[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Wissenschaftliches Schreiben - Allgemeines

SeminarteilnehmerInnen, DiplomandInnen und DissertantInnen stellen sich beim Verfassen wissenschaftlicher Texte immer wieder dieselben Fragen und Probleme und es werden häufig dieselben Fehler gemacht. Besonders ärgerlich für beide Seiten sind "unforced errors", denn sind leicht erkennbar und behebar.

Ich stelle hier einige dieser "typischen" Fehler bzw. Tipps für deren Vermeidung in ungeordneter Reihenfolge und ohne jegliche Gewichtung zur Vorbereitung auf das Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten zur Verfügung, wobei manches nur auf einige Formate der schriftlichen Präsentation zutreffen wird. Diese Zusammenstellung kann aber auch als Checkliste bei der letzten Überarbeitung von Arbeiten vor der Abgabe genutzt werden, um die Anzahl dieser vermeidbaren Fehler zu verringern.

Siehe dazu auch Hinweise zum wissenschaftlichen Schreiben

Dieses Arbeitsblatt ist Teil der Sammlung von Texten zur Arbeit mit wissenschaftlicher Literatur.

Forschung und wissenschaftlichen Schreiben

Wissenschaftliche Forschung zu betreiben endet immer in einer Publikation, d. h., dass es zu einer Erweiterung des aktuellen Forschungsstandes kommt, muss die scientific community informiert werden. Dies geschieht am häufigsten in Form von Artikeln in gedruckten Fachzeitschriften, aber auch als Buchbeitrag in einem Herausgeberwerk oder überhaupt als Monographie (Fachbuch). Da jedes Studium an einer Universität auch das Ziel hat, auf eine wissenschaftliche Karriere vorzubereiten, erhält man bereits im Studium die Aufgabe, eine schriftliche wissenschaftliche Arbeit zu verfassen. Im Hinblick darauf, dass Forschungsarbeiten meist irgendwo gedruckt oder elektronisch veröffentlicht werden sollen, spricht man dabei von einem Manuskript, also eine Druckvorlage. In der ursprünglichen Bedeutung des Wortes war damit handschriftlich gemeint, heute natürlich eine maschinenschriftliche Druckvorlage, bzw. eine Vorlage für die elektronische Publikation in Online-Journalen. Man spricht übrigens auch dann von Manuskript, wenn die Arbeit nicht zur Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift eingereicht werden soll, also bei Berichten zu empirischen Übungen, Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten. Das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit ist jedoch mehr, als sich nach der Forschungsarbeit, etwa dem Erfassen und Auswerten der Daten eines Experiments, nur hinzusetzen und alles aufzuschreiben, was wichtig scheint. Das Schreiben der Arbeit ist ein wesentlicher Teil der Auseinandersetzung mit der Fragestellung und damit Teil der Forschungsarbeit an sich.

Gegenlesen, Rechtschreibung, Grammatik

Lassen Sie Ihre Arbeit bzw. die schon vorher abzugebenden Teile von jemand Geeignetem genau gegenlesen, insbesondere lassen Sie diese auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik prüfen - Rechtschreibhilfen der Textverarbeitungsprogramme sind dazu NICHT in der Lage. Empfehlenswert ist auch, Textkorrekturen erst ein oder zwei Tage nach der Texterstellung durchzuführen, um aus einer gewissen Distanz an die Sache heranzugehen.

Studierende sollten sich am allgemeinen Gebrauch der Neuen deutschen Rechtschreibung orientieren, daher ein entsprechendes Wörterbuch zu Rate ziehen. Hinweis: Wörtliche Zitate sind in der Originalfassung wiederzugeben!

Das gilt auch schon für Seminararbeiten und andere Texte wie Handouts oder Thesenpapiere. Arbeiten mit rein sprachlichen Mängeln werden inhaltlich nicht korrigiert, da der korrekte sprachliche Ausdruck zu den Voraussetzungen und nicht zu den Inhalten einer universitären Facharbeit zählt. Erst durch das Lesen von Literatur werden Sie mit der Zeit ein Gefühl für die Art und Weise wissenschaftlichen Argumentierens und eine entsprechende stilistische Vielfalt entwickeln, die bei einer Diplomarbeit oder Dissertation vorausgesetzt werden muß.

Tipp: Eine gute Möglichkeit zum Finden von sprachlichen Fehlern ist das langsame und laute Lesen, denn dadurch werden etwa Stilwechsel, fehlerhafte Sätze oder Unebenheiten im Text leichter erkennbar.

Sprachlicher Stil

Während der sprachliche Stil eine sehr persönliche Angelegenheit ist und Menschen sich auch darin in charakteristischer Weise unterscheiden, gelten für wissenschaftliche Texte gewisse stilistische Merkmale, die ihn von einer anderen schriftlichen Form unterscheiden, insbesondere von einem Schulaufsatz, der gerade von StudienanfängerInnen oft als Vorbild genommen wird. BTW: Der Sprachstil, der in Schulen häufig vermittelt wird, ist in seiner betulichen und ausschmückenden Art in gewisser Weise oft kontraproduktiv. Für wissenschaftliche Texte gilt die Grundregel: Die Sprache sollte knapp, nüchtern, unaufgeregt und sachlich sein.

Vermeiden Sie in ihrer Darlegung Ausschmückungen (Adjektiva, Ausschmückungen, Füllsel) und persönlich gefärbte Bewertungen. Vor allem: Beschreiben Sie nicht, was sie tun, sondern tun sie es. Verwenden Sie also nicht Formulierungen wie:

  • "Ich fasse die bisherige Literatur zusammen ..."
  • "Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass ..."
  • "Ich werde in diesem Kapitel beschreiben, wie ..."
  • "Folgende Ergebnisse konnten zusammenfassend aus der Befragung herausgefunden werden: ..."
  • "Ich habe in der Literatur gefunden, dass ..."
  • "Bekanntlich wissen wir alle, dass ..."
  • "Ich habe bis jetzt die Literatur zitiert und werde nun meine eigenen Ergebnisse darstellen."

