Generalisierung, Generalisation
4. Juli 2008 – 07:30
1. Definition
„Verallgemeinerung, d.h. das Schließen von einem Teil auf das Ganze, von einem einzelnen Gegenstand auf eine ganze Klasse. Nach der klassischen Konditionierungstheorie von I.P: PAWLOW erfolgt eine Reiz-Generalisierung, wenn eine bedingte Reaktion nicht nur auf einen spezifischen Reiz eintritt, sondern auch durch ähnliche Reize ausgelöst werden kann“ (Clauß 1995, S. 171)
Konditioniert man z.B. den Speichelfluss eines Hundes als Reflex auf einen Druck an einem bestimmten Punkt an seiner Pfote, so löst ein Druck an benachbarten Punkten, wenn auch schwächer, die gleiche Reaktion hervor. Pawlow führt dies auf eine Ausbreitung der Nervenprozesse zurück (vgl. Clauß 1995, S. 171).
2. Definition
„Generalisierung beschreibt die Tatsache, dass die auf bestimmte Reize hin gelernten Reaktionen auch auf ähnliche Reize erfolgen können, generalisiert, übertragen, verallgemeinert werden (Reizgeneralisation). Dieser Effekt ist vor allem beim Übertragen der Wünsche und der Angst auf ähnliche Objekte oder Personen zu beobachten. Die Generalisierung des Übungseffekts (Transfer) auf ähnliche Tätigkeiten scheint auf motorische Fähigkeiten begrenzt zu sein und ist inzwischen bei Tätigkeiten wie Rechnen, eine Sprache lernen usw. stark umstritten“ (Michel & Novak 1995, S. 128).
3. Definition
Generalisation bedeutet allgemein die Schlussfolgerung von einem Teil auf das Ganze und ist ein Problem der psychologischen Erkenntnisgewinnung.
Theorien und Fragestellungen werden meist in allgemeiner Form entwickelt und werden bei Experimenten, jedoch in einer sehr speziellen Versuchsanordnung umgesetzt. Hierbei geht der Anspruch auf Allgemeingültigkeit zunächst verloren. Dieser muss daher bei Experimenten eigens begründet werden. Diese Forderung nach Generalität kann überprüft werden, indem man das Experiment in veränderten situativen Bedingungen wiederholt (vgl. Dieterich & Rietz 1996, S. 158).
4. Definition
„Generalisation, Verallgemeinerung, Schluss von einem Teil auf das Ganze, von einem einzelnen Gegenstand auf eine ganze Klasse“ (Häcker & Stapf 1998, S. 315).
Laut Pawlow wird mit Generalisation das Erststadium bei der Herstellung eines bedingten Reflexes bezeichnet. Die bedingte Reaktion erfolgt noch nicht eindeutig auf einen bestimmten Reiz, sondern auf einen gewissen Bereich aus dem Reizkontinuum. Nach der Generalisierung erfolgt die Differenzierung, d.h. die bedingte Reaktion tritt nur noch auf einen bestimmten Reiz hin ein. Wird z.B. der bedingte Reflex durch einen Ton mit bestimmter Schwingungszahl ausgelöst, so ist die Intensität der bedingten Reaktion bei diesem Ton am stärksten und wird in Richtung auf niedrigere und höhere Töne schwächer bis hin zum völligen Ausbleiben (vgl. Häcker & Stapf 1998, S. 315).
5. Definition
Verallgemeinerung, die Bildung von allgemeineren, besonders von Gattungsbegriffen, durch Absehen von unterscheidenden und Zusammenfassen von gemeinsamen Begriffsmerkmalen (vgl. F. A. Brockhaus 1974, S. 344).
Verwendete Literatur
Clauß, G. (1995). Fachlexikon ABC Psychologie. Frankfurt/Main: Verlag Harri Deutsch.
Dieterich, R. & Rietz, I. (1996). Psychologisches Grundwissen für Schule und Beruf. Donauwörth: Verlag Auer.
F. A. Brockhaus (1974). Der neue Brockhaus. Wiesbaden: Verlag Brockhaus.
Häcker, H. & Stampf, K. (1998). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans-Huber.
Michel, C. & Novak, F. (1995). Kleines Psychologisches Wörterbuch. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder.