Macht korrumpiert
7. Januar 2011 – 09:51
Power tends to corrupt, and absolute power corrupts absolutely.
John Emerich Edward Dalberg-Acton (Letter to Bishop Mandell Creighton, 1887)
Machtmenschen hören anderen Menschen in der Regel nicht mehr zu, sondern wollen ihnen eher ihre Vorstellungen und ihren Willen aufzwingen, d.h., sie nehmen ihre Gesprächspartner nicht ernst. Das wird den Betroffenen nicht immer bewusst, löst aber im Verlauf der Kommunikation häufig Unbehagen aus. Auch lernen Machtmenschen durch den Umgang mit anderen Menschen wenig oder gar nichts mehr hinzu, wobei sie sich konsequenter Weise eher mit solchen Menschen umgeben, die ihnen nach dem Mund reden. Dadurch stabilisieren sie zwar ihre Herrschaft, aber sie werden zunehmend blind für das, was in der Realität vor sich geht. Hinzu kommt der psychologische Mechanismus, dass nur jene Informationen, die den eigenen Ideen, Vorstellungen und Wünschen entsprechen, bereitwillig aufgenommen werden, aber alles andere, was den eigenen Bildern und Wünschen widersprspricht, in der Regel abgewiesen wird. Zwar gilt diese psychologische Gesetzmäßigkeit für alle Menschen, aber eben im Besonderen für Menschen in Machtpositionen. Meist agieren Machtmenschen nicht alleine, sondern sie sind eingebettet in ein System, das die Machtblindheit begünstigt, wobei Macht bei Menschen äußerst begehrt ist, d.h., viele wollen Macht haben. So es etwa in vielen Unternehmen zu einem geheimen Machtkampf, sodass die Auseinandersetzung um Machtpositionen inhaltliche Fragen immer mehr in den Hintergrund drängt beziehungsweise nur mehr dafür benutzt wird, um Machtvorteile zu erringen. In hierarchischen Strukturen wie in Unternehmen entsteht durch eine solche Mikropolitik auch die Tendenz, dass eher die Machtmenschen an die Spitze gelangen bzw. das System bringt diese häufig erst hervor.