Üben und variieren Sie Formulierungen, vor allem wenn Sie die Aussagen anderer AutorInnen zitieren:

  • Wie Foppa (1972, S. 32) feststellte, gibt es in Indien keine Gummibären, da diese Gelatine enthalten und somit heilig sind.
  • Foppa (1972, S. 32) zeigte in einer Studie, dass Inder keine Gummibärchen kaufen, da diese Gelatine enthalten und somit heilig sind.
  • In einer Untersuchung von Foppa (1972, S. 32) zeigte sich die Ablehnung der Inder von Gummibärchen, da diese Gelatine enthalten und somit heilig sind.
  • Nach Foppa (1972, S. 32) essen Inder keine Gummibärchen, da diese Gelatine enthalten und somit heilig sind.
  • Inder essen keine Gummibärchen, da diese Gelatine enthalten und somit heilig sind (vgl. Foppa 1972, S. 32).
  • Nach den Ausführungen von Foppa (1972, S. 32) essen Inder keine Gummibärchen, da diese Gelatine enthalten und somit heilig sind.
  • Der Forschungsbericht von Forster (1994) zeigt eindrucksvoll, dass...
  • Gastager und Patry (2005) machen auf relevante Nachteile dieser Technik aufmerksam...
  • Bereits 1976 beschäftigte sich Herber mit dem Einfluss schulischer Leistungsbeurteilung auf die Lernmotivation und postulierte...
  • Eder (1995, 1997) weist explizit darauf hin, dass die Schulfreude mit zunehmendem Alter abnimmt.
  • ....gerade in dieser Zielgruppe wird dieses Phänomen häufig beobachtet (Hofmann & Thonhauser, 2002).
  • ...wie Riffert und Paschon (2005) feststellten.
  • Der Beitrag zum Mediationskonzept als Konfliktbegleitung (Weiß & Fuhr, 2005) relativiert die weit verbreitete Annahme, dass ...
  • Wetzel, Zettl, Feyerer und Schmid (2004) geben eine Einführung in die Thematik ...
  • Verschiedentlich wurde betont (Hascher, 2004; Mayring & von Rhoeneck, 2003), dass....
  • ...wie Wetzel et al. (2004) kritisch bemerkten.
  • In den Beiträgen zur vergleichenden Schulforschung (Haider, 2002a, 2002b) wird deutlich,....
  • Wie bereits von mehreren WissenschaftlerInnen diskutiert, muss der Zusammenhang zwischen Emotion und Lernen noch präzisiert werden (vgl. Astleitner, 2000; Eder, 1986; Hascher, 2002).

Bilder und Vergleiche können zwar wichtige Hilfe bei der Darstellung eines Sachverhalts leisten, müssen jedoch passend und angemessen sein. Blumige Ausdrucke um des Effekts willen sind zu vermeiden, journalistische Ausdrücke und Formulierungen sind für einen wissenschaftlichen Text weitgehend unangemessen: "Das Risiko sollte so gering wie möglich sein", "Benutzerfreundlichkeit muss groß geschrieben werden", "das unaufhaltsame Sterben der Greißler", "Linux erfreut sich einer hohen Marktpenetration", "das Innovationspotential ist noch lange nicht am Ende".

Thesen und Behauptungen - auch dann, wenn sie vielleicht plausibel scheinen - sind ausnahmslos zu belegen. Alle Aussagen, die Kenntnisse über einen Zusammenhang oder ein Faktum vorgeben, sind zwingend mit Quellen aus der Fachliteratur zu begründen. So findet man z.B. unbelegte Behauptungen wie "in EDV-Abteiiungen werden Mitarbeiter häufig leistungsabhängig entlohnt", "die Prügelrate bei älteren Eltern ist höher als früher", "der landesweite Absatz von xy-Produkten wächst ", "Appie erzielt 25% seines Umsatzes mit Online-Shops", "bekanntlich sind Frauen klüger als Männer". Viele solcher Behauptungen sind generell nicht überprüfbar, da sie Allaussagen enthalten, die in den Sozialwissenschaften in der Praxis nicht empirisch belegt werden können.

Persönliche Anmerkungen, Schlußfolgerungen, Bewertungen: So sehr persönliches Engagement in Bezug auf ein Thema wünschenswert ist, so sehr kann es fehl am Platz sein, wenn es in der Arbeit dazu führt, daß man diese mit der wissenschaftlichen Argumentation vermengt bzw. diese nicht davon trennt. Die Formulierung von eigenen Schlußfolgerungen, Beurteilungen und Bewertungen ist erwünscht, allerdings sollten man zuerst analytisch einen Sachverhalt durcharbeiten und erst dann auf dieser Grundlage bewertend oder normativ argumentieren. Man sollte immer den Unterschied zwischen Vorwort einer Arbeit und Einleitung beachten, denn während in ersterem persönliche Aspekte dargestellt werden können, sollten diese in zweiterer vermieden werden.

