Quelle:
Hitchhiker
Lernen im Studium
WWW:
http://third.informatik.uni-kl.de/
~hh/node7.html (99-07-07)
Sehr empfehlenswert sind die webpages von
Lothar
Seiwert,
einem Experten zum Thema Zeitmanagement, der zahlreiche Bücher
dazu geschrieben hat.
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Mit der Möglichkeit, den Tagesablauf frei einteilen und planen
zu können, fällt einem als Student ein Geschenk zu, von dem viele
andere, die in feste Arbeitszeiten eingebunden sind, nur träumen können.
Diese Freiheit hat aber zwei Gesichter: Sie ermöglicht die freie Entscheidung
darüber, wie man die Arbeitszeit plaziert. Man kann also die Zeit
nicht nur frei einteilen, sondern man muß es eben auch! Und angesichts
einer Fülle von Ablenkungen und angesichts der Gefahr, mangelnde Leistungen
mit nicht studienbezogenen Aktivitäten entschuldigen zu können,
seine Zeit selbstverantwortlich frei einzuteilen, das ist schwer! Die häufigsten
Mängel und Belastungen, mit denen Studenten in ihrem Arbeitsverhalten
und ihrer Zeiteinteilung zu kämpfen haben, sind:
-
Mühe, mit der Arbeit wirklich zu beginnen
-
Mißerfolge infolge nicht sinnvoll genutzter Zeit
-
unzweckmäßige Zeiteinteilung.
Die akademische Freiheit verlangt ein großes Maß an Eigeninitiative
und Selbstdisziplin. Man plant daher lang-, mittel- und kurzfristig und
entwickelt lang-, mittel- und kurzfristige Zeitpläne nach der Methode
der allmählichen Präzisierung.
Bei der langfristigen Zeitplanung legst man die fernen Ziele fest, zum
Beispiel die 1. Diplomprüfung. Die Fernziele sind allerdings soweit
entfernt, daß man sie nur über Zwischenziele erreichen kann,
die man durch mittelfristige Planungen festlegen muß. Während
man langfristigen Ziele in der Regel nur grob zu strukturieren vermag,
kannst man über mittelfristigen Ziele schon genauere Angaben machen.
Die kurzfristigen Pläne enthalten dann ganz genaue Angaben darüber,
welche Aufgaben man in welcher Reihenfolge mit welchem Zeitaufwand angehen
will. So erhältst ,am von der Grobzielplanung zur Feinzielplanung
eine allmähliche Präzisierung und Konkretisierung der Arbeitsaufgaben
und Zeitpläne. Dieses stepwise refinement bringt eine Reihe
von Vorteilen:
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Man setzt die knappe Ressource Zeit ökonomisch ein.
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Man intensiviert die Lernphasen.
-
Durch Erreichen von Zwischenzielen verschaffst man sich Erfolgserlebnisse
und damit neue Motivation!
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Durch eine geplante Arbeitsverteilung milderst man Stresssituationen, vor
allem vor Prüfungen.
-
Durch Zeit- und Aufgabenplanung stellst man sicher, rechtzeitig die notwendigen
Arbeitsmaterialien zur Verfügung zu haben.
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Die Zeitplanung erfordert zwar Zeitaufwand, sie erspart aber die dauernden
zeitfressenden Überlegungen, welche Aufgaben und Tätigkeiten
man in welcher Reihenfolge ausführen will.
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Planung schafft Freiräume für Freizeit ohne Reue!
Dabei bleibt es jedem natürlich überlassen, wie genau man plant.
Der eine macht das alles im Kopf und nur ungefähr, der andere plant
ziemlich genau und schreibt sich alles auf. Allerdings verfügt man
an einem Tag nur über ein begrenztes Leistungsvermögen, die Effizienz
der Arbeit richtet sich nach dem Wachheitsgrad und verschiedene Tätigkeiten
verlangen verschiedene Wachheitsgrade. Zu einer erfolgreichen Tagesplanung
müssen daher auch physiologisch bedingte Leistungsschwankungen unseres
Organismus im circadianen Rhythmus betrachtet werden. Durchschnittlich
kann man pro Tag etwa vier Stunden lang anspruchsvolle Tätigkeiten,
vier Stunden lang halb anspruchsvolle Tätigkeiten und zwei bis drei
Stunden lang wenig anspruchsvolle Tätigkeiten verrichten. Die Leistungskurve
eines Menschen über einen Tag hinweg sieht in der Regel ungefähr
so aus:
Quelle: http://141.28.217.113/ratgeber/content/e3/e1874/e1910/e1964/e1970/leistungskurve.gif
(03-07-09)
Man muß daher die einzelnen Tätigkeiten nach ihrem Schwierigkeitsgrad
bzw. nach dem Konzentrationsbedarf gewichten. Zum Beispiel fällt es
schwer, ganz neuen Stoff zu verstehen, während es nur wenig Konzentration
benötigt, eine Vorlesungsmitschrift zu lochen und einzuheften. Man
sollte immer die anspruchsvollsten Tätigkeiten ausführen, die
man zum jeweiligen Zeitpunkt schaffen kann. Man muß daher die Tätigkeiten
sinnvoll
über den Tag verteilen. Zum Beispiel wäre es angesichts obiger
Wachheitskurve töricht, zwischen neun und zwölf Uhr morgens stur
in der Bibliothek Bücher zu suchen, dafür ist später noch
Zeit; statt dessen sollte man ein Leistungshoch für die anspruchsvollsten
Tätigkeiten des Tages nutzen.
