Zitat, Zitieren Quellenangabe
24. Februar 2011 – 16:44
Wissenschaftliche Arbeiten haben formal gewissen Regeln zu entsprechen, so auch die Angaben der verwendeten Quellen – Zitat -, wobei jedes Zitat überprüfbar, einwandfrei nachvollziehbar und unmissverständlich seiner Quelle zuzuordnen sein muss. Belegt man fremde Ideen und Textpassagen nicht, so handelt es sich um ein Plagiat.
In der Wissenschaft unterscheidet man zwischen direktem bzw. wörtlichem und sinngemäßem Zitat. Ein direktes bzw. wörtliches Zitat liegt vor, wenn Ausführungen einer Autorin, eines Autors oder mehrerer AutorInnen wörtlich in den eigenen Text übernommen werden. Derartige Übernahmen haben buchstaben- und zeichengetreu zu erfolgen. Jedes direkte Zitat wird im Text in Anführungszeichen gesetzt, wobei der Zitatvermerk (AutorInnen, Jahreszahl, Seitenangabe) nach dem abschließenden Anführungszeichen und vor dem abschließenden Punkt steht. Als indirektes Zitat bezeichnet man jede Form einer textlichen Anlehnung, sinngemäßen Wiedergabe oder auch nur stützenden Argumentation unter Verwendung fremder Gedanken und Ausführungen, wobei indirekte Zitate niemals in Anführungszeichen stehen, sondern sie werden im Text am Ende der übernommenen Inhalte mit dem in Klammern stehenden Beleg (“vgl.” Autor, Jahreszahl, eventuell Seitenangabe) abgeschlossen. Nicht zitiert werden müssen in einer wissenschaftlichen Arbeit Allgemeinwissen, das jedem Lexikon entnommen werden kann, also auch einschlägige Fachausdrücke und allgemeine Begriffe aus Fachlexika sowie einfache mathematische Formeln (vgl. Stangl, 2011).
Nach einem Artikel in Die Presse vom 2. März 2011 meinen Experten, dass viele StudentInnen gar nicht wissen, wie Zitieren richtig geht, denn nicht nur bei DissertantInnen, sondern auch bei Vortragenden und GutachterInnen an den Universitäten liegt einiges im Argen. Es wird argumentiert, dass das Zitieren besser gelehrt werden muss, und zwar möglichst vom ersten Semester an. Vor allem Dissertationsbetreuer müssen noch stärker darauf drängen, dass richtig zitiert wird, und dies auch aktiv einfordern, doch schon früher, vom ersten Semester an, muss die Sensibilität für Plagiieren klar geschärft werden. An mehreren Universitäten sind eigene Ombudsstellen entstanden, die von SeminarleiterInnen, Diplomarbeits- und DissertationsbetreuerInnen bemüht werden können, wenn sie Arbeiten von Studierenden anzweifeln, meist mit zum Teil sehr teurer einschlägiger Software. Durch das Internet ist auch der Anreiz, einfach zu kopieren, heute viel größer als früher, daher ist frühes Aufklären wichtig und würde nachträgliches Strafen verhindern helfen.
In der Lehrveranstaltung des Autors der Arbeitsblätter gibt es eine umfangreiche Auseinandersetzung mit dem Thema Zitieren und Quellenangaben, was von vielen StudentInnen als lästiger Formalismus betrachtet wird
Quellen
Stangl, Werner (2011). Arbeit mit wissenschaftlicher Literatur.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at//LITERATUR/ (11-02-20)
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LITERATUR/Quellennachweise.shtml (09-11-11)