[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Alternative Unterrichtsformen - Methodenminis

Der Lehrerfortbildner Valentin Gillich argumentiert, dass alternative Unterrichtsmethoden auch ohne aufwendigen technischen HilfsmitteLehrerangewendet werden können, um die Aufmerksamkeit der Kinder zu fesseln. Zwar ist der Frontalunterricht an der TafeLehrer in vielen Fällen notwendig und richtig, aber als Lerncoaches sollten LehrerInnen den Unterricht durch verschiedene Übungen aufzlockern und dadurch die Lernprozesse bei den SchülerInnen festigen. Er hat zehn "emotionale Lerninseln“ entwickelt, das sind zehn Methoden, die sich rasch und einfach umsetzen lassen und bei denen die SchülerInnen selbst aktiv werden müssen. Sie erfordern nur sehr wenig Vorbereitungszeitund nehmen jeweils nur etwa wenige Minuten der Unterrichtszeit in Anspruch.

Der Hammelsprung

Dabei können LehrerInnen sofort überprüfen, wie viel ihre SchülerInnen vom Unterrichtsstoff verstanden haben. Nach einer Einheit stellen sie eine Frage mit bis zu fünf Antwortmöglichkeiten. Alle Schüler müssen gleichzeitig antworten, indem sie die entsprechende Anzahl der Finger in die Luft strecken. Der Klassenlevel ist damit sofort feststellbar – und die SchülerInnen müssen keine Angst mehr haben, sich zu blamieren.
Der Begriff Hammelsprung stammt aus dem Jahre 1874 und ist eine Wortschöpfung der parlamentarischen Alltagssprache. Für den Hammelsprung verlassen die Abgeordneten den Plenarsaal und betreten ihn nach Eröffnung des Zählvorgangs durch den Präsidenten wieder durch eine von drei Türen, die jeweils für Ja, Nein oder Enthaltung stehen. Für die Zählung stehen an jeder Tür zwei Schriftführer.

Dacapo

Dabei werden die Schüler gebeten, Paare zu bilden, einer ist A, der andere B. A soll B in eigenen Worten den Stoff der letzten Unterrichtseinheit erklären – bis der Lehrer B ruft, dann wechseln die Paare. Nun setzt B mit der Erklärung dort fort, wo A aufgehört hat. Die Schüler müssen sich genau aufs Gespräch konzentrieren. Und wenn einer der beiden merkt, dass der andere etwas auch nicht verstanden hat, fällt es leichter, nachzufragen.

Word-Rap

Die Schüler bilden Dreiergruppen, der Lehrer gibt ein Thema und einen Buchstaben vor, etwa: Wir beschäftigen uns heute mit Fischen, was fällt euch dazu mit „L“ ein. Lachs, Laichen,... Die Ergebnisse werden dann mit anderen Gruppen verglichen.

Abstract

Hier geht es ums Schummelzettelschreiben. Die Schüler sollen die letzte Unterrichtseinheit mit wenigen Sätzen zusammenfassen. Danach werden die Abstracts der Schüler verglichen bzw. die Ergebnisse diskutiert.

Uno Quest

Jeder Schüler soll zur letzten Unterrichtseinheit für sich eine Frage formulieren – was er nicht verstanden hat, was ihn weiter interessiert. Danach bilden sie Gruppen und werden aufgefordert, aus ihren Fragen eine auszusuchen, die dann dem Lehrer gestellt wird. Manche Fragen können sie vielleicht untereinander beantworten, die beste oder interessanteste solLehrerübrig bleiben.

Recherche

Hier sollen sich die Schüler vor der Unterrichtseinheit mit dem Stoff auseinandersetzen. Geht es etwa darum, einen englischen Text zu übersetzen, sollen sie zunächst herausfinden, wie die Figuren heißen und welche Rolle sie spielen.