Natürlich können diese Zeiten individuell sehr unterschiedliche
sein, man denke nur an den "Morgenmensch" und den "Abendmensch". Hier empfiehlt
sich, eine Selbstbeobachtung durchzuführen und den täglichen
Lernstoff in Übereinstimmung mit der Leistungsfähigkeit zu organisieren.
Dazu muß man sich natürlich über den persönlichen
Tagesrhythmus klar werden, manche haben ihre Hochphase vormittags oder
nachmittags, manche abends oder gar nachts, was aber eher die Ausnahme
ist. Die Tiefphasen sind auch gut für Pausen geeignet. Siehe dazu Biologische
Rhythmen.
Hier ein paar Tipps, die allerdings nicht für jeden in gleichem
Ausmaß hilfreich sein werden:
-
Mittagsschläfchen! Ein Mittagsschläfchen im Leistungstief
nach dem Mittagessen ist lernpsychologisch äußerst wertvoll.
Allerdings sollte maximal eine halbe Stunde reichen.
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Selbstkontrolle! Prüfe Dich ganz selbstkritisch, ob sich bei
Dir auch immer wieder regelrechte Tragödien abspielen, bis Du eine
Arbeit so lange hinausgezögert hast, bis die ursprünglich reichlich
vorhandene Zeit knapp wird, und Du die Arbeit nur noch in Hast, fehlerhaft
und mit unbefriedigendem Ergebnis abschließen kannst. Schreib Dir
immer wieder mal auf, welche Tätigkeiten Du an einem Tag so erledigst
und wieviel Zeit Du jeweils benötigst. Du wirst staunen, was da so
alles zum Vorschein kommt. Das ganze macht natürlich nur dann wirklich
Sinn, wenn Du Dir nicht in die eigene Tasche lügst. Sei dabei mal
ganz ehrlich Dir selbst gegenüber!
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Plane realistisch! Nimm Dir wirklich nur Aufgaben solcher Größenordnung
vor, die Du in der geplanten Zeit durchziehen kannst. Unrealistische Wunschträume
frustrieren auf die Dauer nur.
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Bedenke den Typ der Prüfung! Erkundige Dich, ob die bevorstehende
Prüfung eine Auswahlklausur wird, bei der man sich bestimmte Themengebiete
heraussuchen kann, die man gut beherrscht. Wenn ja, dann laß Kapitel,
mit denen Du nie gut klar kamst, einfach weg, dies sollte jedoch maximal
20% des Vorlesungsstoffes sein.
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Setze Prioritäten! Wenn Du mehrere Klausuren an dicht hintereinanderliegenden
Terminen schreiben mußt, solltest Du Dich vor Lernbeginn entscheiden,
ob Du alle Klausuren zusammen sicher bestehen kannst oder nicht. Wenn ja,
dann solltest Du mit dem Lernen für die zweite Klausur möglichst
noch vor der ersten Prüfung beginnen. Wenn nein, dann entscheide,
welche Klausur Dir wichtiger ist, und konzentriere Dich auf diese.
-
Gewöhne Dich an feste Arbeitszeiten! Und hoffe nicht auf eine
zufällige euphorische Arbeitsstimmung.
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Halte Deinen Plan ein! Verschwende keine Zeit mit Überlegungen,
ob, wann und was Du arbeiten könntest, sondern halte Dich an Deinen
Plan! Ein Plan, an den Du Dich nicht hältst, ist das Papier nicht
wert, auf dem er steht.
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Kontrolliere Deine Planung! Halte Deinen Zeitplan dynamisch, und
kontrolliere, ob Deine Planung hinsichtlich der geplanten Zeit und der
geplanten Aufgaben realistisch ist. Ändere gegebenenfalls Deinen Plan,
anstatt gegen ihn zu verstoßen.
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Plane Zeitreserven ein! Plane Zeitreserven für Unvorhergesehenes,
Arbeitsunterbrechungen und zusätzliche nicht eingeplante Arbeit ein.
