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Stand der Berufswahl und Qualität des berufsbezogenen Explorationsverhalten

Literatur:

Kracke, B. Olyai, N. & Wesiger, J. (2008). Stand der Berufswahl und Qualität des berufsbezogenen Explorationsverhaltens im Jugendalter. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 55, 51-60.

Jugendliche müssen sich immer wieder fragen, für welchen Beruf sie sich einmal entscheiden werden, wurde eine Untersuchung bei einem Berufsinformationszentrum durchgeführt. Diese Studie wurde in einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Es wurden insgesamt 110 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Schulklasse befragt, das heißt die Jugendlichen waren zwischen 15 und 16 Jahren alt. Von den befragten Schülern waren 56 weiblich und 54 männlich. Das Abitur bestreben 93 % der Befragten an und 70 % möchten danach noch ein Studium aufnehmen (vgl. Kracke, Olyai & Wesiger 2008, S. 53).

Erhebungssituation

„Die Jugendlichen waren durch ihre Lehrer informiert worden, dass sie bei ihrem BIZ-Besuch an einer Befragung zu ihrer Berufswahlvorbereitung teilnehmen könnten“ (Kracke, Olyai & Wesiger 2008, S. 53).

Die Schüler mussten insgesamt zwei Fragebogen ausfüllen. Im ersten Fragebogen wurde der aktuelle Stand der Berufswahl erfasst, das Ausfüllen dieses Fragebogens dauerte etwa 15 Minuten. Nach dem BIZ-Besuch mussten sich die Jugendlichen dem zweiten Fragebogen unterziehen. Hierbei wurden sie gefragt, über wie viele Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten sie sich informiert hatten oder mit welchen Inhalten sie sich beschäftigt hatten (vgl. Kracke, Olyai & Wesiger 2008, S. 53).

Messinstrumente

Zuerst mussten die Schüler den Stand der Berufswahl angeben, wenn Jugendliche keinen Berufs- oder Studienwunsch hatten, sollten sie einen Bereich angeben, für den sie sich interessierten. Im nächsten Schritt wurden die Schüler befragt, inwieweit sie sich über ihre eigenen Interessen und Ausbildungsmöglichkeiten informiert fühlten (vgl. Kracke, Olyai & Wesiger 2008, S. 53f).

Ergebnisse

Von den befragten Jugendlichen gaben 98,8 Prozent zumindest einen beruflichen Bereich an, den sie für sich in Betracht ziehen. Die Jugendlichen informierten sich während des Besuches für ca. zwei bis drei Berufe. Die meisten suchten allgemeine berufsbezogene Informationen, ein paar suchten Studienbezogene und sehr wenige suchten spezifische berufsbezogene Informationen (vgl. Kracke, Olyai & Wesiger 2008, S. 55f).

„Fast alle der hier untersuchen Gymnasiasten der neunten und zehnten Klassen konnten einen Beruf oder einen Beschäftigungsbereich angeben, den sie für sich als Möglichkeit in Betracht zogen“ (Kracke, Olyai & Wesiger 2008, S. 59).

„Es wurde deutlich, dass sich jene Jugendlichen, die schon weiter in ihrer Berufswahl waren, stärker für die ansonsten in der Stichprobe eher selten explorierten Informationsbereiche wie das Verfassen von Bewerbungen und das Verhalten in Bewerbungsgesprächen interessierten, während Jugendliche, die sich als noch nicht so weit fortgeschritten in ihrer Berufswahl betrachteten, dazu tendierten, häufiger allgemeine berufsbezogene Informationen wie Tätigkeiten und Anforderungen zu explorieren“ (Kracke, Olyai & Wesiger 2008, S. 57).

„In jedem Fall zeigen die hier ermittelten Befunde, dass auch von Jugendlichen mit unklarer Zielperspektive eine Informationssituation aktiv genutzt wird, wenn Informationen für ihre Bedürfnisse bereitstehen“ (Kracke, Olyai & Wesiger 2008, S. 57).

Weiters wurde herausgefunden, dass Jugendliche, die noch unklare Ziele zu Beginn hatten, von dem Berufsinformationszentrum mehr profitierten als jene die schon konkrete Ziele hatten (vgl. Kracke, Olyai & Wesiger 2008, S. 59).

 

Auslandserfahrung auch für Lehrlinge möglich

Wenn Studierende mit dem Erasmus-Programm für ein Semester zum Studieren ins Ausland gehen, dann bereichert das nicht nur den Lebenslauf. Mit dem europäischen Mobilitätsprogramm Erasmus+ können seit 2014 nun auch Lehrlinge während ihrer Ausbildung Auslandserfahrung sammeln.

Voraussetzungen sind gute Englisch- und Fachkenntnisse, EU-Staatsbürgerschaft, ein aufrechter Lehrvertrag (ab dem zweiten Lehrjahr, Mindestalter 16 Jahre) und die Teilnahme an einem Infotreffen. Ein Praktikum im Ausland gibt Lehrlingen die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern, sprachliche und fachliche Kenntnisse zu vertiefen und wichtige Erfahrungen für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Lebensweg zu sammeln.

Viele Unternehmen motivieren ihre Lehrlinge dazu, ins Ausland zu gehen, um auch andere Arbeitsmethoden und -techniken zu erlernen und nebenbei ihre Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen. Lehrlinge ab 16 Jahren, die idealerweise schon das zweite Lehrjahr absolviert haben, können sich beim Internationalen Fachkräfteaustausch - IFA (http://www.ifa.or.at/) bewerben und Fördermittel für ein Praktikum im Ausland beantragen, wobei die Förderung nicht die Gesamtkosten des Praktikums deckt, d. h., bei einem drei- bis sechswöchigen Aufenthalt ist mit einem Selbstbehalt zwischen 200 und 650 € zu rechnen.

Die IFA hat sich auf die Betreuung von Nicht-AkademikerInnen spezialisiert und ermöglicht jährlich rund 600 Lehrlingen, SchülerInnen aus berufsbildenden Schulen, ArbeitnehmerInnen und AusbilderInnen ein Praktikum im Ausland. Sie organisieren Auslandspraktika für Lehrlinge, helfen interessierten Einzelpersonen bei der Planung ihrer Auslandspraktika, unterstützen Unternehmen und berufsbildende Schulen beim Aufbau und bei der Durchführung von Austauschprogrammen, betreuen Jugendliche und Erwachsene aus anderen EU-Ländern, die ein Praktikum in Österreich absolvieren. Sie fördern insgesamt die Mobilität von begabten und engagierten Lehrlingen und LehrabsolventInnen (Begabtenförderung der Wirtschaftskammern und des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft).

Jährlich nehmen 2000 Jugendliche, 150 Unternehmen, Schulen und weitere Bildungseinrichtungen diese Leistungen in Anspruch.



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