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Locus of Causality (LoC)

Theoretische Grundlagen

Im Jahre 1954 publizierte J. B. Rotter in seinem Buch "Social Learning and clinical psychology" erstmals den Aufbau seiner "Sozialen Lerntheorie der Persönlichkeit". Diese versuchte unter Rückgriff auf behavioristische Grundgedanken komplexes soziales Verhalten des Menschen zu erklären, wobei dies für die klassischen Behavioristen zunächst als Widerspruch in sich erschien. Was sich an Rotters Ansatz aber offenbarte, war die Möglichkeit, das behavioristische Gedankengerüst gewinnbringend zur Erklärung komplexer kognitiver Prozesse anzuwenden. Rotter selbst betonte zudem wichtige Einflüsse von Alfred Adler, J. R. Kantor und vor allem von Kurt Lewin in der Entstehung seines Ansatzes. Bemerkenswert ist auch die Rezeptionsgeschichte, denn nur selten nahm man Rotters Theorie in ihrem ganzen Umfang wahr, vielmehr wurde das so genannte Kontrollüberzeugungskonzept aus dieser Theorie herausgegriffen und zu einem der am häufigsten verwendeten Konstrukte in der empirischen Persönlichkeitspsychologie überhaupt. So erfolgreich sich Kontrollüberzeugungen auch erwiesen - das eigentliche Potential von Rotters Theorie wurde übersehen. Unter konsequentem Bezug auf behavioristischen Wurzeln sollte Rotters Theorie nur zur Erklärung gelernten Verhaltens dienen, was insoweit unproblematisch ist, da der Großteil sozialen Verhaltens als gelernt angesehen werden muss. Kontrollüberzeugung ist eine wichtige Basis für den Optimismus von Menschen und steigert das allgemeine Wohlbefinden, Kontrollverlust hingegen bezeichnet den Vorgang des Verlierens von Kontrolle, wobei ein Kontrollverlust subjektiv ganz anders empfunden werden kann als er objektiv betrachtet ist. Kontrolle zu haben bedeutet, Macht zu besitzen ein bestimmtes Ereignis herbeiführen, aufrechterhalten oder vermeiden zu können. Handlungserfolg setzt Kontrolle voraus, während Handlungsinitiative und Durchhaltewillen Kontrollüberzeugung benötigt. Je mehr Kontrolle ein Mensch hat, desto zufriedener, gesünder und stressfreier ist er im Durchschnitt, wenig Kontrolle zu besitzen kann hingegen zu Angst führen. Auch für psychisch stabile Menschen bedeutet es Stress, wenn ihnen etwa die Kontrolle über ihr Schicksal aus der Hand genommen wird. Von einen Moment auf den anderen liegt der weitere Verlauf ihres Lebens nicht mehr in den eigenen Händen, sondern wird durch höhere Mächte oder die Entscheidungen Dritter bestimmt. Ein solcher Kontrollverlust löst zunächst Angst, Wut und Widerstand aus, und wenn es nicht gelingt, die Kontrolle zurückzugewinnen, schlägt die Frustration in Hilflosigkeit und Resignation um. Das Konstrukt der gelernten Hilflosigkeit wurde von Martin E. P. Seligman und Steven F. Maier geprägt. Nach Seligman werden Depressionen durch Gefühle der Hilflosigkeit mitbedingt, die auf unkontrollierbare, aversive Ereignisse folgen. Entscheidend für die erlebte Kontrollierbarkeit von Ereignissen sind die Ursachen, auf die die ein Mensch ein Ereignis zurückführt. Nach dieser Theorie führen Attributionen aversiver Ereignisse auf internale, globale und stabile Faktoren zu Gefühlen der Hilflosigkeit, die wiederum zu Depressionen führen können. Den meisten Angststörungen ist gemein, dass die Personen ihre Angst nicht oder sehr schlecht kontrollieren können, was zu Hilflosigkeits- und im Verlauf der Störung auch zu Hoffnungslosigkeitserfahrungen führt.

