[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Das Referat: Die Konzeption

Erste Überlegungen

Siehe dazu auch Schreibtechniken

Nachdem Sie Ihr Thema erhalten haben, sollten Sie einen Zeitplan aufstellen. Folgende Fragen sind vielleicht zu berücksichtigen:

 

Sammeln eigener Gedanken

 

Literaturbeschaffung

In vielen Fällen wird die Literatur zu Ihrem Thema vom Leiter der Lehrveranstaltung angegeben (das fördert leider nicht die Entwicklung adäquater Studiertechnik und sollte zumindest dadurch kompensiert werden, indem Sie zusätzliche Literatur ausfindig machen!). In diesem Fall müssen Sie sich die Bücher aus der Institutsbibliothek oder der Bibliothek eines anderen Instituts besorgen. An der Universität steht Ihnen auch die Universitätsbibliothek zur Verfügung. In einigen Fällen kann es vorkommen, daß auch andere öffentliche Bibliotheken - z.B. die Studienbibliothek, Stadtbibliothek, aber auch Spezialbibliotheken wie die der Arbeiter- oder Wirtschaftskammer - herangezogen werden müssen. Bei ausgefallenen Titeln muß unter Umständen auch die Fernleihe in Betracht gezogen werden.

In einigen Seminaren wird die Literatur auch direkt vom Leiter der Lehrveranstaltung bezogen werden können. Wird zu einem Seminarthema keine Literatur angegeben, so müssen Sie sich diese mithilfe von Handbüchern, Lexika, Bibliographien, Abstracts, Stichwortverzeichnissen, in elektronischen Datenbanken von Bibliotheken oder mithilfe von Suchmaschinen im Internet besorgen. Danach wird es allerdings günstig sein, sich mit dem Leiter der Lehrveranstaltung in Verbindung zu setzen, der mit Ihnen die Auswahl überprüfen wird.

Bibliothekskatalog

Bei intensivem und langwierigen Gebrauch mancher Bücher empfiehlt es sich sie zu kaufen (vor allem Grundlagenwerke, die man im Laufe seines Studiums immer wieder gebrauchen kann). Ansonsten recherchiert man im Bibliothekskatalog. Diese verzeichnen alle Werke, die in der jeweiligen Bibliothek vorhanden sind (Achtung: Sammelwerke werden meistens nur als Gesamtwerk angegeben). Man findet Kataloge in Form von Karteien, Mikrofilmen oder EDV-gespeicherte Datensätze. Ein Katalog ist entweder alphabetisch oder sachlich geordnet. Der alphabetische Katalog ordnet die Buchtitel alphabetisch geordnet nach dem Namen der Autoren oder Herausgeber an. In Sachkatalogen kann man nach Schlagworten (thematischer Überbegriff) und nach Sachgebieten suchen. Mittlerweile gibt es auch eine Kombination aus den genannten Katalogen, den Kreuzkatalog, der nach den VerfasserInnennamen, Schlagworten und Stichworten (Begriff aus dem Buchtitel) sucht. Zur Ausleihe selbst ist noch zu sagen, dass man entweder in den Lesesaal bestellen kann, d.h. die Bücher nicht nach Hause mitnehmen wie es bei der Auswärtsleihe der Fall ist. Weiterhin gibt es noch die Möglichkeit der Kopierbestellung, bei denen man z.B. einen Aufsatz aus einem Buch möchte, dass nicht ausgeliehen werden darf. Dies ist jedoch oft teuer!

Literatursuche

Zu Beginn einer Arbeit stellt sich meistens die Frage: "Welche Literatur kann ich zur Ausarbeitung verwenden und woher bekomme ich sie?"

In der Regel können alle Arten von Literatur verwendet werden, solange Sachnähe zum Thema gegeben ist und dem wissenschaftlichen Anspruch Genüge getan wird.

Primär- und Sekundärliteratur

Man unterscheidet zwischen der sogenannten Primärliteratur, diese beschäftigt sich direkt mit einem Sach- oder Problemgebiet (Forschungsberichte, wissenschaftliche Abhandlungen) und der Sekundärliteratur, hierbei handelt es sich um Bibliographien, die Literatur über bestimmte Themenbereiche beinhaltet und einen Überblick über die vorhandene Literatur schaffen soll.

Aufsätze

Oftmals werden auch Aufsätze aus Sammelwerken oder aus Zeitschriften und Zeitungen verwendet (Periodika). Hier werden oft die neusten Ansätze aufgezeigt und wissenschaftliche Diskussionen publiziert. Meistens gibt es sogenannte Jahrgangsverzeichnisse , die nach Stichworten oder Themenbereichen sortiert sind.

Schriftenverzeichnisse

Viele Universitäten geben Schriftenverzeichnisse heraus, die neu angeschaffte Werke beinhalten.

Zeitungsarchiv

Hilfreich kann auch die Recherche in einem Zeitungsarchiv sein, um auf hochaktuelle Ergebnisse zu stoßen. Dies kann jedoch teuer werden!

Schneeballsystem

Beim sogenannten Schneeballsystem, sucht man in den Fußnoten oder im Literaturverzeichnis eines Buches zum Arbeitsthema nach weiteren Autoren, die sich dazu geäußert haben. Doch Vorsicht, man kann sich dabei schnell im Kreis drehen, wenn die herangezogenen Verfasser sich ständig gegenseitig zitieren und keine neuen Ansichten "von außen" beachtet werden.