 

Siehe die Übung zum "Wissenschaftlichen Stil"

Logik, Aufbau, roter Faden, Resümee, Zusammenfassung

In Ihrer Arbeit sollte immer der "rote Faden" erkennbar sein. Was ist Ihre zentrale Fragestellung? Was soll untersucht werden? Inwiefern ist das Problem wichtig? Was ist das Ergebnis Ihrer Arbeit? Fragen Sie sich bei der Verwendung jeder Quelle aber auch beim Schreiben jedes Absatzes, ob diese für Ihre Fragestellung überhaupt von Belang sind. Stellen Sie an das Ende jedes größeren Abschnittes ein Resümee in Art einer Zwischenbilanz des Gedankenganges in Bezug auf den Gesamtplan Ihrer Arbeit. Die abschließende umfangreiche Zusammenfassung Ihrer Arbeit (ca. 5 Prozent des Gesamtumfanges!) sollte eine in sich abgeschlossene Kurzdarstellung der gesamten Arbeit sein - berücksichtigen Sie immer, dass Fachkollegen diese zuerst lesen und danach entscheiden, ob eine Lektüre sich lohnt. Eine Zusammenfassung sollte auch nicht bloß eine Wiederholung oder eine Sammlung von Verweisen auf frühere Darstellungen umfassen, sondern als selbständiger Abschnitt verfaßt sein.

Tabellen, Grafiken

Tabellen und Grafiken müssen selbsterklärend sein, d.h., sie müssen unabhängig vom sie umgebenden Text aussagekräftig sein. Alle Spalten bzw. Achsen müssen so beschriftet werden, dass sie einen gedanklichen Nachvollzug der Aussage ermöglichen, insbesondere müssen Abkürzungen in einer Legende erläutert werden. Es gilt der Grundsatz: Tabellen haben Überschriften, Grafiken Unterschriften. Grafiken und Tabellen stellen keine "Illustrationen" dar, sondern haben immer den Zweck, einen Sachverhalt ausführlicher oder verständlicher darzustellen. Prüfen Sie daher immer, ob überhaupt eine Tabelle oder eine Grafik notwendig ist, und ob nicht vielleicht die darin enthaltene Aussage einfacher in einigen Sätzen dargelegt werden kann. Keinesfalls sollten Tabellen und Grafiken eine Wiederholung der textlichen Darstellung enthalten, sondern weisen Sie im entsprechenden Text auf die Kernaussage der Abbildung oder der Tabelle hin. Insbesondere bei der Darstellung von Detailergebnissen überlegen Sie immer, ob diese nicht besser in einem Anhang zur Arbeit aufgehoben sind. Von anderen AutorInnen übernommene Darstellungen sind als Zitate in der üblichen Weise zu kennzeichnen. Siehe auch das Rbeitsblatt Abbildungsverzeichnis.

Zitation, Quellenangaben

Diese müssen einheitlich sein und den Richtlinien für Quellennachweis entsprechen. Insbesondere beachten Sie diese bei Verwendung von eingescannten oder digital vorliegenden Texten. Belegen Sie Quellen unmittelbar an der Stelle der Verwendung, nicht in Überschriften oder am Ende mehrerer Absätze. Vermeiden Sie umfangreiche wörtliche Zitate Sie sollten sich vom jeweiligen Literatur-Text lösen, ihn nicht abschreiben (unzulässig!) und auch nicht "fast" abschreiben. Es ist absolut notwendig, dass für den Leser und Prüfer immer deutlich ist, welche Tatsache, Information oder Einschätzung aus welcher Quelle und vom wem stammt. Häufig wird der Unterschied zwischen einem direkten und indirekten Zitat verwischt. Eine wörtliche Übernahme von Sätzen oder Teilen von Sätzen ohne Kenntlichmachung als wörtliches Zitat nähert sich dem Betrugsversuch. Jede Form einer sinngemäßen Übernahme von Textabschnitten oder die Verwendung fremder Gedanken oder Informationen erfüllt den Tatbestand eines nicht-wörtlichen, also eines indirekten Zitats und muß entsprechend kenntlich gemacht werden - meistens durch ein "vgl.". Versuchen Sie aber hier, stilistisch vielseitig zu sein und manchmal in die Form der indirekten Rede zu wechseln ("Altrichter (1932) betont besonders, dass ..."). Sie können auch Formulierungen verwenden wie "Dieser Abschnitt stützt sich weitgehend auf ...", "... basiert auf ...", "... gibt die Hauptgedanken von ... wieder.", "wie von Stangl (2001) betont wird...", "... nach Auffassung von Eder (1982) ..." usw. etc. Der Beleg gehört in den Satz, also muß der Klammerausdruck (vgl. Bergmann 1998, S. 17) vor dem abschließenden Punkt stehen!

Quellen aus dem internet

Aufgrund der immer häufiger verwendeten digitalen Quellen (CD-ROMs, Datenbanken, internet), die aufgrund ihrer "Flüchtigkeit" für LeserInnen einer Diplomarbeit nur sehr schwer verfügbar sind, sollten solche Quellen auch in digitaler Form der Arbeit beigelegt werden. Insbesondere sind verwendete internet-Quellen als download beizulegen, wobei sich auch anbietet, neben den Quellen auch die eigene Arbeit, erhobene und ausgewertete Daten und andere Materialien (etwa den gesamten BSCW-Ordner) auf eine CD-ROM zu brennen.

Textverarbeitungssysteme in der Wissenschaft

Übrigens hat eine wissenschaftliche Studie (Knauf & Nejasmic, 2014) die Effizienz und Nutzerfreundlichkeit der Textverarbeitungssysteme Word und LaTeX verglichen. Bekanntlich ist Word ist auch außerhalb der Wissenschaft gut bekannt und bei vielen Menschen im alltäglichen Gebrauch, während LaTeX ein vorwiegend in der Wissenschaft bekanntes Textsatzsystem darstellt. In der Mathematik, den Natur- und Ingenieurwissenschaften und der Informatik ist es sehr populär und wird von vielen Forscherinnen und Forschern zum Verfassen wissenschaftlicher Text verwendet. Knauff & Nejasmic zeigten in ihrer Studie, dass Nutzerinnen und Nutzer von LaTeX beim Schreiben von Texten mehr orthographische und grammatische Fehler machen, sich häufiger vertippen oder falsch formatieren und insgesamt deutlich mehr Zeit benötigen, als Word-Nutzerinnen und -Nutzer mit identischen Texten. Insgesamt zeigte sich in der Studie die Arbeit mit LaTeX als weniger effizient, fehleranfälliger und zeitaufwendiger als mit Word. Selbst Word-Anfänger zeigten demnach in den meisten Aufgaben bessere Schreibleistungen als LaTeX-Experten. Nur bei Texten mit einem großen Anteil an mathematischen Formeln kann daher die Verwendung von LaTeX sinnvoll sein.

