[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Das Schreiben in der Gruppe

Die Arbeitsschritte beim Schreiben wissenschaftlicher Texte sind auch dann zu gehen, wenn man sich entschließt, ein Thema zu zweit oder in einer Gruppe zu bearbeiten. Der unschätzbare Vorteil einer Gruppenarbeit liegt in der möglichen ständigen Diskussion in allen Phasen der Arbeit, vorausgesetzt, dass die Teilnehmenden fähig sind, sich flexibel aufeinander einzustellen und dass nicht ungeklärte emotionale Probleme die Zusammenarbeit beeinträchtigen. Die Befähigung zur Teamarbeit gehört wiederum zu den allseits geforderten Qualifikationen der Berufstätigkeit. Erfahrungen in Arbeitsgruppen sind schon deswegen jedem Studierenden anzuraten (auch wenn manche Lehrende Gruppenarbeiten eher misstrauisch betrachten mögen). Produktives Diskutieren und Zusammenarbeiten läßt sich lernen, indem man es versucht und dabei einige Regeln beachtet, wie sie etwa für die themenzentrierten Interaktion‘ (nach Ruth C. Cohn) genannt werden.

Um Probleme beim längerfristigen Arbeiten in einer Gruppe vorzubeugen, empfiehlt es sich, auch Regeln für die gemeinsame Schreibarbeit festzulegen: Erstellen eines Arbeitsplanes Welches gemeinsame Arbeitsziel setzt sich die Gruppe? (Es ist ratsam, dieses Ziel schriftlich zu fassen) Vereinbarung organisatorischer Regeln, wie zum Beispiel:

Auch bei guter Zusammenarbeit bleibt es schwer, ja fast unmöglich einen längeren Text gemeinsam zu formulieren. Man muß also eine Form der Arbeitsteilung finden, die den größtmöglichen Gewinn aus der Kooperation zieht, ohne durch ständiges Zerreden die Produktivität der einzelnen Teilnehmer zu hemmen. Oder anders gesagt: Jeder Teilnehmer muß einen ausreichenden individuellen Spielraum behalten können. Man sollte sich also zu Beginn genau über die Form der Arbeitsteilung einigen. Folgende Verfahren bieten sich an:

Eigenständige Unterthemen werden getrennt bearbeitet: Jeder schreibt ein inhaltlich eigenständiges Referat, das aber thematisch mit den andern verbunden ist. Verschiedene Aspekte eines Argumentationszusammenhanges werden jeweils von einem Teilnehmer bearbeitet. Dazu wird gemeinsam eine Argumentationslinie entwickelt, die einzelnen Abschnitte werden jedoch getrennt geschrieben. Schließlich werden die Texte wieder gemeinsam auf den Zusammenhang hin kontrolliert und gegenseitig verbessert.

Der Text wird gemeinsam verfasst (was meist nur zwischen zwei Schreibenden problemlos klappt). Allerdings ist davon abzuraten, gemeinsam Satz für Satz zu formulieren, sondern: Nach genauer Absprache schreibt jeder Teilnehmer ein Kapitel, das dann vom anderen korrigiert wird. Die Korrekturen werden dann besprochen und gemeinsam wird ein endgültiger Text erstellt. Ein formelles Problem stellt die Bewertung dar. Es ist in Absprache mit dem Veranstalter zu klären, ob und in welcher Form Gruppenarbeiten geschrieben werden können. Manche Prüfungsordnungen sehen die Möglichkeit von gemeinsamen Arbeiten und Referaten vor, verlangen jedoch für die Abschlussarbeiten eine namentliche Kennzeichnung der einzelnen Abschnitte. Wo eine Einzelbewertung erwartet oder gewünscht wird, sollte man auch in einem Referat die Einzelleistungen kennzeichnen.

Siehe dazu auch die Methode des Clustering

Quelle: Merkel, Johannes (o.J.): Wie halte ich ein Referat? Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?
WWW: http://www.studierwerkstatt.uni-bremen.de/download/referat-howto-merkel.pdf (05-05-05)





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