[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Link zu PraesentationEmpfehlungen für die inhaltliche Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten*)

Entfaltung und Zuschnitt des Themas 

Am Beginn der Arbeit stehen Überlegungen zur Bedeutung, zur Reichweite und zu den Implikationen des Themas: Was ist mit dem Thema gemeint? Was bedeuten die darin vorkommenden Begriffe? Welche Aspekte und Unteraspekte hat das Thema? 

Einen ersten Einblick in das Thema bekommen Sie mit Hilfe von Fachwörterbüchern, fachwissenschaftlichen Nachschlagewerken, Handbüchern, Lehrbüchern und Einführungen. Das hilft aber im allgemeinen nur bei nicht zu speziellen Themen weiter. An sehr spezielle Themen kann man sich oft nur durch möglichst aktuelle Veröffentlichungen und Forschungsberichte herantasten, die im weiteren Umfeld Ihres Themas liegen. Da in wissenschaftlichen Arbeiten oft auf einschlägige ältere Veröffentlichungen zum gleichen Thema verwiesen wird, können Sie anhand solcher Hinweise auch auf Arbeiten stoßen, die für den engeren Bereich Ihres Themas wichtig sind oder die Ihnen zumindest weiterhelfen, Ihr Thema genauer zu erschließen.

Wenn Sie über die Literatur partout keinen Zugang zu Ihrem Thema finden, sprechen Sie noch einmal mit dem Dozenten, von dem Sie es erhielten. Es ist nicht auszuschließen, daß er das Thema einfach schlecht formuliert hat. Bei der Entfaltung des Themas lohnen sich oft auch Gespräche mit erfahrenen Kommilitonen, mit Assistenten und mit Experten in der Praxis.

Mitunter stellt sich heraus, daß ein Thema zu groß angelegt ist und mit den verfügbaren Ressourcen (Zeit, Arbeitsmittel, methodische Erfahrung) von Ihnen nicht bewältigt werden kann. Dann sollten Sie das Thema eingrenzen (und eventuell dafür die Zustimmung des Dozenten einholen). Die Eingrenzung des Themas muß begründet werden. Dabei sind in der Regel auch pragmatische Argumente (z.B. begrenzte Zeit, begrenzte Arbeitsmittel) stichhaltig.

Fast immer ist es notwendig, das Thema zu präzisieren und darzulegen, wie man es auffaßt, wie man die zentralen Begriffe der Themenstellung versteht, wo man eventuell Schwerpunkte setzt. Auch das ist zu begründen. Verwenden Sie am besten die Einleitung zur Arbeit, um den genauen Zuschnitt des Themas und dessen Begründung zu erläutern.

Grundsätzlich gilt: Eher das Thema etwas enger fassen, um es gründlich und sorgfältig bearbeiten zu können, als ein zu breit angelegtes Thema nur oberflächlich abzuhandeln.

Ermittlung der relevanten Informationen 

Die für die Bearbeitung des Themas relevanten Informationen können auf verschiedenen Wegen gewonnen werden, z.B. durch:

Es ist durchaus üblich, bei einer Arbeit mehrere dieser Wege zu beschreiten. Unumgänglich ist die Auswertung der vorliegenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema der Arbeit, auch wenn man eigene Erhebungen durchführt. Dabei fängt man am besten mit möglichst aktuellen Publikationen an und erschließt nach dem "Schneeballsystem" nach und nach auch ältere Veröffentlichungen.

Doch Vorsicht vor "Zitierkartellen": Manche Autoren beziehen sich wechselseitig vorwiegend auf Veröffentlichungen innerhalb eines bestimmten akademischen Netzwerkes, einer "wissenschaftlichen Schule". Da muß man sehen, daß man über "randständige" Autoren auch in andere Netzwerke hineinfindet.

Für die meisten Themen sind die einschlägigen Fachzeitschriften die wichtigsten und aktuellsten Fundstellen. Dabei sind unbedingt auch ausländische bzw. internationale Fachzeitschriften zu berücksichtigen.

Für wissenschaftliches Arbeiten gilt eine besondere Sorgfaltspflicht. Daten und Fakten müssen peinlich genau stimmen, Zitate müssen absolut korrekt sein, Quellen müssen vollständig und präzise angegeben werden. Um sicherzustellen, daß die Informationen in Ihrer Arbeit alle sachlich richtig und präzise sind, müssen Sie vom ersten Moment der Themenbearbeitung an vorsorgen. Sie müssen für jede Information, die Sie ermitteln, sogleich die genaue Quelle notieren, müssen Literaturfundstellen und andere Quellenangaben immer gleich vollständig aufschreiben. Am besten legen Sie dafür ein Karteikartensystem oder auf dem PC eine Datenbank an.

Sorgfalt ist insbesondere geboten beim Umgang mit empirischen Forschungsergebnissen. Wenn Sie selbst eine Erhebung machen, müssen Sie Ihre Vorgehensweise genau beschreiben, damit der Leser die Ergebnisse verstehen und ihre Aussagefähigkeit einschätzen kann. Eventuell ist es notwendig, zusätzliche methodische Details im Anhang der Arbeit zu dokumentieren.

Auch wenn Sie Forschungsergebnisse von anderen übernehmen, müssen Sie deren Methode darlegen. Das muß umso ausführlicher und genauer geschehen, je umfangreicher die übernommenen Daten und je zentraler sie für Ihre Arbeit sind. Bei Umfragedaten müssen zum Beispiel Angaben zur Stichprobe und zum Erhebungszeitpunkt gemacht werden; wichtig ist auch der genaue Wortlaut der Frage im Interview. Bei Inhaltsanalysen braucht man entsprechend Angaben zur Materialauswahl und zur Definition der Kategorien. Die methodischen Angaben sind vor allem dann wichtig, wenn Sie Ergebnisse aus verschiedenen Untersuchungen miteinander vergleichen oder wenn Sie die Ergebnisse kritisch diskutieren. 

Mitunter werden Sie Schwierigkeiten haben, diese methodischen Details aus den Veröffentlichungen zu erschließen. Das ist dann auch ein Indiz für die Qualität der betreffenden Untersuchungen und ein Anlaß für Kritik. Sie sollten die Ergebnisse von Arbeiten, die methodisch nicht hinreichend dokumentiert sind, mit Vorsicht verwenden. Und ebenso wird Ihre eigene Arbeit auf Vorbehalte stoßen, wenn sie methodisch nicht hinreichend dokumentiert ist, auch was die Methode der übernommenen Ergebnisse anbetrifft.

*) Quelle (gekürzt und leicht adaptiert nach): http://www.wiso.uni-erlangen.de/ (98 11 29)



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