-
Verschaffe Dir einen Überblick! Möglichst lange vor einer
Prüfung sollte man den Stoff im Schnelldurchgang durchgehen, um den
Schwierigkeitsgrad der einzelnen Stoffgebiete abzuschätzen. Dies sollte
geschehen sein, bevor Du mit dem eigentlichen Lernen anfängst.
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Verwende die letzte Woche vor einer Prüfung nur zum Wiederholen.
-
Spare den letzten Tag vor einer Prüfung vom Lernen aus! Gönn
Dir, falls möglich, ein bißchen Erholung, um am eigentlichen
Prüfungstag möglichst viele Energiereserven parat zu haben.
Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß man seine Pläne, wie
detailiert sie auch sein mögen, stets anpassen sollte, da sich Ziele
selbst ändern können oder auch die für die einzelnen Phasen
angesetzte Zeit sich als zu hoch oder zu niedrig herausstellen kann. Pläne
seind keine starren Instrumente, sondern sollten flexibel gehandhabt werden!
Zur Bewertung der Zeitplanung sind folgenden Fragen nützlich:
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Entspricht die Zeiteinteilung meinen Vorstellungen?
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Entspricht der Zeitaufwand für die einzelnen Tätigkeiten ihrer
Wichtigkeit?
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Ist der Zeitaufwand den Tätigkeiten angemessen?
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Stehen Arbeitsphasen, Pausen und Freizeit in einem richtigen Verhältnis
zueinander und folgen sie sinnvoll aufeinander?
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Ist der Zeitplan ausreichend flexibel und realistisch?
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Gewinne ich durch die Zeitplanung befriedigende Arbeitsergebnisse und arbeitsfreie
Freizeitphasen?
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Wende ich zur Arbeitsbewältigung geeignete Arbeitsmethoden an?
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Lebensbalance und subjektives Wohlbefinden
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Gröpel (2003, Universität Osnabrück) untersuchte die
Bedeutung der Lebensbalance für das subjektive Wohlbefinden. Der Begriff
"Lebensbalance" stammt ursprünglich von der Konzeption des ganzheitlichen
Zeitmanagements (Seiwert, 1992, 2000), bei der es um die subjektive Angemessenheit
der Zeitaufwendung für die wichtigsten Lebensbereiche (Leistung/Beruf,
Kontakt/Familie, Körper/Gesundheit, Sinn) geht. Die in dieser Konzeption
vermuteten Zusammenhänge der Lebensbalance mit dem Wohlbefinden und
Stress wurden bislang empirisch nicht überprüft. Ziel der Studie
war es, die postulierten Zusammenhänge zu überprüfen, und
zu untersuchen, welche Rolle persönlichkeitsrelevanten Selbststeuerungsfunktionen
(z.B. Selbstmotivierung, Selbstzugang) dabei zukommt.
67 Studierende der Universität Osnabrück nahmen an
der Untersuchung teil. Lebensbalance wurde mit der "Lebensbalance Checkliste"
und dem "Lebensbalance Fragebogen" erhoben. Zur Messung des subjektiven
Wohlbefindens (SWB) wurden die "Satisfaction with Life Scale" (Diener et
al., 1985), der "Befindlichkeitsfragebogen" (Kuhl & Kazén, 1998)
und die "Well-Being Scale" (WBS-5; Bonsignore et. al, 2001) benutzt. Selbststeuerung
und Stress wurden mit dem "Selbststeuerungsinventar" (SSI K; Kuhl &
Fuhrmann, 1998) gemessen.
Wie erwartet ließ sich eine positive Beziehung zwischen Lebensbalance
und SWB nachweisen, die allerdings nur für die affektive Komponente
des Wohlbefindens signifikant war. Eine negative Korrelation wurde weiterhin
zwischen Lebensbalance und Alltagsstress festgestellt. Darüber hinaus
wiesen die Daten auf einen Zusammenhang mit dem Selbstzugang und der Handlungsbahnung
hin. |
Eine Liste von für StudentInnen typischen Zeitfressern: |
Emails
Internetsurfen
YouTube
Twitter
Mobiltelefon
KommilitonInnen
Small talk in Mensa, Bibliothek, Cafeteria
Wartezeiten beim Kopieren, Einkaufen, Supermarktkasse, in der Uni-Verwaltung, vor Vorlesungen oder Übungen
Mehrfache Wegzeiten durch nicht organisierte Termine
Aufschieberitis beim Aufstellen eines Lernplanes, beim Startschuss für die Lernphase
Anlaufzeiten beim Aufstehen, beim Lernen, nach Pausen, nach dem Essen
Stundenlanges Lesen ohne Notizen, Markierungen
Lesen und Lernen ohne konkretes Ziel und ohne Struktur
Irgendetwas tun um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen
Inkonsequenzen beim Nein-Sagen
Entscheidungsschwäche
Perfektionismus
Man nimmt sich zuviel vor |