Die Soziale Lerntheorie betont daher einen historischen Fokus, der sich auf die individuelle Lerngeschichte bezieht und das Individuum als hedonistisches Wesen begreift, das eine Maximierung von Verstärkungen anstrebt. Die Lerngeschichte ist somit eine Historie gelernter Handlungs-Ergebnis-Kontingenzen, die eine solche Maximierung ermöglichen. Menschen werden solche Verhaltensweisen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zeigen, die sich in der Vergangenheit zur Erlangung gewünschter Verstärker als erfolgreich erwiesen haben. In dieser Aussage bewegt sich Rotter noch innerhalb des klassisch behavioristischen "law of effect" von Thorndike. Rotter verläßt jedoch den Boden des Behaviorismus, indem er menschliches Verhalten als zielbezogen versteht, und zwar stets aus der Perspektive des individuell Handelnden. Verhalten ist damit wesentlich durch Erwartungen hinsichtlich des Auftretens zukünftiger Ereignisse und der Bewertung dieser Ereignisse bestimmt. Der Kern seines Ansatzes bezieht sich auf das Zusammenspiel dieser Erwartungen und Bewertungen bei der Bildung von Handlungsintentionen. 


Quelle: http://www.schmunzelclub.at/ (05-04-13)
Die Attributionstheorie geht davon aus, dass Menschen sowohl zur Erklärung als auch zur Vorhersage von Handlungsergebnissen in leistungsbezogenen Kontexten eine Reihe von Kausalattributionen verwenden. Die attributionstheoretische Analyse leistungsmotivierten Verhaltens begann mit der Auflistung dieser wahrgenommenen externalen und internalen Ursachen, wie Erfolg oder Misserfolg. In einer empirischen Untersuchung bat man die Versuchspersonen, sich folgende Situationen vorzustellen: "Sie haben bei einer Prüfung eine sehr gute Note erhalten/versagt" oder "Sie haben ein Spiel gewonnen/verloren". Die Versuchspersonen wurden dann aufgefordert, zu erklären, warum diese Ereignisse ihrer Meinung nach eingetreten sind. Dabei wurden am häufigsten Attributionen auf Fähigkeit und Anstrengung sowie Aufgabenschwierigkeit und Zufall gegeben. Nimmt man diese vier Ursachen als die wichtigsten in einer bestimmten Situation, muss eine Person, um einen vorangegangenen Erfolg oder Misserfolg zu erklären, ihre Fähigkeit, das Ausmaß der aufgewendeten Anstrengung, die Schwierigkeit der Aufgabe sowie den Anteil von Glück bzw. Pech abschätzen. Ausgedrückt in einer Formel

E = f (F,A,S,Z)

Die einzelnen Ursachenfaktoren können sich entweder konjunktiv oder disjunktiv verbinden. So kann zum Beispiel bei einer Aufgabenstellung der Zufall ausgeschlossen werden, aber das Vorhandensein von Zweien der drei Faktoren ist zwingend notwendig, um zum Erfolg zu kommen. Das heißt, je zwei Ursachenfaktoren können die Abwesenheit des dritten Faktors kompensieren.

Um zu einer Erklärung von Erfolg und Misserfolg zu gelangen, müssen Informationen aus verschiedenen Quellen herangezogen und miteinander kombiniert werden. Ein Teil ergibt sich aus der unmittelbaren Situation, während ein weiterer Teil von Erinnerungen an vergangene Ereignisse herrührt. Die Schlussfolgerungen, die ein Individuum dann anstellt, sind häufig recht kompliziert.

In der folgenden Tabelle sind einige der Informationen aufgelistet, die von Personen verwendet werden, um Leistungsergebnisse kausal zu erklären.

Ursachenfaktor

Informationen

Fähigkeit

Anzahl vergangener Erfolge, Prozentsatz der vergangenen Erfolge, Leistungsmuster, Leistungsspitze, Aufgabenschwierigkeit

Anstrengung

Leistungsmuster, Leistungsergebnis, wahrgenommene muskuläre Anspannung, Schwitzen, Ausdauer

Aufgabenschwierigkeit

Objektive Aufgabencharakteristika, soziale Normen

Zufall

Objektive Aufgabencharakteristika, Unabhängigkeit der Ergebnisse, Zufälligkeit der Ergebnisse, Ungewöhnlichkeit des Ereignisses

 

Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass auch kausale Schemata den Prozeß der Kausalattribution im Leistungskontext beeinflussen. Mit kausalem Schemata ist eine relativ beständige kognitive Struktur gemeint, die sich auf die Überzeugungen einer Person bezüglich der Beziehungen zwischen einem Ereignis und dessen wahrgenommenen Ursachen bezieht.