Disputation

Hier werden Paare gebildet, einer ist A, der andere B. A muss eine Meinung vertreten (z.B. wieso ein Rauchverbot in Lokalen sinnvoll wäre), B muss dagegen argumentieren. Nach einiger Zeit werden die Partner gewechselt und die Rollen getauscht. Diese Übung fördert Rhetorik und Argumentationskraft.

Quick Art

Die Schüler sollen die letzte Unterrichtseinheit zusammenfassen – aber nicht mit Worten. Als Zeichnung, Grafik, Tabelle etc.

Perzeption

Der Lehrer zeigt ein Bild oder eine Grafik, die Kinder sollen sie zunächst beschreiben, dann erklären oder interpretieren. Hier kann man als Lehrer mit Powerpoint viel erreichen – etwa in einer animierten Grafik physikalische Abläufe erklären. Das erspart viele Worte, und die Schüler merken sich das besser.

Blitzlicht

Es werden Dreier- oder Fünfergruppen gebildet, die zu einem bestimmten Thema ein Brainstorming machen. Jedes Gruppenmitglied muss mindestens fünf Vorschläge machen.

 

 

gruppenunterrichtMethoden-Minis - einmal anders lernen lassen

Diese Sammlung stammt von Werner Sprick und ist auf der Originalseite nicht mehr verfügbar.

NETZWERK

Mehrere Gruppen arbeiten zum selben Thema konkurrierend // Brainstorming, Projektvorbereitung...

STRUKTUR- LEGETECHNIK

Legen von Wortkarten in GA zu Sachzusammenhängen/MindMap // während/nach Erarbeitung, Brainstorming

SORTIER- AUFGABE

Stoff ordnen in Klar - Unklar; in PA sortieren, dann GA // Wdh, vor Proben

PARTNER- INTERVIEW

Arbeitstechnik klären (Zickzack, gerade/unger.Frage-Nr) // Wdh Ende jeder UE, komplexe Fragen möglich

MERKPLAKAT

Gruppenwettbewerb: Zus.fass. im Rückblick

ZETTELQUIZ

DIN-A6-Zettel mit Fragen/Vokabeln/Formel, auf Rückseite die Antworten erstellen lassen: in PA; L fragt, 1S=1Pkt // S1 fragt, S2 antwortet(S1 kann mit Rücks-Antw.vergleich)

ZETTELWANDERN

in PA o.a. Zettel, Linker Nachbar fragt rechten, Zettel wandert zur nächsten Bank; wenn alle durch, L-R-Tausch

WIEDERH.TÄTER

Zus.fass. von UE/Sequenz in PA/GA; Wdh vor Probe-AB

GRUPPEN-PUZZLE

z.B. Merksätze aus Sachfächern; selbst herstellen lassen: Merksatz wortweise zerschnibbelt in Briefumschlägen oder zusammengeklammert

TT-TURNEN

Mit Kärtchen/Stiften o.ä. Entscheidungsfragen zu Richtig-Falsch-Probl; auch mit Aufstehen-Sitzenbleiben // Steigerung: Grp entscheiden ohne Reden gemeinsam über Aufstehen-Sitzenbleiben

Variante: Nachschrift Umlaute, Doppelmitlaute o.ä. heraushören und signalisieren: 1.x hoch, 2.X runter,3h

STIRNKREIS

DIN-A6-Zettel siehe Zettelquiz: Hälfte der Klasse bildet Außenstirnkreis, andere Hälfte steht im Innenstirnkreis ihnen gegenüber: Die inneren SS halten Zettel mit Frage hin, die äußeren antworten; auf L-Signal eine Position weiter. Wenn einmal rum, Wechsel Innen-Außen-SS

THEMENZENTRIERTE VIDEO-ARBEIT

SS werden Reporter: Fragen, Drehbuch // Training von Stoff & Kommunikation, Werbespot drehen

FEEDBACK

"Gelbe vom Ei": Wo bin ich z.Z. zum Unt/Lernangebot // Selbst einordnen lassen in Koordinatensystem: Y-Achse=Erfolg, X-Achse=Spaß 0- oder Y-Achse=Erfolg bis Nix gelernt X-Achse=Frust bis Spaß
"Ampelspiel": Rot=Ablehnung, Gelb=Enthalt, Grün=Zustim
"Standpunkt": Polare Positionen definieren, wo stehst du

