Designerdrogen

Keine Macht den Drogen - No Drugs

Substanzen, welche auf chemischem Weg hergestellt wurden, die ähnliche Eigenschaften wie natürliche oder halbsynthetische Drogen haben. Man unterscheidet:

  • Morphintyp (opiatähnlich)
  • Amphetamintyp (aufputschmittelähnlich)
  • Halluzinogentyp (Sinneswahrnehmungsveränderung)

Designerdrogen werden als Flüssigkeit aus kleinen Fläschchen, in Form von Kapseln oder Tabletten eingenommen. Akute Wirkungen es genügen bereits sehr geringe Mengen um einen Rausch auszulösen

  • antriebssteigernd und gedankenbeschleunigend, erzeugen Halluzinationen
  • stellt sich rascher als bei anderen Substanzen eine psychische Abhängigkeit ein
  • chronische Schäden: viele Substanzen haben durch chemische Verunreinigungen auch organische, z.T. irreversible Auswirkungen auf das Gehirn
  • auch Schlaf - und Appetitlosigkeit, innere Unruhe, gesteigerter Rededrang (Amphetaminanteil)
  • Gefühl des Kribbelns bis "Fliegen über die Tanzfläche" , sowie Illusionen (Halluzinogenanteil)

Bei Halluzinogenen wurde bislang keine körperliche Abhängigkeit festgestellt, aber es kann zu einer psychischen Abhängigkeit kommen. Konsum ist wegen möglicher Nebenwirkungen gefährlich.

Amphetamin (Speed) 

Weißes bis leicht gelbliches Pulver oder Tablette. Rein chemisch hergestellte Droge, Anfang des 20. Jahrhunderts von der Firma Merck (Darmstadt) als Appetitzügler auf den Markt gebracht. Anwendung: schlucken als Tablette oder sniefen als Pulver. Wirkungsweise

  • Denken wird beschleunigt
  • Schlafbedürfnis unterdrückt
  • Ideenvielfalt gesteigert
  • Logisches Denken erscheint erleichtert, ist aber oft etwas verquer ("Speed-Logik")
  • Redegeschwindigkeit erhöht
  • Stimmungslage ist angehoben
  • soziale Kontaktfähigkeit scheint gesteigert
  • beschleunigter Herzschlag
  • Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Kollaps)
  • Wirkt stark anregend, blutdrucksteigernd, pupillenerweiternd.

Chronischer Mißbrauch

  • Gefahr einer Suchtentwicklung ist dann besonders gegeben, wenn die Wirkung der Droge zur Überwindung von Hemmungen und Ängsten verwendet wird. Es kommt zu einer notwendigen Dosissteigerung, um die gleiche, erwünschte Wirkung zu erreichen.
  • körperliche Abhängigkeit stellt sich in einem wesentlich schwächeren Ausmaß ein als bei Opiaten.
  • schwere Schlafstörungen
  • kann zu Paranoia und Schizophrenie führen
  • sowie Auszehrung des Körpers, da Hunger und Schlafbedürfnis unterdrückt werden

Neue Amphetaminvarianten wie Ecstasy (XTC) oder Dom vereinen die aufputschende Wirkung der Amphetamine und halluzinogenen Eigenschaften in einer Droge. Grundsubstanzen: Safrol und Myristin (kommen in Muskatnüssen vor, sind giftig). Akute Wirkung:

  • Kommunikationsfähigkeit wird gesteigert.
  • Vermehrte Bereitschaft über die eigene Person und gesellschaftlichen Problemen, religiösen Fragen nachzudenken.
  • Ein Grundgefühl: die Liebe zu sich, den anderen Menschen und der Welt wird vermittelt.