Quelle: Knauff, M. & Nejasmic, J. (2014). An Efficiency Comparison of Document Preparation Systems Used in Academic Research and Development. PLoS ONE 9(12): e115069. doi:10.1371/journal.pone.0115069

Zu dieser Webseite erreichte mich die Mail eines Dozenten einer Universität, aus der ich auszugsweise zitiere: "Die Studie ist sehr umstritten, wenn man nach dem Titel googelt, findet man sehr viel Kritik, ein schönes Beispiel: http://thread.gmane.org/gmane.emacs.orgmode/93674 (…) Latex mit einem Editor ohne Rechtschreibprüfung mit Word bei eingeschalteter Rechtschreibprüfung zu vergleichen, ist schlichtweg Unsinn. (…) Jedes der Programme hat - wie es eigentlich immer so ist - Vorteile und Nachteile und ist für bestimmte Aufgabenbereiche besser oder schlechter geeignet. Kurze Dokumente oder Entwurfsdokumente (Notizen, Brainstorming etc) sind sicherlich besser in einer WYSIWYG Textverarbeitung geeignet, jedoch längere, gegliederte Arbeiten, wie es bei wissenschaftlichen Arbeiten üblicher ist (Abschlussarbeiten, Dissertation etc.), sehe ich persönlich nur Nachteile in Word/OpenOffice. Meine Ansicht bestätigt sich auch bei jeder studentischen Arbeit, die ich mitbekomme: In der Anfangsphase haben alle Latex-Nutzer einen etwas intensiveren Zeitaufwand, als die Nutzer der konventionellen Textverarbeitung, aber im weiteren Verlauf und insbesondere in der Schlussphase kämpfen durch die Bank insb. Word-Nutzer mit derartig vielen Problemen, während Latex-Nutzer sich rein auf die Inhalte konzentrieren können. Das Konzentrieren auf die Inhalte ist ein wesentlicher Aspekt, auf den in der Studie nicht eingegangen wird: Systembedingt konzentriert sich ein Latex-Nutzer nicht gleichzeitig auf Formatierung und Inhalt, was man bei einer WYSIWYG-Textverarbeitung - auch bei größter Selbstbeherrschung - nie 100%tig erreichen kann. Dieses Argument, insbesondere gepaart mit der Schlussphase, trägt m.E. (unabhängig von der Frage, wieviel Zeit man nun insgesamt mit welchem Textsystem gebraucht hat) maßgeblich zu meiner Empfehlung bei, Latex zu nutzen. Insofern kann ich - trotz der genannten (und unfundierten) Studie - nicht nachvollziehen, warum Sie zu Word raten."

Im Übrigen habe ich nie Word oder Open Office "empfohlen", sondern nur diese Studie zitiert, die sich aber mit meinen persönlichen Erfahrungen an einer Universität, an der es sowohl technisch-naturwissenschaftliche als auch sozialwissenschaftliche Fächer gibt, deckt. Allerdings habe ich allen meinen StudentInnen immer empfohlen, für das Verfassen ihrer Arbeiten einen reinen Texteditor zu verwenden und so zu arbeiten, wie man früher auf einer Schreibmaschine getippt hat. Auch habe ich bei umfangreicheren Arbeiten stets empfohlen, alle Kapitel und Abschnitte in einzelnen Dateien zu verfassen, die nie länger als 5-10 Seiten sein sollten, wobei man diese mit einem inhaltlich sinnvollen Titel versehen muss. Auch sollten Grafiken und Tabellen in eigenen Dateien angelegt werden, und im Text nur in Form von Platzhaltern aufscheinen. Besonders empfohlen habe ich auch, das Literaturverzeichnis parallel zum Schreiben in einer eigenen Datei zu führen. Diese Vorgehensweise entsprach auch meinem eigenen Arbeitsstil, selbst als ich von "Write" auf "Word" umgestiegen bin. Darüber hinaus habe ich bei meiner Bildschirmarbeit nach Möglichkeit immer Courier oder eine verwandte Serifenschrift verwendet, da man dadurch eine bessere Kontrolle über den Umfang eines Textes behält, denn 60 Zeichen sind immer eine Zeile, wobei ich bei meinen ersten Ausdrucken von Texte standardmäßig diese stets ganz an den linken Rand verschoben hatte, um rechts einen Korrekturstreifen zu haben. Und dass man dabei Flattersatz verwenden muss, versteht sich von selbst! Auch heute verwende ich bei der Vorbereitung von Texten für meine Webseiten immer noch "TextEdit", die ich erst nach dem Einfügen in Dreamweaver formatmäßig anpasse - so auch diesen Text ;-)


Siehe dazu im Detail


copy an paste
[Bildquelle: Radieschen: http://www.stupidedia.org/stupi/Datei:Copypaste.jpg (11-11-11)]

Apropos: Plagiate - die Verwendung von Quellen ohne Beleg

Mit der Verbreitung des internet und von Datenbanken haben StudentInnen "eine scheinbar unerschöpfliche Quelle an Texten, deren sie sich bedienen können. Und sie wiegen sich in der Sicherheit, dass ihre Lehrkräfte nicht die Fähigkeiten haben, geeignet im Internet nach der Quelle zu suchen" (Weber-Wulff 2002). Jede Universität hat eigene Regeln, wie mit Betrug umgegangen wird, wobei die Maßnahmen bis zur Exmatrikulation und Aberkennung des akademischen Titels reichen. An der Universität Linz gibt es derzeit keine verbindlichen Regeln, jedoch werden alle von mir betreuten Arbeiten vor der Freigabe bzw. Annahme standardmäßig mit speziellen Methoden daraufhin untersucht, und im positiven Fall wird die Betreuung ohne Diskussion (!) zurückgelegt und es erfolgt eine Meldung an den zuständigen Studiendekan.