Kostenlose Literaturlisten

Oft geben auch Interessenorganisationen kostenlose Literaturlisten heraus. Wenn eine themenspezifische Bibliothek vorhanden ist, kann diese eventuell auch frequentiert werden.

Internetrecherche

Einen wichtigen Teil in bei der Literatursuche spielt auch das Internet. Die Rechenzentren vieler Hochschulen bieten den Studenten einen kostenfreien Zugang zum Internet an. Über Suchmaschinen (z.B. Google, Fireball, Altavista), Metasuchmaschinen (die Suchanfrage geht an mehrere Suchmaschinen und faßt das Ergebnis zusammen) und Internetkataloge (z.B. Yahoo) läßt sich so einiges aufspüren, was zur gesuchten Thematik passen könnte.

Lesen der Literatur

Wenn Literatur für eine Seminararbeit gelesen werden soll, dann handelt es sich dabei vor allem um informierendes Lesen - teilweise auch um studierendes Lesen. Am Anfang des Lesens steht die Fragestellung, die das zu bearbeitende Thema betrifft. Anhand dieser Fragestellung erarbeitet man sich Schlüsselbegriffe, die man sich so genau wie möglich einprägt.

Informierendes (kursorisches) Lesen

Ziel des informierenden Lesens ist vor allem, um zu prüfen, ob ein Lestestoff für einen bestimmten Zweck auch brauchbar ist und/oder einen ersten Eindruck und Überblick über den Lesestoff zu gewinnen. Das Vorgehen dabei kann z.B. folgendes sein:

Geht es dann ans die "Innereien" des Buches kann man entweder senkrecht (der Blick wandert an einer gedachten Mittelachse einer Textspalte nach unten und erfaßt die Schlüsselwörter, meist Verben und Substantive) oder diagonal (sucht nach den wichtigsten Zusammenhängen und Schlußfolgerungen, vor allem Worte wie "schließlich", "am wichtigsten", "daher", "also"...).

Studierendes Lesen

Ziel das studierenden Lesens ist das Aufnehmen, Verarbeiten und Behalten des Inhaltes, das Aneignen neuer Techniken und Verfahren (auch für Prüfungen). Man geht dabei systematisch vor und stellt sich zunächst einige Fragen: Worauf will der Autor hinaus? Welchen Ansatz hat er und welche Fragen liegen zugrunde? Welche Fakten legen die Verfasser vor, um ihre Argumentation zu belegen? Vor allem aber: welche Informationen im Text sind wichtig für meine Arbeit?
Das Vorgehen dabei kann sein:

Besonders wichtig bei fremdsprachigen Artikeln oder Bücher ist das Anfertigen einer genauen Übersetzung. Oft kann es bei solchen Arbeiten günstig sein, eine Kartei oder Datenbank von Fachtermini anzulegen, um zu vermeiden, daß Wörter verschieden übersetzt werden. Für viele Bereiche der Pädagogik und der Psychologie gibt es Fachwörterbücher, in denen die gebräuchlichsten Übersetzungen zusammengefaßt sind.

Exzerpieren

Nachdem man die wichtigsten Informationen im Text gefunden hat, geht's an das Herausschreiben beziehungsweise Exzerpieren. Am einfachsten ist es, sich das Inhaltsverzeichnisse zu den Kapiteln zu kopieren und sich dazu Notizen zu machen. Um ein logisches Gefüge in einen zu lernenden Text zu bringen eignen sich Strukturexzerpte. Dabei werden die wichtigsten Thesen aufgeschrieben und durch Pfeile zueinander in Beziehung gesetzt. Weiterhin kann man auch Karteikarten verwenden, auf welche man Informationen zu einem Thema vermerkt, die man nach Stichwörtern, Schlagwörtern etc. ordnet. Wichtig ist vor allem, daß alle Angaben vollständig und zuverlässig sein müssen und die Ordnungssysteme immer auf die gleiche Art und Weise geführt werden sollten, damit man später noch seine Arbeit rekonstruieren kann.

Verarbeiten der Literatur

Nachdem man genügend Material gesammelt hat und die wichtigsten Informationen selektiert hat beginnt die eigentliche Darstellung der Thematik mit eigenen Worten. Grundlage dazu ist eine klare Strukturierung der Arbeitsschritte, die nachvollziehbar sein sollte und die Erkenntnisse übersichtlich darstellt. Von diesem Teil der Arbeit wird das Endergebnis - sprich: schriftliche Arbeit bzw. Referat - in erster Linie abhängen. Es ist schwierig, dafür Regeln aufzustellen. Dennoch sollen Ihnen einige Hinweise helfen, leichter zurechtzukommen.

Abfassung der schriftlichen Arbeit

Wenn Sie die bisher geleisteten Vorarbeiten gewissenhaft durchgeführt haben, wird Ihnen die endgültige Erstellung kaum noch Probleme bereiten. Bei Unklarheiten wird auch die Rücksprache mit dem Leiter der Lehrveranstaltung nützlich sein. Bei der Gliederung der Arbeit halten sie sich an folgende allgemeinen Richtlinien:

Alle von Ihnen aus der Literatur wörtlich oder sinngemäß übernommenen Aussagen müssen unmittelbar im Text belegt werden. Wörtlich übernommene Stellen - auch wenn sie kurz sind - müssen durch Anführungszeichen gekennzeichnet sein. Der Beleg des Zitats erfolgt unmittelbar nach der übernommenen Stelle.

Einige allgemeine Hinweise

 

Quellen:
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/Arbeitsblaetter.html (03-01-25)
http://info.uibk.ac.at/c108/c10803/cuwa/cuwa81.html (01-01-25)


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