Clique
4. Juli 2008 – 07:05
1. Definition
„‚Sippschaft, Klüngel’: Das Fremdwort wurde im 18. Jh. aus gleichbed. frz. clique, einer Ableitung von dem lautmalenden afrz. Zeitwort cliquer, ‚klatschen’ entlehnt. Die Grundbedeutung von frz. clique wäre demnach ‚das Klatschen’ bzw. ‚die beifällig klatschende Menge’“.
(Drosdowski 1997, S. 112)
2. Definition
Cliquen lassen sich systemtheoretisch als Systeme sozialen Handelns und Verhaltens begreifen, welche vermit-tels gemeinsamer Handlungsziele und Handlungsmotive, Verhaltenstriebe und Verhaltensanreize der Beteiligten sich im Rahmen umgreifender sozialer Systeme entfalten und erhalten, ohne zu den konstitutiven Einheiten und Beziehungen dieser umgreifenden – meist organisatorischen – Sozialsysteme zu gehören.
(vgl. Bernsdorf 1972, S.142-144)
3. Definition
„(franz.), ‚Klüngel’, „Bande“, in der Soziol. mehrdeutig u. z. T. deutlich abwertend benutzte Bezeichnung für eine informelle Gruppe weniger Personen, die im allseits direkten Kontakt miteinander innerhalb einer formalen Gruppe oder Organisation andere Werte, Ziele, Normen vertreten als die ihnen von ihrer sozialen Umgebung vorgegeben u. die sich folglich gegen die für sie verbindl. Formen u. Strukturen von Autorität auflehnen bzw. sich mit dem Ziel des ‚Gegenhaltens’ solidarisieren.“
(Hillmann 1972, S. 118)
4. Definition
„Bezeichnung für informelle Gruppen, die sich ‚privat’ innerhalb formaler Organisationen (z.B. Betrieben, Behörden) bilden und durch besonders hohe Interaktionsdichte und eine gewisse Isolation von den übrigen Organisationsmitgliedern auszeichnen. Häufig unterstützen sich die Mitglieder der C. gegenseitig in der Konkurrenz mit den übrigen Organisationsmitgliedern und entwickeln Normen und Ziele, die von den Normen und Zielen der Organisation abweichen (z.B. Zurückhalten der Arbeitsleistung)“
(Heinritz, Lautermann, Rammstedt & Wienold 1994, S. 118)
5. Definition
„Gruppe von meist 2-8 Personen, die sich von einer größeren Gruppe abgesondert und einen eigenen Gruppen-kodex gebildet hat. Auffallend ist die feste Verbundenheit der Mitglieder, die auf vollem gegenseitigen Vertrauen beruht. Die Bildung von C.n ist meist ein Zeichen dafür, dass die größere Gruppe zerfällt.“
(Odenbach 1974, S.112)
Verwendete Literatur
Bernsdorf, W. (1972). Wörterbuch der Soziologie 1. Stuttgart: Fischer Handbücher
Drosdowski, G. (1997). Das Herkunftswörterbuch, 2. Auflage. Zürich: Duden Verlag
Fuchs-Heinritz, W., Lautermann, R., Rammstedt, O. & Wienold, H. (1994). Lexikon zur Soziologie, 3. Auflage. Leverkusen: Westdeutscher Verlag
Hillmann, K.-H. (1972). Wörterbuch der Soziologie, 3. Auflage. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag
Odenbach, K. (1974). Lexikon der Schulpädagogik – Begriffe von A-Z. Braunschweig: Georg Wester-mann Taschenbuch Verlag