Auch Seminararbeiten werden auf copy&paste früherer Arbeiten überprüft, auf so genannte Kollusionen, das sind Arbeiten, in denen mehrere Lernende ein von anderen oder auch gemeinsam erstelltes Dokument als jeweils eigene Leistung einreichen. Allerdings benötigt man hier in den seltensten Fällen spezielle Software, sondern man muss nur aufmerksam lesen. "Wechselt plötzlich der Ton? Schreibt einer mal unvollständige Sätze, mal formvollendeten Konjunktiv? Gibt es Formatierungsbrüche? Komische Schreibfehler? Wörter, die man als Lehrender selbst im Wörterbuch nachschlagen muss? Komische Unterstreichungen, die auf Übernahme aus dem Internet hinweisen? Bei diesen Indikatoren lohnt es sich oft eine Suchmaschine "anzuwerfen". Einfach drei bis fünf Substantive, die nah bei einander und keine Allerweltsworte sind, eingeben und suchen lassen. Bei vielen unserer Testplagiate reichen drei Substantive, um in Google genau einen Treffer zu landen - die Quelle" (ohne Autor o.J.).

Auf der Website "Initiative Transparente Wissenschaft", die sich mit dem oft fragwürdigen Umgang mit Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, insbesondere des Plagiarismus und der Datenfälschung beschäftigt, findet sich eine knappe Darstellung der Kriterien wissenschaftlichen Zitierens:

Die Kennzeichnung eines wörtlich aus der Literatur übernommenen Literatursegments (eines Halbsatzes, Satzes, maximal eines Absatzes) erfolgt in der Regel durch die Setzung von doppelten Anführungszeichen (am Beginn und am Ende des übernommenen Segments). Sie kann auch durch optische Hervorhebung erfolgen (z. B. durch Kursivierung, Einrückung, durch anderen Schrifttyp bzw. andere Schriftgröße), jedoch muss diese abweichende Kennzeichnungspraxis am Beginn der Arbeit angegeben werden (der Leser muss also in jedem Fall wissen, was wörtlich aus der Literatur entnommen wurde und was nicht). Verschiedene Kennzeichnungen in derselben Arbeit sind auf jeden Fall zu vermeiden. Der Beleg bzw. Verweis auf die Literatur erfolgt am Ende eines gekennzeichneten Zitats mit einem Kurzbeleg in Klammern im Text (sog. "Harvard-Methode") oder mit einem Langbeleg in einer eigenen Fußnote. Jedes direkte Zitat in einer wissenschaftlichen Arbeit muss also (1) gekennzeichnet und (2) belegt sein. Fehlen Kennzeichnungen und Belege, liegt auf alle Fälle ein Plagiat vor. Fehlen nur Kennzeichnungen, sind aber Belege etwa in Form von Fußnoten vorhanden, handelt es sich auch dann um ein Plagiat, wenn dies in einer Arbeit wiederholt bzw. methodisch geschehen ist (…). Indirekte Zitate sollen nie Paraphrasen (also bloße Umschreibungen bzw. 'Wort-Ersetzungen' des Originals) sein, sondern den Sinn des zitierten Textes, seine Idee in eigenen Worten des Autors wiedergeben. Hier kann ein Plagiatsvorwurf dann erhoben werden, wenn wiederholt Satzteile und Sätze nicht mit Anführungszeichen gekennzeichnet, also nicht als direkte Zitate ausgewiesen wurden, obwohl sie wörtlich übernommen wurden, aber der Autor dem Leser indirekte, d. h. sinngemäße Zitation suggeriert.

Pfau DohleF abel In einem empfehlenswerten Kurs über Plagiate berichtet Debora Weber-Wulff (2009), dass die deutsche Phrase "sich mit fremden Federn schmücken" der Fabel "Die hochmütige Dohle und der Pfau" von Aesop entstammt, die selber wieder auf einer Geschichte von Phaedrus basiert: "Einst lebte eine Dohle, voll von eitlem Stolz, die stahl sich Federn, die dem Pfau entfallen warn und putzte sich damit. Das eigne Dohlenvolk verachtend trat sie in der schönen Pfauen Reihn. Der Unverschämten reißt man hier die Federn aus, jagt sie mit Schnäbeln. Und die Dohle, bös verbleit will wieder nun betrübt zu ihrem Volk zurück. Die aber stoßen sie von sich, mit herbem Schimpf. Und eine derer, die zuvor verachtet, sprach zu ihr “Hätt’ unsre Lebensart dir vormals conveniert, hätt’st du, was die Natur dir schenkte, akzeptiert, dann wär dir weder jene Schande widerfahrn noch müsstest du zum Unglück jetzt verstoßen sein."

