Coping

4. Juli 2008 – 07:07

1. Definition
Im Bertelsmann Lexikon der Psychologie (1995, S. 47) beschreibt der Begriff Coping die spontan auftretende oder von Beratern und Therapeuten vermittelte Fähigkeit, mit Ereignissen, die Stress und Angst mit sich bringen, konstruktiv umzugehen. Vor allem bei schwerer oder chronischer Krankheit und krisenhaften Lebensereignissen.
2. Definition
Als Coping bezeichnet man eine Vielzahl von Strategien und Verhaltensweisen, die der Auseinandersetzung und Bewältigung mit Stressoren und belastenden Ereignissen und Erlebnissen dient.
Der Aufbau konstruktiver Copingstrategien spielt auch in Psychotherapien eine wichtige Rolle, v.a. wenn es um das Fertigwerden mit unabänderlichen Lebensereignissen wie Krankheiten oder Verlusten geht. (vgl. Häcker & Stapf 1998, S. 159)
3. Definition
vom englischen to cope = fertig werden mit etwas
Der Autor N. Haan (1977) beschreibt in seiner Definition von Coping unter anderem, dass Abwehr eine misslingende Bewältigung einer belastender Situationen ist.
Ihm zufolge  ist Coping realitätsangemessen, an den vorhandenen Möglichkeiten orientiert und findet eher bewusst statt. Abwehr dagegen ist gekennzeichnet durch Realitätsverzerrung, Fehleinschätzung der eigenen Möglichkeiten und erfolgt meist unbewusst. (vgl. Tewes & Wildgrube 1992, S. 61)
4. Definition
Verhalten organisch kranker, behinderter oder auch psychisch kranker bzw. stark belasteter Menschen, um ihre jeweilige Beeinträchtigung zu bewältigen.
Erfolgreichem Coping kommt bei vielen (insbes. chronischen) Erkrankungen entscheidende Bedeutung zu, da es die psychischen Stabilität der Betroffenen wiederherstellt und aufrechterhält. (vgl. Hillig 1996, S. 64)
5. Definition
Auseinandersetzung mit Schwierigkeiten, die durch alltäglichen Stress, kritische Lebensereignisse oder Krankheit entstehen können.
Vielfach wird als Coping nur die gelingende Bewältigung bezeichnet und von der erfolglosen Abwehr abgegrenzt. Das ist jedoch im konkreten Fall nicht immer möglich, da Abwehrmechanismen, wie Verleugnen oder Verdrängen, im Anfangsstadium einer bedrohlichen Erkrankung oder in Krisensituationen vorübergehend durchaus emotional entlastend sein können, bis eine rationale Auseinandersetzung möglich ist.
Daher empfiehlt sich laut J. Scheer (1988) Coping als den übergeordneten Begriff zu betrachten, der die Gesamtheit der Versuche umfasst, mit belastenden Situationen fertig zu werden. (vgl. Clauß 1995, S. 86)

Verwendete Literatur
Clauß, G. (1995). Fachlexikon abc Psycchologie. Frankfurt am Main: Verlag Harri Deutsch Thun
Häcker, H. & Stapf, K. (1998). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans-Huber
Hillig, A. (1996). Schüler Duden. Die Psychologie. Zürich: Dudenverlag
Lexikon-Institut Bertelsmann. (1995). Lexikon der Psychologie. Gütersloh: Bertelsmann Lexikon Verlag.
Tewes, U. & Wildgrube, K. (1992). Psychologie-Lexikon. München: R. Oldenbourg Verlag



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