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Lerntheorie von Gregory Bateson

Literatur

Bateson, Gregory (1981). Die logischen Kategorien von Lernen und Kommunikation (S. 362-399). In Gregory Bateson (Hrsg.), Ökologie des Geistes. Anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven. Frankfurt am Main.

Gregory Batesons hat im Rahmen seiner Studien zur psychologischen Kriegführung begonnen, eine Theorie des Lernens zu entwickeln, die er später präzisierte. Er stellte dabei eine an der Typentheorie Bertrand Russells inspirierte Hierarchie von Lern-Typen auf.

Batesons Lernhierarchie versucht eine Integration behavioristischer und gestaltpsychologischer Ansätze, aber auch Theorien aus der Sozialpsychologie und anderer soziologischer, anthropologischer, sozialpsychologischer und psychologischer Theorien. Bateson hat dabei ein sehr weites, an die Naturwissenschaft angelehntes Verständnis von Lernen und definiert es schlicht als eine Veränderung irgendeiner Art, vergleichbar dem Phänomen der Bewegung in der Physik.

Lernen 0: Die niedrigste Ebene des Lernens ist Aufnahme einer Information starrer Natur, d. h., eine bestimmte Reaktion wird in Verbindung mit einem bestimmten Reiz erlernt.

Lernen I oder Proto-Lernen: Bei dieser Form des Lernens wird eine bestimmte Reaktion auf einen bestimmten Kontext erlernt wird, wobei sich der Kontext aus den wechselseitigen Klassifizierungen der Reize ergibt.

Lernen II oder Deutero-Lernen: Hierbei handelt es sich um das Lernen des Proto-Lernens, das in Gewohnheiten und Geisteszuständen resultiert und somit Auswirkungen auf Persönlichkeit und Kommunikation zeitigt. Gewohnheitsbildung ist ein letztlich eine Nebenprodukt des eigentlichen Lernprozesses.

Lernen III: Diese Ebene ist die Reorganisation des durch das Deutero-Lernen Erlernten, ist die Lernen ist die bewusste Einsicht in die Arbeitsweise des Geistes, wobei diese Form des Lernens eher selten ist, denn sie kommt letztlich einer Vernichtung des Selbsts gleich und ist entweder Resultat freier Entscheidung des Subjekts oder aber Folge widersprüchlichen Lernens. Die Folge dieser Einsicht ist nach Bateson eine psychotische Dekompensation oder aber Erleuchtung.

Lernen IV: Dieses Lernen ist die Veränderung in Lernen vierter Ordnung und kommt nur in der Wechselwirkung von Phylogenese und Ontogenese vor.

Bateson hat später die beiden Bezeichnungen Deutero-Lernen und Proto-Lernen als unglücklich bezeichnet.

Gregory Bateson behauptete übrigens, dass Natur und Mensch Teil eines großen Informationssystems sind und es eine angeborene Neigung der Menschen gibt, sich allem Lebendigem verbunden zu fühlen. Bateson spielte auch in der Entwicklung der Kybernetik eine entscheidende Rolle, denn er führte erstmals systemtheoretische und kybernetische Denkansätze in die Sozial- und Humanwissenschaften ein und gilt heute als ein geistiger Vater der systemischen Therapie. Bekannt ist Bateson vor allem wegen der Entwicklung der psychologischen Doppelbindungstheorie, wobei er irrtümlich vermutete, dass Doppelbindungen für die Entstehung von Schizophrenie verantwortlich sein könnten. Obwohl Bateson zahlreiche biologische Prinzipien formulierte und systemisch begründete, hat er in der Biologie nur wenige Spuren hinterlassen.



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