Ob eine bestimmte Handlung gezeigt wird, bestimmt das Verhaltenspotential (behavior potential). Dieses ist eine Funktion aus den Erwartungen (expectancy), welche Verstärker nach Ausführung eines bestimmten Verhaltens in einer bestimmten Situation auftreten und dem Wert dieser Verstärker (reinforcement value). Die Funktion selbst ist auf der theoretischen Ebene nicht näher bestimmt, forschungspraktisch wird zumeist mit einer Multiplikation gearbeitet. Zu beachten ist zweierlei: In einer Situation sind stets mehrere Verstärker und Verstärkungswerte möglich. Zudem geht es nicht um die objektiven Kontingenzen zwischen Verstärkern und Verhaltensweisen sondern um deren mentale Repräsentation. Hier greift Rotter Lewins Gedanken der psychologischen Situation auf. Insofern in einer Situation auch mehrere Verhaltensweisen möglich sind, müsste man nun für jedes Verhalten das jeweilige Verhaltenspotenzial berechnen. Das Verhalten mit dem höchsten Potenzial sollte letztlich ausgeführt werden. Es handelt sich bei Rotters Theorie also um ein klassisches Erwartungs x Wert - Modell.

Rotter schlägt somit von Kognitionen und Verhaltensweisen in spezifischen Situationen eine Brücke zu zeitlich stabilen und situationsübergreifend wirksamen Einstellungen und Kognitionen, indem er er auf den behavioristischen Gedanken der Generalisierung zurückgreift und ihn auf die Erwartungshaltungen anwendet. Demnach lernt ein Individuum im Rahmen seiner Lerngeschichte nicht nur, welche Erwartungen in einer konkreten Situation zur Erreichung bestimmter Verstärker notwendig sind, sondern es generalisiert sie auch auf ähnliche Situationen. Auf diese Weise entstehen sehr allgemeine, situationsunspezifische Erwartungen, die in einer Vielzahl von Lebensbereichen wirksam sind. Die so genannte Kontrollüberzeugung ist das Beispiel einer generalisierten Erwartung und beschreibt die Überzeugung, im Allgemeinen durch eigenes Handeln erwünschte Ereignisse in der Umwelt erreichen zu können. Kontrollüberzeugungen wurden in tausenden von Studien erfolgreich zur Erklärung von Gesundheitsverhalten, politischer Partizipation und sozialem Engagement, Arbeitsmotivation und vielen weiteren Handlungen eingesetzt. Personen, die über hohe Kontrollüberzeugungen verfügen, werden auch als internal bezeichnet, Personen mit niedrigen Kontrollüberzeugungen als external. Problematisch ist diese sprachliche Konvention, wenn sie als Typologie mißverstanden wird, eine Interpretation, die Rotter selber entschieden ablehnt. Rotter machte also Aussagen darüber, welche Art von Erwartungen in einer konkreten Situation verhaltensbestimmend wirkt, und schaffte damit eine elegante Möglichkeit zur Erklärung der vergleichsweise geringen Stabilität menschlichen Verhaltens in unterschiedlichen Situationen. Mit Rotters Ansatz ist das Vorliegen allgemeiner Erwartungen, Werte und Einstellungen mit einer hohen situativen Variabilität des Verhaltens vereinbar.

Rotter differenzierte sechs Gruppen von Bedürfniskategorien, denen er im Leben des Menschen eine besondere Rolle beimißt:

Diese  Kategorien sind durch funktionell ähnliche Verstärkungswerte charakterisiert, jedoch bleibt seine Theorie sehr allgemein und abstrakt. Sie liefert eine geschlossene Struktur, die paradigmatisch zur Analyse von Verhalten eingesetzt werden kann, letztlich ist sie aber nicht verifizier- oder falsifizierbar.