Regelmäßiger Ecstasy-Konsum führt bereits in jungen Jahren zu einem nachweisbaren Schlafapnoe-Syndrom. Das Schlafapnoe-Syndrom (SAS) tritt normalerweise erst im höheren Alter bei übergewichtigen Menschen auf. Nach Untersuchungen von Una McCann im Schlaflabor wurde bei Ecstasy-Konsumenten mittelschweres und sogar ein schweres Schlafapnoe-Syndrom diagnostiziert. Das Risiko auf ein Schlafapnoe-Syndrom war im Vergleich zu einer Gruppe gleichaltriger Konsumenten anderer Drogen 8,5-fach erhöht. Damit ist Ecstasy ein größeres Risiko als Adipositas (6,9-faches Risiko). Die Forscher führen das SAS auf eine Schädigung serotinerger Neuronen durch die Chemikalie Methylenedioxymethamphetamine zurück, dem Wirkstoff der Ecstasy-Droge, die auch für andere Folgen des langjährigen Konsums verantwortlich ist (subtile kognitive Defizite, Neigung zu impulsivem Verhalten, Veränderungen im EEG während des Schlafes).
Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/39206/
Ecstasy_Eine_Droge_zum_Schnarchen.htm (09-12-04)

Das heute in großem Umfang verschriebene Ritalin gegen das berüchtigte ADD-Syndrom gehört ebenfalls zur Gruppe der Amphetamine.

Entstanden unter Verwendung von http://www.drogenberatung-jj.de/
html/xtc_inf.htm (02 06 10)

Weitere Quellen

MDMA (Ecstasy, XTC)

Chemisch hergestellter Abkömmling des Amphetamins. Wird in Form von Tabletten verschiedenster Form und Farbe gehandelt und in der Regel geschluckt.

Vereint die anregende Wirkung von Speed mit den halluzinogenen Effekten des LSD, wenn auch jeweils weniger stark. Wird deshalb der Gruppe der  Entactogene  zugeordnet, das sind Drogen, die  die Berührung mit dem Inneren ermöglichen. Wurde bis 1986 in der Psychoanalyse verwendet, um seelische Vorgänge sichtbar zu machen. Heute v.a. als Partydroge beliebt, um länger und intensiver Tanzen zu können und zwischenmenschliche Barrieren einzureißen. Hauptgefahr ist das Austrocknen, wenn vergessen wird, genug (alkoholfreies) zu trinken und Hitzeschock, der pro Jahr in der BRD 20 bis 40 Tote fordert. Bei intensivem Dauerkonsum können Schäden im Gehirn auftreten, die die Gedächtnisleistung beeinträchtigen.

Nach der Einnahme einer Tablette wird der Wirkstoff MDMA im Darm resorbiert. Über den Blutkreislauf erreicht MDMA das Gehirn und wirkt dort vor allem auf den Neurotransmitter Serotonin. Die Serotoninspeicher werden rasch entleert. Es kommt zu einem massiven Anstieg der Serotoninkonzentration im synaptischen Spalt und damit zu einer bewußtseinsverändernden Wirkung. Die Serotoninspeicher werden über einen Pumpmechanismus wieder aufgefüllt. Dieser Prozeß dauert mehr als 20 Stunden. Aus diesem Grund erzeugt ein Nachdosieren keine bzw. nur eine geringe Wirkung. Die Wirkung von MDMA beginnt etwa 20 bis 40 Minuten nach Einnahme und hält 2 bis 4 Stunden an. MDMA entfaltet seine zentral-nervöse Wirkung vor allem im Bereich des Limbischen Systems, das als "Belohnungszentrum" die Emotionalität reguliert. Die KonsumentInnen erleben in der Regel positive Gefühle und Verhaltensänderungen. So gelingt es vielen leichter, sich in andere hineinzufühlen, Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu führen. MDMA vermittelt das Gefühl, mit sich selbst im Einklang zu befinden und fähig zu sein, persönliche Probleme zu bewältigen. Die meisten fühlen sich fit und leistungsfähig und verspüren Gefühle von Zärtlichkeit und Glück. MDMA verändert die Wahrnehmung der Umgebung, akustische und optische Eindrücke werden verstärkt. Halluzinationen treten nur selten auf. Der Anstieg von Puls und Körpertemperatur wird oftmals nicht als Warnsignal wahrgenommen. Kurz nach der Einnahme von MDMA verspüren viele KonsumentInnen eine unangenehme Verspannung der Kiefermuskulatur. Gleichzeitig kann Mundtrockenheit und Brechreiz auftreten. Auch gesteigerte Anspannung, Niedergeschlagenheit und Verwirrtheit wird in der ersten Stunde nach Einnahme gelegentlich beklagt. Das Kurzzeitgedächtnis kann vorübergehend gestört sein. Nahezu alle KonsumentInnen sind nach Abklingen der Drogenwirkung erschöpft und ausgelaugt - ein Zustand der als "Kater" bekannt ist. MDMA vermindert die Wahrnehmung von Warnsignalen des Körpers. Symptome wie Durst, Schwindel, Kopfschmerz und Herzjagen werden unterdrückt, und es kann zu Kollapszuständen kommen. Dies insbesondere dann, wenn im Zusammenhang mit körperlichen Anstrengungen (Tanzmarathon) Flüssigkeitsverluste nicht ausgeglichen werden und/oder keine Ruhepausen (chill out) eingelegt werden. Bei häufigem Gebrauch entsteht eine Toleranzentwicklung, d.h. die Dosis muß gesteigert werden, um die gleiche Wirkung zu erreichen. Es kann zu schwerwiegenden psychischen Störungen (Angstzustände, Depressionen, Psychosen) und körperlichen Gesundheitsschäden im Bereich von Herz, Kreislauf, Nieren und Leber kommen. Blutbildveränderungen sind möglich (Anämie). Auch Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme können die Folge sein. MDMA erzeugt psychische Abhängigkeit.

