[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Plagiat = Diebstahl geistigen Eigentums
(lateinisch: plagium = Menschenraub)
Unter einem Plagiarius (neulateinisch) versteht man übrigens einen Seelenverkäufer ;-)

Entdeckung von Plagiaten bei SchülerInnen

Als Lehrerin oder Lehrer erlebt man regelmäßig, dass SchülerInnen überraschend perfekte Hausaufgaben liefern oder Referate mit unerwarteten, sprachlich eleganten Redewendungen halten und man sich fragen muss, ob der Text von den SchülerInnen selbst geschrieben, mit fremder Hilfe angefertigt word oder in Zeiten des Internet einfach durch Copy & Paste zusammengestellt wurde. Während die Hilfe durch andere nur schwer nachweisbar ist, kann man benutzte Internetquellen mit relativ einfachen Mitteln ausfindig machen.

Die Fülle des Internets verleitet SchülerInnen zur leichtfertigen Übernahme von vorgefertigten Texten und Informationen. Manche LehrerInnen wissen um die Plagiat-Methoden ihrer SchülerInnen und suchen ebenfalls nach Inhalten im Netz. Es ist die Aufgabe der Schulen, dieser Entwicklung entgegenzutreten, d.h., LehrerInnen müssen ihren SchülerInnen einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Medium Internet vermitteln und entsprechende pädagogische Konzepte dafür entwickeln. Hinzu kommt die Frage, woran man im Internet seriöse Informationen erkennt und wie man dem Drang, einen Text mit zwei Mausklicks unreflektiert zu übernehmen widersteht, denn die kritische Distanz zur Information wird vom Internet nicht selber vermittelt.

Das Internet führt aber nicht nur SchülerInnen in Versuchung, zu kopieren und abzuschreiben, sondern bietet auch LehrerInnen die notwendigen Mittel, mit denen diese PlagiatorInnen schnell auf die Schliche kommen. Schon eine gezielte Recherche mit Hilfe einer Suchmaschine kann die Quelle eines Plagiats aufdecken, aber es gibt auch spezielle Datenbanken oder kostenlose Plagiat-Check-Angebote im Internet zu finden.

Bei einem Plagiat-Check über eine Suchmaschine gibt man einen auffälligen Satz in Anführungszeichen in das Suchfeld der Suchmaschine ein, sodass nach genau dieser Zeichenfolge im Internet gesucht wird. Voraussetzung für eine erfolgreiche Suche auf diese Art ist, dass die Original-Quelle einer Datei entstammt, die für Suchmaschinen auch erreichbar ist, manche kostenpflichtige Inhalte können davon ausgenommen sein. Man kann auch einzelne Schlüsselbegriffe oder besondere Formulierungen in das Suchfeld eingeben, falls die SchülerInnen Sätze nur umgestellt oder nur teilweise übernommen hat, sich also bemüht hat, das Plagiat zu verstecken. Wenn man auffällige Wörter wie Fremdwörter oder Fachbegriffe oder sogar fehlerhafte Schreibweisen einzeln in das Suchfeld eingibt und mit dem Konjunktur „+“ verbindet, kann man schnell auf die gesuchte Vorlage stoßen. Auch die Suche nach einzelnen Satzteilen oder auffälligen Satzkonstruktionen kann auf diese Weise zum Erfolg führen. Differenzierten Suchmöglichkeiten, um gezielt nach Redewendungen oder markanten Formulierungen zu suchen, finden sich bei den meisten Suchmaschinen unter „Erweiterte Suche“.

Auch mit kostenlosen Plagiatsprüfseiten wie http://www.plagscan.com/plagiatcheck/ kann man längere Texte eingegeben oder als Dokument hochladen. Aber Plagiat-Programmen bleiben oft Hausaufgaben-Datenbanken verschlossen, denn bei einigen dieser Portale kann man die Inhalte nur gegen Geld oder zumindest mit einer kostenlosen Registrierung vollständig einsehen und nutzen. Hier besorgen sich die SchülerInnen ausgearbeitete Referate, Handouts, Facharbeiten oder Buchbesprechungen einfach per Download, wobei sich die Angebote der verschiedenen Portale oft überschneiden, doch dort fertig angebotene Referate selber häufig das Ergebnis eines Plagiats sind. Die größten Hausaufgaben-Portale sind dabei

Neben den ausgearbeiteten Hausarbeiten und Referaten dieser Portale stehen Schülerinnen und Schülern oft auch Arbeiten früherer Jahrgänge - oder gar Texte aus Parallelklassen zur Verfügung. Einige Dienste für die Plagiatsprüfung, wie z.B. PlagAware (https://www.plagaware.com/de), erlauben die kostenfreie Prüfung von Arbeiten gegen frühere oder gleichzeitig eingereichte Vergleichsarbeiten der Schule. Auf diese Weise können auch unerlaubte Gruppenarbeiten innerhalb eines Klassensatzes aufgedeckt werden, was als "Kollusionsprüfung" bezeichnet wird. Da die Texte der Schüler für diese Art der Plagiatsprüfung in schulfremden Datenbanken gespeichert werden, sollte vor der Nutzung dieser Angebote aber unbedingt der Umgang der jeweiligen Anbieter mit den vertraulichen Daten abgeklärt werden.

Um Plagiat-Versuchen von SchülerInnen vorzubeugen, reicht meist nicht nur die Strafandrohung als Abschreckung, sondern man sollte als Lehrerin oder Lehrer SchülerInnen daher klar machen, dass man die Copy&Paste-Tricks kennt und im Stande ist, diese aufzudecken. Am besten ist es allerdings, das Thema in einer Unterrichtseinheit zu thematisieren und den SchülerInnen zu vermitteln, dass Plagiate kein Kavaliersdelikte sind, sondern einen Rechtsverstoß bedeuten und Konsequenzen nach sich ziehen. Man kann dazu auch SchülerInnen selbst Plagiate aufdecken und dokumentieren lassen, wobei in erster Linie zu vermitteln ist, dass der Gebrauch fremder Quellen zwar nicht verboten ist, dann aber Quellen- und Zitatangaben unerlässlich sind.

Siehe auch Plagiate von Schülern und Schülerinnen erkennen

Tipps für LehrerInnen zur Suche nach Plagiaten in Schülertexten

Suchen Sie nach markanten Textstellen und fügen Sie diese in Anführungszeichen in das Suchfeld einer Suchmaschine ein. Besonders eignen sich Textstellen, die die folgenden Merkmale aufweisen:

Siehe auch: Digitale Medien im Unterricht

Siehe zu Plagiaten auch

Plagiate - Die Professoren schlagen zurück
WWW: http://paedpsych.jku.at/internet/ARBEITSBLAETTERORD/LITERATURORD/Plagiat.html (10-01-02)

Was ist ein Plagiat?
WWW: http://paedagogik-news.stangl.eu/28/was-ist-ein-plagiat (10-01-02)

Quelle

Als kleinen Test können Sie versuchen, die Quellen dieses Textes mit den oben genannten Methoden herauszufinden.



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