Aesop fabelnQuellen: Ohne Autor (o.J.). Häufig gestellte Fragen.
WWW: http://plagiat.fhtw-berlin.de/haeufig-gestellte-fragen/ (08-10-10)
http://de.antiplagaustria.wikia.com/wiki/Initiative_Transparente_Wissenschaft_Wiki (11-03-12)
Weber-Wulff, Debora (2009). Fremde Federn Finden.
WWW: http://plagiat.htw-berlin.de/ff/startseite/fremde_federn_finden (10-10-10)
Titelbild zu Aesops Fabeln: http://aesop.magde.info/images/DDailyIllustr.jpg (10-10-10)
Fabelbild: http://www.labbe.de/lesekorb/aesop/pfau_und_dohle.gif (10-10-10) - Nach einem englischen Kupferstich aus dem 18. Jahrhundert.

Plagiate an der Universität - Arten und Konsequenzen

An der Wiener Wirtschaftsuniversität wird in der "Richtlinie des Vizerektors für Lehre zu Plagiaten und deren Rechtsfolgen" (2011) unterschieden zwischen Plagiaten im Studienrecht und im Urheberrecht: "Ein Plagiat iSd Studienrechts liegt vor, wenn die Arbeit nicht die nach den studienrechtlichen Vorschriften erforderliche Eigenständigkeit aufweist. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Arbeit ein/e Dritte/r ganz oder teilweise für den/die Studierende/n schreibt („Ghostwriter“) oder die Arbeit eines/r Dritten übernommen wird. Eine teilweise Übernahme fremder Inhalte ist nur insoweit zulässig, als dabei die für die jeweilige Arbeit erforderliche Eigenständigkeit gewahrt bleibt und die urheberrechtlichen Vorschriften („Zitatrecht“) eingehalten werden. Ein Plagiat iSd Urheberrechts liegt vor, wenn fremdes Gedankengut in die eigene Arbeit übernommen wird und dies nicht den Regeln der freien Werknutzung („Zitatrecht“) entspricht. Eine freie Werknutzung fremder Werke oder einzelner Teile dieser in einer eigenen Arbeit ist daher nur zulässig, wenn dabei das Zitat als solches kenntlich gemacht wird („Kleinzitat“, „Großzitat“) und eine entsprechende Quellenangabe in der Arbeit erfolgt (§§ 46 Z 1 und Z 2, § 57 Abs 2 UrhG). Dies gilt auch für Übersetzungen sowie ausländische Werke. Die in der jeweiligen wissenschaftlichen Disziplin gebräuchlichen Standards und Richtlinien sind einzuhalten. Ein Plagiat iSd Urheberrechts ist nicht gleichzusetzen mit einem Plagiat iSd Studienrechts, wenn das Plagiat keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Eigenständigkeit der Arbeit hat, zumal das Urheberrecht andere Ziele verfolgt als das Studienrecht. Dennoch widerspricht auch ein Plagiat iSd Urheberrechts den Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens und ist vom/von der Betreuer/in zu unterbinden."

Welche Folgen ein Plagiat für den Studierenden haben kann, ergibt sich ausschnittweise aus einer Rechtsauskunft der Rechtsabteilung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt zum Plagiatsproblem an Universitäten von Marianne Luschin (Hervorhebungen von mir; W.S.):

Die unzitierte Übernahme von fremden Textpassagen in Seminar-, Bakkalaureats-, Diplom- oder Doktoratsarbeiten stellt eine Form der Erschleichung der Beurteilung einer Prüfung oder wissenschaftlichen Arbeit (wie die Verwendung unerlaubter Hilfsmittel, Abschreiben von anderen Prüfungskandidaten, usw.) dar. Das UG 2002 regelt (wie schon das UniStG) ausdrücklich nur den Fall, dass Erschleichungshandlungen nach der Beurteilung der Prüfungsleistung entdeckt werden. In diesen Fällen ist die Beurteilung der Prüfung bzw. wissenschaftlichen Arbeit mit Bescheid der Studienrektorin für ungültig zu erklären und die Prüfung auf die Anzahl der zulässigen Wiederholungen anzurechnen.

Wenn die Erschleichungshandlung noch vor erfolgter Beurteilung, aber nach Abschluss des Prüfungsvorganges entdeckt wird (z.B. bei einer der Prüferin/dem Prüfer zur Beurteilung abgegebenen Seminararbeit), sieht das Gesetz die Sanktionierung über die Note vor: die Prüferin/der Prüfer hat lediglich die eigenständig erbrachte Leistung zu beurteilen und die erschwindelte (abgeschriebene) Leistung nicht in die Beurteilung einfließen zu lassen. Die Feststellung, inwieweit die Prüfungsleistung "erschwindelt" bzw. "abgeschrieben" wurde, obliegt der Prüferin/dem Prüfer in freier Beweiswürdigung.

Wenn die Prüferin/der Prüfer zu dem Ergebnis kommt, dass wesentliche Teile einer schriftlichen Arbeit ohne Quellenzitat übernommen wurden, hat sie/er entweder über die Notengebung (vor erfolgter Beurteilung) oder über die nachträgliche Nichtigerklärung gem. § 74 Abs. 2 UG (nach erfolgter Beurteilung) zu reagieren. Ein gewisser Spielraum ergibt sich nur bei der Einschätzung der Wesentlichkeit (nach der Rechtssprechung ist hier in qualitativer und quantitativer Hinsicht zu prüfen), der aber jedenfalls und ausschließlich durch die facheinschlägig ausgewiesenen Beurteilenden zu konkretisieren ist.

