Adoleszenz

4. Juli 2008 – 06:48

1. Definition
„Adoleszenz [lat.] die, Zeit der Reifung des Jugendlichen zum Erwachsenen nach der -> Pubertät; Teilabschnitt des Jugendalters. Abhängig von der jeweiligen Kultur eine mehr oder weniger schwierige Phase des Selbständigwerdens“ (Clauß 1995, S. 12)
2. Definition
Die Adoleszenz (lat. adolescere „heranwachsen“) ist das Übergangsstadium in der Entwicklung des Menschen von der Kindheit hin zum vollen Erwachsensein und stellt den Zeitabschnitt dar, während dessen eine Person biologisch gesehen ein Erwachsener, aber emotional und sozial noch nicht vollends gereift ist. Das der Adoleszenzphase zugeordnete Alter wird in verschiedenen Kulturen unterschiedlich aufgefasst. In den Vereinigten Staaten wird die Adoleszenz im Allgemeinen bereits bei Pubertätsbeginn angesiedelt: beginnend im Alter von 13 Jahren bis zum 24. Lebensjahr. In Deutschland versteht man unter der Adoleszenzphase – je nach Entwicklungsstadium – meist den Zeitraum zwischen 17 und 24 Jahren. Im Gegensatz dazu definiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Adoleszenz als die Periode des Lebens zwischen 10 und 20 Jahren (WWW, Wikipedia – die freie Enzyklopädie 2008).
3. Definition
„Adoleszenz wird in der entwicklungspsychologischen Fachliteratur sowohl gleichbedeutend mit -> Jugendalter als auch als Oberbegriff für die Entwicklungsabschnitte -> Pubertät und Jugendalter verwendet” (Köck & Ott 1994, S12).
4. Definition
Bezeichnung für eine unscharf abgegrenzte Entwicklungsstufe der menschlichen Ontogenese, die etwa die Zeitspanne vom 14. bis 25. Lebensjahr umfasst.
Im J. steht der Mensch – wie nie zuvor und nie danach in dieser Kompaktheit – vor einer Reihe weitreichender Entscheidungen, die sein künftiges Leben nachhaltig bestimmen. Sie liegen vor allem im Bereich der Berufswahl, der Partnerwahl, oft verbunden mit Familiengründung, und im weltanschaulich-politischen Bereich. Auf diese Lebensentscheidung müssen die Jugendlichen früh und systematisch vorbereitet werden.
Das J. ist durch typische körperliche Besonderheiten gekennzeichnet, die im wesentlichen mit strukturellen Veränderungen de Inkretsystems zusammenhängen.
Zu Beginn des J. setzt gewöhnlich ein gesteigertes Längenwachstum ein, das zunächst die Extremitäten ergreift, wodurch es zu Verschiebungen in der körperlichen Gesamtproportion kommt. Dieser Prozess setzt bei Mädchen um ein bis zwei Jahre früher ein, so dass sie in dieser Zeit durchschnittlich etwas größer sind als die Jungen. Das gesteigerte Wachstum der Extremitäten löst vorübergehend eine Disharmonierung der Motorik aus. Eine rasche Entwicklung zeigen in dieser Zeit ebenfalls die sekundären und primären Geschlechtsmerkmale. Die genannten Umstrukturierungsprozesse sowie die relativen Wachstumsrückstände der inneren Organe bewirken eine allgemeine körperliche Anfälligkeit, die vor allem Störungen im Herz-Kreislauf-System, schnelle Ermüdbarkeit unter anderem zur Folge haben können.
Diese physischen Bedingungen sind an der Entstehung der psychischen Besonderheiten des J. sicherlich mitbeteiligt, haben jedoch in diesem Zusammenhang keineswegs eine zentrale determinierende Bedeutung. Das J. ist vielmehr in den wesentlichen Erscheinungsformen abhängig von seiner Stellung im Gesamtablauf der menschlichen Ontogenese und insbesondere von der Rolle, die den Jugendlichen unter den jeweiligen konkret-historischen Bedingungen eingeräumt wird…………Die geschilderten Entwicklungswandlungen der heutigen Jugendlichen machen es notwendig, die bisher üblichen Erziehungshaltungen kritisch zu prüfen. Den Jugendlichen sollte zeitiger und umfangreicher Selbständigkeit und Verantwortung zugebilligt werden. Das ist gegenwärtig um so mehr auch möglich, als die Jugendlichen in zunehmenden Maße breitere Allgemeinbildung, schärferes Urteilsvermögen, höheres politisches Bewusstsein, größere Selbständigkeit und stabileres Selbstbewusstsein aufweisen (vgl. Leszczynski & Schumann 1995, S. 223).
5. Definition
Endphase des Jugendalters (Pschyrembel 1975, S. 15)

Verwendete Literatur
Clauß, G. (1995). Fachlexikon ABC Psychologie. Frankfurt/Main: Verlag Harri Deutsch
Ohne Autor (2008), Wikipedia – die freie Enzyklopädie
http://de.wikipedia.org/wiki/Adoleszenz (21.02.2008)
Köck, P. & Ott, H. (1994). Wörterbuch für Erziehung und Unterricht. Donauwörth: Verlag Ludwig Auer
Leszczynski C., Schumann W. (1995). Bertelmann Lexikon. Gütersloh: Bertelsmann Lexikon Verlag
de Gruyter W. & Co (1975). Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch mit klinischen Syndromen, Berlin, Druckhaus Deutz



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