[werner.stangl]s arbeitsblätter 

stressbewältigungUntersuchungen zeigen, dass Aufgaben in der Schule, die problemlösendes Denken erfordern, Schüler weniger belasten als reproduktive Aufgaben, bei denen sie nur Wissen aus dem Gedächtnis wiedergeben müssen. Vor allem das Fähigkeitsselbstkonzept beeinflusst Stresswahrnehmung und Cortisolspiegel, denn je schlechter SchülerInnen ihr Können einschätzen, desto stärker steigt durch eine bevorstehende Prüfung die Menge des Stresshormons.

Entspannung in der Schule

Entspannungsübungen im schulischen Bereich gehören zu den wichtigen Methoden erfahrungsorientierten Lernens, denn sie verbessern die emotionale Befindlichkeit der Schüler, verstärken die Konzentrationsfähigkeit und schaffen ein positives entspanntes Lernklima. Solche Übungen helfen, Flucht- und Vermeidungtendenzen zu vermindern und den Umgang mit Schulängsten zu verbessern. Sie können als Sammlungsphase zu Unterrichtsbeginn, nach den Pausen oder zum Unterrichtsende, als kreative Vorstellungs- oder Assoziationsübungen sowie als Beruhigungs- und Konzentrationsphasen eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass LehrerInnen selbst ausreichend Erfahrungen mit Entspannungsmethoden haben und mit ihnen vertraut sind. Unsicherheiten bei der Anleitungen führen leicht zu Störungen oder gar Verweigerung auf Seiten der Schüler. Entspannung kann auch nicht erzwungen werden, sondern braucht eine innere Bereitschaft, sodass die Teilnahme deshalb immer freiwillig sein sollte. Eine Bereitschaft zum Ruhigwerden und zur Teilnahme an Entspannungsübungen kann bei Kindern nicht grundsätzlich vorausgesetzt werden.

Alles, was Flügel hat, fliegt

Die Kinder legen alle ihre Hände auf den Tisch und der Lehrer zählt Dinge auf, die fliegen und solche, die nicht fliegen können. Beim Aufzählen der einzelnen Dinge hebt er jedesmal die Arme in die Höhe. Die Kinder sollen jedoch n ur dann ebenfalls ihre Arme in die Luft heben, wenn vom Lehrer ein Ding genannt wird, das auch wirklich fliegen kann. Bei Dingen, die nicht fliegen können, sollen die Kinder ihre Hände auf dem Tisch liegen lassen.

Spinnennetz

Die Kinder sitzen im Kreis. Der Lehrer hat ein Wollknäuel in der Hand, das einen langen Spinnfaden darstellen soll. Zu dem Text
“Wir spinnen feine Fäden von einem zum anderen.
Wir spinnen feine Fäden von ....... zu ........"
wird das Wollknäuel kreuz und quer von einem zum anderen durch den Kreis gereicht oder geworfen. Auf diese Weise entsteht das “Spinnennetz", das anschließend wieder aufgelöst wird.

Der große Regen

Die Kinder stellen mit Bewegungen das zu- und Abnehmen des Regens dar. Sie reiben zunächst die Finger, dann die Handflächen. Anschließend schnalzen sie mit den Fingern, klatschen sich dann auf die Schenkel und trampeln zum Schluß mit den Füßen. Alles erfolgt wieder rückwärts. Danach ist es ganz still.

Atemübungen

Mit Hilfe solcher Übungen sollen Kinder ihren Atem bewusst wahrnehmen. So spürt man zum Beispiel den Weg der lebenspendenden Luft durch den Körper (Nase, Mund, Brust, Bauch) nach oder atmet in bestimmte Körperteile hinein. Die Körperteile dehnen sich beim Einatmen etwas aus und ziehen sich beim Ausatmen wieder zusammen. Dabei ist immer darauf zu achten, daß die Kinder durch die Nase einatmen und Bauchatmung einsetzen. Solche Übungen können im Sitzen zum Beispiel vor einer Klassenarbeit oder vor unangenehmen Schulstunden problemlos durchgeführt werden.

Visualisierungen

Visualisieren heißt, sich Dinge im Geiste möglichst anschaulich vorzustellen oder Vorgänge mit allen Sinnen durchzuspielen. Dazu führt man zunächst zum Beispiel durch eine Stille-Übung einen entspannten Zustand herbei. Dann wird ein Bild vorgegeben, das sich die Kinder vorstellen und nach eigenen Wünschen im Detail frei ausgestalten können. Gefühle, die mit dem Bild verbunden sind, sollen bewußt wahrgenommen werden. Visualisierungen weisen starke Ähnlichkeiten mit meditativen Übungen (Bildmeditation) auf und stehen deshalb auch in enger Beziehung zu diesem Entspannungsverfahren.

 

Studie beweist: Wer einen Hund hat, bewältigt Stress-Situationen leichter.

Psychologen und Biologen Schöberl et al. (2009) untersuchten, ob bei Kindern aus prStress und Hundeoblematischen und instabilen Familienverhältnissen ein Zusammenhang zwischen dem Stresshormon Kortisol und der Anwesenheit von Hunden festgestellt werden kann. Die Mädchen und Buben wurden für die Studie mit dem Trierer Stresstest in eine Art Prüfungssituation gebracht, die kontrollierten Stress erzeugt. Die Kinder wurden in drei Gruppen aufgeteilt: einer Gruppe stand eine freundliche junge Person hilfreich zur Seite, der zweiten ein Stoffhund und der dritten ein richtiger Hund. Die aus Speichelproben gemessenen Werte des Stresshormons Kortisol zeigten, dass die Kinder aus den Testsituationen mit dem Erwachsenen und dem Stoffhund gestresster herauskamen, als sie es zu Beginn waren, während in der Hunde-Gruppe der Kortisolwert im Verlauf des Tests kontinuierlich abfiel, sodass sie am Ende des Tests mit Hilfe des Hundes deutlich entspannter waren. Das war allerdings nicht bei allen Kindern der Fall, denn das Ausmaß der Stressminderung hing davon ab, wie intensiv sich die Kinder auf den Hund einließen, wobei die bloße Anwesenheit des Hundes als soziale Unterstützung nicht ausreichte, sondern die Kinder mussten sich aktiv mit dem Tier beschäftigen. Offensichtlich kann ein Hund für Kinder mit Bindungsproblemen ein wertvoller Unterstützer sein.

Quelle:
WWW: http://www.nachrichten.at/ratgeber/familie/art124,520011 (10-12-13)
Schöberl, I., Bauer, B., Dittami, J., Möstl, E., Wedl, M. & Kotrschla, K. (2009). Effects of Owner Gender and Interaction Style on Stress Coping in Human-Dog Dyads. Journal of Veterinary Behavior: Clinical Applications and Research, 4 (2), 91.

 

Siehe auch Stressbewältigung - Einige weitere praktische Übungen


Siehe auch Stressbewältigung - Einige praktische Übungen

Quellen:
http://www.stud.uni-wuppertal.de/~ya0023/phys_psy/stress.htm (01-12-24)
http://141.90.2.11/ergo-online/Krank-beschw/G_Stress.htm (02-05-26)
http://members.chello.at/guenther.holmann/stress/stress.doc (02-01-24)
Wagner-Link, A. (1995), Verhaltenstraining zur Stressbewältigung, Pfeiffer: München.
Kaluza, G. (1996), Gelassen und sicher im Stress, Springer: Berlin.
Oberösterreichische Nachrichten vom 10.04.2008

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