Als "Sanktionen" für mehrmalige Plagiatsversuche kommen (...) nur die vom Gesetz vorgesehenen in Frage: da es sich bei Seminararbeiten um Prüfungen handelt, kommt die Regelung über die begrenzte Anzahl von zulässigen Wiederholungen zur Anwendung. Gem. § 68 Abs. 1 Z. 3 UG erlischt die Zulassung zum Studium, wenn eine Prüfung auch bei der letzten zulässigen Wiederholung negativ beurteilt wurde. Wenn die Seminararbeit einer/eines Studierenden, weil in wesentlichen Teilen nicht eigenständig verfasst, wiederholt negativ beurteilt wird, ist nach der vierten Wiederholung der Ausschluss vom Studium die Folge. Wird erst nach Verleihung eines akdademischen Grades die Erschleichungshandlung entdeckt, kommt der Widerruf des akademischen Grades gem. § 89 UG in Betracht. (...)

Hingewiesen werden sollte auch noch darauf, dass eine Urheberrechtsverletzung in einer universitären Arbeite auch zivilrechtliche Unterlassungs-, Beseitigungs- und Schadenersatzansprüche und daher strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Quellen:
http://www.uni-klu.ac.at/main/inhalt/843.htm (06-12-24)
http://www.wu.ac.at/academicstaff/info/thesis/plag/plagiatsrichtlinie_15.09.2011.pdf (11-12-11)

 

Eigenständige Darstellung

Viele Arbeiten bleiben zu sehr an der Literatur "kleben", teilweise aus der Erkenntnis: "Ich kann es nicht treffender ausdrücken, als es hier geschrieben steht." Sie sollen aber - als Prüfungsleistung - zeigen, dass Sie eigenständig formulieren können. Dazu ist hilfreich, dass Sie den Text einordnen (zeitlich, von der Position, der theoretischen Schule), dass Sie längere Passagen zusammenfassen (z.B. "Mayrs Position zur grundlegenden Frage der Unternehmensziele kann folgendermaßen zusammengefaßt werden: ....", dass Sie vergleichen ("Hopfenbecks Aussagen entsprechen in allen wichtigen Punkten denen Stangls."), dass Sie Texte kritisch interpretieren ("Paseka führt aus..., obwohl sie im vorigen Abschnitt noch behauptet hat, dass ..."). Sie sollten sich also von der Literatur und ihren Quellen emanzipieren und kein eklektisch (=unschöpferisch nur Ideen anderer verwendend) zusammengewürfeltes Mosaik aus wörtlichen und sinngemäßen Zitaten abliefern. Wichtig sind Ihre eigenständigen Analysen und Schlußfolgerungen, die Sie mit Hilfe der Literatur entwickeln und begründen.

Gliederung

Eine Gliederung hat Ober- und Unterpunkte, wobei ein Hauptpunkt immer in mindestens zwei Unterpunkte unterteilt werden muß. Sie sollten also nicht zu fein untergliedern: Überschriften (z.B. 2.3.4.4.2.1. Die Abnützung des Hosenbodens beim Schwätzen) mit drei ganzen Zeilen Text machen keinen Sinn und stören den Lesefluß. Für solche feinen Untergliederungen gibt es Absätze, Hervorhebungen durch Fett- oder Kursivdruck oder Spiegelstriche. Vermeiden Sie auch, nach jedem längeren Satz oder einer "vgl.-Zitation" einen neuen Absatz zu machen. Ein Absatz macht nur dann Sinn, wenn Sie etwas Neues darstellen oder einen neuen Gedanken entwickeln wollen, der mit dem vorigen nichts gemeinsam hat.

Glossar, Abkürzungsverzeichnis

Ein für die LeserInnen nützliches Glossar sollte eine Kurzdefinition oder Erklärung zentraler Begriffe enthalten, die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit häufig verwendet werden. Wie umfangreich bzw. wie ausführlich solche Fachbegriffe erklärt werden, bleibt weitgehend Ihnen überlassen. Es sollten vor allem die unumgänglichen fachwissenschaftlichen oder ungebräuchlichen Begriffe erläutert werden, auf die trotz allen Bemühens um Verständlichkeit nicht verzichtet werden konnte. In der Regel wird man mit ein bis zwei Seiten auskommen. Wenn Sie eine Begriffsdefinition aus einer Literaturquelle übernommen haben, so muß diese nach den üblichen Richtlinien belegt werden. In ein eventuell notwendiges Abkürzungsverzeichnis sind nur fachspezifische Abkürzungen anzuführen, nicht aber die im alltagssprachlichen oder wissenschaftlichen Diskurs üblichen wie z.B., vgl., u.a. etc., usw.

Beim Zitieren häufig verwendete Abkürzungen:
Deutsch Abkürzung Englisch Abkürzung
Kapitel Kap. chapter chap.
Auflage Aufl. edition ed.
überarbeitete Auflage überarb. Aufl. revised edition rev. ed.
erweiterte Auflage erw. Aufl. enlarged edition enl. ed.
Der/Die Herausgeber Hrsg.

Editor, Editors

Ed., Eds.

Übersetzer Übers.    
Seite(n) S. page (pages) p. (pp.)
Band, Bände

Bd., Bde.

Volume, volumes

Vol., vols.

Nummer Nr. Number No.
Beiheft, Supplement Suppl. Supplement Suppl.

Aktueller Bezug, Praxisorientierung

Stellen Sie bei der Darstellung den aktuellen Bezug Ihrer Arbeit in den Vordergrund. Die meisten Themen in der Pädagogik und Psychologie haben eine über die Zusammenfassung von Vergangenem hinausweisende Relevanz, d.h.,. die LeserInnen Ihrer Arbeit wollen immer wissen, was jetzt in der Gegenwart wichtig zu wissen ist. Eine Entschuldigung, dass Sie nur alte Literatur gefunden haben, kann deshalb nicht akzeptiert werden. Notfalls müssen Sie sich ein anderes Thema suchen. Praxisorientierung ist ein weiteres wichtiges Kennzeichen für die Ausbildung an Universitäten. Es ist also empfehlenswert, wenn Sie berufliche Kontakte oder Ihr Praxissemester entsprechend nutzen, oder auch Verbindungen im Zusammenhang mit bestimmten Fragen gezielt zur Praxis schaffen. Es ist bekannt, dass das zeitaufwändig und mühsam sein kann, aber es wird bei der Bewertung der Arbeit entsprechend berücksichtigt.

