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Situativer Interessen Test (SIT V 3.0)

Der SIT ist ein differentieller Test zur Bestimmung von Interessen etwa ab dem 10. Lebensjahr. Er kann in der Berufs- und Freizeitberatung eingesetzt werden. Aufgrund der Orientierung des SIT an einem Modell beruflicher Interessen kann er auch ergänzend bei der Abklärung allgemeiner Interessen verwendet werden. Der Test entstand im Rahmen der site "Benjamins und Werners Praktische Lerntipps" in einer Online-Version. Eine Vorform eines auf dem selben Modell beruhenden Verfahrens (FIT - Freizeit Interessen Test) war noch als Papier-Bleistift-Verfahren mit direkter Auswertung durch SchülerInnen und StudentInnen konzipiert, während der SIT nun in einer Online-Version durch die digitalisierte Form nach der Testdurchführung sofort ausgewertet werden kann.

Die nunmehr vorliegende dritte Version des Verfahrens beruht auf den Daten von über 35000 ProbandInnen, die zur Berechnung der Normwerte herangezogen wurden. Bei dieser Version wurde auch die Berechnung der Faktoren insofern verändert, als nun der Mittelwert auf 100 Prozent standardisiert wurde und die die individuellen Profile in einem einfachen Abweichungsdiagramm dargestellt werden können. Details dazu auf den entsprechenden Seiten zur Auswertung des Verfahrens.

Der SIT wurde 2007 von der STIFTUNG WARENTEST neben anderen 23 Onlineverfahren zur Selbsteinschätzung (14 für Erwachsene und 9 für Jugendliche) unter die Lupe genommen und mit dem Testurteil "gut" bewertet! Details dazu unter http://www.weiterbildungstests.de/.

Theoretischer Hintergrund

Nach J. L. Holland (1970, 1973) gibt es in unserem Kulturkreis sechs grundlegende Persönlichkeitsorientierungen (in Klammern die Bezeichnungen nach Holland 1973): "realistische" (realistic), "intellektuelle" (investigative), "künstlerische" (artistic), "soziale" (social), "unternehmerische" (enterprising) und "konventionelle" (conventional) Interessen. Diese sechs grundlegenden Orientierungen können neben der Beschreibung bzw. Klassifikation von Tätigkeiten bzw. Aktivitäten auch für Situationen bzw. Umwelten verwendet werden, da letztere überwiegend durch die in ihnen handelnden Personen bzw. durch jene Verhaltensweisen, die in ihnen bevorzugt werden, geprägt sind.

Ausführliche Informationen zum Modell von Holland finden sich auf Theorieseite zum Situativen Interessen Test (SIT).

Testaufbau

Der SIT berücksichtigt aufgrund seiner Konstruktion beide kategoriale Aspekte dieses Modells, also Situationen und Interessen. Im SIT werden sämtliche möglichen 15 Paare von Orientierungen gebildet und miteinander verglichen. Um den Einfluß der Situation zu eliminieren bzw. konstant zu halten, erfolgen im SIT Vergleiche jeweils zweimal: einmal in der Situation, die inhaltlich der ersten Orientierung emtspricht (in einer , ein zweites Mal in jener Situation, die eher der zweiten Orientierung entspricht. Dadurch finden im SIT die Interessenvergleiche in einer in bezug auf die sechs möglichen Umwelten balancierten Weise statt, indem alle gleich häufig berücksichtigt werden. Dieses komparative Konzept wurde schon im Freizeit-Interessen-Test (Stangl 1991) realisiert, wobei im Gegensatz zu diesem Verfahren eine weitere Differenzierung erfolgt, indem zwischen den beiden alternativen Tätigkeiten, die im Sinne von forced-choice eine vierstufige Präferenz durch Klick auf einen der vier radio-buttons ausgedrückt werden kann.

Die vorliegende Version 3.0 wurde im Jahr 2013 in Folge einer Kooperation mit dem Bildungszentrum des Handels e.V. in Recklinghausen (www.bzdh.de) in eine zeitgemäßere Form gebracht (realisiert von Karsten Euting - www.otherworld.de). Dadurch ist eine zusätzliche grafische Ausgabe der Testergebnisse ermöglicht worden, die nun auch einfach ausgedruckt werden kann.


Hinweise zur Nutzung

Die Verwendung ist unter Einhaltung der im Wissenschaftsbetrieb üblichen Regeln gestattet - siehe dazu auch die Hinweise unter http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/COPYRIGHT/. Der Autor ersucht alle NutzerInnen, Erfahrungen oder etwaige Daten mitzuteilen, die in eine Überarbeitung einfließen könnten. Beim Einsatz des Verfahrens im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung an einer größeren Probandengruppe bitte ich um Nachricht bzw. Übermittlung der einschlägigen Kennzahlen, wobei diese im Kontext dieser Seiten veröffentlicht werden können.

Literatur

Holland, John L. (1970). The self-directed search. Palo Alto, Calif.: Consulting Psychologists Press.

Holland, John L. (1973). Making vocational choices: A theory of careers. Englewood Cliffs, N.J.: Prentice-Hall.

Stangl, Werner (1991). Der Freizeit-Interessen-Test (FIT). Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie, Heft 4, 231-244.



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