Am Schwarzmarkt wird heute vieles als Ecstasy oder Speed angeboten. Häufig sind in den Tabletten und Kapseln nicht die erwarteten Substanzen enthalten, die Dosierungen schwanken unvorhersehbar, und in wenigen Fällen finden sich gesundheitlich besonders bedenkliche Substanzen in den Proben. Eine Ecstasy-Tablette enthält durchschnittlich 50 bis 100 mg MDMA. Die Konzentrationen schwanken jedoch stark. Die Tablettenprägungen sind keine Garantie für tatsächliche Inhaltsstoffe. Jede Tablette kann zusätzlich Paracetamol, Coffein, Milchzucker, etc. enthalten. Nach neueren Untersuchungen sind toxische Beimengungen (Strychnin, LSD, etc.) bisher nur extrem selten vorgekommen. Dieser Kategorie gesundheitlich besonders bedenkliche Substanz werden folgende Proben zugerechnet: Ungewöhnlich hoch dosierte Ecstasy, Speed oder LSD-Proben. Also etwa alle Ecstasy-Proben, die mehr als 120mg MDMA, MDE oder mehr als 100mg MDA enthalten. Nachdem die Wirkung einer Substanz und ihre gesundheitliche Gefährlichkeit zu großen Teilen vom Körpergewicht und dem Geschlecht der jeweiligen UserIn abhängt, sind die 120mg nur ein ungefährer Richtwert. Dosierungen in dieser Höhe werden von UserInnen nicht erwartet und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es zu längerfristigen Veränderungen im Gehirn kommt. Bei Dosierungen über 150 mg MDMA oder bei Kombination mit anderen Drogen kann es zu Vergiftungen (Intoxikationen) kommen. Kennzeichen sind:

  • Pulsbeschleunigung bis zu 150 Schlägen/min
  • Erregung
  • Panik
  • Fieber über 39°C
  • Kreislaufstörungen
  • Bewußtlosigkeit

Die betroffene Person bequem lagern, beruhigen (talk down) und auf keinen Fall ohne Aufsicht lassen. Neben hoch dosierten Substanzen fallen in diese Kategorie auch alle Stoffe, die in Wechselwirkung mit Ecstasy oder Speed gesundheitlich besonders bedenklich sind - also etwa Ecstasy-Tabletten, die zusätzlich Aspirin enthalten - und Proben, die auch ohne den gleichzeitigen Konsum von Ecstasy oder Speed schwere gesundheitliche Probleme verursachen können, z.B. Atropin oder Methadon. Besonders risikoreich ist die Kombination von MDMA mit anderen Suchtmitteln. Grundsätzlich erhöht der Mischkonsum alle gesundheitliche Risiken - teilweise in potenzierter Form.