Persönliche Anmerkungen, Schlussfolgerungen, Bewertungen

Sosehr ein persönliches Engagement in Bezug auf Ihr Thema wünschenswert ist, so sehr kann es fehl am Platz sein, wenn es in Ihrer Arbeit dazu führt, dass Sie diese mit der wissenschaftlichen Argumentation vermengen bzw. diese nicht davon trennen. Die Formulierung von eigenen Schlussfolgerungen, Beurteilungen und Bewertungen ist erwünscht, allerdings sollten Sie zuerst analytisch einen Sachverhalt durcharbeiten und erst dann auf dieser Grundlage bewertend oder normativ argumentieren. Beachten Sie auch bitte immer den Unterschied zwischen Vorwort einer Arbeit und Einleitung! Während im ersten persönliche Aspekte dargestellt werden können, sollten diese im zweiten vermieden werden.


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in Copyscape eingibt, dann erhält man folgendes Ergebnis:

FAQs & (de)faults
... FAQs & (de)faults & unforced errors. DiplomandInnen und DissertantInnen stellen sich immer wieder dieselben Fragen und ... In der Umgangssprache mag es gleich sein, vom Internet oder vom WWW zu sprechen, für Wirtschaftsinformatiker oder Betriebswirte bezeichnen diese Begriffe ...
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/DIPLOMARBEIT/FAQs.html
Portfolio ePortfolio
... oben] :: [zur vorigen Seite] :: [Inhalt] :: [Suche] :: [Index]. [http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/] [Kontakt] [©opyright.werner.stangl. linz.2006] ...
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PRAESENTATION/portfolio.shtml

Beides sind Seiten des Autors der Arbeitsblätter, die dieser bei der Erstellung verwendet und unter Quellen angeführt hat.


Test von Plagiatserkennungssoftware

Weber-Wulff und Köhler (Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin) haben 2008 insgesamt 24 Softwareprodukte mit 41 Aufsätzen konfrontiert und dabei gecheckt, inwieweit sie in der Lage sind, einen Text zuverlässig daraufhin zu überprüfen, ob der/die VerfasserIn sich fremder Gedanken und Ideen bedient, also des Diebstahls geistigen Eigentums schuldig gemacht hat. Dabei wurden auch systematisch Tests zur Erkennung von sogenannten Kollusionen vorgenommen. Von Kollusionen spricht man, wenn Studierende bereits existierende Arbeiten von KommilitonInnen übernehmen, diese leicht modifizieren und dann als eigene Arbeiten einreichen, in der Hoffnung, in der Masse unterzugehen. Das Portal Plagiat ist eingerichtet worden, um Informationen rund um das Thema Plagiat zu sammeln. Dort findet sich auch eine Lerneinheit kostenlos für alle Lehrkräfte, aus der man Einiges über das Thema Plagiat lernen kann bzw. Techniken vermittelt bekommt, um Plagiate aufzuspüren.

Linkempfehlungen: http://plagiat.fhtw-berlin.de/ bzw. http://plagiat.fhtw-berlin.de/software/2008/

Hinweis: Die teilweise auf diesen Seiten vorhandenen Links zu Ghostwritern für wissenschaftliche Arbeiten stellen keine Aufforderung zur Erschleichung eines akadamischen Grades dar!

Anfragen zum wissenschaftllichen Schreiben

Guten Tag,
Zuerst möchte ich Ihnen ein großes Kompliment für Ihre informative und bereichernde Website aussprechen! Da ich u.a. Ihr Arbeitsblatt zum wissenschaftlichen Schreiben gelesen habe, hätt ich noch eine Frage (die vielleicht äußerst simpel erscheint, jedoch immer wieder auf gegensätzliche Meinungen trifft) und ich hoffe, Sie können mir die richtige Schreibweise mitteilen: Wenn ein Satz mit "usw." endet, werden dann zwei Punkte gesetzt? Also: "usw.."

Ich wäre Ihnen sehr dankbar,
vielen Dank im Voraus,
E. M. V.

Antwort

Ohne ein Sprachexperte zu sein, würde ich nur einen Punkt setzten. Wikipedia sagt:
Der Abkürzungspunkt
d. h.; usw.; u. dgl.; Dr. med.; Univ.-Prof.; S. 9; n. Chr. Geb. Steht ein Abkürzungspunkt am Satzende, so dient er gleichzeitig als Schlusspunkt: Namen verschiedener alter Münzen lauten: Gulden, Kreuzer, Batzen, Taler usw.


Quellen

Stangl, Werner (2002). diplomarbeit FAQs. FAQs & (de)faults & unforced errors.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/DIPLOMARBEIT/FAQs.html (06-03-01)
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PRAESENTATION/portfolio.shtml (06-08-06)
Leitfaden zu Zitierregeln für die Gestaltung von schriftlichen Arbeiten und Unterlagen im Pädagogikstudium der Universität Salzburg (Stand: 18.04.2006)

Literatur

Weber-Wulff, Debora (2002). Aufdeckung von Plagiaten: Suchen im Internet für Lehrkräfte.
WWW: http://www.f4.fhtw-berlin.de/~weberwu/papers/plagiat.shtml (03-01-04).

American Psychological Association. (1994). Publication Manual of the American Psychological Association (4th ed.). Washington, DC: APA

Deutsche Gesellschaft für Psychologie. (Hrsg.). (1997). Richtlinien zur Manuskriptgestaltung (2. überarb. und erw. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.



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