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Keine Macht den Drogen - No DrugsHalluzinogene

Unter Halluzinogene versteht man Stoffe natürlicher oder chemischer Herkunft, die geeignet sind, die Bewußtseinslage und die Sinnesempfindungen für eine bestimmte Zeit zu verändern: LSD, Mescalin, Psilocybin.

LSD  (Lysergsäurediethylamid)

Alkaloid des Mutterkornpilzes und der Trichterwinde. Erstmalig 1938 von Albert Hofmann in den Labors von Sandoz (Basel) extrahiert und 1943 in seiner Wirkung von demselben entdeckt. Ist die Substanz mit der stärksten bekannten psychoaktiven Wirkung. Liegt zumeist als LSD-getränkte Löschpapier-Blättchen ("Trips"), seltener als Pillen ("Micros") vor. LSD ist bereits in sehr geringer Dosierung wirksam Rausch: etwa 0,1 mg). Einnahme : oral oder intravenös. Akute Wirkung

Gefahren des LSD-Konsums

Halluzinationen unter LSD-Einfluss

Menschen unter dem Einfluss von LSD wissen, soferne die Droge nicht heimlich verabreicht wurde, dass ihre Halluzinationen durch eine psychotrope Substanz verursacht wurden und verwechseln sie im Allgemeinen nicht mit der Wirklichkeit - in der Regel auch nicht auf dem Höhepunkt der Drogenwirkung. Dies unterscheidet drogeninduzierte Halluzinationen von den Halluzinationen etwa der Schizophrenien. Aber auch den Betroffenen wird nach Abklingen der akuten Phase häufig bewusst, dass sie halluziniert haben. Experimente haben gezeigt, dass Schizophrene die Wirkung von LSD und anderen Halluzinogenen von der schizophrenen Symptomatik klar unterscheiden können.

Kunst, Künstler und Künstlerinnen und LSD

Künstler nehmen häufig LSD und andere psychedelische Substanzen, doch wider Erwarten steigt die Kreativität dabei kaum, doch Wahrnehmung, Denken und Spiritualität verändern sich, das Unterbewusstsein setzt sich dabei durch. Nach einer neueren Studie an 120 Künstlern (Iszaj et al., 2012) sieht sich fast ein Drittel der Künstler außer Stande, unter dem Einfluss von LSD aber auch anderen Psychedelika überhaupt zu arbeiten, doch mehr als zwei Drittel meinen, dass ein veränderter mentaler Zustand in der Inspirationsphase des kreativen Prozesses hilfreich sein könnte. Drei Viertel berichten, dass sie sich im veränderten Bewusstseinszustand nicht als kreativer empfinden, doch als Folge ihrer veränderten Perspektive würden sie besser verstehen, wie Dinge in Wechselbeziehungen einander fließend dynamisieren. Drei Viertel der untersuchten Künstler glauben, dass Psychedelika ihnen helfen, eine Sicht von Spiritualität zu entwickeln, und berichten eine besondere Art von Bewusstsein, das Gefühle von Ruhe und Vollständigkeit erzeugt. Zwei Drittel der Studienteilnehmer berichten über eine Veränderung in ihren Denkprozessen und meinen, dass Psychedelika die Wahrnehmung durch Veränderung des Denkens ändern könnten und dass dies auch noch anhält, nachdem die Wirkung der Substanz nachgelassen hat. Sie glauben, dass die Substanzen das Bewusstsein fördern. Zwei Drittel der Künstler fühlen eine so starke Einheit mit ihrem Kunstwerk, dass sie in manchen Momenten des Schaffens nicht separat vom Werk existieren.

Seit Jahrhunderten ist das Mutterkorn bekannt, ein Pilz und Schmarotzer (Claviceps Purpurea), der sich an Getreideähren ansiedelt und in feuchtwarmen Sommern ganze Kornfelder und Ernten verderben kann. Überlieferte Bezeichnungen für das Mutterkorn sind: 'Antonius-Feuer' oder 'Gottesrache'. Früher geriet der Pilz häufig ins Brot und führte zu epidemischen Vergiftungen. Diese äußerten sich bei den Vergifteten in starken Krämpfen und Durchblutungsstörungen (Gefäßverschlüßen), die ganze Gliedmaßen absterben ließen. Dieses als 'Brand' bekannte Symptom erklärt die Bezeichnung Antonius Feuer. Claviceps Purpurea enthält neben einigen anderen Alkaloiden die Lysergsäure.

Nach einer Untersuchung von Preller et al. (2018) lässt LSD die Grenzen zwischen der eigenen Person und anderen Personen während einer sozialen Interaktion verschwimmen, wofür im Gehirn der Serotonin 2A-Rezeptor (5-HT2A-Rezeptor) verantwortlich zeichnet. Probanden mussten durch Augenbewegungen einem virtuellen Avatar folgen, wobei die Unterscheidung zwischen der eigenen und anderen Personen unter LSD-Einfluss weniger aktiv war, wodurch sich auch die soziale Interaktion veränderte. Offenbar hängen Selbstwahrnehmung und sozialen Interaktion eng zusammen.

Quellen

Literatur

Iszaj, Fruzsina, Ehmann, Bea & Demetrovics, Zsolt (2012). Psychedelische Substanzen und ihre Auswirkungen auf das künstlerische Schaffen. Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie, 4/12, 205-213.

Preller, K. H., Schilbach, L., Pokorny, T., Flemming, J., Seifritz, E. & Vollenweider, F. X. (2018). Role of the 5-HT2A receptor in self- and other-initiated social interaction in LSD-induced states - a pharmacological fMRI study. J. Neuoscience.




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