

Da Heroin schnell psychisch und körperlich abhängig macht, sind die langfristigen Wirkungen und Folgen erheblich. Die Persönlichkeit verändert sich, wie bei fast allen psychotropen Substanzen. Der Süchtige ist reizbar und aggressiv. Das Leben dreht sich um die Droge und wie sie zu beschaffen ist. Der Süchtige wird kriminell, um Geld zu beschaffen, vor allem Frauen prostituieren sich, die Menschen verwahrlosen und verelenden, der Süchtige hat Selbstmordgedanken, weil alles ausweglos erscheint, manchmal kommt es sogar zum Selbstmord durch den "goldenen Schuß".

Körperlich hat Heroin bleibende Gehirnschäden zur Folge, es kommt zu Magen- und Darmstörungen, Leberschäden, kaputtem Gebiß und Kiefer. Der Körper verfällt nach und nach. Bei zu starker Dosis kann es zu Atem- und Herzlähmung kommen und damit zum Tod. In der Schwangerschaft genommen, beeinträchtigt Heroin das Kind schwer, oft müssen solche Kinder nach der Geburt erst einmal "entzogen" werden. Die Infektionsgefahr durch unsaubere Spritzen ist hoch, es drohen Aids, Gelbsucht und andere Hepatitis Erkrankungen. Das führt dazu, daß Heroin neuerdings häufiger geraucht und inhaliert wird. Es ist allerdings ein Irrtum zu glauben, daß dies nicht oder weniger abhängig macht. Reine Heroinabhängigkeit dürfte mittlerweile selten sein. Die meisten Abhängigen nehmen mehr oder minder wahllos alles durcheinander, besonders Alkohol, Medikamente wie Benzodiazepine oder Kokain. Diese Mehrfachabhängigkeit nennt man "Politoxikomanie".

Wer heroinabhängig oder mehrfachabhängig ist, braucht professionelle Hilfe. Er/Sie ist krank und wird den Ausstieg alleine nicht schaffen. In vielen Orten stehen spezielle Jugend- und Drogenberatungsstellen als Anlaufstellen zur Verfügung, vor allem in Großstädten gibt es Hilfen wie "Therapie sofort". Der erste Schritt gegen die Sucht ist die Entgiftung und der Entzug. Es gibt einen kalten Entzug (ohne Medikamente) oder einen warmen Entzug (mit Medikamenten, um die meist starken Entzugserscheinungen zu lindern), manchmal wird auch Akupunktur eingesetzt. Die Entgiftung alleine reicht aber nicht aus, um "clean" zu bleiben und ohne Droge zu leben, da der Suchtdruck und die psychische Abhängigkeit bei Heroin hoch sind. Deshalb sollte sich eine Therapie anschließen. Meist ist diese stationär, das heißt der Betroffene wird stationär in einer Fachklinik behandelt. Ambulante Therapie ist bei illegalgen Drogen seltener.

Als weiteres Angebot entstanden vor einigen Jahren die Methadon-Programme: Das heißt, bestimmte Süchtige bekommen als Ersatz für Heroin legal den Wirkstoff Methadon. Wichtig dabei ist allerdings, daß es nicht ausreicht, nur eine Droge durch eine andere zu ersetzen (auch Methadon macht süchtig). Darüber hinaus müssen Hilfen angeboten werden, die es dem Abhängigen ermöglichen, irgendwann ganz auf Drogen zu verzichten.

Ein medikamentöser Drogenentzug auf Basis der Methode von André Waismann sieht in der Heroin- oder Schmerzmittelabhängigkeit nicht in erster Linie ein psychosoziales Problem, sondern ein medizinisches. Entwickelte wurde diese Entzugs­methode, nachdem Schwerverwundete mit starken Schmerzmitteln behandelt werden mussten und diese so in die Abhängigkeit kamen. Süchtige werden nach Waismanns Verfahren nach ambulanter Vorbereitung in einen fünf- bis sechsstündigen Tiefschlaf versetzt und dabei entgiftet. Die Opiaterezeptoren im Körper werden medikamentös blockiert, sodass die Gier nach Heroin danach verschwunden ist. Am zweiten Tag verlassen die Behandelten das Spitalbett und werden noch drei Tage ambulant begleitet. Die Behandelten müssen je nach Abhängigkeitsgrad noch ein individuell dosiertes Medikament (accelerated neuroregulation, ANR) während zehn bis 14 Monaten einnehmen. Allerdings werden durch diese Methode nur die körperlichen Abhängigkeiten behandelt, nicht aber die psychischen Komponenten der Sucht, sodass diese Methode sehr kontrovers diskutiert wird.

Siehe dazu im Detail

Endorphine und Suchtentstehung

 

Quellen: http://wwwm.htwk-leipzig.de/~schweika/Drogenprojekt/Gruppe3/Ordner1/Kauf3.html (00-04-27)
http://www.blumenboersen.ch/img/blumen-schlafmohn.jpg

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