Konkrete Psychologie
14. März 2010 – 11:04
In weiten Teilen der Psychologie wird die Subjektivität des Menschen abstrahierend ausgeklammert, um das Verhalten – nach dem Vorbild der Naturwissenschaften – objektiv erklären zu können. Die Subjektivität zu „rekonkretisieren“ in Form einer konkreten Psychologie bedeutet, der Lebenswirklichkeit des Menschen nicht mehr auszuweichen und das Programm einer realitätsgerechten, an der Handlungswelt des Menschen orientierten Psychologie zu entwickeln. Schon Carl Stumpf hatte im Jahre 1907 die Unterscheidung zwischen einer laboratoriumsorientierten und einer lebensnahen Psychologie vorgenommen und dafür plädierte, die konkrete Psycjhologie im Rahmen der akademischen Psychologie auszubauen. Historisch betrachtet blieb es aber bei einer unvollständigen Psychologie, die der Ergänzung bedarf, um eine angemessenere Humanwissenschaft zu werden.Das von Jüttemann und Mach herausgegebene Buch gibt den Umriss einedementsprechenden Programms, das den Aspekt der Intentionalität des Psychischen berücksichtigt und die Dimensionen der kulturgeschichtlichen Gewordenheit in Form einer Entstehungsanalyse und des gesellschaftlichen Wandelsim Zuge der Veränderungsanalyse einbindet.