Kun und Weiner (1973) haben die Effekte von kausalen Schemata auf die Attribution von Erfolg und Mißerfolg zu demonstrieren versucht, indem sie Situationen schufen, welche die kausalen Schemata aktivierten: Wenn Leistungsergebnisse ungewöhnlich sind, tendiert man dazu, mehrere Ursachen zur Erklärung heranzuziehen; sind die Ergebnisse dagegen gewöhnlich, dann wird nur eine Ursache verwendet. Information bezüglich der "Gewöhnlichkeit" oder "Ungewöhnlichkeit" eines Leistungsergebnisses aktiviert daher bestimmte kausale Schemata und diese beeinflussen dann den Attributionsprozess und dessen Resultat. Die wichtigsten Ursachenfaktoren bei der Kausalattribution von Leistungsergebnissen sind Fähigkeit und Anstrengung, aber viele weitere Faktoren sind ebenfalls bedeutsam. Alle diese Ursachenfaktoren lassen sich auf drei grundlegende Dimensionen charakterisieren: Stabilität ( stabil vs. Variabel ), Lokation ( internal vs. external ) und Kontrollierbarkeit ( kontrollierbar vs. unkontrollierbar ). Die Stabilitätsdimension hängt mit Erwartungsänderungen zusammen, die Lokationsdimension mit selbstwertbezogenen Gefühlen und die Kontrollierbarkeitsdimension mit interpersonellen Bewertungen und Gefühlen. Die Dimensionen beeinflussen daher eine Vielzahl von Verhaltensweisen.

Der Mensch versucht nach der sozialen Lerntheorie, eine Handlungsfolge in ein System von Klassifizierungen einzupassen, wobei er verschiedene Kategorien aufgrund gemeinsamer Eigenschaften unterscheidet. Bei dieser Einpassung ist entscheidend, ob die Situation durch eigenes Handeln oder Zufall bzw. andere unkontrollierbare Faktoren bestimmt wird, wobei hier nur die Wahrnehmung des Individuums entscheidend ist und nicht die objektiv belegbaren Fakten. Laut Rotter bedeutet "locus of control" eine Zuweisung der Verantwortlichkeit der Folgen einer Handlung. Diese Zuweisung erfolgt in die Kategorie von externalen bzw. internalen Kontrollüberzeugungen. External wird in der Gesellschaft gewöhnlich als Resultat von Glück, Zufall, Schicksal oder als von mächtigen anderen kontrolliert angesehen. Aufgrund der großen Komplexität der Kräfte, welche die Personen im Alltag umgeben spricht man teilweise auch von Unvorhersehbarem. Wird eine Handlungsfolge einer dieser Verantwortlichkeiten zugeschrieben, spricht man von externaler Kontrollüberzeugung. Internal definiert sich durch die Kontingenz zwischen Handlungen oder relativ stabilen Persönlichkeitseigenschaften zu der Verstärkung.

Der "locus of control" ist eine Art Problemlösungserwartung, da die Überzeugung eine Handlung persönlich zu bestimmen, positiv oder negativ verstärkt wird. In verschiedenen Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Kontrollüberzeugung direkt den Erfolg beeinflußt, da Versuchspersonen mehr Erfolg hatten, denen suggeriert wurde, dass sie persönlich Einfluß auf das Ergebnis haben würden. Personen die überzeugt waren, dass Ergebnisse nur zufallsabhängig sind, hatten bedeutend schlechtere Resultate in diesem Experiment. Andere Untersuchungen aus diesem Umfeld beschäftigten sich mit der Einteilung der Persönlichkeit in die Kategorien "fremdbestimmt" und "eigenbestimmt". Das Ergebnis sollte die Möglichkeit geben, dass Verhalten von Individuen in bestimmten Situationen vorauszusagen. So handeln internal Überzeugte aktiver, reger und direkter, da sie davon ausgehen durch ihr Handeln ihre Umwelt manipulieren und kontrollieren zu können. Der "locus of control" bezieht sich auf die Erwartungen, die eine Person hinsichtlich der Kontrollierbarkeit ihrer Umwelt hat. Deshalb sind von internal Kontrollierten en eine Mehrzahl an Bewältigungsversuchen zu erwarten als von external Motivierten, da diese der Meinung sind, dass sie auf die Kontingenz ihrer Handlung keinen direkten Einfluß haben. Die Folge ist z.B. der Unterschied im Bezug auf kognitive Funktionsweisen. So stellte sich heraus, dass person-lokalisierende Individuen bessere Resultate in Lerntests hatten, so dass man in der Konsequenz folgern kann, dass man durch internale Zuweisung effektiver lernt und seine kognitiven Fähigkeiten erweitert.

