Ersetzen neue Medien das Gedächtnis?
26. Oktober 2009 – 19:05
David Bauer, ein Journalist, schrieb am 25.10.2009 unter dem Titel “Das Gehirn auf Standby“: “Ja, haben wir denn den Verstand verloren? Wir googlen statt zu denken. Wir haben Smartphones, die für uns schlau sind. Und unser Gedächtnis haben wir durch elektronische Notizen ersetzt. Alle möglichen Geräte und Programme synchronisieren wir miteinander, bloss unser Gehirn haben wir abgekoppelt. Niemals, sagt sich der aufgeklärte Geist, würde ich mein Denken an Maschinen auslagern. Doch ein jeder, der sich selber ein wenig beobachtet, wird im Alltag zig Momente finden, in denen wir unser Gehirn nicht mehr benutzen. Kleinigkeiten, die in ihrer Summe den Denkapparat zunehmend in den Standby-Modus versetzen. Anstatt kurz nachzudenken, was wir eigentlich über Afghanistan wissen, ist sofort Wikipedia aufgerufen. Anstatt ein entfallenes Fremdwort aus dem Gedächtnis hervorzulocken, helfen wir uns blitzschnell mit einem Übersetzungsprogramm auf die Sprünge. Anstatt uns nach dem Weg zu erkundigen, fummeln wir uns durch die Kartenapplikation auf dem Mobiltelefon.”
Auch wenn diese Argumentation auf den ersten Blick übertrieben erscheint – die heranwachsende Generation ist von dieser Entwicklung voll betroffen, aber sie hat keine Erinnerung mehr, dass es einmal einen Knoten im Taschentuch gab oder eine Randnotiz in einem Buch oder ein Notizbuch, in dem man wichtige Dinge festhielt, oder diese gelben Zettel, die man überall hinkleben konnt! Vermutlich wird die neue Generation andere Probleme haben und sie anders lösen, als wir es uns vorstellen. SovielPessimismus aus diesen Zeilen spricht, so wenig davon sollen wir uns als die altvorderen Bildungsbürger im Umgang mit den neuen Technologien leisten.
Der lesenswerte Beitrag ist unter http://www.davidbauer.ch/2009/10/25/das-gehirn-auf-standby/ zu finden.