COMPUTER- LERNPROGRAMME

wiederholen, geduldig, Rückmeldung, hohe Aktivierung // fördern Kooperation, helfen bei Differenzierung

SPICKZETTEL

Kurs anbieten: Wie kann ich Einträge reduzieren auf Wichtiges??? Gesamt-Einträge--> A4-Zusfass --> A5-Zf --> A4-Zf

NUSS-SPIEL

Jeder erhält Walnuss/Zitrone/Erdnuss/Apfel o.ä.:
1. Eine Min. genau betrachten: Merkmale wahrnehm+einpräg
2. Eine Min. blind abfühlen/ertasten v. Merkmalen
3. Eine Min. Nuss-Gespräch: Partner eigene Nuss beschreib.
Dann alles mischen, anschließend wiedererkennen // SSensibilisierung für alle Lernkanäle, ganzh. Wahrnehm

FLIESENSPRINGEN

Zwei SS nebeneinander werden abgefragt: Richtig=vorwärts, Falsch= 1 Fliese rückwärts, Nix gewusst=wird kurz erklärt

GRUPPEN-AUFSATZ

Gruppe sitzt im Kreis, jeder beginnt auf seinem Blatt eine Geschichte (2-3 Sätze Anfangssituation, Hauptpers) // dann kommen Blätter in die Mitte, jeder zieht ein Blatt und schreibt 1-2 Sätze weiter

WAHLARBEIT

L gibt Rahmen vor, innerhalb dessen sich SS selber Aufgaben aussuchen und bearbeiten; auch durch Nachbarn wählbar // hoffnungsvollste Alternative

AUTOR

Selber Aufgaben zu Deu/Math/Sachfächern erfinden, A6-Zettel mit Lösung/richtigem Rechen auf der Rückseite

MEMORY

z.B. in Englisch: 2 A7/A8-Zettel 1xdeutscher Begriff und 1xengl.Bedeutung, 15-20 Wortpaare ergeben 30-40 Zettel, in Memory-Form die richtigen Paare aufdecken

WÜRFELSPIEL

Felderschlange auf A3/A4-Plakat, Felder verschiedenfarbig angemalt plus Ereignisfelder, Je Farbe versch.Fragenbereiche (siehe Afrika-Spiel); Vorteil: Würfelplakat in jedem Fach für alle Wiederholungen einsetzbar

QUARTETT

z.B. in Englisch: Zeitformen: gehen-to go-went-gone

LERN-MIND-MAP

Zur Wiederholung von Einträgen in Form von Mind Maps und Tabellen: Kärtchen mit Begriffen wieder ordnen lassen

BRUCH-DOMINO

Auf A8-Zettel einen Bruch grafisch (z.B.3/4-Kreis) und einen Bruch numerisch 2/5) mit den gängigen Brüchen herstellen (1/2, 1/3, 1/4, 1/5, 1/8, 1/10)

AMERICAN FOOTBALL

Folie mit Footballfeld, 3-4 Linien bis Tor, Münze in den Anspielkreis: Wer schneller richtige Antwort, der treibt Ball zum gegn.Tor (z.B. ||||O|||| )

LERNEN DURCH LEHREN

Begriff auf A6-Zettel, Rückseite Erklärung // Erklärung aneignen, Gesprächspartner erklär+Zettel geben // Dessen Erklärung anhören+Zettel übernehmen, Wechseln... // Reflexion: Was ist leichter: Erkären oder Zuhören?

Literatur

Tomasowsky, Daniela (2009). Alternative Unterrichtsmethoden: Hammelsprung bis Blitzlicht. Die Presse vom 19.01.2009.

Wikipedia: Hammelsprung. WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Hammelsprung (09-01-08)

http://mitglied.tripod.de/Sprick/mm01.html



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