De Charms unterscheidet in seiner Theorie nicht zwischen internaler und externaler Zuweisung, sondern zwischen Urheber und Abhängigem. Urheber ist eine Person, die ihr Verhalten als von ihrer eigenen, freien Entscheidung bestimmt ansieht. Ein Abhängiger dagegen ist eine Person, die ihr Verhalten als von externen Kräften determiniert ansieht, die sich ihrer Kontrolle entziehen. Starke Auswirkungen hat es nun, für welche Seite man sich auch entscheidet. dabei stellt de Charms fest, dass eine Person beide Rollen innehat, abhängig von der Situation, in der sie handelt oder agieren muss. Die persönliche Überzeugung spielt dabei die tragenden Rolle für die Motivation zu einer bestimmten Handlung. Für denjenigen, der sich als Urheber seiner Handlungsfolgen fühlt ist es unbedeutend, ob er sich objektiv einem Zwang unterwerfen muss. Im Gegensatz dazu ist der Abhängige immer davon überzeugt, dass er Zwängen unterliegt, egal wie groß das Maß an Entscheidungsfreiheit für ihn auch sein mag. Diese Gefühle werden dadurch verstärkt, welche Rückmeldung er durch die Veränderungen seiner Umwelt, ausgelöst durch seine Handlungen, erhält. Diese Attribution ist ein entscheidender Punkt im Konzept der persönlichen Verursachung, denn sie ist eine große motivationale Kraft, welche die weiteren Verhaltensweisen steuern. In verschiedenen Untersuchungen wurde den Personen das Gefühl vermittelt, dass sie Urheber ihrer Handlungen sind. Die Konsequenz waren bessere Ergebnisse in Tests, so dass sich bestätigte, was de Charms vertrat: Personen, die sich als Urheber sehen erreichen bessere Ergebnisse, als diejenigen, die glauben, dass sie von anderen, externen, Faktoren abhängig sind.

Im Ansatz Heiders wird, ähnlich der Einteilung Rotters, in den Faktoren Person-lokalisiert und Umwelt-lokalisiert unterschieden. Ausgangspunkt für diese Zuschreibung ist die Beobachtung. In einem Beispiel beschreibt Heider die Person-Umwelt-Unterscheidung. Hier belegt er die Wahrnehmung des Erfolges bei einer Prüfung als Resultat von persönlichen Faktoren (Fähigkeit, zur Vorbereitung aufgewendete Zeit) oder Umweltfaktoren (einfacher Test (Niveau), Benotungsverfahren). So kann der Erfolg bei Prüfungen zum einen durch die eigene Begabung oder aber auch durch die zuvorkommende Benotung erklärt werden. Den Unterschied, den Rotter nennt, hängt mit der Intentionalität zusammen, denn laut seiner Theorie kann nur die personengebundene Attribution intentional erfolgen. Beide Dimensionen rufen durch ihre Unterschiedlichkeit andere Konsequenzen in Handlungen und Gefühlen hervor. So wird derjenige, der von seinen Fähigkeiten überzeugt ist, in der Folge vielleicht schwerere Kurse wählen oder überzeugt sein, dass er auch andere Aufgaben spielend erledigen kann. Folglich stellt Heider fest, dass ein Ergebnis einer Handlung eine Funktion der wirksamen Personenkraft und der wirksamen Umweltkraft sei. Wirksame Personenkraft entspricht Macht (Power) und Bemühen (Motivation), wobei sich Macht gewöhnlich auf Fähigkeit bezieht. Im Gegensatz dazu bedeutet Motivation ein beabsichtigtes Verhaltensziel einer Person (Intention) und auf die Intensität (Anstrengung). Hier geht Heider davon aus, dass Bemühen und Macht miteinander multiplikativ verknüpft sind. Die Konsequenz aus diesen Theorien ist die Annahme, dass man Erfolg, wenn alle diesen erreichen, aus Gründen der Aufgabenleichtigkeit, den Umweltfaktoren zuschreiben. Umgekehrt wird der Erfolg, der im Gegensatz zum Ergebnis der anderen steht, in der eigenen Person lokalisiert. Es ist also von der sozialen Norm (Informationsquelle, Vergleichsmaßstab) abhängig, welchen Ursachenfaktoren man sein Ergebnis zuschreibt. Untersuchungen von Arthur bestätigten die Annahmen von Heider, dass Personenattribution vor allem bei geringem Konsens, geringer Distinktheit und hoher Konsistenz des Verhaltens in Erscheinung tritt. In diesem Zusammenhang folgert Bem (1972), dass Personen von ihrem Verhalten auf innere Zustände rückschließen, in derselben Art wie sie das bei der Beurteilung anderer Individuen tun. Das heißt, dass eine Person die wahrnimmt, dass sie eine unzureichend gerechtfertigte Handlung ausgeführt hat zu der schlussfolgerung gelangt, dass internale Faktoren für das Verhalten verantwortlich gewesen sein müssen. Bem spricht hier von einem Attributionsfehler, welchen die Versuchsperson bei der Erklärung ihres vorangegangenen Verhaltens begeht.