Alkohol
Häufig wird zusätzlich zu MDMA Alkohol konsumiert. Einigen KonsumentInnen dient Alkohol dazu, am Ende einer Party "abzutörnen" und den "Kater" zu verschlafen. Alkohol spült jedoch Körperflüssigkeit ebenso verstärkt aus wie Ecstasy, wodurch sich, insbe-sondere in der Verbindung mit exzessivem Tanzen, die Gefahr des "Austrocknens" und damit eines Kreislaufkollapses erhöht.
Haschisch
Als "Einschlafhilfe" nach körperlicher Anstrengung im Zusammenhang mit Tanzveranstaltungen wird oft Cannabis in Form von Haschisch oder Marihuana geraucht. Die Substanz wirkt beruhigend und verringert die gesteigerte Wahrnehmung von Außenreizen als Folge des MDMA-Konsums. Gleichzeitig können aber andere Wirkungen (vor allem körperliche, z. B. Herzrasen) durch den Konsum von Cannabis wieder angehoben werden.
LSD
LSD gehört zur Gruppe der Halluzinogene und wird in Form von trips angeboten. Es wird häufig zusammen mit Ecstasy konsumiert, um eine Steigerung der Vorstellungskraft zu erzielen. LSD wirkt im Gehirn auf einem anderen Stoffwechselweg (Dopamin) wie MDMA. Es erzeugt unter Umständen "Horrortrips", die über Tage und Wochen anhalten können. LSD führt bei länger dauerndem Gebrauch nachweislich zu psychischen Spätschäden im Sinne von Persönlichkeitsstörungen (Psychosen).
Speed
Speed ist ein Sammelbegriff für Amphetaminabkömmlinge unterschiedlicher Wirkungsstärke. Es potenziert und verlängert die euphorisierende und leistungssteigernde Wirkung von MDMA. Es wirkt zudem stärker halluzinogen. Speed kann Schäden im Bereich der Hirnsubstanz und damit bleibende psychische Defekte erzeugen. Die sogenannte Speed-Paranoia entsteht bei Amphetaminmißbrauch, wenn die Amphetamin-Konsumenten über Wochen kaum noch schlafen, sich nicht mehr vernünftig ernähren, allgemein ein ungeregeltes Leben führen und häufig noch andere Drogen konsumieren.
Kokain
Auch Kokain wird mittlerweile mit MDMA kombiniert. Es wird in der Regel als weißes Pulver angeboten und geschnupft. Die Wirkung tritt nach wenigen Sekunden ein und hält 15 bis 45 Minuten an. Die Konsumenten/-nnen verspüren eine hohe Leistungsbereitschaft, Handlungsdrang und Erregung. Kokain führt zu starker psychischer Abhängigkeit und kann nach Absetzen massive Depressionen auslösen. Die Schleimhäute der Nase werden gereizt und können Schaden nehmen.

Ecstasy (im englischen Sprachgebrauch XTC) ist ein Sammelbegriff für Rauschdrogen, die aus Amphetaminderivaten (Methylendioxiamphetamine) synthetisch hergestellt werden.

DMA wurde 1912 von der Firma Merck entwickelt und patentiert. Der ursprüngliche therapeutische Nutzen sollte in der Appetithemmung liegen. Wegen unerwünschter Nebenwirkungen wurde MDMA jedoch zunächst nicht auf den Markt gebracht. In den 50er und 60er Jahren benutzten dann Forscher in den USA zunächst MDMA für wissenschaftliche Zwecke im Bereich der Psychotherapie. 1986 wurde der Wirkstoff in den USA verboten. MDMA tauchte in den 80er Jahre in Zusammenhang mit der Techno- und Housemusik-Welle verstärkt auf dem europäischen Drogenmarkt auf.

 

Mehrmaliger Gebrauch von Ecstasy kann schon in einer einzigen Nacht zu Spätschäden führen, die denen der Alterskrankheit Parkinson vergleichbar sind. Ärzte der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore haben die Gefahr an Menschenaffen untersucht: In deren Gehirnen greift Ecstasy nicht nur in den Serotonin-Stoffwechsel ein, sondern es zerstört auch Hirnzellen, die mit dem Neurotransmitter Dopamin arbeiten und für die Bewegungskontrolle zuständig sind. Von diesen Zellen wurden durch die gebräuchliche Verwendung - drei Tabletten Ecstasy in einer Partynacht - so viele zerstört, daß die Tiere in jungen Jahren einen Verlust der Bewequngskontrolle entwickelten, der dem der Alterskrankheit stark ähnelt. Einer der Versuchsaffen starb im Test. (Science, 297, S. 2260)

 

 

      


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