Obwohl die Theorie des "rationalen Menschen" durch eine Vielzahl von Befunden gestützt wird, setzt sich trotzdem mehr und mehr die Überzeugung durch, dass Menschen weniger logisch denken, als dies von Attributionstheoretikern angenommen wird. Um ihr Selbstwertgefühl zu bestätigen oder zu steigern verzerren Individuen ihr Attributionen , da sie glauben, dass andere dieselben Entscheidungen treffen würden wie sie selbst auch. Sie schlussfolgern daraus, dass das abweichende Verhalten anderer auf deren "Persönlichkeitseigenschaften" zurückzuführen ist und nehmen deshalb zufallsbestimmte Ereignisse als fähigkeitsabhängig wahr.

Der Tod eines nahestehenden Menschen ist eines der einschneidendsten Ereignisse im Leben der Betroffenen und bedeutet eine enorme Belastung, jedoch unterscheiden sich Menschen deutlich in ihrer Reaktion auf den Tod ihres Partners. Forscher stellten fest, dass Menschen, die glauben, ihr Leben werde vom Zufall oder vom Schicksal bestimmt, den Tod ihres Partners besser verkraften können als jene, die unkontrollierbare Einflüsse auf das Leben unterschätzen. Vier Jahre nach dem Tod war ie Lebenszufriedenheit derer, die an Zufall oder das Schicksal glaubten deutlich weniger stark gesunken und in geringerem Umfang durch das Ereignis beeinträchtigt. Siehe dazu Reaktion auf den Tode des Partners

Der Test

Der LoC wurde als ein einfaches psychometrisches Papier-Bleistift-Verfahren zur Erfassung des Rotterschen Konzepts des Locus of Control konzipiert, wobei dessen empirische Umsetzung nicht der ursprünglichen Heiderschen Unterscheidung von Person und Umweltkräften bzw. Autonomie vs Heteronomie von Ereignissen entsprach. Zentral für den LoC-Ansatz war die Annahme eines definierten Beobachterstandpunktes. Heider unterscheidet zwischen Ereignissen, die ihre Ursache (in Bezug auf eine gegebene Person) innerhalb (internal) oder außerhalb (external) dieser Person haben. External attribuierte Ereignisse sind heteronom, internal attribuierte sind autonom. External sind Kausalfaktoren, die außerhalb eines gegebenen Organismus lokalisiert werden, internal sind solche Kausalfaktoren, die innerhalb eines gegebenen Organismus lokalisiert werden. Rotter meint mit Kontrolle nicht die willentliche Manipulierbarkeit; es gibt zwar externale Ursachen, die man kontrollieren kann, es gibt aber keine externalen Ursachen, die man internal kontrollieren kann (Beispiel: Bestechung!). Rotters Loc-Dimension entspricht der ursprünglichen Heiderschen Unterscheidung von Person und Umweltkräften bzw. Autonomie vs Heteronomie von Ereignissen. Heider führt als zweite Dimension die Stabilität vs Variabilität ein, auf Personenseite: Können (Fähigkeit=stabil) und Versuchen (Anstrengung=variabel); auf der Umweltseite: Schwierigkeit (stabil) und Glück (variabel).

Der LoC dient als rasches Screening-Verfahren und hat sich in einigen Untersuchungen bewährt, wobei die strukturell-theoretischen Grundannahmen bestätigt werden konnten. Als Beispiel sind hier die jeweils unterschiedlichen Attribuierungsmodi bei Erfolg bzw. Misserfolg graphisch angeführt, die den theoretischen Annahmen signifikant entsprechen.

Test - Ergebnisse 2003 - Testforum

Literatur & Quellen

Weiner B. (1988). Motivationspsychologie. Weinheim: Psychologie-Verlags-Union.  

Stangl, W. (1996). Sozialpsychologische Aspekte des Verhaltens.
WWW: http://paedpsych.jku.at/internet/ARBEITSBLAETTERORD/PSYCHOLOGIEORD/BegriffeSozialpsychologie.html (97-11-21)

Bildquelle

http://www.schmunzelclub.at/content/documents/Infoblatt_TLS_Vortraege.doc (05-04-13)

 



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